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Russland nimmt Kurs auf die Winterspiele 2018 in PyeongChang: nächste Ausfahrt CAS

[caption id="attachment_29530" align="aligncenter" width="1024"]Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert - und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia) Soschi 2014, das Finale: Ein russisches Trio empfängt die Medaillen nach dem Marathon über 50 km. Alexander Legkow (M.) zieht jetzt vor den CAS. Kollege Wylegschanin ist ebenfalls suspendiert – und läuft trotzdem. (Foto: President of Russia)[/caption]

Kein Tag ohne Dopingmeldungen aus Russland. Der Welt-Sportgerichtshof CAS in Lausanne teilt heute mit, dass die suspendierten russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below Einspruch gegen ihre vom Ski-Weltverband FIS ausgesprochenen Sperren eingelegt haben. Dies hatte ihr deutscher Anwalt Christof Wieschemann am Mittwoch via Twitter, auf seiner Webseite und schließlich über Nachrichtenagenturen verkündet.

Der Einspruch mit Beantragung eines beschleunigten Verfahrens (die Nordische WM beginnt in zweieinhalb Wochen in Lahti) erfolgte am Montag, am Donnerstag lieferte Wieschemann dem CAS die Begründung nach.

[caption id="attachment_29531" align="aligncenter" width="783"]Bildschirmfoto 2017-02-04 um 00.35.05 Pressemitteilung CAS vom 3. Februar 2017[/caption]

Legkow, der am Schlusstag der Winterspiele 2014 in Sotschi den Marathon über 50 Kilometer gewonnen hatte, ist einer von sechs russischen Langläufern, die im Dezember 2016 nach Veröffentlichung des zweiten Untersuchungsberichts von Richard McLaren vom Ski-Weltverband FIS suspendiert wurden. Die Doping-Kommission der FIS hatte Einsprüche der Russen in der vergangenen Woche abgelehnt. Trotz der Suspendierung soll Maxim Wylegschanin, dreimaliger Silbermedaillengewinner von Sotschi, bei zwei nationalen Wettbewerben gelaufen sein, weshalb ihm die Ausweitung der vorläufigen Sperre droht.

Die wichtigsten Festlegungen der FIS seit Veröffentlichung von McLaren II:

Olympias Programm-Kosmetik

Bevor ich es mir morgen im Stadion gemütlich mache und hier während der WM regelmäßiger zur Sache gehe, noch schnell ein Nachtrag zur Sitzung des IOC-Exekutivkomitees gestern in Berlin und zu den Beschlüssen zum olympischen Programm. (Aus Zeitgründen kann ich nicht umfangreicher verlinken, sorry.)

Jacques Rogge verkündete die Botschaft kurz und schmerzlos. Länger als gewöhnlich hatte die Sitzung des IOC-Exekutivkomitees im Berliner Hotel Interconti gedauert. Die Herrschaften wirkten gestresst, als sie einer nach dem anderen vor der Pressmeute flüchteten. Als Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dann mit einigen Minuten Verspätung zur Pressekonferenz erschien, sagte er zunächst nur: „Wir haben zwei wichtige Entscheidungen getroffen. Wir haben Frauen-Boxen ins Programm der Sommerspiele 2012 aufgenommen. Wir schlagen Rugby und Golf für 2016 vor. Fragen bitte!“

Auf diese Mitteilung hat die Olympische Bewegung nun mehr als vier Jahre gewartet. Zwei von 28 Sommersportarten waren 2005 in Singapur von der IOC-Session abgewählt worden: Softball und Baseball. Sieben Sportarten wollten für 2016 ins Programm: Softball, Baseball, Rugby, Golf, Inlineskating, Squash und Karate. Nur zwei dieser sieben Weltverbände dürfen nun weiter hoffen. Die IOC-Vollversammlung muss im Oktober in Kopenhagen mit einfacher Mehrheit über Rugby und Golf entscheiden. Ausgerechnet Rugby, Rogge war einst belgischer Nationalspieler. Auch deshalb, weil seine Liebe zum Rugby bekannt ist, betonte Rogge einmal mehr, dass er bei derlei Entscheidungen nicht abstimmt.

Nach einem jahrlangen Ringen der sieben Weltverbände, nach einer viele Millionen Dollar teuren PR-Kampagne, lag es also in der Macht von vierzehn IOC-Vorständlern, über die Zukunft ganzer Sportler-Generationen zu entscheiden. Hochinteressant dabei, dass Golf, oft als Sport der alten Männer verspottet, in den ersten beiden Wahlgängen nur eine Stimme erhielt. Rugby setzte sich schnell durch, eliminiert wurden dann in dieser Reihenfolge: Inlineskating, Squash, Baseball, Karate, Softball – bis Golf als zweiter Sieger übrig blieb.

Julio Maglione und die Präsidenten der olympischen Weltverbände

Der 73-jährige Julio César Maglione (Uruguay) löst heute in Rom den 76-jährigen Moustapha Larfaoui (Algerien) als Präsident des Schwimm-Weltverbandes FINA ab. Das ist nicht wirklich eine Verjüngung und auch nicht wirklich eine Wachablösung. Denn Maglione diente schon in der ersten Amtszeit von Larfaoui, der 1988 Präsident wurde, als Vizepräsident. Seit 1992 ist Maglione Schatzmeister der FINA. Er sitzt seit einem Vierteljahrhundert im FINA-Bureau, er trug die desaströse Politik seines IOC-Kameraden Larfaoui mit, der FINA-Ehrenpräsident wird. Es heißt, Maglione werde dem Unsinn der Schwimmanzüge ein Ende bereiten. Mag sein, aber das soll heute nicht mein Thema sein. Stattdessen ein wenig Statistik, ich bitte um Nachsicht.

Da sich in den vergangenen Jahren an der Spitze der derzeit 33 olympischen Fachverbände doch einiges getan hat, hier mal eine aktuelle Übersicht der Präsidenten, schon inklusive Maglione:

Samaranch Junior

Ein exklusiver Gruß aus dem Herzen der großen olympischen Familie:

Hola everyone: Juan Antonio Samaranch Junior

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Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen Hände manikürt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blüht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind hat ihn der Vater eingeführt in diese Kreise, ihn und seine Schwester Maria Teresa. Juanito lacht. „Klar laufen die Geschäfte schlecht“, sagt er, während er an einem Stückchen Käse kaut. „Aber soll ich jetzt anfangen zu heulen? Das Leben geht weiter. Man muss sich jeden Tag zusammenreißen, heiß duschen – und arbeiten!“

Lust und Frust: Olympische TV-Milliarden

Route de Vidy 9, CH-1007 Lausanne – ist die Adresse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Alljährlich fliegen in der Vorweihnachtszeit die Mitglieder des IOC-Exekutivkomitees zu ihren Jahresendsitzungen ein.

Das mit den Jahreszeiten kriegt Google übrigens nicht hin, wie man sieht, auf Google Maps ist noch Sommer, und der neue Anbau zwischen altem und neuem Teil des IOC-Headquarters ist auch noch nicht zu sehen. Ich werde morgen Fotos nachreichen.

Ich bin via Genf gerade in Lausanne angekommen, diesmal im Hotel City nahe der IOC-Absteige Palace, wo ich mich gleich mal an der Bar umschauen werde. Zur Einstimmung ein Beitrag zur seit einer Woche wieder heiß diskutierten Frage der olympischen TV-Vermarktung.

Mich interessiert dabei weniger, welche Rekordsummen das IOC für die Winterspiele 2014 (Sotschi) und die Sommerspiele 2016 (werden im Oktober 2009 zwischen Madrid, Rio de Janeiro, Tokio und Chicago vergeben) erlösen kann. Dazu später einmal mehr. Ich konzentriere mich zunächst auf die Erwartungen der Sportverbände und unterlege die Geschichte, die ich in verschiedenen Medien veröffentlicht habe, mit einigen IOC-Statistiken.