[ Tag vergangenheitsbewältigung]

Der Stellvertreter: Gustav-Adolf Schur und die Hall of Fame des deutschen Sports

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Olympiasiegerin Ingrid Krämer, SED-Boss Walter Ulbricht, Weltmeister Gustav-Adolf Schur 1960 nach den Sommerspielen in Rom – damals gab es noch eine gesamtdeutsche Mannschaft. (Bundesarchiv, Bild 183-76277-0016 / Kohls, Ulrich; Weiß / CC-BY-SA 3.0)

Man muss die sogenannte Hall of Fame (HoF) des deutschen Sports nicht gut finden. Vielleicht braucht es so etwas nicht. Vielleicht könnte es aber auch hilfreich sein, eine solche HoF (im angelsächsischen Raum normal) zu unterhalten, wenn sie gut gemacht ist, wenn also Geschichte gelehrt und nicht nur Personen geehrt werden. Dazu gehören Ehrlichkeit, Transparenz und eine offene, unvoreingenommene Diskussionskultur. Leider ist das bei der deutschen Hall of Fame eher nicht der Fall und hat sich im Vergleich zu 2011, als Gustav-Adolf Schur für unwürdig befunden wurde, nur unwesentlich geändert.

Gustav-Adolf Schur, kurz Täve genannt, ist/war der populärste Sportler der vor mehr als einem Vierteljahrhundert verblichenen DDR. Inzwischen ist er 86 Jahre alt und habe nichts dazu gelernt, meinen jene, die jetzt erneut “Skandal” schreien und ihn sogar auf eine Stufe mit Erich Mielke stellen.

Geschmack ist keine Creme.

Täve Schur gehört für mich genauso in eine Hall of Fame – mit all seinen Schwächen, Irrungen und Wirrungen und seinen sportlichen Verdiensten – wie Heike Drechsler, um die es in einzelnen Medien jetzt ebenfalls geht. Oh mein Gott: Ich dachte eigentlich, Heike Drechsler sei spätestens seit ihrem zweiten Olympiasieg, 2000 in Sydney (mein Text damals aus dem Stadium Australia für die Berliner Zeitung), nach einem Jahrzehnt der Auseinandersetzungen und Leiden, angekommen im neuen Deutschland. Und eigentlich möchte ich das Argument, dass in dieser Hall of Fame etliche NSPAD-Mitglieder vertreten sind, gar nicht vor mir her tragen. Ist aber so.

Besser als ich es könnte, hat Grit Hartmann zur sehr bemühten Diskussion um Täve Schur (et al) schon 2011 einen grandiosen Text geschrieben. Veröffentlicht wurden ihre Überlegungen 2012 im von Diethelm Blecking und Lorenz Peiffer herausgegebenen Buch “Sportler im Jahrhundert der Lager” (Werkstatt Verlag).

Der knapp sechs Jahre alte Text ist klüger und ehrlicher als alles, was man seit gestern in den einschlägigen Medien wieder dazu hört und zu lesen bekommt:

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IOC-Countdown (10 Tage): Sportausschuss-Sondersitzung, Kinderdoping, Thomas Bachs Schmalspur-Taktik & more

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Der Hausherr auf dem Flug nach Südamerika. Da wir hier bekanntlich das Bach’sche Wahlkampf-Motto “Einheit in Vielfalt” hochhalten, darf ich für einen Teil der Wochenendunterhaltung sorgen: mit viel Lesestoff für den Montag, zur Sondersitzung des Bundestags-Sportausschusses zur Dopingstudie. Auch wenn jw diesem Gremium bekanntlich nicht (mehr) sonderlich viel Bedeutung beimisst. Es gibt also eine Mischung aus zeithistorischer Recherche – die ausgebaute Version eines Artikels für die Berliner Zeitung zu einigen Schwachstellen des Berliner Studienteils – und Vorschau auf die Sitzung. Zu beidem die wichtigsten Dokumente, inklusive der bisher einzige parlamentarische Antrag aus dem Ausschuss zum Thema, der politischen Gestaltungswillen dokumentiert. Er kommt, wie so oft, von den Grünen. Los geht’s:

* * *

Selten war die Fallhöhe so groß wie für diese Sitzung des Bundestags-Sportausschusses, die Sondersitzung am Montag. Sie ist, ausnahmsweise, öffentlich; man hat einen größeren Saal gebucht, Phönix überträgt live. Auch eine hübsche oppositionelle Unverschämtheit steht auf der Agenda: Die Grünen haben nach dem IOC/DOSB-Kniefall vor dem russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz noch schnell einen zusätzlichen TOP zu Sotschi aufsetzen lassen. Aber zuerst wird die von Forschern aus Berlin und Münster erarbeitete Studie “Doping in Deutschland” debattiert. Bekanntlich wurde sie erst nach öffentlichem Druck teilpubliziert und sorgte im Sport zunächst für nervöse Anspannung. Nur war bald klar, dass ihre Ergebnisse doch ziemlich willkürlich zum “systematischen Staatsdoping West” hochgejazzt worden sind – und nun erhoffen sich die notorischen Bremser leichtes Spiel.

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IOC-Countdown (27 Tage): Kandidat mit Säbel oder: Bach lässt Anwalt Schertz schreiben

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Ein Wiedersehen mit guten Bekannten. Der so genannte Prominentenanwalt Christian Schertz betritt mit der ihm eigenen Rigorosität die Sportbühne.

Grit Hartmann hat (auch) das heute für die Berliner Zeitung aufgeschrieben. Lesebefehl!

In dem bestens recherchierten Text werden gewisse Zusammenhänge im westdeutschen Sportsystem beschrieben. Es tauchen auf: der ehemalige Tauberbischofsheimer Strippenzieher Emil Beck, BAL- und DLV-Chef Helmut Meyer, Chefmediziner Joseph Keul, Birgit Dressel, Horst Dassler (alle verstorben), Armin Klümper (im südafrikanischen Exil) und einige ehemalige Fechter.

Behauptet wird überhaupt nichts. Es wird eine gut dokumentierte Geschichte erzählt. Fakten, Fakten, Fakten.

Für den Beitrag hat Grit Hartmann auch dem IOC-Präsidentschaftsfavoriten Thomas Bach bzw. dessen Sprecher Christian Klaue überaus höflich Fragen gestellt. Bach ist ein Zeitzeuge.

Geantwortet hat Christian Schertz, den aufmerksame Leser dieses Blogs aus meiner langwierigen juristischen Auseinandersetzung mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten und Bach-Gefolgsmann Theo Zwanziger kennen. (In deren Rahmen der jetzige DFB-Präsident und Bach-Gefolgsmann Wolfgang Niersbach etliche Unwahrheiten … aber lassen wir das.)

Grit Hartmann schreibt in der BLZ u. a.:

Der Meister des Floretts, der auch als Funktionär eher die feine Finte schätzt, zückt den Säbel. Fragt man in aller Zurückhaltung, ob er als aktiver Sportler mal behandelt worden ist von den Freiburger Ärzte-Gurus Armin Klümper oder Joseph Keul, lässt der Wirtschaftsjurist das volle Arsenal auffahren:

Sein Anwalt Christian Schertz droht mit „Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung“. Die mit einer solchen Frage „intendierte Unterstellung“ entbehre „jeglicher sachlicher Grundlage“.

Unterstellung? Das ist dann doch eine überraschende Interpretation für eine Frage, die Bach nicht selbst beantworten möchte. Sie hat ihn in Moskau erreicht im IOC-Wahlkampf. Dem Vernehmen nach sind die Ausläufer des deutschen Dopingtiefs auch dort angekommen, was Bachs nervöse Reaktion zu einem Teil erklären mag.

Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung, nachdem Fragen gestellt wurden?

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Was vom Tage übrig bleibt (83): Gespräch zur Dopingstudie auf detektor.fm

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Ich habe dieser Tage einige Interviews zum Durcheinander und den Schlagzeilen über die Dopingstudie gegeben. Hier mein Gespräch auf detektor.fm.

Ich glaube, da ist zwei, vielleicht drei Mal geschnitten worden. Am Ende scheint es mir meine Antwort etwas zu entstellen, oder ich war so wirr und habe meine Schachtelsätze nicht mehr schließen können. Zu Beginn korrigiere ich den Moderator gleich zwei Mal, das mag nun etwas erstaunen, weil in der Sendevariante das, was ich aus meiner Sicht korrigieren musste, nicht mehr zu hören ist. Diese Anmerkung ist den Leipziger Internetradiomachern gegenüber nicht böse gemeint, ich glaube nur, das ist zur Erklärung nötig. Ich schätze Detektor.fm sehr.

Ich verlinke in letzter Zeit kaum noch zu Interviews, die jemand mit mir führt. Weil mir aber immer noch vieles überdreht erscheint und sich die inhaltlichen Zweifel an der Studie mehren, will ich gern meine Bedenken akustisch teilen.

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Düstere Konstanten des deutschen Spitzensports: Ernst Jakob und Freiburgs Ärzteschule

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tl;dr: Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft veröffentlichte am Montag auf öffentlichen Druck sechs Dateien zum umstrittenen und heiß diskutierten Forschungsprojekt “Doping in Deutschland”. Parallel dazu zeigt sich am Landgericht Stuttgart beim Verfahren gegen den Radprofi Stefan Schumacher eine düstere Konstante des real existierenden deutschen Hochleistungssports: Für heute,  Dienstag, ist der Sportmediziner Ernst Jakob als Zeuge geladen, einst Teamarzt bei Gerolsteiner. Ein Zögling von Joseph Keul. Jakob war an einer der staatlich finanzierten Testosteronstudien beteiligt, deren Ergebnis gemäß Bericht der Humboldt-Uni verfälscht worden sein soll. Zwischenergebnis der Recherche für diesen Beitrag: Der DOSB lässt die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Olympia-Arzt Jakob vorerst ruhen.

Vielleicht hat der laufende Betrugsprozess gegen den Radprofi Stefan Schumacher seine Pleite schon erlebt. Anfang Juli, am 11. Verhandlungstag, gab sich jedenfalls ein weiterer Bedenkenträger zu erkennen: „Die Zweifel, die man letztendlich hat, sprechen am Ende vielleicht schon für Schumacher“, sagte der bis dahin unnachgiebige Staatsanwalt Peter Holzwarth. „Ich muss ihn nicht um jeden Preis verurteilen.“

Der Radler soll ja, so steht es in Holzwarths Anklage, seinen Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer um rund 150.000 Euro betrogen haben, weil er Doping verschwieg. Dass Holczer so ahnungslos war, wie er behauptete, nahmen ihm nur wenige ab – und der Prozessverlauf brachte auch den guten Glauben des Anklägers ins Wanken.

Damit ins Landgericht Stuttgart. Dort ist heute Ernst Jakob geladen, derzeit ärztlicher Direktor der Sportklinik Hellersen, einst verantwortlicher Arzt bei Gerolsteiner. Mit ihm im Zeugenstand: die düstere Konstante des deutschen Spitzensports. Jakob kommt aus der Freiburger Ärzteschule, er ist einer der Zöglinge des Doyens der westdeutschen Sportmedizin Joseph Keul. An der staatlich finanzierten Dopingforschung, die am Wochenende neuen Wirbel auslöste, wirkte er maßgeblich mit.

Ob Jakob aussagt oder sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht beruft, dürfte auch für Holzwarth spannend werden. Denn an jenem 11. Verhandlungstag erschütterte ihn ein Attest aus dem Jahr 2007 mit der Unterschrift des Arztes, dem Teamchef Holczer vertraute. „Ein glücklicher Umstand, dass es noch da war“, sagt Schumacher-Verteidiger Dieter Rössner. Jakob hatte das Papier nach Spanien gefaxt, wo Schumacher die Vuelta abbrach, um sich auf die Heim-WM in Stuttgart vorzubereiten. Dafür verpassten ihm die Mediziner vor Ort schnell noch eine Kortisonspritze. Jakobs Ferndiagnose aus Deutschland: Achillessehne. Schumacher sagte aus: “Das Attest diente abgesprochen nur dazu, es bei Kontrollen in Deutschland zur Täuschung vorzuweisen.“

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Doping in Deutschland: die Berichte zum Forschungsprojekt

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Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) hat gerade wortlos sechs pdf-Dateien zum vielbesprochenen Dopingforschungsprojekt “Doping in Deutschland von 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation” online gestellt.

So muss das sein.

Ich fasse diese Dokumente an dieser Stelle kurz zusammen. 804 Seiten sind es nicht. Was da zur Verfügung gestellt wurde und was weshalb nicht, wird noch zu klären sein. Work in progress.

Viel Erfolg und Erkenntnisgewinn schon mal bei der Lektüre.

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    Was vom Tage übrig bleibt (82): die BRD-Dopingstudie oder “das konnte man alles wissen”

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    Ergänzend zu meinen gestrigen Anmerkungen hier der Zwischenbericht zum viel diskutierten (und hyperventilierend diskutierten) Dopingforschungsprojekt. Der Zwischenbericht vom September 2011, der damals in Berlin vorgestellt wurde, wobei der Projektleiter Giselher Spitzer erstmals vom “systemischen” Doping in der Bundesrepublik sprach.

    Angeblich will das Bundesinnenministerium die gesamte Studie heute noch online veröffentlichen.

    Hoppala, gerade werde ich in den Kommentaren darauf aufmerksam gemacht, dass das BISp einige Basis-Infos zum Dopingprojekt veröffentlicht hat. Erstmals in dieser Ausführlichkeit, meine ich, gestern zum Beispiel hatte ich die BISp-Webseite erneut abgegrast und kaum etwas gefunden außer einigen “Klarstellungen” zu Diskussionen über die Jahre, wie etwa dieser. Also:

    Zurück zur Präsentation des Zwischenberichtes 2011: Einiges, was jetzt medial als angeblich neu verhandelt wird, tauchte damals schon auf und wurde öffentlich besprochen.

    Das gilt für beide Präsentationen von Zwischenergebnissen: 2010 in Leipzig und 2011 in Berlin. Zahlreiche Links zu Presseartikeln über diese Zwischenberichte finden sich u.a. in der Kommentarspalte dieses Beitrages.

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    BRD-Doping oder: “Schutz des diskreten Anabolismus” über ein halbes Jahrhundert

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    Vor 22 Jahren hat eine offenbar ziemlich weise Autorin einen “Goldenen Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus” in Deutschland veröffentlicht. Wer mag, kann Sportverbände, Jahreszahlen, politische Ämter, Disziplinen ergänzen und/oder austauschen. Es kommt schon hin. Es stimmt in jedem abgeänderten Punkt.

    Denn Brigitte Berendonk hat mit dem Buch “Doping Dokumente. Von der Forschung zum Betrug” 1991 einen wahrhaft historischen Band vorgelegt.

    Rund zwei Drittel des Textes (Anhang ausgenommen) befasste sich mit dem Dopingsystem in der DDR, über das sie gemeinsam mit ihrem Mann Werner Franke auf abenteuerlichen Wegen exklusiv “wissenschaftliche” Arbeiten der Doping-Nomenklatura gesichert und veröffentlicht hatte, ein Drittel thematisierte – und das wird im Osten stets vergessen – Doping in der (alten) Bundesrepublik Deutschland.

    Hier also Berendonks “Goldener Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus”:

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    Was vom Tage übrig bleibt (81): systemisches Doping in der BRD, die Akte VF-1220/13/72 #Mainpost

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    Interessante Geschichte von Achim Muth heute in der Main-Post zum westdeutschen Doping vor 40 Jahren. Lesebefehl:

    In Kurzfassung aus Muths Text, darum geht’s – es liegen Akten vor …

    … die die frühe Existenz des sich in der Bundesrepublik Deutschland entwickelnden systemischen Dopings just zu jener Zeit der Olympischen Spiele belegen. Es geht um die Anwendung von Anabolika sowie die Verabreichung von Insulin und Wachstumshormonen – alles mit Wissen des Staates und finanziert aus Steuergeldern.

    Tief verstrickt darin waren das unter staatlicher Finanzierung 1970 gegründete Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp), das damals seinen Sitz in Löwenich bei Köln hatte, heute in Bonn angesiedelt und nach wie vor dem Bundesinnenministerium (BMI) unterstellt ist, und alte Bekannte: Die Professoren Herbert Reindell und Joseph Keul der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg – ausgerechnet jenem Institut, über das die „Zeit“ erst Anfang 2013 schrieb, es gelte „als westdeutsches Abziehbild des DDR-Dopingstaatsplans“. Schlagzeilen machten vor allem die enge Verbindung der Uni Freiburg zum dopingverseuchten Radrennstall des Team Telekom um Jan Ullrich in den Jahren um den Jahrtausendwechsel. Die Telekom-Mannschaftsärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid kamen vom Freiburger Institut.

    Bei der nun entdeckten Akte handelt es sich nach Überzeugung von Wissenschaftlern mit hoher Sicherheit um das erste Dokument zur bundesfinanzierten Dopingforschung in Deutschland und es zeigt, dass in Freiburg bereits Anfang der 70er Jahre die Ethik vernachlässigt worden ist (…)

    Die Akte VF-1220/13/72:

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    Was vom Tage übrig bleibt (80): der älteste olympische Leichtathletik-Weltrekord von Jarmila Kratochvilova

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    screenshot www.iaaf.org

    screenshot www.iaaf.org

    Das waren noch Zeiten. Im Sommer 1983. Kurz nach dem Abitur. Als Jarmila Kratochvilova (“Das beste Doping ist Training”) über die Tartanbahnen pflügte und heute vor 30 Jahren in München Weltrekord über 800 Meter stampfte. Es ist der älteste Weltrekord. Und er kann gut noch einige Jahre (oder Jahrzehnte) bestehen.

    Lesebefehl, zweieinhalb Jahre alt aber zeitlos gut:

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