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Der Freshfields-Bericht zur #WM2006

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Es ist soweit. In wenigen Minuten stellt Christian Duve von Freshfields Bruckhaus Deringer LLP den Untersuchungsbericht zur WM 2006 vor. Die Staatsanwaltschaft, Steuerfahnder, die Schweizer Bundesanwaltschaft, die FIFA-Ethikkommission, das Department of Justice und viele Parteien mehr sind gespannt. Über die Unabhängigkeit von Freshfields kann und will ich keine Angaben machen. Immerhin kann man nun versuchen, die Darstellungen von Freshfields zu überprüfen, deren Anwälte lange Monate die DFB-Archive und alles was noch nicht verlegt und vernichtet war, durchforstet haben. Druckmittel von Justizorganen hatten sie allerdings nicht, sollten sie Interesse an lückenloser Aufklärung der vom Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL enthüllten Vorgänge gehabt haben.

Figuren wie Beckenbauer, Radmann, Netzer, Niersbach & Co. konnte man also nicht zum Plaudern bringen – so wie das derzeit den Amerikanern #FIFAcrime reihenweise gelingt.

Übertragen wird die PK in Frankfurt am Main in diversen Sendern und auf DFB.tv. Ich bleibe heute Nachmittag mal live dabei und mache mich dann wieder an die Arbeit.

Die wunderbaren Autogrammkarten von Protagonisten der WM-2006-Geschichte, mit denen ich diesen Blogbeitrag schmücke, kann man übrigens in diesem Shop kaufen – es gibt diverse Varianten, mit denen ein gewisses Ebook, das nun wirklich vor der ersten Veröffentlichung steht (nach langwierigem Studium des Freshfields-Reports), aufgewertet wird.

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13.32 Uhr: Duve verspricht „vollständige Rekonstruktion des Zahlungsflusses“ der 6,7 Millionen Euro und spricht von „neuer Dynamik in den letzten Wochen und Tagen“. Der DFB setze neue Transparenz-Maßstäbe.

Hürden?

Elektronischer Datenbestand entsprach nicht dem des Jahres 2006. Nicht alle physischen Akten waren zugänglich. 100 Ordner bspw bei Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gesperrt. Einige Ordner nicht auffindbar, zum Beispiel „FIFA 2000“. Sepp Blatter mochte nicht reden.

Markus Kattner, Urs Linsi u.a. wurden nicht befragt. Vertreter der Kirch-Gruppe standen für Auskunft nicht zur Verfügung.

Bestandsaufnahme zum heutigen Zeitpunkt. Es gibt Akten bei der Staatsanwaltschaft und bei der Schweizer Bundesanwaltschaft, in denen sich noch andere Erkenntnisse verbergen können.“

Haben alles getan, was man im Rahmen einer privaten Untersuchung tun kann.

Tatsächlich?

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Wählen! Welche Lichtgestalt soll neuer DFB-Präsident werden?

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Umfragen haben Tradition in diesem Theater. Deshalb nun auch die Frage aller Fragen, wer den DFB zu neuen Ufern führen soll. Ab in die Wahlkabine!

(Wie immer gilt, dass Kandidatenliste und Wahlergebnis von mir beliebig manipuliert werden dürfen.)

Welche Lichtgestalt soll den Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Präsident in eine totaldemokratische und volltransparente Zeitrechnung führen?

Lade Umfragedaten…

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Reinhard Grindel und der DFB: „Komm mit ins Zukunftsland!“

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Ein Kleinod der Sportpolitik, der künftige DFB-Präsident – natürlich von der CDU – und Noch-MdB Reinhard Grindel:

(Gefunden von @OliFritsch)

Über eine gewisse Transparenzallergie des künftigen DFB-Vorturners haben jüngst u.a. der Kicker und Grit Hartmann berichtet und kommentiert:

Im Frühjahr 2014 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein Gesetz zur Strafbarkeit von Abgeordnetenbestechung – erst zehn Jahre nach der Unterzeichnung der UN-Konvention gegen Korruption. Am 1. September 2014 trat das Gesetz in Kraft. Danach sind nicht nur Stimmenkauf und -verkauf, sondern auch immaterielle Vorteile und Zuwendungen an Dritte nach Paragraph 108e des Strafgesetzbuches für alle Mandatsträger strafbar. Vergehen werden mit Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. 582 Bundestagsabgeordnete stimmten dem Gesetz zu, drei waren dagegen, sieben enthielten sich der Stimme. Der CDU-Abgeordnete Reinhard Grindel (55) enthielt sich der Stimme.“

Na dann mal: schönen Neuanfang im DFB!

Nachtrag, 19.11.15: Heute nun Oliver Fritsch auf Zeitonline:

Grindel, seit 2013 Schatzmeister im DFB, hat aber noch keine Debatte geprägt. Von ihm ist nichts Kluges über Fußball überliefert. Wie würde er Haupt- und Ehrenamt tarieren? Sollte sich der DFB von seiner Nähe zu Adidas lösen? Wie kann man die Trainerausbildung verbessern? Wir wissen nicht, was er über solche Fragen denkt. In allgemeinen sportpolitischen Dingen konnte er bislang auch nicht gänzen. Die Situation in der mafiaähnlichen Vereinigung Fifa hielt er 2014, also ein Jahr vor ihrem endgültigen Ruin, für „erheblich verbessert“.

Digitale Bürgersprechstunde mit dem künftigen DFB-Präsidenten:

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FIFA’s compliance failures and DFB’s liars

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Das hat TRACE gut erklärt, oder?

Was sonst noch passierte:

1) #FIFAcrime

Das Ad-hoc Electoral Committee (Domenico Scala) der FIFA hat vorerst 5 Kandidaten für die für den 26. Februar 2016 angesetzte Wahl eines neuen FIFA-Präsidenten zugelassen. Erwartungsgemäß ohne Michel Platini, der aber wohl noch eine zweite Chance nach Ablauf seiner Sperre bekommen soll. Zu dieser zweiten Chance, sag ich einfach mal so, wird es nicht kommen. Bin nicht mal sicher, ob die Wahl stattfindet – macht unter den aktuellen Umständen absolut keinen Sinn, nach wie vor wäre es besser, die FIFA unter externe, wirklich unabhängige Führung von Governance-Experten und Kriminalisten zu stellen.

2) #WM2006 #DFB

Der ehemalige DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat, wenn ich das richtig verstehe, einmal mehr die Wahrheit gebeugt und gelogen. Meine Kollegen Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Udo Ludwig aus dem SPIEGEL-Team, das die Verfehlungen der deutschen WM-Bewerber, WM-Organisatoren und der DFB-Führung enthüllte, fassen auf SpOn zusammen:

WM-Vergabe 2006: Vertrag gefunden, Vertrag versteckt – und wieder gefunden

Zum nachschauen und nachhören:

Wolfgang Niersbach am 17. Oktober 2015:

(Video abspielen? Auf das Bildchen klicken.)

Wolfgang Niersbach am 22. Oktober 2015:

Wolfgang Niersbach am 9. November 2015:

Ich trage im Laufe des Tages bestimmt einiges aus dem Tollhaus nach.

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Black Monday (I): Präsidiumssitzung des DFB #WM2006 #schwarzeKasse und der Rücktritt von Wolfgang Niersbach

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Das hier wird ein live-Blog. Derzeit tagt in Frankfurt am Main das DFB-Präsidium.

Natürlich geht es um die SPIEGELEnthüllungen.

(C) DER SPIEGEL 46/2015

(C) DER SPIEGEL 46/2015

Zunächst eine nette kleine Geschichte zu Niersbachs Kumpel Michel Platini hat die NZZ veröffentlicht. Der suspendierte FIFA-Vize und UEFA-Boss (den Niersbach bis vor ein paar Wochen noch hätte antreten sollen) wollte die Einsicht in seine Konten verhindern.

Dazu der Beschluss der Beschwerdekammer des Schweizer Bundesstrafgerichts:

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Es tut sich was im deutschen Fußball #DFBgate #FIFAcrime #WM2006

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Taufrische Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main:

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und dem Geldtransfer von 6,7 Millionen Euro des WM-Organisationskomitees des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an den Fußball-Weltverband Fifa Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall aufgenommen.

Diese richten sich gegen den Präsidenten des DFB und einstigen Vizepräsidenten des Organisationskomitees, den im Jahr 2006 amtierenden DFB-Präsidenten und damaligen Schatzmeister des Organisationskomitees sowie den früheren DFB-Generalsekretär.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im Rahmen ihrer damaligen Verantwortlichkeiten die Einreichung inhaltlich unrichtiger Steuererklärungen veranlasst und hierdurch Körperschafts- und Gewerbesteuern sowie Solidaritätszuschlag für das Jahr 2006 in erheblicher Höhe verkürzt zu haben. Nach derzeitigem Erkenntnisstand soll eine durch das Organisationskomitee im Frühjahr 2005 geleistete Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro für eine Kostenbeteiligung an einem Kulturprogramm im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden sein, obwohl ihr tatsächlich ein anderer Zweck zugrunde lag und die Zahlung daher nicht als abzugsfähige Betriebsausgabe hätte geltend gemacht werden dürfen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Frankfurt am Main Durchsuchungsbeschlüsse für die Geschäftsräume des DFB sowie die Wohnungen der Beschuldigten erlassen, die am heutigen Tag durch mehr als 50 Beamte der Frankfurter Steuerfahndung sowie der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Frankfurt am Main vollstreckt werden.

Hinsichtlich der weiteren in Betracht kommenden Tatvorwürfe der Untreue sowie der Bestechung im internationalen Geschäftsverkehr war wegen zwischenzeitlich eingetretener Verfolgungsverjährung ein Anfangsverdacht verneint und daher von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen worden.

gez. Nadja Niesen
Oberstaatsanwältin

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„Der Fall DFB“ #WM2006

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War doch wohl eine unterhaltsame, spannende Woche, oder? Und ich bin mir sicher: Es wird noch viel spannender. Wir nähern uns ganz langsam erst der gefährlichen Zone.

DER SPIEGEL hat jedenfalls schon wieder eine Titelgeschichte gebastelt. Ich durfte erneut dabei sein – wieder mit Jörg Schmitt, Gunter Latsch, Jürgen Dahlkamp, Udo Ludwig und mit Rafael Buschmann. Außerdem im Team, das einige Hürden meistern musste: Michael Wulzinger, Gerhard Pfeil, natürlich Klaus Brinkbäumer, Andreas Meyhoff u.v.a.m., vor allem die Hausjuristen. Hat Spaß gemacht, hat Nerven und Kraft gekostet. Aber ich finde, es hat sich gelohnt.

Werde mir das Stück, das seit 18.00 Uhr als E-Paper verfügbar ist, jetzt mal in der Wanne zu Gemüte führen. Es darf diskutiert werden, aber bitte zurückhaltend, der Honorarprofessor liest mit oder lässt lesen.

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Vielleicht baue ich später ein paar Tweets ein und mache einige Notizen.

So was zum Beispiel:

Das war übrigens die Vorabmeldung, die seit einigen Stunden schlagzeilt:

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Michel Platini als FIFA-Präsident? Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall #UEFADFBFIFA

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KUALA LUMPUR. Ich beginne doch nochmal einen extra Artikel. Wie erwartet hat Michel Platini gerade seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft bekanntgegeben. Die mit vielen Millionen aufgepeppte Propaganda-Abteilung der UEFA (unter anderem arbeiten Pedro Pinto und der Spindoktor Mike Lee für Platini) dröhnt die Welt großflächig mit Jubelmeldungen und Heldengeschichten über Platini zu.

Dabei ist oder wäre Michel Platini, der von Joseph Blatter sportpolitisch ausgebildet wurde, zunächst nur eins: Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall.

Ich bin noch ein wenig auf Recherche hier in Kuala Lumpur und werde mich im Laufe des Nachmittags hier sehr ausführlich und wohl mit einer Geschichte auf Spiegel Online melden. Ich kann ein wenig zu Hintergründen beitragen und liefere einige nicht ganz ausgelutschte Aspekte. Stay tuned.

Habe ein „Ergebnis“ der Recherche ja schon im einleitenden Tweet vorweggenommen. Es kam mal wieder zum Clash mit den Dienern des Scheichs. Wenn ich es recht mitbekommen habe, dann hat Husain Al-Musallam, der gerade mit Julio Maglione aus Kasan eingeflogen war, den mächtigen Nigerianer Sunday Udom auf mich gehetzt. Ehrlich gesagt halte ich den für einen Idioten. Er dreht durch, wenn Journalisten ihre Arbeit machen und greift mittlerweile regelrecht tätlich an. Wollte mich des Hotels verweisen, was bildet er sich ein? Hatte vorher ja schon mit so einem chinesischen Parteikader zu tun, der mich ebenfalls rausschmeißen wollte.

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#2 Sitzen Sie bequem, … Theo Zwanziger?

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Der Worte sind genug gewechselt. Mein zweiter Gast im wöchentlichen sportpolitischen Hintergrundgespräch „Sitzen Sie bequem …“ heißt Theo Zwanziger. Wir haben einst einige Schlagzeilen gemacht. Nun reden wir ein bisschen darüber, über den Demagogenstreit also, vor allem aber über die FIFA, über Korruption, die WM-Vergaben an Deutschland, Russland und Katar, über das Internet, iPads, Bild […]

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