fifa

System-Crash. Die Super League

Auf der rudimentären Webseite der Super League sieht man schwarz.

Das Fussball-Business hat mit den 12 Unternehmen der Super League S. L. endlich die Zuspitzung, die es verdient.

Den Crash.

Das System von Gier und Korruption gerät ins Wanken.

Das ist diesmal nicht mit einem Federstrich erledigt.

Das kann sogar die Monopolstellung der nationalen und internationalen Fußballverbände gefährden.

Ich denke, dass ich diese Notizen am Montag ergänze, trotz anderer Termine, es muss sich zwischendurch etwas Zeit finden.

Plötzlich sieht es so aus, als stünden Institutionen wie FIFA und UEFA, die 2015 knapp der juristischen Bewertung als kriminelle Organisationen (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations/RICO) entgangen sind, ausnahmsweise auf der Seite der Guten.

Die Bösen heißen, und da ist doch einiges an echter Liebe im Spiel.

You’ll never walk alone und so:

  1. FC Liverpool
  2. Manchester United
  3. Manchester City
  4. Tottenham Hotspur
  5. FC Arsenal
  6. FC Chelsea
  7. Real Madrid
  8. Atlético Madrid
  9. FC Barcelona
  10. Juventus Turin
  11. Inter Mailand
  12. AC Mailand

Diese 12 Unternehmen haben sich in der Nacht zum Montag zu den Plänen der European Super League bekannt. Ich habe das gestern skizziert. Hier noch einmal die wichtigsten Papiere …

Die gestrengen Urteile der FIFA-Ethiker zu Beckenbauer, Schmidt und Zwanziger #Sommermärchen

Es wird immer lustiger. Erst die olympische Pleite für NRW 2032, nun drei Schriftstücke der putzigen FIFA-Ethikkommission zu Franz Beckenbauer, Horst R. Schmidt und Theo Zwanziger in der Sommermärchen-Affäre.

Viel Vergnügen bei der Lektüre, bin gespannt auf Eure/Ihre Beobachtungen und gehe am Abend auf einige Punkte ein. Bitte ganz nach unten scrollen …

Franz Beckenbauer:

ac-1-2020-02-02-2021-franz-beckenbauer

Weihnachten in der FIFA: Duell der Strafverfahren

Vor nicht einmal zwei Wochen hat Stefan Keller, außerordentlicher Staatsanwalt des (Schweizer) Bundes, den langjährigen #FIFAcrime-Präsidenten Joseph Blatter einvernommen. Tags darauf verkündete Keller erneut merkwürdiger Weise auf seiner privaten Webseite: Eine Strafuntersuchung gegen den aktuellen #FIFAcrime-Präsidenten Gianni Infantino „wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung“ erscheine ihm angezeigt.

Nun kontert Infantino mit einer weiteren Strafanzeige gegen seinen Vorgänger Blatter.

US-Justiz: Stimmenkauf bei Vergabe der Fußball-WM 2010, 2018 und 2022

Die amerikanische Justiz hat im Kriminalkomplex des Fußball-Weltverbandes FIFA weitere Anklagen erhoben. In der nunmehr dritten großen Anklageschrift, die an die beiden umfangreicheren Sammel-Anklagen aus dem Jahr 2015 und die zahlreichen inzwischen abgeurteilten Fälle anknüpft, werden drei Manager und eine Firma aus der TV-Rechtebranche (Full Play Group, Uruguay) wegen zahlreicher schwerster Vergehen angeklagt. Wegen bandenmäßigen Betruges, Geldwäsche und Korruption drohen den Sportrechtehändlern Hernan Lopez, Carlos Martinez und Gerard Romy Haftstrafen von mehreren Jahrzehnten. Dabei geht es nicht nur um TV-Rechte an den Kontinentalwettbewerben in Nord- und Südamerika, sondern auch um Rechte an Fußball-Weltmeisterschaften, erworben von der Firma 21st Centrury Fox.

„Die Anklagen spiegeln das anhaltende Engagement unserer Behörden wieder, Korruption auf höchster Ebene des internationalen Fußballs auszurotten“, erklärte Bundesanwalt Richard Donoghue in New York. „Unternehmen und Einzelpersonen sollten gleichermaßen verstehen, dass sie unabhängig von ihrem Vermögen oder ihrer Macht vor Gericht gestellt werden, wenn sie das US-Finanzsystem nutzen, um weitere korrupte Ziele zu erreichen.“

Strandkongresse und Strafprozesse – das Olympiajahr 2020

Es ist ein olympisches Jahr. Es wird ein spannendes Jahr. Olympischer Showsport, Kongresse, Kriminalität und globale Sportpolitik – eine kleine Vorschau:

Der Garcia-Report

Wer es noch nicht gesehen haben sollte: Der Garcia-Report ist öffentlich. So richtig aber auch nicht, denn außer diesen 434 Seiten hat die FIFA tausende dazugehörige Dokumente nicht online gestellt.

Anyway, knapp drei Jahre nach seiner Fertigstellung konnte nur jemand Sensationen erwarten, der einige Jahre auf dem Mond verbracht oder das Denken eingestellt hat. Es handelt sich um interne Ermittlungen, die damals das von Joseph Blatter gewünschte Ergebnis erbrachten: Freibrief für Russland und Katar.

Natürlich enthält der dreiteilige Bericht viele interessante Details, die auch mich amüsieren und immer mal wieder zitiert werden, die vielleicht sogar zu weiteren Recherchen anregen. Doch in Sachen Hard Facts wird nahezu nichts geboten. Wer harten Tobak will, muss sich schon durch die Anklageschriften und andere Dokumente des DOJ kämpfen.

Zunächst die drei Teile des Berichts, dann meine erste Analyse dazu.

Der Hauptteil. 359 Seiten:

Meine erste Einschätzung, kleiner Kompass durch den Schlagzeilen-Dschungel:

IFAB-Strategiepapier zu neuen Fussballregeln

Das vom International Football Association Board (IFAB) soeben vorgestellte Strategiepapier („Play Fair!“ ®/ohne Markenregistrierung läuft nichts) zu weiteren Regeländerungen kann man sich mal anschauen. Der Fokus auf mehr Nettospielzeit ist wichtig. Wenn am Ende 10 Minuten Nachspielzeit rüberkommen, hätte ich kein Problem damit. Aber das ist ja nur ein Punkt, wenngleich ein zentraler, in dem Dokument. das im typisch umständlichen FIFA-Deutsch so benannt wurde:

  • „Die IFAB Strategie zur Verbesserung des Fussballs durch die Entwicklung der Spielregeln 2017-2022“

Hätten sie mal nur nicht so oft Fairness, Play Fair und Respekt reingeschrieben – das nimmt diesen Typen doch ohnehin niemand ab:

‘PLAY FAIR!’ zielt darauf, das Spiel durch die Anwendung der Spielregeln fairer, attraktiver und unterhaltsamer zu machen. Dadurch soll der Fussballethos verändert werden, damit das Spiel und die Spieler positive Vorbilder für die Gesellschaft und insbesondere für junge Menschen sein können.“

Diese PR-Folklore mal außer Acht gelassen: Any thoughts?

„Russland ist ein Mafia-Staat“

Wird Zeit, dass es hier weiter geht. Das habe ich u.a. in den vergangenen Wochen getrieben:

„Russland ist ein Mafia-Staat“, sagt Leonid Martynyuk, der einst gemeinsam mit seinem Mentor und Freund Boris Nemzow für die Sotschi-Winterspiele das Preisschild von 50 Milliarden Dollar erstellt hat.

Oppositionsführer Nemzow wurde ermordet.

Martynyuk konnte flüchten und erhielt vergangenen Monat politisches Asyl in den USA.

Und nächste Woche rollte der Ball beim Confederations Cup in Putins Reich.

Fussball-WM mit 48 Teams: Was nun, Reinhard Grindel (CDU/DFB)?

Natürlich ist es genau so gekommen, wie vernunftbegabte Wesen leicht vorhersagen konnten: Der FIFA World CupTM (bei der FIFA benutzen sie dieses TM sogar in Dateinamen) wird ab 2026 so ausgetragen, wie es der Präsident Gianni Infantino will. 48 Teams. 16 lustige Dreiergruppen zu Beginn, womit Manipulationen kolossal erleichtert werden. Dann mit 32 Teams eine K.o.-Runde.

Nur 48 Teams?

Da geht noch was.

Die FIFA führt momentan 211 Nationalverbände als Mitglieder. Wenn ich richtig gezählt habe, gibt es aber schon 13 weitere Nationalverbände, die von den jeweiligen Konföderationen anerkannt sind – und 52 Fußballverbände (Grönland, Tschetschenien, Tibet, Kurdistan, Monaco und einige echte Absurditäten), die sich im sogenannten NF Board formiert haben und gern richtig dabei sein würden.

211 + 13 + 52 = 276.

Aber ich kann mich verzählt haben.

So oder so, selbst wenn wir von den 276 zwei Dutzend streichen müssten: Für die Wiederwahl von Infantino 2019 und für seine Wiederwahlen 2023 und 2027 ist einiges drin.

Ich habe mich gestern relativ ausführlich dazu geäußert (Fussball-WM mit 48 Teams: Sieg für João Sepp Infantino) und möchte auch heute einen Funktionär nicht aus der Pflicht nehmen, den nicht nur deutsche Medien seit einer Woche fälschlicher Weise als Widerständler gegen die WM-Erweiterung verkaufen: Den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel (CDU), der in Kürze in die Vorstände von FIFA und UEFA einziehen will.

Warum eigentlich?

[caption id="attachment_29453" align="aligncenter" width="1024"]DFB-Präsident Reinhard Grindel (links), Zuchtbulle Elton (Mitte), Gregor Baum (rechts, Präsident des Hannoverschen Rennvereins und Vorstandsmitglied von Hannover 96). Foto: Kassandro DFB-Präsident Reinhard Grindel (links), Zuchtbulle Elton (Mitte), Gregor Baum (rechts, Präsident des Hannoverschen Rennvereins und Vorstandsmitglied von Hannover 96). Foto: Kassandro[/caption]

Vor einer Woche hat er in diesem „Interview„, also einer Propaganda-Aussendung, auf DFB.de doch noch gesagt (oder besser: sagen lassen), er hoffe auf eine längere Beratung der WM-Pläne mit und in den 211 Nationalverbänden und darauf, dass am Dienstag (also heute) noch keine Entscheidung fällt.

Entweder war das ahnungslos oder unwahr.

Wen außer die meisten Medienhäuser, die das alles mit Schlagzeilen bringen wie „Widerstand“, „Opposition“, „Gegner“ etc pp kann Grindel damit täuschen?

Oder ist er so naiv?

Letzteres fällt aus, hoffe ich.

Schauen wir uns einige der publizierten Aussagen an:

DFB.de: Herr Grindel, rechnen Sie damit, dass bei der Sitzung des FIFA-Councils in der kommenden Woche bereits eine Entscheidung über den künftigen WM-Modus fällt?

Reinhard Grindel: Das will ich nicht hoffen. Das FIFA-Faktenpapier zu den vier Alternativformaten, die aktuell zur Diskussion stehen, hat die Mitgliedsverbände erst kurz vor Weihnachten erreicht. Was wir deshalb jetzt zunächst brauchen, ist eine breit angelegte Debatte innerhalb der Verbände und Konföderationen. Eine Entscheidung darf auf keinen Fall übereilt mit der Brechstange getroffen werden.

Blöd gelaufen. Hätte man wissen müssen. Denn die „Debatte“ lief doch längst auf FIFA-Art in der Tradition von João Sepp Infantino. Ich wette: Er hat es auch gewusst.

Man ahnt: Dieser Mann wird deutsche Interessen im UEFA-Exekutivkomitee und im FIFA-Council künftig unmissverständlich, rigoros, aufopferungsvoll, sachgerecht, weitsichtig und hartnäckig vertreten.

Fussball-WM mit 48 Teams: Sieg für João Sepp Infantino

[caption id="attachment_29422" align="aligncenter" width="1024"]Foto: President of Russia Foto: President of Russia[/caption]

Der Fußball-Weltverband FIFA steht vor der bislang schlagzeilenträchtigsten Entscheidung unter dem Präsidenten Gianni Infantino. Der 46jährige Schweizer ist seit 26. Februar 2016 im Amt. Am Dienstag tagt ab 9 Uhr der FIFA-Vorstand, neuerdings Council genannt. Das Council wird Infantino nicht nur mit großer Mehrheit, sondern wohl sogar einstimmig unterstützen: Ab 2026 wird das Finalturnier der Männer-WM, wahrscheinlich in den USA, mit 48 Mannschaften gespielt.

Infantino schreibt Sportgeschichte.

Er bewegt sich damit in der Tradition eines seiner Vorgängers, des schwer korrupten Brasilianers João Havelange. Dieser hatte sich 1974 unter anderem mit dem Versprechen zum FIFA-Präsidenten wählen lassen, die Endrunde von 16 auf 24 Teams auszuweiten. Ein 24er Turnier wurde von 1982 bis 1994 gespielt. Als sich Havelange nach 20 Jahren gegen einen Putschversuch seines damaligen Generalsekretärs Joseph Blatter wehren musste, rettete er sich in seine letzte vierjährige Amtszeit, in dem er das WM-Turnier ab 1998 mit 32 Mannschaften austragen ließ.

An derlei Usancen der Stimmenbeschaffung knüpfte Infantino an, als er im Herbst 2015, damals noch Generalsekretär der Europäischen Fußball-Union UEFA, seine Kandidatur für den FIFA-Vorsitz eröffnete. Infantino kannte das Spiel: Denn in der UEFA war die Endrunde ebenfalls ausgeweitet worden, von 16 auf 24 Mannschaften, weil der damalige Präsident Michel Platini sein Wahlvolk bedienen musste. Infantino hatte diesen Beschluss durchzusetzen.

Als die UEFA später Schwierigkeiten hatte, Bewerber für das kontinentale Mammut-Turnier zu finden, zauberten Platini und Infantino die Lösung aus dem Hut, die Euro 2020 in dreizehn Ländern auszutragen. Die EM 2024 wird dann wohl wieder von einer Nation ausgerichtet. Die größten Chancen hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit seiner Bewerbung. Und diese Offerte ist untrennbar mit dem Beschluss des FIFA-Councils am Dienstag in Zürich verbunden.

[slides]

[caption id="attachment_29425" align="aligncenter" width="724"]Zirkularschreiben 1572 an die 211 FIFA-Nationalverbände, S. 1 Zirkularschreiben 1572 an die 211 FIFA-Nationalverbände, S. 1[/caption]

[caption id="attachment_29427" align="aligncenter" width="724"]Zirkularschreiben 1572 an die 211 FIFA-Nationalverbände, S. 2 Zirkularschreiben 1572 an die 211 FIFA-Nationalverbände, S. 2[/caption]

[/slides]

Es läuft auf die von Infantino favorisierte Variante mit 4 Teams in 16 Dreiergruppen hinaus.

WM 2006: Skandalverband DFB „hinterfragt die Zuständigkeit des Deutschen Bundestages kritisch“

ZÜRICH. Eigentlich kümmere ich mich hier um die FIFA. Aber FIFA-Skandale sind ja auch DFB-Skandale und sind UEFA-Skandale.

Aus Deutschland kommt also die Kunde, dass der DFB seine Teilnahme an einer Sitzung des Sportausschusses des Bundestags abgesagt hat. Im Dezember sollte einmal mehr über die Aufarbeitung der bislang ungeklärten Millionen-Zahlungen, Wahrheitsbeugungen und Lügen, Millionenhonorare für einen Ehrenamtler usw usf geredet werden.

Doch der DFB mag nicht.

Der DFB zweifelt die Zuständigkeit des Sportausschusses bzw „des Deutschen Bundestages“ an.

Lesen Sie das Schreiben des DFB-Generalsekretärs Friedrich Curtius an die Vorsitzende des Sportausschusses, die SPD- und DLV-Vertreterin Dagmar Freitag:

fullsizerender

Dazu sollte man wissen, dass der amtierende DFB-Präsident Reinhard Grindel (CDU), der nach den SPIEGEL-Enthüllungen und dem dadurch erzwungenen Rücktritt von Wolfgang-ich-kann-mich-nicht-erinnern-Niersbach ins Amt kam und Niersbach nun auch in UEFA und FIFA-Vorständen beerben will, dass dieser Grindel also selbst Mitglied des Deutschen Bundestages und des Sportausschusses war.

Okay, kein vorbildliches Mitglied vielleicht, aber Mitglied.