[ Schlagwort winterspiele 2026]

#NoCostsOlympics 2026 und das große Misstrauen

 •  • 15 Comments

Auch die Vergabe Olympischer Winterspiele beschreibe ich ausführlich seit Anfang der 1990er Jahre und habe seither alle Bewerberwettkämpfe intensiv und so nah wie möglich verfolgt – inklusive der entscheidenden IOC-Sessionen live vor Ort, hier im Blog beispielsweise ausführlichst nachzulesen: 2007 in Guatemala (Vergabe an Sotschi), 2011 in Durban (Sieger PyeongChang gegen München) und 2015 in Kuala Lumpur (Sieger Peking). Seit dieser umfangreichen Analyse im vergangenen Jahr (Der Überlebenskampf: Olympische Winterspiele 2026) hat sich die Lage weiter zugespitzt: Volksentscheide in Graubünden, Tirol und im Wallis gingen krachend verloren, das Projekt Graz/Schladming 2026 nahm das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) dann selbst aus dem Rennen, weil die politische Unterstützung fehlte.

In der vergangenen Woche habe ich aus Buenos Aires die jüngsten Entwicklungen skizziert, als das IOC sich auf die drei offiziellen Bewerber Stockholm, Calgary und Mailand/Cortina d’Ampezzo festlegte – um drei Tage später den nächsten Nackenschlag hinnehmen zu müssen, als der neu gewählte Stadtrat von Stockholm das Projekt zunächst beerdigte.

Bevor ich mich kommende Woche im Magazin Sport & Politics ausführlich dazu äußere, habe ich für den SPIEGEL eine kleine Lagebeschreibung gedichtet. Dieser Text hier nun wie gewohnt leicht erweitert und mit einigen Dokumenten versehen.

Magazin „Sport & Politics“ Jahresabo inkl. Blog-Jahresabo und Ebook

Read the Full Story

Stockholm verabschiedet sich (vorerst) von den #NoCostsOlympics2026

 •  • 3 Comments

BUENOS AIRES. Oops. Das ging aber flott. Saß gerade beim letzten Frühstück hier in Argentinien, als mich via Twitter diese Nachricht erreichte:

Stockholm ist für die Winterspiele 2026 vorerst draußen. Bleiben noch zwei. Und in Calgary steht das Referendum vor der Tür.

Hab’s gleich mal den ersten Weltverbandspräsidenten und IOC-Mitgliedern gezeigt, die mir im Hilton Hotel über den Weg liefen.

Großes Erstaunen.

Sehr großes.

Read the Full Story

live aus Buenos Aires (V): im Paralleluniversum des Dr. Bach

 •  • leave a comment

IOC-Vorsteher Bach 2016, Rio de Janeiro, Casa Italia. (Foto: Stratos Safioleas)

BUENOS AIRES. Buenos Aires hat eine besondere Bedeutung im Leben des Sportfunktionärs Thomas Bach. Darauf weist der 64 Jahre alte Franke immer wieder hin. In Argentiniens Hauptstadt nahm er als Florettfechter vor 45 Jahren an seiner ersten Junioren-WM teil. Über das Resultat möchte er lieber schweigen, erzählte er dieser Tage. Hier wurde er 1977 Team-Weltmeister. Hier erklomm er am 10. September 2013 den höchsten Gipfel des Weltsports und wurde neunter Präsident in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Fünf Jahre später macht der Olympia-Tross erneut Station am Rio de la Plata. Noch bis 18. Oktober finden die dritten Sommer-Jugendspiele statt, die Youth Olympic Games (YOG). Das IOC beendete gerade seine 133. Vollversammlung.

Bach hatte diesmal eine zweitägige Konferenz vorgeschaltet, das Olympism in Action Forum, zu dem einige wenige kritische Geister geladen waren. Dies haben IOC-Propagandisten als Zeichen des neuen Geistes und einer neuen Gesprächskultur verkaufen wollen. Bach selbst konterkarierte diese Parolen auf einer Pressekonferenz hier im Hilton Hotel in Puerto Madero in einer unnachahmlich arroganten Art, so dass es selbst lang gedienten Olympiern und einigen Mitarbeitern die Sprache verschlug.

Read the Full Story

live aus Buenos Aires (IV): IOC-Session, weißer Rauch und #OWG2026

 •  • leave a comment

BUENOS AIRES. Wahltag im IOC. Keine brisanten Personalien. Gerade wird der Brasilianer Andrew Parsons als ex officio Mitglied kooptiert, in seiner Eigenschaft als Präsident des International Paralympic Committees (IPC). Als nächster ist Turn-Präsident Morinari Watanabe (FIG) dran, die komplette Liste kopiere ich später hinein. Das IOC hat nun wieder einen echten Partyhengst, der sich blendend mit Scheich Ahmad versteht, der sonst die besten Partys schmeißt.

Read the Full Story

live aus Buenos Aires (II): #NoCostsOlympics

 •  • leave a comment

Buenos Aires, Puerto Madero, Ruderstrecke der YOG mitten in der City.

BUENOS AIRES. Der Frühling ist traumhaft hier. Diese Farben. Dumm nur, dass ich beim Anblick solcher Bilder (wie dort oben) immer eine Melodie summen muss, die sich schrecklicher Weise in meiner Kindheit eingebrannt haben muss. Udo Jürgens. Buenos Dias, Argentina. 1978. Schlimm.

Anyway, warten auf den Großen Vorsitzenden, den UDIOCP – für Neulinge hier im Blog: UDIOCP steht für ‚unpolitischster deutscher IOC-Präsident‘ und hat seine Gründe.

Thomas Bach wird begleitet von Juan Antonio Samaranch Junior. Das Zeichen, das es um die Winterspiele 2026 und überhaupt darum geht, ob Winterspiele eine Zukunft haben.

14.08 Uhr: Lustiger Weise und wie man es von Bach kennt, beginnt er seine Ausführungen mit den Worten: ‚Es gibt eine Reihe von positiven News!‘

Read the Full Story

Der Überlebenskampf: Olympische Winterspiele 2026

 •  • 55 Comments
Irgendwie finster: Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr)

Eröffnung der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 am Bergisel in Innsbruck (Foto: IOC Media via Flickr)

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Bewerbungsprozess für die Olympischen Winterspiele 2026 auf die Zeit nach den Winterspielen 2018 in PyeongChang vertagt. Normalerweise hätte der Olympia-Wettbewerb, der im Sommer 2015 in größter Not neu strukturiert wurde, bereits in diesem Herbst begonnen – unmittelbar nach der Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 in Lima an Paris, Los Angeles oder (der Vollständigkeit halber) Budapest. Es mag ein von Lobbyisten gestreutes Gerücht sein, dass auf dieser IOC-Session in Peru nicht nur die Spiele 2024, sondern auch gleich die für 2028 vergeben werden. Ein olympischer Doppelpack für Paris und Los Angeles – anyway, die Mega-Events des IOC bleiben aus vielerlei Gründen ein gigantisches Problem. Vor allem die Winterspiele, wo aus geografischen Gründen ohnehin maximal zwei Dutzend Nationen als Gastgeber in Frage kommen.

Ich habe vor einigen Tagen für Die Presse gedichtet, aus österreichischer Sicht gewissermaßen, und den Beitrag wie immer ergänzt, erweitert (u.a. mit einem Q & A des Sportministers Hans Peter Doskozil, auch mit Dokumenten), aktualisiert und verlinkt:

* * *
Die olympische Parallelwelt bebt. Korruption, Gigantismus und Doping bestimmen die Schlagzeilen weltweit. Die Glaubwürdigkeit des IOC und vieler Sport-Weltverbände tendiert gegen Null. Mega-Events wie Olympische Spiele, Kontinentalspiele oder Fußball-Weltmeisterschaften werden vorzugsweise in Diktaturen, Erbmonarchien oder Oligarchien ausgetragen – China, Russland, Katar, Aserbaidschan, Weissrussland. Die Kosten steigen ins Unermessliche. 50 Milliarden Dollar hat sich Wladimir Putin die Olympischen Winterspiele 2014 kosten lassen, gigantische Korruptionsmargen für Oligarchen inklusive. Nur weniger preiswert werden, entgegen aller Behauptungen, die Winterspiele 2022 in Peking sein, inklusive der exorbitanten Infrastrukturmaßnahmen. In demokratisch strukturierten Nationen dagegen sprechen sich immer mehr Menschen gegen derlei Großprojekte aus. Im Weltsport herrscht Alarmstufe Rot. Und ausgerechnet in dieser Zeit forciert das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) gemeinsam mit der Politik eine neuerliche Olympiabewerbung.

Das klingt absurd.

In jeder Krise liegt aber eine Chance. Wenn man es richtig angeht und mit den bislang dominierenden Usancen bricht.

Nur dann.

Read the Full Story

Sie möchten unabhängigen Recherchejournalismus finanzieren? Abonnieren Sie das Magazin SPORT & POLITICS Ausblenden