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The Times: Exklusive Qatar-Dream-Football-League-Geschichte war exklusiv erfunden

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(c) Les cahiers du football

(c) Les cahiers du football

The Times hat am Sonntagabend eingeräumt, dass die dreiseitige vermeintliche „Exklusivgeschichte“ über die Dream Football League in Katar exklusiver Nonsens gewesen ist.

When we are wrong, we will hold our hands up. It’s the right thing to do. (…)

The Dream Football League (DFL) would turn into a journalistic nightmare.

Tony Evans, Fußballchef The Times

Wie es dazu kommen konnte?

So ziemlich alle Fragen bleiben in der Kolumne von Tony Evans unbeantwortet.

[Der Text war zunächst hinter der Paywall, sollte aber am Montag frei zur Verfügung stehen.]

Evans fabuliert stattdessen munter weiter über Katars Pläne, die vermeintliche Klasse seines Geschichtenerzählers Oliver Kay, benutzt die Vokabel „Entschuldigung“ nur einmal auf Twitter, nicht aber in der Zeitung …

… und bezeichnet diejenigen, die in modernen Medien Aufklärung herbei geschrieben haben, später als Trolle:

Ein eher typischer Vorgang im real existierenden (Fußball)journalismus also.

Die Arroganz bleibt ungebrochen.

Vier Tage hat es gedauert. Es brauchte einen kleinen Shitstorm auf Twitter und wenige hartnäckige Blogger, um die vermeintliche Exklusivgeschichte der Londoner Times als das zu entlarven, was sie ist: Bullshit. Eklatantes Versagen von Journalismus.

Die Kurzfassung geht so (mit einigen wenigen Tweets und Links, viele weitere Links finden sich in meiner ersten Zusammenfassung):

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„Sheikhs shake world game“: Katar traut man auch eine Dream Football League zu – nur stimmt die Geschichte überhaupt?

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Hat die Londoner Times einen Gag des französischen Magazins „Les cahiers du football“ zu einer „Exklusivstory“ aufgebauscht?

Das ist hier die Frage, die gewiss im Laufe des Tages beantwortet wird.

Denn die dreiseitige Geschichte von Times-Fußballschreiber Oliver Kay macht weltweit Schlagzeilen. (Ich kenne bisher nur diesen Anreißer, habe kein Times Abo. #paywall)

Demnach plant die Familie des katarischen Emirs Hamad ab 2015 im Sommer (!) alle zwei Jahre ein Großturnier der 24 besten Klubs der Welt. Preisgeld: 2 Milliarden Euro. In sechs Golfstaaten.

So stand es vor drei Tagen in „Les cahiers du football“:

(c) Les cahiers du football

(c) Les cahiers du football – doch lustigerweise erschien die kleine Grafik auch in der Times (exklusiv?)

So steht es heute in der Times (längst auch anderswo) und wurde gestern Nacht via Twitter angekündigt:

Da man den Kataris, dem Emir und den Seinen, die sich schon die WM 2022 und etliche andere Spielzeuge aus der Welt des großen Fußballs gekauft haben, alles zutraut, machte diese Times-Story geschwind die Runde.

Medien meldeten. Wissenschaftler kommentierten (manche verdienen schon jetzt gut an und in Katar). Die Branche hyperventilierte.

Desert storm. Dream football League. Konkurrenz zur Champions League. Sheikhs shake world game …

Undsoweiterundsofort.

Vor drei Stunden meldeten sich die Franzosen:

Seither gab es einige Wortwechsel zwischen ihnen und Oliver Kay …

… und die ersten – vorsichtig formuliert – Nachfragen, etwa auf Eurosport:

Qualitätsblättern wie dem Independent ist das relativ egal. Dort wird getitelt:

So kann man das natürlich auch sehen. Weil man, noch einmal, den Kataris halt alles zutraut.

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#London2012: „How The Times made Olympic history“

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Noch ein London-Nachdreher, ein journalistischer. Ich habe kürzlich auf ein Cover der Times verwiesen. Selten so grandiose Titel bzw Einschlagseiten und Poster gesehen – in Deutschland kann ich mich an nichts annähernd Attraktives erinnern, auch nicht bei der Fußball-WM 2006. Unfassbar gut. Und die Macher plaudern darüber: So sind Zeitungen sehr sehr sexy.

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Was vom Tage übrig bleibt (48): Südafrika, Soccerex, DOSB-Ethikpreis, The Fastest Couple

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Soccerex 2010

Moin. Melde mich heute aus Sandton, Johannesburg. Unten auf dem Nelson Mandela Square gewinnt gerade Holland nach drei Toren von Pierre van Hoijdonk das „World Cup legends tournament“ im Finale gegen England. Ja, es geht in den nächsten Tagen um Fußball. Es gibt ein Wiedersehen mit Sepp’n Jack, Ricardo & Franz & Chuck und all den anderen.

Nach der Messe Soccerex hier im Sandton Convention Centre bin ich noch einige Tage in Kapstadt, u.a. am Donnerstag bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees auf Robben Island (Friedensnobelpreis, ick hör Dir trapsen) und natürlich bei der WM-Gruppenauslosung am Freitag, die ich sicher live mitbloggen werde. Ich hoffe, wir werden etwas Spaß haben.

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Was vom Tage übrig bleibt (44): Caster Semenya oder „I think it would be the third world war“

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Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im aktuellen Statement on Caster Semenya zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom Sydney Morning Herald berichtete bereits:

THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport’s ruling body, the International Association of Athletics Federations, and her home nation, South Africa.

Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle: „Spare a thought for Semenya, an innocent party in a global debate“.

Dass Semenya physiologisch gesehen ein Hermaphrodit sein könnte, hat die IAAF nicht dementiert, aber ganz offensichtlich durchsickern lassen. Das ist die Potenzierung des während der WM-Tage von Berlin von den Funktionären bedauerten Skandals. Die 18-Jährige bleibt Objekt einer demütigenden Debatte.

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Was vom Tage übrig bleibt (41): „Dream Chasers“

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„Samaranch must resign“ fordert die Initiative Democracy and Dignity in Sport – wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen.

The olympic movement cannot honour Falangists - Samaranch must resign

Juan Antonio in bester Gesellschaft beim halbseitigen ‚Armkrafttraining‘ — Screenshot ‚Democracy and Dignity in Sport‘

Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die Olympiabewerbung Madrids, auch wenn sein Filius anderes erzählt.

Lasse sich nur niemand von gelegentlichen Äußerungen täuschen, das Foto sei „gerade aufgetaucht“. Andrew Jennings, der Anfang der 1990er Jahre gemeinsam mit katalanischen Gefährten in Barcelonas Archiven schon andere Fotos ausgegraben hat, veröffentlichte das Bild vor einem Jahr kurz vor den Olympischen Spielen in Peking – verbunden mit der rhetorischen Frage:

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Was vom Tage übrig bleibt (17): „Right to play“

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Einige Lesebefehle: Das IOC schließt Right to Play, die von Johann Olav Koss (der selbst mal vier Jahre IOC-Mitglied war) initiierte humanitäre Sportler-Organisation (Vorläufer: Olympic Aid) von den Olympischen Spielen aus. Carlos Hanimann berichtet in der Schweizer Wochenzeitung, dass der ISL-Prozess in die nächste Runde geht: „Bar und ohne Quittung“. Oh ja, The Credit Crunch, … Read more

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Was vom Tage übrig bleibt (13): „kreative ideas“

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Lange keine Lesebefehle ausgesprochen. Das wird sich wieder einpegeln. Wer aufmerksam die Kommentare verfolgt, bleibt Dank Ralf ohnehin auf dem Laufenden. Ralf verpasst (kaum) einen wichtigen Beitrag. Eines meiner Lieblingsthemen: Die Wirtschaftlichkeit von Mega-Events: Ashling O’Connor in der Times über ein von Tony Blair geheim gehaltenes Dossier aus dem Jahr 2002, das im Kern aussagt: Olympische … Read more

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Lopez Lomong (II) oder: was das IOC nicht hören will

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Lopez Lomong, im Juli 2008 bei den US-Trials in Eugene, Oregon

Die London Times hat sich nun auch der Geschichte des Lopez Lomong, den Lost Boys of Sudan, Darfur und all den politischen Implikationen bei den Sommerspielen in Peking angenommen:

Genau das ist es. Diesen Aspekt habe ich in meiner Geschichte noch etwas unterbelichtet, ich wollte die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der sudanesischen Kinder lenken, wie es auch Lopez Lomong wichtig ist, und nicht schon wieder auf die Verlogenheit des IOC und die Verbrechen der chinesischen Regierung. Owen Slot schreibt in der Times:

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