[ Tag wladimir putin]

“Russland ist ein Mafia-Staat”

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Wird Zeit, dass es hier weiter geht. Das habe ich u.a. in den vergangenen Wochen getrieben:

“Russland ist ein Mafia-Staat”, sagt Leonid Martynyuk, der einst gemeinsam mit seinem Mentor und Freund Boris Nemzow für die Sotschi-Winterspiele das Preisschild von 50 Milliarden Dollar erstellt hat.

Oppositionsführer Nemzow wurde ermordet.

Martynyuk konnte flüchten und erhielt vergangenen Monat politisches Asyl in den USA.

Und nächste Woche rollte der Ball beim Confederations Cup in Putins Reich.

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Was vom Tage übrig bleibt (101): das Freund-Feind-Syndrom – IOC-Bach und der Journalismus

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Sportkameraden Lamine Diack (unter Hausarrest), Scheich Ahmad (verklagt im Emirat Kuwait), Thomas Bach

Garantiert keine Freunde: die Sportkameraden Lamine Diack (unter Hausarrest), Scheich Ahmad (verklagt im Emirat Kuwait), Thomas Bach (Foto: ANOC)

Interessante Auseinandersetzung da auf der Webseite des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS). Günter Deister, ehemaliger Tennispartner von Thomas Bach und langjähriger Sportchef der Deutschen Presse-Agentur (dpa), kritisiert den seiner Meinung nach unfairen Umgang mit dem IOC-Präsidenten in deutschen Medien.

Deister schießt sich in dem Beitrag, der auch im Januar-Heft “Der Sportjournalist” erscheint, auf die Berichterstattung der “Süddeutschen Zeitung” ein. Inhaltlich bleibt das dünn. Deister echauffiert sich, wenn ich das richtig verstehe, vor allem über Kommentierungen und Titulierungen (“Putin-Freund Bach”). Der Text liest sich, sorry, in weiten Teilen so als hätte ihn die Propaganda-Abteilung des IOC verfasst, finisht allerdings mit diesen beiden Absätzen, die über die SZ-Kritik hinaus durchaus diskussionswürdige Anmerkungen enthalten:

Statt kontinuierlicher Berichterstattung Lücken- und Gelegenheitsjournalismus, oft ohne notwendiges Hintergrundwissen. Sessionen oder Sitzungen der IOC-Exekutive, früher noch regelmäßig besucht von einer größeren Gruppe deutscher Journalisten, werden nun fast ausschließlich aus der Entfernung wahrgenommen. Fernjournalismus als Zusammenklauben von Zweit- oder Drittquellen, dies zum Teil selektiv zur Verfestigung eines Vorurteils. Die meist gedruckten Beiträge zur Sportpolitik bestehen dann aus Meldungen wie dieser zu Thomas Bach: „Robert Harting: Ich verabscheue diesen Menschen mehr denn je.“

Lückenjournalismus statt kontinuierlicher Berichterstattung, Fernjournalismus. Das verstehe ich medienübergreifend. Das geht in Ordnung. Ärgert mich auch täglich.

Wobei ich mich unweigerlich an die Berichterstattungen von Deisters Agentur zu zahlreichen Sportskandalen und Kriminalfällen erinnere, die mit dem Begriff Lückenjournalismus ziemlich passend umschrieben wären.

Jedenfalls, Thomas Bach konnte sich selten beschweren. Jahrzehntelang erschien es mir als eine Art dpa-Naturgesetz, dass kein sportpolitischer Beitrag über den Ticker gehen durfte, der nicht im ersten Absatz mit einem Zitat des deutschen Ober-Olympiers versehen war. In der FAZ war das ähnlich.

Bach wusste das Entgegenkommen der Journalisten, in diesen und anderen Leitmedien, stets für seine Propaganda zu nutzen. Auch das zieht sich durch die Jahrzehnte, kürzlich habe ich an eine dieser Finten erinnert. Beispiele sind Legion und können jederzeit hervorgekramt und belegt werden.

Für die “Süddeutsche Zeitung” hält nun Claudio Catuogno dagegen, der stellvertretende Sport-Ressortleiter. Seine Replik auf Deister steht zunächst online und wird erst im kommenden Monat gedruckt erscheinen.

Catuogno schreibt u.a.:

Es ist gerade sehr in Mode, Fakten zu ignorieren und stattdessen einfach zu behaupten, dass man auf der richtigen Seite steht. Nur „die Medien“ hätten es halt noch nicht kapiert. Dem als Sportredaktion erstens eine fundierte Recherche entgegenzusetzen, zweitens aber auch – auf der Basis dieser Recherche! – eine klare Wortwahl in der Kommentierung, ist keine „Grenzüberschreitung“, wie Günter Deister das unterstellt. Sondern Ausdruck von Unabhängigkeit und, ja, vielleicht, Haltung.

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live-Blog zu 1.000 Einzelfällen: der McLaren-Report (II) zum russischen Staatsdoping #Sotschi2014

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Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia)

Der Boss der Bosse, Mutko, Kozak, IOC-Mitglied Schukow mit Russlands Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele. (Foto: President of Russia)

Moin, moin. So gut es geht werde ich die Vorstellung des zweiten McLaren-Berichts (hier das live-Blog zum ersten Bericht) zum russischen Staatsdoping (Schwerpunkt: Sotschi 2014) in wenigen Minuten in London und später einige Inhalte, Analysen und Reaktionen bis abends live bloggen. Heute erscheinen aktuelle Notizen mal ausnahmsweise oben.

Und hier ist die Webseite zum Schmökern mit 1.166 Dokumenten. Viel Vergnügen!

  • The IP Evidence Disclosure Package
  • Meine Vorab-Analyse auf Spiegel Online:

    Wenn der kanadische Sonderermittler Richard McLaren am Freitag in London seinen zweiten Untersuchungsbericht vorstellt, muss Sportgeschichte umgeschrieben werden. Der Rechts-Professor McLaren ermittelt im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Er gehörte bereits der ersten WADA-Kommission an, die vor einem Jahr einen spektakulären Bericht über das staatlich orchestrierte Doping in Russland veröffentlichte. Er recherchierte weiter, unterstützt von Kriminalisten, und legte im Juli 2016 den ersten sogenannten McLaren-Bericht vor, auf dessen Grundlage etwas mehr als ein Drittel des avisierten russischen Olympiateams für die Sommerspiele in Rio de Janeiro gesperrt wurde.

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Wladimir Putin: “the Olympic spirit have been insolently trampled underfoot by politics”

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We greatly value those who uphold the Olympic movement’s principles and strive to preserve the unity of the big Olympic family. To our great regret however, we have witnessed how the humanitarian foundations of sport and the Olympic spirit have been insolently trampled underfoot by politics. We have seen how issues are decided based on considerations of the moment, and how selfish interest and perhaps even cowardice have triumphed over the Olympic principles.

— Wladimir Putin, Moskau, 25. August 2016

Der unpolitischste und mächtigste olympische Sportführer des Planeten hat seine Untertanen mal wieder im Kreml mit Orden geehrt. Wladimir Putin nutzte die Gelegenheit, um sich mächtig über all jene zu beschweren, die die humanitären Werte des Sports und den olympischen Geist aus politischen Gründen knechten und mit Füßen treten. Nur zur Sicherheit: Er hat sich nicht damit gemeint. Putin sieht sich und seine Sportsoldaten als Opfer böser Kräfte des Westens und ganz böser Medien.

Für seine neue Favoritin Jelena Isinbajewa bleibt er begeistert:

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live aus Rio (25): Jung & Naiv, Pat-Hickey-Discount, Athleten”wahlen” #Isinbajewa #Heidemann

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EOC President Patrick Hickey presents IOC President Thomas Bach with the EOC Order of Merit Award / Foto: EOC

IOC-Präsident und Olympiasieger Thomas Bach bekommt den EOC-Verdienstorden — überreicht in Baku von EOC-Präsident Patrick Hickey / Foto: EOC

BARRA DA TIJUCA. Der jungnaive Tilo Jung ist kurzentschlossen nach Rio geflogen, saß gestern schon im Olympiastadion auf (fast) den besten Plätzen und schleppt sein Equipment gerade in meine Richtung. Wir werden eine Sendung aufzeichnen, so gut es geht, und uns dafür ein bisschen durch Barra und Rio bewegen.

Deshalb bleibt es heute hier leider sehr ruhig. Morgen weiter in diesem Theater mit mehreren Beiträgen und vielleicht schon der Folge von Jung & Naiv. Wir drehen jetzt zwar, aber ich ergänze, denn seit wenigen Minuten wissen wir, welche Athleten ins IOC “gewählt” wurden. U.a. Putins Favoritin Jelena Isinbajewa und Bachs Musterfechterin Britta Heidemann.

Zufälle gibt es!

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live aus Rio (6), Nacht der Schande: 271 Russen bei Olympia – aber Sperre für Stepanowa

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We admitted not everything is in order maybe in Russian sport, but this is our internal problem.

And we really don’t like when somebody else sticks their nose into our business.

Alexander Popow, Russland, IOC-Mitglied

Foto: President of Russia

Foto: President of Russia

BARRA DA TIJUCA. In diesen Minuten putzen sich das IOC, die Olympia-Organisatoren, die olympischen Weltverbandspräsidenten, die wichtigsten Vertreter der mehr als NOK zum President’s Dinner von Thomas Bach heraus.

Es ist eine Nacht der Schande.

Die Folgen dieser schmählichen Entscheidung sind nicht abzuschätzen. Eines der dunkelsten Kapitel in der olympischen Geschichte. Vor zwei Wochen hatte ich in einem Interview 250 russische Sportler in Rio getippt. Später nochmal 250 bis 300. Nun, es sind 271 geworden, teilte das IOC soeben mit.

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Thomas Bach: die vielfältigen Lebenssachverhalte des unpolitischsten deutschen IOC-Präsidenten

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Youth Olympic Games 2014 (Foto: IOC Media)

Youth Olympic Games 2014 (Foto: IOC Media)

Wer ist dieser Mann, der die bislang mutigste und wichtigste Whistleblowerin in der Geschichte des olympischen Sports nicht zu den Sommerspielen in Rio de Janeiro zulässt, weil Stepanowa, die ihr Leben aufs Spiel setzte, angeblich nicht “die ethischen Anforderungen” erfülle, “um an den Olympischen Spielen teilzunehmen”?

Wer ist dieser Mann, der Entscheidungen organisiert, die in weiten Teilen des Planeten blankes Entsetzen auslösen? (Außer in Russland, China, Aserbaidschan, Turkmenistan, Weißrussland, Katar und anderen olympischen, spezialdemokratischen Mächten.)

Wer ist dieser Mann, der Wladimir Putins nachweislich totalkorrupten Propagandaspiele in Sotschi als großen Erfolg und als “Spiele der Athleten” bezeichnete?

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live-Blog: IOC lässt Russlands Staatsdoping-NOK zu, sperrt aber Whistleblowerin Stepanowa

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Photo: President of Russia

Photo: President of Russia

Erste russische Medien meldeten bereits vor einer dreiviertel Stunde die Erlösung, den Olympiasieg: Russisches Team in Rio de Janeiro, russisches NOK (ROC) nicht suspendiert.

Ich kann das derzeit nicht verifizieren, meine Vögelchen sind noch stumm. Aber in wenigen Minuten wissen wir mehr. Um 16.00 ist Telefonkonferenz mit Putins Kumpel UDIOCP Thomas Bach. Ich werde aus der Telefonschalte live bloggen und auch danach hier aktiv sein, mit kleineren Unterbrechungen bis tief in die Nacht.

Bis dahin empfehle ich:

Viel Vergnügen – und im besten Fall auch einen kleinen Erkenntnisgewinn!

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The IOC, the olympic family and the absolutely impeccable reputation of KGB/FSB agents

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vlad-vitaly

KGB agents: Vladimir Putin and IOC honorary member Vitaly Smirnov – chair of a new “anti-doping commission” and architect of the Soviet sports empire  (Photo: President of Russia)

There are still astonishing deep links at the heart of the Olympic movement, the International Olympic Committee (IOC) and the secret services of the Soviet Union (KGB) and Russia (FSB). Even senior IOC members have told me repeatedly: the answers to many thrilling Olympic questions will be found in the Lubyanka archives. Additionally my Russian friends are telling me: it is all in the KGB files.

Will we ever get to know?

Recently we heard a lot about the major role of the Russian Federal Security Service (FSB) in the state-orchestrated doping scheme. According to Richard McLaren’s stunning report, the FSB agents responsible for the state-sponsored doping conspiracy were called “the magicians”.

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Brief an IOC-Boss Bach: 14 NADAs fordern Russlands Olympia-Ausschluss. CAS-Entscheid pro IAAF

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Es ist ein kraftvoller und klug argumentierender Brief, den 14 NADAs gestern an IOC-Präsident Thomas Bach geschrieben haben. Die Agenturchefs aus Österreich, Kanada, Dänemark, Neuseeland, Ägypten, Norwegen, Finnland, Spanien, Deutschland, Schweden, Japan, der Schweiz, den Niederlanden und den USA argumentieren streng an der Olympischen Charta, die eindeutige Regelungen vorsieht und dem IOC-Exekutivkomitee alle Entscheidungsbefugnis einräumt, und sie messen Bach an seinen eigenen Worten, wenn sie fordern:

14 Nadas schreiben dem IOC-Präsidenten

Dear President Bach: …

In light of the strength of the IP Report which the IOC, WADA and the Olympic Movement have fully accepted, and given the short amount of time remaining before the Rio Olympic Games, we believe it is appropriate and necessary for the IOC to take decisive action to uphold the Olympic Charter and the integrity of the Rio Olympic Games. This is a responsibility that cannot and should not be delegated by the IOC. As a consequence, we call upon the IOC to exercise its leadership authority under the Olympic Charter and take the following steps in response to the IP Report to protect the Rio Olympic Games:

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Übersetzungshilfe zur Erklärung des IOC-Exekutivkomitees

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Dieser Beitrag enthält u.a. ein bislang unveröffentlichtes Dokument, das wegweisend für die Sperren russischer Athleten in Rio sein kann: Das Urteil das CAS vom Januar 2016, in dem der Einspruch des bulgarischen Gewichtheber-Verbandes gegen die Kollektivstrafe abgeschmettert wurde.

Handshake zwischen Bach und Putin beim "World Olympians Forum and WOA Genral Assembly"

Der unvergleichliche, freidemokratischste und unpolitischste IOC-Präsident der Welt, Thomas Bach, hat dem Planeten Erde gestern Nachmittag eine echte Denksportaufgabe erteilt. Die Erklärung des IOC-Exekutivkomitees, nach einer Telefonkonferenz am Tag nach Veröffentlichung des McLaren-Reports, ist ein Meisterwerk des Bach’schen Propaganda-Arsenals. Routinierte Verschleierungstaktik habe ich das in meinem ersten Kommentar auf Spiegel Online genannt: “Olympia-Ausschluss Russlands: da fließt noch viel Wasser den Bach runter”. Thomas Bach hat, so wie man das von ihm kennt und nicht anders erwartet, wieder einmal vielfältige Lebenssachverhalte kreiert.

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Propagandamaschine: das IOC und Putin und die Einheit von Sport und Politik

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Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Die Namen der beiden politisch Hauptverantwortlichen für das gigantische, kriminelle Dopingbetrugssystem des russischen Sports (inklusive des Betruges an vielen tausend Athleten aus aller Welt) tauchen insgesamt nur drei Mal im eher vorläufigen Untersuchungsbericht von Richard McLaren auf.

Wladimir Putin und Dmitri Medwedew.

Präsident und Ministerpräsident.

In jener Zeit, da das nun zusammengebrochene System ersonnen und in Auftrag gegeben wurde, war – Rollentausch – der eine Ministerpräsident und der andere Präsident. Macht es einen Unterschied?

Putin und Medwedew also. Jene Männer, die seit gestern Entlassungen “der Verantwortlichen” versprechen und vornehmen und die Justiz beauftragen. Die jüngste “Meldung” dazu: Medwedew sagt, Sportminister Witali Mutko werde im Amt bleiben.

Der Reihe nach.

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