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FINA’s High Noon in Budapest: the secret Al-Musallam tape, the DOJ indictment #FIFAcrime

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BUDAPEST. Is FINA at the crossroads to be targeted as an international crime syndicate by legal authorities in several countries? Can FINA’s case develop to a FIFA-light criminal case? Will FINA’s business be under the RICO act, too? The acronym RICO stands for the Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act, under which the criminal investigations of the DOJ, the FBI, the IRS and other authorities have been conducted. The investigations are going on and have reached a new level – an international level touching some major Olympic institutions: the IOC, OCA, FINA, AFC and others.

Stay tuned.

You may need some arguments to judge the developments in the FINA family and several signs of serious misconduct of FINA’s First Vice President Husain Al-Musallam, known as The Captain, known as co-conspirator #3 in a spectacular FIFA indictment (the Richard Lai case), alongside of his boss at OCA and other institutions, co-conspirator #3 Sheikh Ahmad Al-Fahad Al-Sabah.

In case you missed the statement of the U.S. Department of Justice regarding the Lai case:

The guilty plea announced today is part of an investigation into corruption in international soccer being led by the U.S. Attorney’s Office for the Eastern District of New York, the FBI New York Field Office, and the IRS-CI Los Angeles Field Office. The prosecutors in Brooklyn are receiving considerable assistance from attorneys in various parts of the Justice Department’s Criminal Division in Washington, D.C., including the Office of International Affairs, the Organized Crime and Gang Section, the Money Laundering and Asset Recovery Section, and the Fraud Section, as well as from INTERPOL Washington. (…)

Stated Special Agent-in-Charge Rowe: “Co-conspirators may try to hide and launder the proceeds of their corrupt self-enrichment, but as mentioned in the legal documents filed today, IRS-CI Special Agents will trace and uncover those funds both through the U.S. financial system and beyond, to offshore jurisdictions in locations such as Asia, the Middle East, and around the globe.”

Got it?

Special Agents will trace and uncover those funds both through the U.S. financial system and beyond, to offshore jurisdictions in locations such as Asia, the Middle East, and around the globe.

“We need to be transparent”, says Husain Al-Musallam at the tape, who loves to speak about “10 per cent”, which sounds like a bad joke – since co-conspirator #2 refuses to answer a single questions of journalists doing their job. At least he did not answer three emails with two dozens of questions I have sent him this week.

Instead of answering those questions of Craig Lord (swimvortex.com, The Times), Martyn Ziegler (The Times) and myself, Al-Musallam has used a website (insidethegames.biz) as his PR mouthpiece.

There is obviously a business relation existing between ANOC, OCA (both under control of their President Sheikh Ahmad and his aid Al-Musallam, co-conspirators #2 and #3). That is why one may ask if it has influenced the ‘coverage’.

Anyway, I do have documents about payments (GBP 6,000) from at least one olympic IF president suggesting to get an ‘interview’ published at an olympic devoted website – and this is a topic of further investigation.

For now, I would like to share some basic information including the full Al-Musallam tape.

1) Listen to the Al-Musallam tape. This is the 20 min material, covered worldwide since Tuesday night. I did not cut anything. I did not changed anything, of course not:

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Der Garcia-Report

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Wer es noch nicht gesehen haben sollte: Der Garcia-Report ist öffentlich. So richtig aber auch nicht, denn außer diesen 434 Seiten hat die FIFA tausende dazugehörige Dokumente nicht online gestellt.

Anyway, knapp drei Jahre nach seiner Fertigstellung konnte nur jemand Sensationen erwarten, der einige Jahre auf dem Mond verbracht oder das Denken eingestellt hat. Es handelt sich um interne Ermittlungen, die damals das von Joseph Blatter gewünschte Ergebnis erbrachten: Freibrief für Russland und Katar.

Natürlich enthält der dreiteilige Bericht viele interessante Details, die auch mich amüsieren und immer mal wieder zitiert werden, die vielleicht sogar zu weiteren Recherchen anregen. Doch in Sachen Hard Facts wird nahezu nichts geboten. Wer harten Tobak will, muss sich schon durch die Anklageschriften und andere Dokumente des DOJ kämpfen.

Zunächst die drei Teile des Berichts, dann meine erste Analyse dazu.

Der Hauptteil. 359 Seiten:

Meine erste Einschätzung, kleiner Kompass durch den Schlagzeilen-Dschungel:

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IFAB-Strategiepapier zu neuen Fussballregeln

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Das vom International Football Association Board (IFAB) soeben vorgestellte Strategiepapier (“Play Fair!” ®/ohne Markenregistrierung läuft nichts) zu weiteren Regeländerungen kann man sich mal anschauen. Der Fokus auf mehr Nettospielzeit ist wichtig. Wenn am Ende 10 Minuten Nachspielzeit rüberkommen, hätte ich kein Problem damit. Aber das ist ja nur ein Punkt, wenngleich ein zentraler, in dem Dokument. das im typisch umständlichen FIFA-Deutsch so benannt wurde:

  • “Die IFAB Strategie zur Verbesserung des Fussballs durch die Entwicklung der Spielregeln 2017-2022”

Hätten sie mal nur nicht so oft Fairness, Play Fair und Respekt reingeschrieben – das nimmt diesen Typen doch ohnehin niemand ab:

‘PLAY FAIR!’ zielt darauf, das Spiel durch die Anwendung der Spielregeln fairer, attraktiver und unterhaltsamer zu machen. Dadurch soll der Fussballethos verändert werden, damit das Spiel und die Spieler positive Vorbilder für die Gesellschaft und insbesondere für junge Menschen sein können.”

Diese PR-Folklore mal außer Acht gelassen: Any thoughts?

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Der Stellvertreter: Gustav-Adolf Schur und die Hall of Fame des deutschen Sports

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Olympiasiegerin Ingrid Krämer, SED-Boss Walter Ulbricht, Weltmeister Gustav-Adolf Schur 1960 nach den Sommerspielen in Rom – damals gab es noch eine gesamtdeutsche Mannschaft. (Bundesarchiv, Bild 183-76277-0016 / Kohls, Ulrich; Weiß / CC-BY-SA 3.0)

Man muss die sogenannte Hall of Fame (HoF) des deutschen Sports nicht gut finden. Vielleicht braucht es so etwas nicht. Vielleicht könnte es aber auch hilfreich sein, eine solche HoF (im angelsächsischen Raum normal) zu unterhalten, wenn sie gut gemacht ist, wenn also Geschichte gelehrt und nicht nur Personen geehrt werden. Dazu gehören Ehrlichkeit, Transparenz und eine offene, unvoreingenommene Diskussionskultur. Leider ist das bei der deutschen Hall of Fame eher nicht der Fall und hat sich im Vergleich zu 2011, als Gustav-Adolf Schur für unwürdig befunden wurde, nur unwesentlich geändert.

Gustav-Adolf Schur, kurz Täve genannt, ist/war der populärste Sportler der vor mehr als einem Vierteljahrhundert verblichenen DDR. Inzwischen ist er 86 Jahre alt und habe nichts dazu gelernt, meinen jene, die jetzt erneut “Skandal” schreien und ihn sogar auf eine Stufe mit Erich Mielke stellen.

Geschmack ist keine Creme.

Täve Schur gehört für mich genauso in eine Hall of Fame – mit all seinen Schwächen, Irrungen und Wirrungen und seinen sportlichen Verdiensten – wie Heike Drechsler, um die es in einzelnen Medien jetzt ebenfalls geht. Oh mein Gott: Ich dachte eigentlich, Heike Drechsler sei spätestens seit ihrem zweiten Olympiasieg, 2000 in Sydney (mein Text damals aus dem Stadium Australia für die Berliner Zeitung), nach einem Jahrzehnt der Auseinandersetzungen und Leiden, angekommen im neuen Deutschland. Und eigentlich möchte ich das Argument, dass in dieser Hall of Fame etliche NSPAD-Mitglieder vertreten sind, gar nicht vor mir her tragen. Ist aber so.

Besser als ich es könnte, hat Grit Hartmann zur sehr bemühten Diskussion um Täve Schur (et al) schon 2011 einen grandiosen Text geschrieben. Veröffentlicht wurden ihre Überlegungen 2012 im von Diethelm Blecking und Lorenz Peiffer herausgegebenen Buch “Sportler im Jahrhundert der Lager” (Werkstatt Verlag).

Der knapp sechs Jahre alte Text ist klüger und ehrlicher als alles, was man seit gestern in den einschlägigen Medien wieder dazu hört und zu lesen bekommt:

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Thomas Bachs vielfältige Lebenssachverhalte (XIV): sein Vertrag mit MAN Ferrostaal

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Lektüre, liebe Freunde, Lektüre.

Den gesamten Text gibt es drüben bei den Kollegen von Correctiv:

Hier der nächste sogenannte Beratervertrag des deutschen FDP-Mannes an der IOC-Spitze. Anschließend, am Freitagvormittag, einige nicht ganz unwichtige Ergänzungen zu unserem Stück, zur Propaganda des IOC und juristischen Merkwürdigkeiten.

(Vorsicht beim Kommentieren bitte, The Usual Suspects aus Lausanne und Charlottenburg gebärden sich gewohnt bissig.)

Ich habe dort oben hinter das geflügelte Wort vielfältige Lebenssachverhalte™ eine römische XIV in Klammern gesetzt, weil es, wenn ich richtig gezählt haben sollte, in der Tat schon der mindestens vierzehnte Text in diesem Theater ist, der sich in der Überschrift mit derlei Ausprägungen der olympischen Parallelgesellschaft beschäftigt.

Wer sich mal so richtig einlesen möchte, über die Suchfunktion rechts oben finden sich weitere Dutzend Texte zu den vielfältigen Lebenssachverhalten. Zum Beispiel:

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Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

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Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

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Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

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Was vom Tage übrig bleibt (103): die Lügenwelt des ehrenwerten IAAF-Lords Sebastian Coe

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Ein großes Thema in den Medien des Vereinigten Königreiches in diesen Tagen: Hat IAAF-Präsident Lord Sebastian Coe, Olympiasieger und Cheforganisator der Olympischen Sommerspiele 2012, gewesener Ethikchef der FIFA, Life Peer des House of Lords etc pp, vor dem Culture, Media and Sport Committee des Unterhauses gelogen, als er im Dezember 2015 in einer Anhörung behauptete, er habe erst im Dezember 2014 nach Ausstrahlung einer ARD-Dokumentation vom Ausmaß der Doping-Korruption (Russland, Diack-Familie etc)in der IAAF erfahren?

Diese Frage wird seit langem debattiert und erhielt durch Veröffentlichungen des Kultur, Medien- und Sportkomitees, das sich seit 2011 auch oft den kriminellen Machenschaften im FIFA-Reich gewidmet hat, neue Nahrung.

Es gibt zum Beispiel diese Email des ehrenwerten Lords an den IAAF-Ethikchef Michael Beloff:

coe-email-beloff-2014-aug

Komiteechef Damian Collins erklärt das so:

Egal, welche Ausrede er hat, es ist klar, dass Lord Coe entschieden hat, nicht alle für unsere Untersuchung relevanten Informationen mit uns zu teilen. Der Ausschuss hat ihn nach seinem Wissen über das Doping in Russland und Korruption innerhalb der Sportart gefragt. In seinen Antworten hat er den Eindruck erweckt, dass er von konkreten Anschuldigungen nichts gewusst hat.”

Lord Coe sah sich nach den Veröffentlichungen der vergangenen Wochen und einer neuerlichen Anfrage des Komitees genötigt, Collins am 26. Januar 2017 diesen Brief zu schreiben und die Diskrepanzen zwischen seiner Email an Beloff und seiner Aussage vor dem parlamentarischen Komitee zu erklären versuchen:

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Was vom Tage übrig bleibt (102): Studie zur Akzeptanz des Spitzensports und zur rasant schwindenden Glaubwürdigkeit von Funktionären und Verbänden

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Im August 2016 waren während der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vorab einige Details (Factsheet: ausgewählte Ergebnisse) jener Studie veröffentlicht worden, die nun in ganzer Pracht vorliegt:

  • Christoph Breuer, Kirstin Hallmann (Deutsche Sporthochschule Köln), Michael Ilgner (Deutsche Sporthilfe): “Akzeptanz des Spitzensports in Deutschland – Zum Wandel der Wahrnehmung durch Bevölkerung und Athleten”

Hallmann und Breuer hatten 2011 schon eine Studie zur gesellschaftlichen Relevanz des Spitzensports vorgelegt. Insofern lassen sich einige Befragungsergebnisse vergleichen. Das Interesse an Leistungssport ist noch vorhanden, nur schwindet das Vertrauen in Sportler (in Maßen) und Funktionäre (rasant).

Drei Fragestellungen, die bereits im Sommer Schlagzeilen gemacht haben:

1) Ich habe Vertrauen, dass deutsche/internationale Athleten moralisch integer handeln und die Einhaltung von Regeln sowie FairPlay und Unbestechlichkeit beachten.

  • Vertrauen in deutsche Sportler: 81,3 %
  • Vertrauen in internationale Sportler: 39,3 %

2) Ich habe Vertrauen, dass deutsche/internationale Sportfunktionäre moralisch integer handeln und die Einhaltung von Regeln sowie FairPlay und Unbestechlichkeit beachten.

  • Vertrauen in deutsche Funktionäre: 27,0 %
  • Vertrauen in internationale Funktionäre: 16,9 %

3) Ich habe Vertrauen, dass deutsche/internationale Sportverbände moralisch integer handeln und die Einhaltung von Regeln sowie FairPlay und Unbestechlichkeit beachten.

  • Vertrauen in deutsche Verbände: 62,7 %
  • Vertrauen in internationale Verbände: 33,4 %

Die Befragung wurde im Mai 2016 durchgeführt. Ich halte jede Wette, dass die Werte heute, ein halbes Jahr später, weiter in den Keller gegangen sind und die Studie in Teilen quasi überholt ist.

33,4 Prozent “Vertrauen” in das IOC?

Niemals.

In der Pressemitteilung der Sporthilfe vom vergangenen Donnerstag wird Professor Breuer mit den Worten zitiert: “Wir konnten erstmals eine Kausalkette nachweisen, dass die Akzeptanz des Spitzensports in der deutschen Bevölkerung maßgeblich vom Vertrauen in die Integrität der Athleten, der Verbände und insbesondere der Funktionäre abhängt.”

Nun denn. Lesen bildet:

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The place to be: Eindhoven, Play the Game 2017

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Play the Game 2015 in Aarhus, Helsinore Theatre, FIFA Session (Foto: Thomas Søndergaard/Play the Game)

Play the Game 2015 in Aarhus, Helsinore Theatre, FIFA Session (Foto: Thomas Søndergaard/Play the Game)

Ich habe schon viel geschwärmt in diesem Theater von der Idee Play the Game und den Play-the-Game-Konferenzen (tag Play the Game), die mein Freund Jens Sejer Andersen begründet hat. Und ich werde immer weiter schwärmen und mich an Play the Game beteiligen, die ich für die ehrlichste, wichtigste und nachhaltigste Konferenz halte, die sich mit den drängenden Fragen des Sportbusiness beschäftigt. Im November ist es wieder soweit, diesmal in Eindhoven, erstmals in den Niederlanden und mal wieder außerhalb Dänemarks, was auch wichtig ist, um die Idee vital zu erhalten.

Einige Namen, die mir aus verschiedenen Gründen besonders wichtig sind im Zusammenhang mit Play the Game, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die meisten sind Stammgäste: Mario Goijman (Argentinien), Ian Magic Hughes (Antigua), Ezequiel Fernández Moores, Pablo Vignone (beide Argentinien), Lasana Liburd (Trinidad & Tobago), Kelly White (USA), Richard W. Pound (Kanada), Bob Munro (Kanada/Kenia), Jérôme Champagne (Frankreich), Christer Ahl (Schweden/USA), Jörg Jaksche, Andrew Jennings (UK), David Walsh (UK/Irland), James Corbett (UK), Sandro Donati (Italien), Christopher Gaffney (USA/Brasilien/Schweiz), Juliana Barbassa (Brasilien), Declan Hill (Kanada), Lars Werge (Dänemark), James Dorsey (USA/Singapur/Arab World), Laura Robinson (Kanada), Jaimie Fuller (Australien), Lars Jørgensen, Niels Nygaard (beide Dänemark), Gerhard Treutlein, Dennis Pauschinger, Steve Menary (UK), Osasu Obayiuwana (Nigeria), Roger Pielke jr. (USA) Andreas Selliaas (Norwegen), Bonita Mersiades (Australien), Richard McLaren (Kanada) sowie natürlich Maria, Stine, Kirsten, Ditte, Rasmus, Søren, Jens, Henrik u. v. a. m.

Vom 26. bis 30. November findet im Van der Valk Hotel zu Eindhoven die mittlerweile neunte Play the Game Konferenz statt (plus ein Vorläufer 1997). Ich hatte das Glück, von 2000 bis 2015 acht Mal dabei gewesen zu sein – und ich kann jedem die Teilnahme nur heiß empfehlen. Es lohnt sich in jeder Beziehung: Wer sein Wissen teilt und sich engagiert, wird reich belohnt – mit viel mehr Wissen, unbezahlbaren Kontakten und großartigen Freundschaften.

Nicht zögern: Auf nach Eindhoven!

Eine spannende Summary von gut zwei Jahrzehnten sind die Magazine der bisherigen Konferenzen (es fehlt Aaarhus 2015):

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Fussball-WM mit 48 Teams: Sieg für João Sepp Infantino

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Foto: President of Russia

Foto: President of Russia

Der Fußball-Weltverband FIFA steht vor der bislang schlagzeilenträchtigsten Entscheidung unter dem Präsidenten Gianni Infantino. Der 46jährige Schweizer ist seit 26. Februar 2016 im Amt. Am Dienstag tagt ab 9 Uhr der FIFA-Vorstand, neuerdings Council genannt. Das Council wird Infantino nicht nur mit großer Mehrheit, sondern wohl sogar einstimmig unterstützen: Ab 2026 wird das Finalturnier der Männer-WM, wahrscheinlich in den USA, mit 48 Mannschaften gespielt.

Infantino schreibt Sportgeschichte.

Er bewegt sich damit in der Tradition eines seiner Vorgängers, des schwer korrupten Brasilianers João Havelange. Dieser hatte sich 1974 unter anderem mit dem Versprechen zum FIFA-Präsidenten wählen lassen, die Endrunde von 16 auf 24 Teams auszuweiten. Ein 24er Turnier wurde von 1982 bis 1994 gespielt. Als sich Havelange nach 20 Jahren gegen einen Putschversuch seines damaligen Generalsekretärs Joseph Blatter wehren musste, rettete er sich in seine letzte vierjährige Amtszeit, in dem er das WM-Turnier ab 1998 mit 32 Mannschaften austragen ließ.

An derlei Usancen der Stimmenbeschaffung knüpfte Infantino an, als er im Herbst 2015, damals noch Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union UEFA, seine Kandidatur für den FIFA-Vorsitz eröffnete. Infantino kannte das Spiel: Denn in der UEFA war die Endrunde ebenfalls ausgeweitet worden, von 16 auf 24 Mannschaften, weil der damalige Präsident Michel Platini sein Wahlvolk bedienen musste. Infantino hatte diesen Beschluss durchzusetzen.

Als die UEFA später Schwierigkeiten hatte, Bewerber für das kontinentale Mammut-Turnier zu finden, zauberten Platini und Infantino die Lösung aus dem Hut, die Euro 2020 in dreizehn Ländern auszutragen. Die EM 2024 wird dann wohl wieder von einer Nation ausgerichtet. Die größten Chancen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit seiner Bewerbung. Und diese Offerte ist untrennbar mit dem Beschluss des FIFA-Councils am Dienstag in Zürich verbunden.

Es läuft auf die von Infantino favorisierte Variante mit 4 Teams in 16 Dreiergruppen hinaus.

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Handball-WM im Sponsoren-Fernsehen: es bleibt alles in der Familie

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Ich bin seit jeher der Meinung, dass es sich am Original besser diskutiert. Handballdeutschland debattiert seit einigen Tagen vehement die Frage, warum die Weltmeisterschaft 2017, die kommenden Mittwoch beim Serien-Olympiasieger Frankreich beginnt, wie schon die Weltmeisterschaft 2015 nicht im sogenannten frei empfangbaren Fernsehen zu sehen ist. 2015, als Katar Gastgeber war, auf wundersame Weise ins Finale kam, der Emir (im weitesten Sinne, es ist alles Emir Tamim, denn Katar ist eine Erbmonarchie) die Reisen vieler Hundert Journalisten bezahlte und tausende Fans aushielt, 2015 also – war das (fast) genauso.

Für die WM 2015 sprangen ARD und ZDF einige Wochen zuvor ab. Kurz vor WM-Beginn schnappte Sky zu. Diesmal wollten ARD und ZDF wegen der Satelliten-Restriktionen des Rechtemaklers beIN Sports wieder nicht. Auch Sky mochte nicht. DAZN stieg ebenfalls aus. Und es kam zum bemerkenswerten Deal, eingefädelt von Jung von Matt/sports, dass die DKB Bank AG, Premium-Partner des DHB und Titelsponsor der Männer-Bundesliga, große Teile der WM auf ihrer Webseite überträgt. Das ist eine neue Qualität, zum ersten Mal übernehme ein Sponsor die Berichterstattung von einem derartigen Großereignis, heißt es nun nahezu flächendeckend. Der Journalismus sei in Gefahr, wird behauptet.

Ein Blick zurück lohnt sich immer. Deshalb habe ich mir mal die Minutes der Council-Sitzungen der vom dubiosen Pharao Hassan Moustafa mit eiserner Hand geführten IHF angesehen, um zu schauen, wie es eigentlich zum Vertrag mit beIN SPORTS kam, und darüber für Spiegel Online gestern ein Textlein gedichtet, das es hier wie meistens kolossal erweitert, verlinkt und mit Dokumenten versehen gibt – wir sind schon mittendrin.

Natürlich ist das Problem hausgemacht, es ist ein Problem der Handballfamilie, wie der Pharao gern sagt. Hören Sie, ein Klassiker:

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Der Überlebenskampf: Olympische Winterspiele 2026

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Irgendwie finster: Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr)

Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr)

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Bewerbungsprozess für die Olympischen Winterspiele 2026 auf die Zeit nach den Winterspielen 2018 in PyeongChang vertagt. Normalerweise hätte der Olympia-Wettbewerb, der im Sommer 2015 in größter Not neu strukturiert wurde, bereits in diesem Herbst begonnen – unmittelbar nach der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 in Lima an Paris, Los Angeles oder (der Vollständigkeit halber) Budapest. Es mag ein von Lobbyisten gestreutes Gerücht sein, dass auf dieser IOC-Session in Peru nicht nur die Spiele 2024, sondern auch gleich die für 2028 vergeben werden. Ein olympischer Doppelpack für Paris und Los Angeles – anyway, die Mega-Events des IOC bleiben aus vielerlei Gründen ein gigantisches Problem. Vor allem die Winterspiele, wo aus geografischen Gründen ohnehin maximal zwei Dutzend Nationen als Gastgeber in Frage kommen.

Ich habe vor einigen Tagen für Die Presse gedichtet, aus österreichischer Sicht gewissermaßen, und den Beitrag wie immer ergänzt, erweitert (u.a. mit einem Q & A des Sportministers Hans Peter Doskozil, auch mit Dokumenten), aktualisiert und verlinkt:

* * *
Die olympische Parallelwelt bebt. Korruption, Gigantismus und Doping bestimmen die Schlagzeilen weltweit. Die Glaubwürdigkeit des IOC und vieler Sport-Weltverbände tendiert gegen Null. Mega-Events wie Olympische Spiele, Kontinentalspiele oder Fußball-Weltmeisterschaften werden vorzugsweise in Diktaturen, Erbmonarchien oder Oligarchien ausgetragen – China, Russland, Katar, Aserbaidschan, Weissrussland. Die Kosten steigen ins Unermessliche. 50 Milliarden Dollar hat sich Wladimir Putin die Olympischen Winterspiele 2014 kosten lassen, gigantische Korruptionsmargen für Oligarchen inklusive. Nur weniger preiswert werden, entgegen aller Behauptungen, die Winterspiele 2022 in Peking sein, inklusive der exorbitanten Infrastrukturmaßnahmen. In demokratisch strukturierten Nationen dagegen sprechen sich immer mehr Menschen gegen derlei Großprojekte aus. Im Weltsport herrscht Alarmstufe Rot. Und ausgerechnet in dieser Zeit forciert das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) gemeinsam mit der Politik eine neuerliche Olympiabewerbung.

Das klingt absurd.

In jeder Krise liegt aber eine Chance. Wenn man es richtig angeht und mit den bislang dominierenden Usancen bricht.

Nur dann.

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