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Was vom Tage übrig bleibt (99): UEFA-Krönung von Ceferin, weitere Millionen für Beckenbauer

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Er hat es wenigstens versucht:

Natürlich wollte mir Aleksander Ceferin, der gleich neuer UEFA-Präsident wird, vergangene Woche in Kopenhagen nicht so einen Aufsager machen wie Michael van Praag. Auch das unterscheidet die beiden.

Der 12. Außerordentliche UEFA-Kongress, der Wahlkongress, hat soeben in einem Resort nahe der griechischen Hauptstadt Athen begonnen – mit einer Rede des wegen korruptionsverdächtiger Millionenzahlungen gesperrten ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini.

Unfassbar.

Dies wird ein kleines live-Blog, den UEFA-Kongress, gerade wird die Anwesenheit der 55 Nationen überprüft, verfolge ich im Internet und in ständigem Austausch mit meinen Vögelchen dort unten in Griechenland. Muss mich gerade um wichtigere fußballerische Belange kümmern – um das deutsche Ehrenamt zum Beispiel, das Sommermärchen-Team des SPIEGEL meldet sich mit einer kleinen Enthüllung, die Schlagzeilen macht:

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live aus Lausanne: Olympia 2022, Baku 2015, koffertragende Prinzen, der DFB-Brief und andere Merkwürdigkeiten #FIFA

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Aktuelles zuerst:

LAUSANNE, 7.58 Uhr: Prinz Frederik bringt gerade seine Koffer zum Concierge. Ja, er bringt sie selbst. Darauf besteht er, obwohl er zwei Bodyguards dabei hat. Pál Schmitt, gewesener ungarischer Staatspräsident, wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit aus dem Amt gejagt, kommt vom Frühstück. Walter Gagg, Sepp Blatters treuer Diener, der hier auf Issa Hayatou aufpasst und ihm zur Seite steht, schlürft verschwitzt vom Gym durch die Lobby zum Fahrstuhl. WADA-Präsident Sir Craig Reedie spaziert entspannt umher, als hätte er keine Sorgen. Ein alter Fahrensmann von Horst Dassler aus der ISL-Crew eilt mit seinen neuen Geschäftspartnern aus Kasachstan zum Showroom des Olympiabewerbers 2022.

Chef dieser Almaty-Combo ist übrigens ein guter alter Bekannter, ein treuer Diener des Scheichs Al-Sabah, der gelegentlich den Bodyguard spielt – einer der Scheich-Trottel, die mich vor zwei Jahren in Buenos Aires unsanft abführten und die Kamera entwendeten.

Hoppla, wo bin ich hier? Natürlich im Lausanne Palace.

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Beckenbauer, Bin Hammam, Chung: Investoren, Schiffstaufen und andere FIFA-Kontakte

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Es lohnt sich natürlich auch diese Woche, die zahlreichen Enthüllungsgeschichten der Sunday Times-Reporter Heidi Blake und Jonathan Calvert zu lesen. Und es ist sogar sehr billig, denn ein Probe-Abo kann man bereits für 1 Pfund abschließen, habe ich vergangenen Sonntag getan.

Diesmal taucht also der Name des Heiligen Franz auf, Kaiser des Deutschen Fußballreiches, Partner von Sky, Axel Springer und anderen Medien (dpa wird vom Beckenbauer-Management noch immer als Partner des Camp Beckenbauer geführt). Erste Details dazu wurden gestern bereits in einer Geschichte des SPIEGEL erwähnt. Hier weitere Hintergründe, wie gewohnt, ein überarbeiteter, erweiterter und mit Links und anderem angereicherter Text meiner Version, die auf Spiegel Online erschien (Fährt ein Kaiser zum Emir).

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142 Mio CHF Schmiergeld: full list of ISL bribery payments to senior sport officials 1989-2001

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Der Worte sind genug gewechselt. Ich habe mit den Kollegen von Spiegel Online erstmals die komplette Liste zum von der ISL/ISMM-Gruppe geprägten größten Schmiergeldsystem der olympischen Sportgeschichte veröffentlicht.

ISL bribes from 1989 to 2001, CHF 141.919.310,98 in total

Mal sehen, ob sich via Crowdsourcing noch das eine oder andere Detail zu den zahlreichen Tarnfirmen und Stiftungen in Europa, Amerika und Asien finden lässt. Es bleibt noch viel zu tun, denn es ist so:

  • Die 142 Millionen CHF Schmiergeld für Sportfunktionäre sind nur ein Teil dessen, was die ISL-Gruppe gezahlt hat. Die tatsächliche Schmiergeldsumme dürfte ungleich höher sein. Unterlagen für die Zeit von 1982 bis 1989 existieren nicht mehr.
  • Von diesem 142 Millionen sind die Empfänger von mehr als 110 Millionen unbekannt. Nur der Schmiergeldbote Jean-Marie Weber, Freund von Havelange, Blatter und vielen anderen Top-Funktionären, kennt alle Empfänger. Er nimmt sein Geheimnis mit ins Grab.

Wir reden über ein halbes Jahrhundert olympische Machtgeschichte. Aufgeklärt ist fast nichts.

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#London2012 (XXI): live-Blog vom Witzbolt, Umfrage zum DSV-Bundestrainer

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LONDON. Um das mal klarzustellen: Ich hasse meine Stammkundschaft, wenn sie mir derartige Qualen auferlegt und mich wochenlang nicht schlafen lässt. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich derartigen unmenschlichen Forderungen dennoch nachkomme. Ab geht es also in die Kammer des Schreckens.

Coming soon:

Und damit widmen wir uns den wirklich wichtigen Dingen des olympischen Lebens. Ich bin auf dem Weg ins Olympiastadion und werde in Kürze den ganzen Abend live bloggen. Denn es tritt auf: der Witzbolt.

Außerdem wird es eine hübsche Umfrage zum Thema geben: Wer soll neuer Bundestrainer des Deutschen Schwimm-Verbandes werden? Aus den vielen sachdienlichen Hinweisen werde ich eine Liste destillieren. Wer noch nichts dazu beigetragen hat, kann das schnell nachholen.

18.25: Block 212/213, Row 73, Seat 313. Ich bin all hier! Oberste Reihe, es ist sehr windig, das Feuer kann ich nicht sehen, aber ich habe Platz und mich ja schon zwei Tage am Flämmchen gewärmt. Muss noch ein wenig arbeiten, dann folgt die Umfrage zum DSV.

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#London2012 (XVII): Der (Drecks)Boden der Olympischen Charta und andere vielfältige Lebenssachverhalte

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[Ich beginne mal mit einem Nachtrag, notiert am Sonntag, dem 5. August, 16.41 Uhr.

Denn gerade hat die Deutsche Presse-Agentur ein Interview mit Nadja Drygalla veröffentlicht, das ich eben auf tagesspiegel.de gelesen habe. Darin äußert sie sich zum ersten Mal zu dieser Geschichte, die seit der Nacht zum vergangenen Freitag Schlagzeilen macht:

Ende des Nachtrags. Es geht weiter mit meinem Originaleintrag vom 3. August.]

* * *

LONDON. Moin, moin. Schon wieder im Deutschen Haus. Zum dritten Mal binnen 24 Stunden. Soll keine Gewohnheit werden. Schreibe gerade die Reaktionen auf die Heimreise der Ruderin Nadja Drygalla auf. Auslöser war diese Geschichte von vorgestern:

Erstaunlich, dass in einigen Medien aus Nadja Drygalla, einer Ruderin aus dem Achter, die kaum jemand kannte, plötzlich ein „Ruder-Star“ wird.

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#London2012 (XV): „Der Weltfrieden ist nicht gefährdet“ #BrittaSteffen

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LONDON. Badminton-Skandal, Gold für Team GB, deutsche Schwimmstaffel draußen, Gold für den Deutschland-Achter – und ich bekomme mal wieder nichts mit. Was mache ich hier eigentlich?

Gerade: lohnschreiben.

Kleine Pause noch in diesem Theater.

13.14 Uhr: Ach nö. Rechte Sidebar: twittern geht immer.

16.18: Während ich hier herum dilettiere, tobt der olympische Wahnsinn an mir vorüber. Am TV scheint das beste Unterhaltung zu sein. Nur zu. Deshalb werden die Milliarden ja verpulvert. Auf den Bildschirmen vor mir: Jubel über Bradley Wiggins und Judo-Finale mit Kerstin Thiele – schon entschieden?

16.25: Kerstin Thiele verliert – und das UDIOCM kommt ins Schwitzen, schon seine zweite Siegerehrung heute, erst beim Achter, nun bei den Zeitfahrern um Wiggins und Tony Martin.

16.33: Nachtrag zu gestern Abend, mein Beitrag auf Spiegel Online über Ye Shiwen:

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Milliardenverträge im Original, Korruptions-Gespenster aus Deutschland und andere FIFA-Notizen

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(Nachtlektüre für Hartgesottene, nicht nur für die FIFA-Propagandisten und deren Rechtsabteilung.

Anbei die Rohfassung jener Texte, die ich heute für verschiedene Medien fabuliert habe – ergänzt um einige einleitende Bemerkungen, die für sich betrachtet schon ziemlich lang geraten sind. Ich hätte gern noch etwas gründlicher gearbeitet, aber Mann soll nicht klagen, wenn es mal Aufträge gibt. Ginge es immer so wie heute, ließe sich sogar dauerhaft Recherchejournalismus finanzieren.

Aber nun genug der selbstreferenziellen Spitzen. Anbei meine Machwerke, leider aus Zeitgründen wieder weitgehend unverlinkt, wer mehr lesen will, klickt unten einfach auf die Zeile „verwandte Artikel“, dann kommen sie zum Vorschein, die feinziselierten, scharfzüngigen Analysen :)

* * *

Beginnen wir mit dem Aktuellen: Inzwischen hat sich der Blatter Sepp, ich hätte es mir denken können, in der Bild-Zeitung gemeldet und wohl einen offenen Brief geschrieben. Guido Tognoni hatte bereits angekündigt, dass Sepps Drohgebärden nicht Ernst zu nehmen seien.

Friede, Freude, Eierkuchen also zwischen Deutschen und der FIFA. Auch Fedor Radmann hält zum Sepp, wie ich immer gesagt habe. Gestern wurde Radmann schon im Berliner Tagesspiegel als Kronzeuge aufgerufen. Unfassbar, nachdem dieselbe Zeitung bereits falsch behauptet hatte:

In dieser Woche wurden der größten Sportorganisation der Welt Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro nachgewiesen.

Falsch, und zwar doppelt:

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Leichtathletik-WM: eine Bilanz

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Es folgen – mit der gebührenden Verspätung – etliche Statistiken, wie es sich für die Leichtathletik gehört.

Einige Anmerkungen zur deutschen Bilanz und zur Präsentation der zumeist jungen Athleten bei der WM habe ich bereits für SpOn gedichtet. Einige Worte mehr werde ich hier in Kürze (ich wiederhole für gua, cf und andere: in Kürze) verlieren.

Zunächst einige Zahlen, über die man, wie ich finde, auch trefflich debattieren kann. Leider sagen diese Statistiken relativ wenig aus über den Para­digmen­wechsel (manchen Verantwortlichen nehme ich das ab) im DLV, über den Generationswechsel und über Dopingpraktiken. Einiges lässt sich allerdings ablesen. Ich werde die Bilanzen des DLV später noch auf Disziplinen aufschlüsseln. Anschließend in etlichen Tabellen und einfachen Grafiken (hoffentlich zu erkennen) auch eine internationale Einordnung.

Teil zwei der Bilanz folgt.

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Johanna Sperling: „Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!“

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Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre „Sperlinge“, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das „erste Dokument eines individuellen Widerstands“, sagt Werner Franke. Ich habe mit einigen Dopingaufklärern darüber gesprochen. Niemand kennt etwas Vergleichbares.

Eilsendung: An die Sperlinge, Berlin-Grünau, Regattastraße 211

Der Umschlag… Eilsendung an die „Sperlinge“ im Trainingslager

Was diesen Brief so besonders macht, ist diese Passage:

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Leichtathletik-WM, Tag 4: Robert Harting, das Adrenalin und die Dopingopfer

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7.58 Uhr: Ich glaube, ich bin schon wach. Weiß es aber nicht genau. Während ich noch recherchiere, ob ich tatsächlich wach bin und, sollte ich herausgefunden habe, dass ich wach bin, dann sicherlich den kürzesten Weg ins Olympiastadion ins Parkverbot ansteuere, spreche ich mal flink einen Lesebefehl aus:

  • Die Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung bastelt während der WM vom Hotel Sylter Hof aus am Blog: Mehr als Laufen

Ich war vergangenen Freitag zu einer Diskussion dort zu Gast und schwer beeindruckt von Engagement und Technik. Dumm nur, dass die Verhanldungen mit dem BOC, um den Kollegen für das Projekt Akkreditierungen ausstellen wollte, nach rund einem Jahr traurig endeten: Es gibt keine Akkreditierungen. Dabei ist doch so viel Platz im Stadion.

9.51 Uhr: Was ich gestern vergessen hatte. Am Nachmittag bekam ich einen Anruf von der Berliner Polizei. Dachte zunächst, irgendein Anwalt habe mich verklagt oder es sei bereits ein Haftbefehl ausgesprochen worden. Mein zweiter Gedanke war: die haben dein Auto abgeschleppt. Der Mann erkundigte sich aber nur freundlich nach der Demonstration, die ich vor dem Olympiastadion plane, ob ich denn die Verteilung von 20.000 Doping-Schutzmasken angemeldet habe. Er hatte davon in diesem Internetdingens gelesen. Ooops.

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