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Es bleibt alles in der Familie: die Platinis

| 04.04.2014 | 4 Comments

tl;dr: Der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini arbeitet für Katar. Platinis Schwiegersohn, der Musikproduzent Yohann Zveig, erhält Aufträge von der UEFA, der FIFA und vom DFB. Die Verbände finden das völlig in Ordnung. Allerdings gibt es einige Widersprüche in den Argumentationen. Die UEFA behauptet während meiner Recherche gar falsch, Zveig sei nicht mehr Platinis Schwiegersohn.

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Bin Hammam zahlt eine Million an Jack Warners Reinigungsfirma #Katar2022

| 18.03.2014 | 9 Comments

Eine putzige und wichtige Enthüllung hat der Londoner Telegraph veröffentlicht. Mit Kontoauszügen und anderen Dokumenten können Geldtransfers des gewesenen Blatter-Freundes und einst mächtigen FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam an den gewesenen Blatter-Freund und einst mächtigen FIFA-Funktionär Jack Austin Warner belegt werden.

Insgesamt rund zwei Millionen US-Dollar für “legal and other expenses” und “professional services”.

Hübsch.

Vor allem auch, weil ein Teil des Geldes an Warners Reinigungsfirma (oder Geldwäschefirma oder was auch immer) Jamal Limited ging.

Mit im Spiel, natürlich, Jacks Söhne Daryan und Daryl, die sich noch immer in Miami aufhalten und Kronzeugen des FBI sind.

Die Annäherungsversuche der Telegraph-Reporterin erinnern an die kongenialen Reportagen von Andrew Jennings für seine Panorama-Sendungen in der BBC.

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Jérôme Champagne will FIFA-Präsident und Nachfolger seines langjährigen Chefs Joseph Blatter werden

| 20.01.2014 | 2 Comments
Erster Unterstützer: Pelé

Erster Unterstützer: Pelé. Foto: www.jeromechampagne2015.com

Wie erwartet hat Jérôme Champagne soeben auf einer Pressekonferenz in London seine Kandidatur für die Präsidentschaft in der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) bekannt gegeben.

Seine offenen Briefe und Programme an die sehr spezielle FIFA-Familie wurden in den vergangenen Jahren hier veröffentlicht.

Ich werde im Laufe des Nachmittages einiges notieren.

13.42 Uhr: Seine Webseite ist online.

Das Bewerbungsschreiben.

17.43 Uhr: Mein stark erweiterter Diskussionsbeitrag (gegenüber der Kurzvariante auf Spiegel Online):

* * *

Der 55 Jahre alte Franzose Jérôme Champagne will 2015 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA werden. High Noon, um zwölf Uhr mittags, gab Champagne in London wie erwartet seine Kandidatur bekannt und präsentierte auf seiner Webseite, seit 13.30 Uhr MEZ online, den ersten prominenten Unterstützer: die Fußball-Legende Pelé. „Dieser Wettbewerb ist wie eine Weltmeisterschaft“, sagte Pelé. Er wünsche Champagne dafür alles Glück. Champagne sei der richtige Mann, um die FIFA zu führen.

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Serienlügner Jérôme Valcke sagt: die Fußball-WM 2022 in Katar wird in den Winter verschoben. Einen Beschluss dazu gibt es nicht.

Tja, da muss die Arbeit am Buch leider wieder unterbrochen werden.

Die Fußball-WM 2022 in Katar wird verschoben – in den Winter. Sagt FIFA-Generalsekretär und Serienlügner Jérôme Valcke in einem Radiointerview.

Dafür gibt es, bisher, noch keinen Beschluss des FIFA-Exekutivkomitees. Es widerspricht auch den Versprechen von Blatter & Co aus den vergangenen Monaten. Wollte man nicht “Ermittlungen” des fürstlich bezahlten Ethik-Ermittlers Michael Garcia zu vermeintlicher Katar-Korruption abwarten?

Ein weiteres Manöver.

Eine Unwahrheit mehr?

Nach dem Interview von Valcke glühen nun die Telefondrähte. Denke mal, es wird in Kürze eine FIFA-Erklärung geben. Valcke ist gewiss in Absprache mit Blatter vorgeprescht. Für beide steht viel auf dem Spiel.

(Zunächst dachte ich: Hoax.)

Absurd.

Stay tuned.

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Teflon-Sepp oder: Züricher Bezirksgericht attestiert FIFA-Blatter einen “guten Ruf” und verbietet Cartoons

| 14.12.2013 | 1 Comment
Teflon-Sepp © SWEN

Teflon-Sepp © SWEN

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Batallón Olimpia oder: Joint Venture des Sports mit Vordemokraten und Diktatoren

| 10.07.2013 | 4 Comments

Eher als Notiz zwischendurch, ein um einen Absatz, der nicht in die Zeitungen gepasst hat, leicht ergänzter Leitartikel, der in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau erschienen ist. Nichts weiter als ein Anriss der Thematik.

Vor ein paar Wochen hat sich Jérôme Valcke verplappert. Zu viel Demokratie sei im weltumspannenden Sportbusiness hinderlich. Da ließen sich Mega-Events nur schwer realisieren, sagte der Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes FIFA. In Diktaturen läuft das Geschäft besser.

Nicht wie in Brasilien, wo Millionen Menschen auf die Straße gingen, auch um gegen Korruption und Geldverschwendung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 zu demonstrieren – und natürlich gegen die FIFA. Dass Valcke mit dem korruptesten aller korrupten Fußballfunktionäre eng befreundet ist, mit dem im US-Exil lebenden Brasilianer Ricardo Teixeira, gegen dessen Drecksgeschäfte die Brasilianer ebenfalls protestierten, soll hier nicht weiter thematisiert werden.

Valcke ist als FIFA-General für Milliardenprojekte verantwortlich: für derzeit drei Weltmeisterschaften, eine absurd teurer als die andere. 2014 in Brasilien, 2018 in Russland, 2022 in Katar. Bis zum nächsten Wochenende richtet die FIFA zudem eine Nachwuchs-WM in der Türkei aus, einem anderen Brennpunkt demokratischen Aufbegehrens, mit dem Finale in: Istanbul. Zwei dieser Länder, Brasilien und Russland, tragen demnächst Olympische Spiele aus. Das winzige, aber steinreiche Katar wird mit seiner Hauptstadt Doha spätestens 2028 Gastgeber von Sommerspielen sein. Dies nur, um die Kompetenz Valckes zu belegen.

Gehen wir doch lieber in Diktaturen, hat Valcke eigentlich gemeint, da haben wir unsere Ruhe. So denken noch immer mächtige Sportfunktionäre.

Man kann da durchaus mit dem Holzhammer argumentieren und 1936 erwähnen. Damals ließ Adolf Hitler in Berlin seine Olympischen Propagandaspiele austragen, die Nazi Olympics. Olympia verdankt den Nazis vieles, unter anderem den Fackellauf. Leni Riefenstahls zweiteiliger Olympiafilm wurde von Joseph Goebbels finanziert. Es klappte alles wie am Schnürchen in Berlin. Und während in der Stadt die Jugend der Welt um Medaillen wetteiferte, transpirierten vor den Toren der Metropole im Hochsommer einige tausend Menschen, die damit begannen, das Konzentrationslager Sachsenhausen zu errichten.

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Was vom Tage übrig bleibt (75): Machtwechsel in Katar, IOC-Evaluierungsbericht Sommerspiele 2020 – Istanbul, Madrid, Tokio

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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    08.07.2013

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Auf ein Ereignis in Katar und ein Dokument des IOC muss ich hinweisen.

Zunächst: Im Sportwunderland Katar steht ein Machtwechsel an.

Emir Hamad, der 1995 seinen Vater aus dem Amt geputscht hat, als dieser seine Konten in der Schweiz überprüfte (ich liebe diese Geschichte!), will nicht auf einen Putsch warten und übergibt das Zepter an seinen Thronfolger, logisch, Scheich Tamim bin Hamad bin Khalifa Al-Thani.

Wie schon bei einer anderen Thronbesteigung 2013, in den Niederlanden, als der gewesene Prinz und nunmehrige König Willem-Alexander u.a. ankündigte, seine IOC-Mitgliedschaft abzugeben, kann man wohl davon ausgehen, dass auch Tamim nicht länger IOC-Mitglied bleiben wird. Über einige andere Funktionen, die Präsidentschaft im NOK und im Qatar 2022 Supreme Committee, dem Organisationskomitee der Fußball-WM 2022, muss ebenfalls entschieden werden.

Klar ist allerdings, dass Tamim (33) die sportive Expansionspolitik seines Vaters Hamad auch als Emir fortsetzen wird. Das Sportbusiness ist Kern eines gigantischen Masterplans (Qatar National Vision 2030), der u.a. vorsieht, Doha zur Sporthauptstadt des Planeten zu machen.

Die Verflechtungen und Abhängigkeiten, die durch die Verteilung märchenhafter Verträge und Reichtümer geschaffen werden, suchen im Weltsport ihresgleichen.

Dabei sind diese Institutionen von zentraler Bedeutung:

  • Qatar Foundation
  • Qatar Investment Authority mit der Tochterfirma Qatar Holding
  • Qatar Sports Investment
  • Aspire Sports Academy
  • Qatar 2022 Supreme Committee

Irgendwann finden in Doha auch Olympische Sommerspiele statt. Ich schätze, spätestens 2028.

(c) Qatar Olympic Committee via Flickr

(c) Qatar Olympic Committee via Flickr

Scheich Tamim wird nun erst recht ein Thema für mein Buch, das Sie kaufen und vorfinanzieren können. Ich habe Tamim erstmals 2003 im Gefolge des FIFA-Patrons Joseph Blatter während des FIFA-Kongresses in Doha etwas umfassender beobachtet.

Einige erste Leseempfehlungen:

Wenn jemand tiefgründige Analysen findet, bitte her mit den Links.

Thema zwei heute Mittag: Das IOC hat den Evaluierungsbericht für die drei verbliebenen Kandidaten der Olympischen Sommerspiele 2020 veröffentlicht. Für Istanbul, Madrid und Tokio.

Hier ist die Pressemitteilung und hier das Papier:

Tut mir leid, aber es wird immer absurder. In früheren Evaluierungs- und Vorberichten wurden schon noch Noten vergeben, mitunter sogar Rankings (zwar nur Noten “von – bis”, natürlich nie: ganz klar), aber hier?

Hinweise auf die Demokratie-Eruptionen in der Türkei sucht man, natürlich, vergebens.

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#Pep-Pause: Die Cartolas im FIFA-Reich oder wie die WM 2014 nach Brasilien kam

| 24.06.2013 | 5 Comments

Wir sind nicht dafür verantwortlich, was passiert ist. Verzeihen Sie mir, aber ich denke nicht, dass die FIFA das Gefühl haben sollte, etwas falsch gemacht zu haben.”

FIFA-Serienlügner und Generalsekretär Jérôme Valcke
in der Zeitung “O Globo” (via faz.net)

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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Bevor der #Pep Hype in wenigen Minuten jegliche Gedanken und wichtige Themen absorbiert, will ich flink noch einen Text über die brasilianisch geprägte FIFA-Mafia zur Diskussion stellen. Habe gestern für die Berliner Zeitung kurz zusammen gefasst, wie sehr brasilianische Cartolas das FIFA-Geschäft prägen und wie die WM eigentlich nach Brasilien gekommen ist.

Das ist nur ein Anreißer, eine Mini-Summary von Geschichten, die hier und anderswo extensiv beschrieben worden sind.

Als Notiz scheinen mir derlei Basics in der aktuellen Diskussion dennoch wichtig. Bestimmte Zusammenhänge sollte man nicht aus den Augen verlieren.

* * *

Man nennt sie die Cartolas. Eine Kaste korrupter brasilianischer Sport- und Fußballfunktionäre, die seit Jahrzehnten ihr Unwesen treiben – und die bis heute aufs engste mit den Bossen des Fußball-Weltverbandes FIFA verbandelt sind. Die Cartolas, die in den Jahren Milliarden abgezweigt haben dürften, und FIFA-Präsident Joseph Blatter (77) sowie sein Generalsekretär Jérôme Valcke (52) gehören derselben Familie an.

Eine kleine Einführung in die FIFA-Unterwelt, mehr nicht.

Der Pate dieser Cartolas heißt Jean-Marie Faustin Godefroid de Havelange, kurz João Havelange, Sohn eines belgischen Waffenhändlers. Er ist inzwischen 97 Jahre alt. Er hat in Brasilien alle wichtigen Sportfunktionen ausgeübt, er beherrschte den Fußball-Weltverband FIFA von 1974 bis 1998 als Präsident. Havelange holte Blatter einst zur FIFA und setzte ihn erst als Direktor, 1981 nach einem schmutzigen Putsch gegen Blatters Schwiegervater Helmut Käser dann als Generalsekretär ein.

Havelange zu Ehren sollten die Olympischen Sommerspiele 2016 zu seinem 100. Geburtstag im João-Havelange-Stadion eröffnet werden.

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“Wir sind das Volk!” Brasilien, die FIFA, das IOC und steuerfinanzierte Mega-Events

| 23.06.2013 | 8 Comments

In my opinion FIFA is one of the most corrupt enterprises, one of the most corrupt institutions on this planet.”

Romário de Souza Faria, Weltmeister 1994, Kongress-Abgeordneter der Partido Socialista Brasileiro 

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Investigativ

von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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Es ist klar, dass die Entwicklungen in Brasilien, in der Türkei und anderswo (in Sotschi, in Graubünden) zentraler Bestandteil meines Buches werden, das ich per Crowdfunding via Krautreporter finanzieren möchte, und das ich vielleicht etwas verkürzt IOC-Buch genannt habe – um es auf den September und die Wahl des IOC-Präsidenten zu fokussieren.

Aber, das habe ich ebenfalls beschrieben, es geht mir um eine umfassende Betrachtung der Parallelgesellschaft Sportbusiness. Um die Konzerne des Weltsports, um die Strippenzieher aus Politik und Wirtschaft, Milliardenkassierer und Topfunktionäre, die jetzt atemlos nach Brasilien schauen.

Einige Gedanken dazu, anschließend an diese Notizen und etwas erweitert als gestern auf Spiegel Online veröffentlicht.

* * *

Joseph Blatter ist eigentlich hart im Nehmen. Teflon-Sepp nennen manche den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Blatter in den Stadien der Welt nun schon ausgepfiffen. Sein Verband gilt vielen Menschen als Synonym für Vetternwirtschaft und Korruption, für skrupellose Geschäftemacherei. Teflon-Sepp hat über die Jahre nach Gutdünken die protokollarischen Regularien geändert, wie er im Fokus der Fernsehkameras und in den Blitzlichtern der Fotografen bei Events ins Bild gesetzt wird. Das half, ein bisschen, den größten Schmerz zu lindern. Blatter hat darüber hinaus immer darauf gesetzt, dass sich die Empörung der Leute legen würde, wenn der Ball erst mal rolle, ob nun bei einer Weltmeisterschaft oder einem WM-Test wie gerade beim Konföderationenpokal in Brasilien.

Brot und Spiele. Fußball als Opium fürs Volk.

Irgendwie hat das immer funktioniert.

Was der Fußballfürst Joseph Blatter nun in Brasilien erleben musste, nicht nur beim Eröffnungsspiel, als die Stadionbesucher sich minutenlang nicht mehr beruhigten und das Protokoll sprengten, das schockiert ihn zutiefst. Er kann damit nicht umgehen. Und seine fürstlich bezahlten Propagandisten, allen voran Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio sowie Blatters persönlicher PR-Berater Bernd Fisa, sind ebenso hilflos. Sie agieren gern aus dem Hinterhalt und verbreiten ihre Propaganda in etlichen Medien, wie gerade wieder in Roger Köppels Weltwoche (“Essay” von Blatter: “Fußball verbessert die Welt”), doch stehen sie auf verlorenem Posten:

Der denkende Teil der Menschheit glaubt den Lügen nicht. Der denkende Teil der Menschheit hat die FIFA längst durchschaut. Das lässt sich auch nicht mit 1,4 Milliarden auf dem Festgeldkonto und weiteren Propagandafeuerwerken korrigieren.

Und das ist auch gut so.

Im fußballverrücktesten Land des Planeten demonstrieren Millionen Menschen nicht nur für bessere Lebensbedingungen, für Bildung, Gesundheitsfürsorge und eine faire Chance an der gesellschaftlichen Teilhabe. Sie demonstrieren  gegen Geschäftemacherei, grassierende Korruption, gegen Gigantismus und die Verschleuderung von Steuermitteln für den Bau überdimensionierter Arenen, die nach der Sause – ob nun nach der Fußball-WM 2014 oder den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro – kaum vernünftig genutzt werden können. Die Menschen demonstrieren gegen diese White Elephants, so nennt man sportive Investruinen, und damit direkt gegen die FIFA und deren Pflichtenhefte, gegen Sepp Blatters engste Freunde und Geschäftspartner: die kriminellen Cartolas, Brasiliens Fußballfunktionärsclique, zu denen Blatters FIFA-Vorgänger Joao Havelange zählt, die seit Jahrzehnten den Lauf der Dinge bestimmt.

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Elefantes brancos oder: Was erlauben das Volk? Die FIFA und die Proteste in Brasilien

| 20.06.2013 | 5 Comments

Eine Frage, die mich seit einiger Zeit interessiert, musste ich gestern kurz an den FIFA-Generalsekretär und Serienlügner Jerôme Valcke los werden:

Valcke, ein enger Kumpel des vollkorrupten brasilianischen Fußball-Mafiosi Ricardo Teixeira, war derjenige Sportfürst, der den Brasilianern, die nicht Teixeira und Havelange heißen und mit den FIFA-Granden Geschäfte machen, unlängst in den Arsch treten wollte – und sich dann doch wieder missverstanden fühlte, wie so oft.

Beim Spiel im Confederations Cup zwischen Brasilien und Mexiko erschien am Mittwochabend im Stadion von Fortaleza ständig ein FIFA-Werbespruch auf den Werbebanden.

“Football for hope”, hieß es da.

“For the Game – for the World”, lautet sogar der offizielle FIFA-Slogan.

Sepp Blatter verkauft seine korrupte Organisation, die rund 1,4 Milliarden Dollar auf den Konten hortet und damit allerlei Propaganda finanzieren kann, ja durchweg als Weltverbesserungsanstalt.

Frieden und Bildung soll sein Fußball bringen. Zum Beispiel.

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von Jens Weinreich

Wer ist wirklich der mächtigste Mann des Weltsports? Das Buch zur Wahl des IOC-Präsidenten: Wie Scheichs und Oligarchen die Strippen ziehen.

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Doch wenn das Volk sich vom Opium Fußball nicht mehr berauschen lassen will und Millionen auf die Straße gehen (auch gegen die FIFA, auch gegen grassierende Korruption, woran die Cartolas, die Fußballmafia des Landes, die untrennbar mit der FIFA-Mafia verbunden ist, großen Anteil haben), dann reagiert Blatters Truppe beleidigt.

Denn sie können es nicht verstehen.

Wie kann das Volk, zumal das fußballverrückteste der Welt, sich anmaßen, Hoffnungen und Bedürfnisse zu artikulieren, ohne zuvor bei den gestrengen, mit Knebelverträgen agierenden FIFA-Sittenwächtern und knallharten Vermarktungsmonopolexperten schriftlich um Erlaubnis gefragt zu haben?

Was erlauben das Volk?

Missbraucht den Fußball nicht!

Greinte also Sepp Blatter, der Mann, der den Fußball seit Jahrzehnten für seine Interessen missbraucht – gemeinsam, vor allem, mit seinen brasilianischen Kumpanen wie Havelange, Teixeira und Marin. Dann verabschiedete sich Blatter für ein paar Tage in die Türkei zur u20-WM.

Witzig. Wunderbar.

Denn in der Türkei demonstrieren die Menschen auch gerade. Nicht zuvorderst gegen Pläne der Sportkonzerne. Aber es gibt einige Parallelen zwischen dem WM- und Olympiagastgeberland Brasilien und der Türkei bzw Istanbul, das sich um die Olympischen Spiele 2020 bewirbt.

Hochspannende Entwicklungen sind das.

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142 Mio CHF Schmiergeld: full list of ISL bribery payments to senior sport officials 1989-2001

| 28.04.2013

Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe mit den Kollegen von Spiegel Online erstmals die komplette Liste zum von der ISL/ISMM-Gruppe geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.

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Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine ander andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:

  • Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.
  • Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab. Er hat übrigens mehrfach in kleinem Kreis erklärt, um sein Leben zu fürchten.

Ich biete die Liste in Gänze an und auf die Jahre 1989 bis 2001 aufgeschlüsselt. Zu allen Tabellen werde ich im Laufe des Tages weitere Anmerkungen/Links liefern und weitere Dokumente veröffentlichen. Work in progress – immer mal wieder vorbei schauen.

Einige Dokumente, die ich heute zur Verfügung stelle, waren bislang ebenfalls unveröffentlicht. Wer tiefer eintauchen will in das ISL-Geflecht und die Geschichte, findet über den Button “related posts” am Ende des Artikels und im Archiv Dutzende originäre Blogbeiträge mit vielen hundert externen Links und Dokumenten.

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FIFA’s Jack the Ripper and the Holy Bible: “with your love, your support and your understanding, I shall be your MP again”

My dear constituents, for the past two decades, I have been the target of various kinds of attacks. I have been targeted. My family has been targeted. My friends have been targeted. My detractors have said every dirty thing under the sun about Jack Warner. But in all of that you have kept the faith in me. And for that I thank you. I thank you for trusting me and for the confidence you have shown by your very presence here tonight. Mark my words when I tell you that Jack Warner has never betrayed you and I will never betray your trust.

The Holy Bible says there is a time for everything under the sun; a timeto sow and a time to reap; a time to be silent and a time to speak. The world of international sports politics is not a simple one. It is an arena of extremely high stakes. The remuneration packages and the perks of those jobs can be very attractive. And therefore at times the rivalry can become very intense among those lured by the trappings of officeand the craving for power.

It is against this background that I have found myself a keenly pursued target. And just as in any all-fours game, how smartly you play the few pieces of trump in your hand can determine whether you win or lose.

The Honorable Jack Austin Warner, former T&T minister, former vice president of FIFA, former CONCACAF godfather

Let’s go for Jack Warner’s propaganda. Funny stuff. Must read! (And read comments at Trinidad Express)

Jack is not out of business yet.

On Friday May 24th 2013, a new weekly newspaper shall be launched – Sunshine Newspaper – designed to bring a new hope into your lives.

And come July 24th 2013 who knows, with your love, your support and your understanding, I shall be your MP again.

Wow.

I am still studying but already found many sensational quotes.

Jack Austin Warner MP for Chaguanas West

Speaking Notes, Straight Talk Pubic Meeting

Thursday, April 25, 2013

No joke, seriously, some interesting remarks:

1) Warner claims he was personally given the money to build the Havelange centre of excellence in Trinidad in return for helping Sepp Blatter’s election as FIFA president in 1998. He provided letters confirming the 6 mio US dollar FIFA loan for the centre, built on land owned by Warner, had been converted into a grant:

Blatter was Havelange’s candidate to succeed him for the FIFA Presidency. Blatter had been at this time the most hated FIFA official by both the European and African Confederations and without my CONCACAF support at the FIFA elections, Blatter would never have seen the light of day as President of FIFA.

I told Havelange that, through him, Blatter will get CONCACAF’s total support and Bin Hammam also said the same day thing though at the time he did not have Asia’s 100% support as I had with the CONCACAF. “Votamos como un bloque”, I told my Central American colleagues.

(…) So the Centre of Excellence was built, first by a loan that was given to Jack Warner that was converted into a grant and by further assistance from Dr Havelange after whom I named the Centre.

2) A strange detail at the 1998 FIFA congress in Paris, we already know, but nice to have it confirmed again:

An interesting development at that Congress was that Haiti was absent and with Blatter’s permission, I got Captain Horace Burrell’s (of Jamaica) girlfriend to vote as the Haitian delegate by saying, “Oui!” when Haiti’s name was called. 

3) He loves to play the racism card, we already know:

One must ask the question how did little Jack Warner manage to stay in his corner under the radar and enjoyed so much success for so long?

Or is it just that what we are seeing today is the vindictiveness of an oligarchy against one who attempted to challenge the power of a Eurocentric and White regime and thus balance the playing field so that leaders of every colour, race and ethnicity could have a fair chance to become a President of FIFA?

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Nicolás Leoz tritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee zurück: 1.075.625 (CHF) “gesundheitliche und persönliche Gründe”

Das Urteil des Münchner Richters Hans-Joachim Eckert zur ISL-Causa rückt näher. Und siehe: Schon verlässt wieder ein Ganove das FIFA-Exekutivkomitee. (Sepp, wann verschwindest Du endlich?)

Diesmal ist es der 84 Jahre alte Ewig-Präsident  der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) Nicolás Leoz.

Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

von links: ISL-Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

Die putzige Propagandameldung der FIFA:

FIFA has taken note of the formal resignation of Nicolás Leoz as a member of the FIFA Executive Committee and as President of CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol) for health and personal reasons. Nicolás Leoz informed FIFA of his decision to resign today by letter.

In accordance with the FIFA Statutes (art. 30 par. 9), CONMEBOL will now have to decide immediately on the replacement of Nicolás Leoz as one of its representatives on the FIFA Executive Committee for the remaining period of office.

Der wahre Grund bzw die 1.075.625 Gründe:

Leoz hat von der ISL-Gruppe insgesamt 1.075.625 Schweizer Franken Schmiergeld erhalten.

  • am 12.11.1997: 282.000 CHF
  • am 13.05.1998: 300.000 CHF
  • am 04.12.1998: 282.000 CHF
  • am 20.01.2000: 159.950 CHF
  • am 04.05.2000: 51.675 CHF

Habe ich korrekt addiert?

Das ist die Summe, die wir kennen.

Ich rechne in derlei Fällen ja gern mal hoch, wohl wissend, dass nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle je öffentlich werden. Weshalb ich sicher bin, dass die ISL-Gruppe ein Mehrfaches jener 142 Millionen Franken an Sportfunktionäre gezahlt hat, die für die Jahre 1989 bis 2001 gerichtsfest dokumentiert werden können.

Die anderen Schmiergeld-Empfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee (ehemals und aktuell):

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Twitter-Wahrheitsdroge für @SeppBlatter, doch Rücktritte nur von Jack the Ripper und Alexandra Wrage

It was decided that the president Sepp Blatter is to step down due to corruption charges …

… meldete die FIFA?

Kurze Aufregung am Montagabend. Gegen 18.30 Uhr MESZ (habe die genaue Zeit leider nicht notiert) wurde über einen FIFA-Account auf Twitter der Rücktritt des ewigen Präsidenten Joseph Blatter mitgeteilt. @SeppBlatter hat seinen Rücktritt gleich mal retweetet und weitere lustige Tweets abgesetzt, die den Eindruck erwecken konnten, er sei auf Wahrheitsdroge gesetzt worden.

So what if I took money from Qatari prince? I am the family’s bread earner …

Die Nachfolger-Frage wurde geklärt …

I have recommended his excellency prince Ali Bin Al Hussein of Jordan as my successor …

… und die WM 2030 nach Jordanien vergeben …

The royal family has done much for FIFA, I am sure Jordan will make an excellent host for 2030

So sah das aus:

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Etwas detaillierter:

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.09 Uhr MESZ

Screenshot Twitter @SeppBlatter, 22. April 2013, 20.11 Uhr MESZ

Die Tweets wurden binnen weniger Minuten tausende Male verbreitet. Die MedienPropagandaabteilung der FIFA teilte dazu mit:

Dear media representatives,

We can confirm that some of FIFA’s twitter accounts, including the account of the FIFA President and @fifaworldcup, have been hacked today. We are looking at this issue at the moment. In the meantime, to avoid any doubt, we kindly ask you to verify and check any statements that you see on a FIFA twitter account with the FIFA Media department (media@fifa.org).

Many thanks and best regards,

FIFA Media department

22 April 2013

Die Hacker-Attacke kam von der so genannten Syrian Electronic Army (@Official_SEA6), gemäß SPON eine Gruppe von Assad-Anhängern, die schon etliche andere Accounts geknackt hat, u.a. CBS, Al Jazeera, Qatar Foundation.

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Der CONCACAF-Bericht zu den Millionengaunern und FIFA-Ehrenmännern Chuck Blazer und Jack Warner

| 20.04.2013 | 7 Comments


Das Integrity Committee der nordamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation CONCACAF hat seinen Bericht zu einigen Verfehlungen der Ganoven Jack Warner (Präsident von 1990-2011) und Chuck Blazer (Generalsekretär von 1990-2011) vorgelegt.

Lesebefehl!

Wenn ich richtig informiert bin, dann gelten die Millionenbetrüger noch als FIFA-Ehrenmänner und erhalten eine fürstliche Pension aus Zürich.

Wer sich nur die Zusammenfassung antun möchte. Auch die ist lesenswert, natürlich:

The Confederation of North, Central American and Caribbean Association Football (“CONCACAF”)

INTEGRITY COMMITTEE

REPORT OF INVESTIGATION
EXECTUIVE SUMMARY

Presented to the Executive Committee of CONCACAF, April 18, 2013

EXECUTIVE SUMMARY

This investigation was conducted by the Integrity Committee (the “Committee”) of the Confederation of North, Central American and Caribbean Association Football (“CONCACAF”) at the request of the Executive Committee of CONCACAF. The Executive Committee requested the investigation because public allegations and other information raised serious questions about the integrity of the former leadership of CONCACAF and threatened to undermine public confidence in CONCACAF.

The CONCACAF Executive Committee established the Integrity Committee by resolution, dated June 26, 2012, to investigate and report to the Executive Committee “on the facts surrounding several allegations in relation to specific issues involving CONCACAF.”

The allegations concerned the following issues:

  • (i) ownership of the Centre of Excellence (the “COE”);
  • (ii) an apartment at Trump Tower and the application of CONCACAF’s funds in relation to the apartment;
  • (iii) the whereabouts of funds generated by a contract between CONCACAF and Umbro International;
  • (vi) the circumstances surrounding the purchase of two apartments in Miami and a Hummer vehicle;
  • (v) the employment contract of the former General Secretary of CONCACAF, and in particular, the provisions of the contract relating to the payment of commissions and its expiration;
  • (vi) CONCACAF’s failure to pay taxes and to file tax returns;
  • (vii) the application or otherwise of CONCACAF’s funds over the past five years; and
  • (viii) the completeness and accuracy of CONCACAF’s financial statements and audits for the past five years.

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“Dortmund macht das 3:2! Keine Ahnung, wer’s geschossen hat. Ist mir auch scheißegal …”

Bei Fußballreportagen im Radio wird zu oft gebrüllt. Das nervt.

Gestern Abend aber war das schon okay, das Gebrülle, fand ich und amüsierte mich prächtig über die Reportage von Andreas Mann auf 90elf, meinem Lieblings-Fußballradiosender.

Witzig, dass jetzt ausgerechnet einer aus der katarischen Herrscherfamilie der Al-Thani der UEFA Korruption unterstellt.

Und sogar Rassismus (hä?).

Seine Exzellenz Sheikh Abdullah Bin Nasir Bin Abdullah Al-Thani, Chairman der NAS Group (die Milliardäre betreiben ihre Webseite lustigerweise mit der Open-Source-Software Joomla).

Klar hat Borussia Dortmund beim 3:2 einen Abseits-Weltrekord (einmal vier, einmal ein Spieler) für gegebene Treffer erzielt. Und ich hasse Floskeln, wonach sich im Fußball alles ausgleiche (alle Fehler?), weil ja das 2:1 für Málaga ebenso irregulär war.

Dieselben Leute, die jetzt sagen, es gleiche sich alles aus, würden heute ähnlich wie der Al-Thani-Sprössling argumentieren, hätte Málaga und nicht Dortmund das entscheidende Tor so erzielt.

Für mich ist dieser Irrsinn erneut Beleg dafür, dass es im Fußball bei Spielen auf dieser Ebene nicht ohne mehr technische Hilfsmittel geht.

Wie absurd ist das denn alles.

Da stehen ja sogar Torwächter bei der Champions League und erkennen einfache Abseitsstellungen nicht. [s. u. Nachtrag via Twitter]

Aber die Diskussion über die greisen Regelhüter des Fußballs und die Manager (ob nun in den Klubs, Verbänden oder Nationalmannschaften), die sich weiter diesen unfassbaren Fehlern beugen, führt zu kaum etwas. Und der Entscheid der FIFA, demnächst die Torlinientechnik einzusetzen, ist viel zu wenig.

Das Regelwerk und das Schiedsrichterwesen müssen grundlegend überarbeitet und Technik auf breiter Front eingeführt werden. Wie das geht, zeigen die nordamerikanischen Profiligen seit Ewigkeiten.

Alle Argumente sind ausgetauscht. Alle drei strittigen Entscheidungen gestern (die drei wichtigsten Fehler) hätten in wenigen Sekunden am Bildschirm von Unparteiischen analysiert und gewiss richtig entschieden werden können:

  1. Rot für Schmelzer.
  2. Kein 2:1 für Málaga.
  3. Kein 3:2 für Dortmund.

Von mir aus kann die Abseitsregel abgeschafft werden, kein Problem. Wäre gewiss die einfachste und nachhaltigste Entscheidung. Kapiert eh kaum jemand in allen Verästelungen. Das würde zu weniger Katastrophenfehlern führen – aber gewiss mehr solcher Zuspitzungen ermöglichen wie zwischen Dortmund und Málaga.

Rundfunkreporter wie Andreas Mann sollte das freuen. Die Zuhörer ebenso.

Der nächste Skandal ist übrigens schon in der Pipeline, denn heute Abend wird die Partie von Juventus gegen den FC Bayern von einem spanischen Schiedsrichterteam geleitet.

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Andrew Jennings: What I told the FBI about the FIFA crooks

THE REVELATION that the FBI is investigating FIFA should bring an end to three decades of institutional corruption, personified in recent times by President Sepp Blatter. I have been talking with Special Agents from the Organised Crime and Racketeering Section of the Department of Justice in Washington and with an FBI Organised Crime squad from New York since they contacted me seeking evidence nearly three years ago.

CONCACAF Kongress, Miami, Mai 2011

CONCACAF Kongress, Miami, Mai 2011

Law enforcement sources in New York and Washington confirmed today that they are investigating “a major case” involving allegations of corruption at FIFA. The probe is into allegations of fraud and bribery. It began in the North, Central American and Caribbean regional football confederation but the money trail leads back to FIFA’s HQ in Zurich, Switzerland. Unofficial sources have confirmed that Daryan Warner, eldest son of disgraced former FIFA vice-president Jack Warner of Trinidad, has become a co-operating witness with the FBI probe. Warner jnr has been resident in Florida for the last two months and clearly is not free to leave America. It has yet to be divulged what evidence the FBI have on him but it is likely to be substantial and enough to make him break family confidences in return for serving less jail time.

Daryan Warner was always the ‘back office’ money-man organising the laundering and concealment of bribes and profits from every kind of illicit football activity by his father – siphoning off grants, dealing in World Cup tickets and pocketing substantial bribes from countries hoping to host the World Cup. Warner frequently worked in concert with fellow FIFA executive committee member Chuck Blazer from New York:

CONCACAF dealings between Jack'n Chuck

CONCACAF dealings between Jack’n Chuck

The FIFA career of Jack Warner began to unravel in May 2011 when he was caught with $1 million in bribes, in envelopes each containing $40,000 in cash, for distributing to Caribbean football associations. The aim was to persuade them to vote for Qatar’s Mohamed Bin Hammam who was contesting the FIFA presidency against incumbent Sepp Blatter. Blazer ‘ratted’ on Warner to FIFA but was himself soon engulfed in documented corruption allegations

Where will the FBI investigation go next? For a start, they are not alone. For 18 months there have been parallel investigations by America’s tax authorities, the Internal Revenue Service. The secret probes range from Port of Spain to Trump Tower to Cayman, Paradise Island to Miami, Zurich to Zug and much further to the Gulf. They have co-operated with police in London and Switzerland.

The industrial-scale thieving of Warner and Blazer is woven into the fabric of FIFA. Repeatedly, the gruesome duo were encouraged to plunder grants and World Cup tickets. In return they delivered votes to keep Blatter in power. Football lovers must dream that the G-Men will find reasons to extend their investigations into Issa Hayatou’s African empire and the rest of FIFA.

As the FBI spreads its net, FIFA officials in Zurich should be seeking advice from their personal lawyers about what to say if the Feds come knocking. If they have handled corrupt payments authorised by Blatter or General Secretary Jerome Valcke, they may find it wise to follow Daryan Warner’s example and become collaborating witnesses rather than risk extradition and jail.

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Die FIFA unter @SeppBlatter: Personenkult, Korruptionsmaschinen, Ethiksimulation und Propaganda

Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Mein Lieblingsfoto von Sepp und Don Julio: von der Krönungsmesse 2007 in Zürich

Gerade tagt das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA in Zürich (die Tagesordnung). Bin heute nicht vor Ort, werde die anschließende Pressekonferenz aber online verfolgen und live ein bisschen bloggen. Also bitte immer wieder ans Ende des Beitrags scrollen. Auch die beiden folgenden Texte werden ergänzt und verlinkt.

Es ist noch ein bisschen Zeit. Um was es heute ging/geht, habe ich in den vergangenen Tagen u.a. für die Berliner Zeitung und Spiegel Online aufgeschrieben:

* * *

19. März. Die Propagandaabteilung der FIFA arbeitet hochtourig. Am Tag vor dem Treffen des Exekutivkomitees in Zürich veröffentlichte der Fußball-Weltverband Details aus einem „persönlichen Schreiben“ des Katholiken Joseph Blatter an Pontifex Franziskus. „Ohne den Glauben an Gott mit dem Glauben an den Fußball auf eine Stufe stellen zu wollen, möchte ich anmerken, dass beide gemeinsame Werte haben“, schrieb Blatter. Warum so bescheiden? Blatter betrachtet sich und sein Fußballgeschäft doch allen Ernstes als einzig globale Religion:

Fußball ist mehr als eine einzelne Religion“, hat er einmal gedichtet: „Also nur zu sagen, mehr als die katholische Kirche, das wäre für mich zu wenig.“

DOKUMENTE

Zur Orientierung:

Der Fußballpapst konferiert mit seinen Kardinälen aus dem Exekutivkomitee ab Mittwoch im Home of FIFA auf dem Zürichberg, um so genannte Reformmaßnahmen abzusegnen. Ein kastriertes Programm, das seit dem FIFA-Kongress 2011, als Blatter zum vierten Mal gekrönt wurde, exakt jenem Fahrplan folgt, den er und seine fürstlich entlohnten Paladine, PR-Leute und Lobbyisten, ausgeheckt haben. In deren Diktion heißt es, die „Reformen“ werden beim FIFA-Kongress im Mai auf Mauritius abgeschlossen. Von Blatter Angeheuerte wie der Compliance-Experte Mark Pieth aus Basel, die als Teil der Inszenierung lange Zeit still hielten, geben neuerdings Interviews und drohen mit Abbruch der fragwürdigen Geschäftsbeziehungen zur FIFA.

Pieth legte mit dem Unabhängigen Governance-Komitee (IGC) im Februar den zweiten Bericht und sieben als „unverzichtbar“ bezeichnete Forderungen vor. Dazu zählen die Amtszeitbeschränkung für den FIFA-Präsidenten und die Exekutive sowie ein unabhängiger Integritätscheck von Top-Funktionären. Beides wird so nicht kommen. Pieth müsste dann sein Versprechen wahr machen und als Kommissionschef zurücktreten. Letztlich dürfte er für Blatter, der ihn persönlich ausgesucht hat, den Clown gespielt und der Propagandanummer „Reform“ eine Art Autorität verliehen haben. In der „Süddeutschen Zeitung“ erklärte die Kanadierin Alexandra Wrage aus dem Pieth-Komitee nun, es gäbe nur „kosmetische Verbesserungen ohne echte Veränderungen “. Es würden „nur die Liegestühle auf der Titanic umgruppiert“.

Die sieben “unverzichtbaren” Forderungen des IGC:

The IGC however, reminds the Members of the ExCo that the revision of the Statutes foreseen for Congress 2013 is fundamental: as highlighted in its First Report of March 2012, the IGC stresses the need to introduce transparency and accountability throughout FIFA.

Therefore it is indispensable:

  1. That the President and all Members of the ExCo as well as the standing Committees of FIFA undergo an integrity check performed by an independent body within FIFA centrally prior to their (re-) election.
  2. In order to underline their role and responsibility as Members of the FIFA’s Executive Body the Members of the ExCo should be confirmed by Congress upon their appointment or reappointment by the Confederations.
  3. In order to guarantee transparency and accountability two independent Members should attend the meetings of the ExCo.
  4. Both, the President and the Members of ExCo should be subjected to limited terms of office.
  5. The IGC supports the redesign of the bidding and decision process for hosting decisions, as well as for the governance of development projects, marketing and procurement activities. The corresponding policies need to be reviewed by the IGC.
  6. The IGC welcomes any steps to make the IFAB more democratic and transparent.
  7. The IGC would like to stress the importance of transparency in the area of compensation and benefits. The establishment of an expert subcommittee to the Audit and Compliance Committee is an important step. However, the decisions of the sub-committee need to be made public, to the same degree as in not-for-profit organizations and other international organizations.

Das war von Blatter nie anders geplant. Der Große Vorsitzende hat gerade in mehreren Interviews deutlich gemacht, was er von derlei Interviews hält: Nichts. Pieth habe sich nur intern zu äußern, dürfe Vorschläge machen, über die das Exekutivkomitee entscheide. „Ich habe mit ihm gesprochen“, sagte Blatter, „er hat akzeptiert, dass er sich nicht mehr öffentlich äußert, wenn ich es ihm nicht erlaubt habe.“

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Crowdsourcing, Übersetzungshilfe gesucht! Was will uns die FIFA-Ethikkommission sagen?

Es sind ja nun neue Zeiten angebrochen im Milliardenkonzern FIFA, den etliche Funktionäre als Selbstbedienungsladen betrachten. Reformen! Ethik! Und! All! Solche! Wunderbaren! Sachen!

Ein weiteres beeindruckendes Zeugnis für die neue Transparenz im Reich des Joseph Blatter, der gestern übrigens seinen 77. Geburtstag feierte, liefert jene Pressemeldung, die vor wenigen Minuten von der Propagandaabteilung der FIFA verschickt wurde.

Um die zu entschlüsseln erbitte ich die Mithilfe der Weisheit der Massen und stelle die Email der FIFA in vier Sprachen zur Verfügung.

Jeder Buchstabe kann eine Bedeutung haben!

Nur: welche?

Deutsch:

Verlautbarung der Vorsitzenden der beiden Kammern der FIFA-Ethikkommission:

Auf Antrag von Michael J. Garcia (Vorsitzender der Untersuchungskammer der Ethikkommission) hat Hans-Joachim Eckert (Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethikkommission) heute FIFA-Exekutivkomiteemitglied Vernon Manilal Fernando provisorisch für eine maximale Dauer von 90 Tagen für jegliche Fussballtätigkeit auf nationaler und internationaler Ebene gesperrt. Der Entscheid basiert auf Art. 83 Abs. 1 in fine des FIFA-Ethikreglements und soll eine Beeinflussung der Wahrheitsfindung in Bezug auf ein Verfahren, das gegenwärtig von der rechtsprechenden Kammer durchgeführt wird, verhindern.

Das Verfahren betrifft eine formelle Ethikklage aufgrund eines Schlussberichts, den der Vorsitzende der Untersuchungskammer beim Vorsitzenden der rechtsprechenden Kammer eingereicht hat. Dieser Bericht ist das Ergebnis eines Untersuchungsverfahrens, das im Oktober 2012 eingeleitet wurde.

Der Fall befindet sich nun in der Zuständigkeit der rechtsprechenden Kammer für alle weiteren verfahrenstechnischen Massnahmen, die diese Kammer für angemessen hält.

FIFA-Ethikkommission

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Jérôme Champagne: “Which FIFA for the twenty-first century?” (III)

Manch eine/r wird mir PR vorwerfen. Ist mir wurscht. Auch diesmal stelle ich den kompletten Text jenes Briefes zur Diskussion, den der langjährige FIFA-Manager und Blatter-Getreue Jérôme Champagne soeben an alle 209 nationalen Fußballverbände im FIFA-Reich geschickt hat. Es geht um die sachgerechte Verwendung von hunderten Millionen Euro so genannter Entwicklungshilfe, um orangene Karten und Zeitstrafen im Profifußball (ähnlich dem Eishockey), um technische Hilfsmittel, die weit über die Torlinientechnologie hinaus gehen, um die Struktur der FIFA, die Mitbestimmung der Nationalverbände, Klubs und Spieler … und letztlich auch um die FIFA-Präsidentschaft.

Dem südafrikanischen Magazin “Inside Sport Africa” hat Champagne kürzlich ein Interview gegeben, in dem es u.a. heißt:

If an overwhelming majority of people requested you to stand for President of FIFA, will you?

Oh la la, what a question? More seriously, the elections are scheduled in 2015 only and this is not the topic of the day. however, I have not decided that I would run, nor have I decided that I will not run. I only decided to present and defend my ideas but I do not exclude anything.

Once upon a time, in FIFA uniform: Robben Island, December 2009

Once upon a time, in FIFA uniform: Robben Island, December 2009

Die vorherigen offenen Briefe von Champagne:

Any thoughts?

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