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live aus Rio (1): ein Anfang mit Schrecken

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BARRA DA TIJUCA. Womit belegen Teilzeit-Mitglieder der ehrenwerten olympischen Familie, dass sie dazu gehören? Natürlich mit einer Akkreditierung, zärtlich Hundemarke genannt. Ohne dieses Badge ist man – nichts.

Für Ablichtungen in passenden und unpassenden Situationen habe ich einst die Kammer des Schreckens kreiert, werde dorthin aber nicht verlinken. Also, jeder Höhepunkt journalistischen Wirkens beginnt mit Banalitäten. Das ist in Rio nicht anders. Die bittere Wahrheit:

Da hat doch vorhin so ein Schlaumeier auf Twitter gemeint, 24/7 bloggen sei nicht drin, da der Weltrekord im Wachbleiben bei 11 Tagen noch was liege. Manche nehmen das Leben aber auch allzu ernst.

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Sportler als unpolitische Wesen? #Menschenrechte als politische Propaganda? #Sochi2014 #Putin #IOC

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Montag, 10. Februar: Mit dieser irren Zuspitzung hätte ich nicht mal gerechnet:

Mein Beitrag vom 8. Februar:

Sind Olympiasportler nur Sportler, sondern auch Menschen und damit politische Wesen? Sollen/dürfen sich Sportler zu Themen der Zeit äußern, wozu auch Fragen der Menschenrechte gehören, oder sollen/dürfen sie sich darauf konzentrieren, wofür sie ausgebildet und bezahlt werden und wovon sie träumen: von erfolgreichen Auftritten in olympischen Arenen beispielsweise. Etwa in Sotschi.

Das sind natürlich keine jungfräulichen Themen und Fragen, sondern Dauerbrenner. Derlei Fragen werden diskutiert, seit es Olympische Spiele gibt.

Ich habe heute eine BBC-Radiodokumentation gehört, in der Nick Symmonds aus den USA unprätentiös schilderte, warum er bei der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau, auf dem ersten Höhepunkt der weltweiten Diskussionen um Homophobie und das russische Anti-Homosexuellengesetz, seine Silbermedaille demonstrativ seinen schwulen und lesbischen Freunden gewidmet und klare Worte zur Rechtslage in Russland gefunden hat.

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Armstrong vs Telekom oder: der erschreckende Unterschied zwischen USADA und NADA

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Ich mache doch einen neuen Beitrag auf zum Thema, das hier bereits heftig diskutiert wird: Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaften zu den T-Mobile/Telekom-Dopern und ihren Dopingärzten von der Uniklinik Freiburg – kurz darauf dagegen die schlagzeilenträchtige Entscheidung der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA und das Resignieren von Lance Armstrong.

Ich habe heute Vormittag für Spiegel Online diesen Kommentar gedichtet:

Die United States Anti-Doping Agency (USADA) schreibt Sportgeschichte. Sie erkennt dem amerikanischen Doper Lance Armstrong sämtliche sieben Siege bei der Tour de France ab. Das ist eine wunderbare Nachricht für all jene, die an sauberem Sport interessiert sind.

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#London2012 (XXXIV): Wenn das Feuer verlischt, gehts weiter

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LONDON. Beckie Scott könnte ein Buch über die Frage schreiben, wie lange Olympische Spiele dauern und wie oft Ergebnisse noch Jahre später revidiert werden müssen. Die 38jährige Kanadierin ist eine der Athletenvertreter im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Sie war Skilangläuferin und gewann 2002 in Salt Lake City eine Bronzemedaille im Verfolgungsrennen. Dachte sie. Es gab eine Siegerehrung, Gold und Silber gingen an die Russinnen Olga Danilowa und Larissa Lasutina. Einige Tage später wurden diese beiden als Blutdoper enttarnt.

Dann waren die Winterspiele beendet. Danilowa und Lasutina zogen vor den Sport-Weltgerichtshof CAS. Erst unterlag Danilowa – und Scott hatte eine Silbermedaille. Dann unterlag Lasutina – und Scott gab die silberne Plakette wieder ab, um im Juni 2004, 28 Monate nach den Spielen, eine Goldmedaille in Empfang zu nehmen.

So kann das gehen.

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#London2012 (I): Programmvorschau

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Besondere Ereignisse rechtfertigen besondere Maßnahmen. Ich würde also gern die schöne Tradition der Kammer des Schreckens wieder aufleben lassen. Wenige Stunden sind es noch bis zur Eröffnung der Spiele der XXX. Olympiade in London, die ich wie schon die Sommerspiele in Peking, die Winterspiele in Vancouver, die Fußball-WM in Südafrika und einige andere Events exzessiv im Blog begleiten werde.

Drei Wochen Dauerbloggen 24/7 ist das Ziel. Mann wird aber nicht jünger, die Konstellation Umsatz (Beiträge an Medien verkaufen) vs Blog-Aufklärung und Blog-Unterhaltung birgt einige Risiken und Restriktionen. Aber ich denke, das ist auch diesmal einigermaßen zu packen. Lust, Wahnwitz, Spaß, Energie und Willen sind reichlich vorhanden, ich bin Überzeugungstäter – eventuelle Rückschläge inbegriffen. Das Raumschiff Olympia bietet reichlich Stoff für einzigartige Ansätze und banale wie unvergessliche Notizen.

Wie Einzelkämpfer den ganz normalen olympischen Wahnsinn erleben, unter welchen Bedingungen journalistische Produkte produziert werden, was möglich ist und was nicht, das soll einigermaßen schonungslos beschrieben werden. Ich werde, am Rande, meine Technik vorstellen, meine Apps und Tools und einige meiner Arbeitstechniken (antizipieren ist alles).

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Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse

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VANCOUVER. Thomas Bach hat blau-gelb gewählt. Eine Krawatte in den Farben der FDP, der er seit Jahrzehnten angehört. Zu seinen Gönnern und gelegentlichen Geschäftspartnern zählten einige frühere FDP-Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher und Hans Friederichs. Derzeit, sagt Bach, habe er aber keine Parteifunktionen mehr. Allein der Sitz im Kuratorium der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung fällt ihm ein. Sein Blick signalisiert: Können wir jetzt bitte wieder über Sport sprechen?

In der Lounge des Deutschen Hauses in Vancouver hat Bach, DOSB-Präsident und IOC-Vize, zu einem so genannten Hintergrundgespräch geladen. Derlei Runden lässt er seit langem organisieren, immer vor Olympischen Spielen und IOC-Sessionen. Journalisten, von denen er sich ungerechtfertigt kritisiert fühlt, waren von diesen Terminen komischer Weise oft ausgeschlossen. Das hatte Methode, etwa in jenen Jahren als die TV Media für das IOC und auch für Bach in Deutschland PR erledigte, zeitlich ungefähr bis zu diesem Artikel:

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Olympiasiegerin Thanou?

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Walter bringt in den Kommentaren mal wieder eine Frage auf, die den olympischen Weltsport schon lange beschäftigt und doch längst geklärt sein müsste. Aber das IOC-Exekutivkomitee kann sich nicht entscheiden. Die Frage ist, ob Ekaterini Thanou, die griechische Motorrad-Doperin, anstelle der Balco–Doperin Marion Jones mit der Goldmedaille für den 100-m-Sprint bei den Olympischen Spielen 2000 […]

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Andreas Klöden lässt sagen …

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Fundstelle: Webseite von Andreas Klöden (Danke an Trebor, der in den Kommentaren darauf hinwies). Anmerkung: Klödens Anwälte lieben Gänsefüßchen. Zum sogenannten Abschlussbericht der „Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber Ärzten der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Freiburg“ nehmen wir für unseren Mandanten wie folgt Stellung. 1) Wir haben uns bisher erfolglos um eine Akteneinsicht in die […]

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Dick Ebersol: Olympias Milliardenmann

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Manche bezeichnen Dick Ebersol, Sportchef von NBC Universal, als den eigentlichen Boss im Geschäft mit den olympischen Ringen. Ebersol hat bislang diese olympischen TV-Rechte für die USA erworben und besorgte damit mehr als die Hälfte sämtlicher IOC-Einnahmen:

  • 1988, Seoul: 300 Mio $
  • 1992, Barcelona: 401 Mio $
  • 1996, Atlanta: 456 Mio $
  • 2000, Sydney: 705 Mio $
  • 2002, Salt Lake City: 545 Mio $
  • 2004, Athen: 793 Mio $
  • 2006, Turin: 613 Mio $
  • 2008, Peking: 894 Mio $
  • 2010, Vancouver: 820 Mio $
  • 2012, London: 1181 Mio $

Wenn ich diesmal richtig addiert habe, sind das bislang 6,7 Milliarden Dollar gewesen, zuzüglich jener 160 Millionen (mindestens), die NBC für 2009-2012 zusätzlich als Partner des IOC-Sponsorenprogramms zahlt.

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Was vom Tage übrig bleibt (13): „kreative ideas“

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Lange keine Lesebefehle ausgesprochen. Das wird sich wieder einpegeln. Wer aufmerksam die Kommentare verfolgt, bleibt Dank Ralf ohnehin auf dem Laufenden. Ralf verpasst (kaum) einen wichtigen Beitrag. Eines meiner Lieblingsthemen: Die Wirtschaftlichkeit von Mega-Events: Ashling O’Connor in der Times über ein von Tony Blair geheim gehaltenes Dossier aus dem Jahr 2002, das im Kern aussagt: Olympische […]

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Peking, der Start und ein Rückblick

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Was soll man bloggen, wenn man ans andere Ende der Welt fliegt und doch mit Zeilenschreiben sein Geld verdient? Bleibt da noch Zeit? Bleibt da noch Kraft?

Mir ist die grandiose, nie dagewesene und total witzige Idee gekommen, dass ich einfach mal ein Tagebuch führen könnte. Ein journalistisches Tagebuch. Damit es die chinesischen Sicherheitskräfte einfacher haben – und damit mein zuständiges Finanzamt sich überzeugen kann, dass ich nicht zum Spaß in Peking war, wenn ich irgendwann einen Haufen Quittungen abrechne. Ich werde also ab heute für jeden Tag ein kleines Protokoll erstellen, aber sicher noch etliche andere Beiträge los werden wollen.

Bevor es los geht, zunächst aber ein kleiner privater Rückblick auf vier andere Olympische Sommerspiele, von denen ich berichten durfte. Einfach mal flink runtergeschrieben und mit diesem und jenem Link zu alten Texten versehen. Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen noch einiges auf den Top- und Flop-Listen hinzufügen werde.

Es ist übrigens eine optische Täuschung, wenn jemand annehmen sollte, der Bursche auf den Akkreditierungsfotos sei etwas runder geworden im Laufe der Jahre.

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Beijing 2000

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Nein, nein, das ist kein Flüchtigkeitsfehler. Hier steht tatsächlich: Beijing 2000. Ich möchte nur mal daran erinnern, dass die Olympischen Spiele eigentlich schon im Jahr 2000 in Peking stattfinden sollten. Wenn nicht, ja wenn nicht die Australier in der Nacht der Nächte, also jener zum 23. September 1993, rasch noch zwei Afrikaner bestochen hätten. Samaranchs […]

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