schiedsrichter

Handball: IHF and Qatar ruin the big event

Former chair of the IHF Playing Rules and Referees (PRC) Commission, Christer Ahl, takes the IHF and Qatar to task for inconsistent officiating and unfair advantages for the host nation.

(JW says: Christer Ahl has been the chairman of the IHF’s PRC for many years. Christer became a whistleblower in 2008 after the corruption and match fixing/refereeing scandal at Asia’s qualification tournaments for the Beijing Olympics. As it is good tradition in olympic sports Christer, the whistleblower, was punished by IHF pharaoh Hassan Moustafa and the powerful IOC member, OCA president and real handball boss Sheikh Ahmad Al-Sabah. Christer lost his job in 2009 when IHF elections were manipulated.)

This should have been the exciting, biennial competition, where all the focus would be on the star players and the entertainment and excitement they are able to offer. There would be an expectation of fair play and evenhanded refereeing, in the spirit of ‘let the best team win!’ But this time, the IHF and the Qatari host conspired in various ways, so that the focus instead was on the mercenaries of what purported to be a Qatari national team, the many advantages they obtained, and the totally inconsistent refereeing which often was the deciding factor in key games.

“Dortmund macht das 3:2! Keine Ahnung, wer’s geschossen hat. Ist mir auch scheißegal …”

Bei Fußballreportagen im Radio wird zu oft gebrüllt. Das nervt.

Gestern Abend aber war das schon okay, das Gebrülle, fand ich und amüsierte mich prächtig über die Reportage von Andreas Mann auf 90elf, meinem Lieblings-Fußballradiosender.

Witzig, dass jetzt ausgerechnet einer aus der katarischen Herrscherfamilie der Al-Thani der UEFA Korruption unterstellt.

Und sogar Rassismus (hä?).

Seine Exzellenz Sheikh Abdullah Bin Nasir Bin Abdullah Al-Thani, Chairman der NAS Group (die Milliardäre betreiben ihre Webseite lustigerweise mit der Open-Source-Software Joomla).

Grüße aus Usbekistan und Südamerika: die Schiedsrichter der ersten sechzehn WM-Spiele

JOHANNESBURG. Soeben hat die Fedération Internationale de Football Association (FIFA) die Schiedsrichterteams für die ersten sechzehn Spiele bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel leitet also der Sportkamerad Rawschan Irmatow aus Usbekistan. Im ersten Viertel der WM-Begegnungen dabei: Zweimal Mexiko, Brasilien, Chile, Argentinien, Uruguay – und die Seychellen. Fünfmal Europa, darunter Wolfgang Stark (DFB) und Howard Webb (England)

Ich weiß, ich sehe Gespenster, und es ist sicher total ungerecht, aber ich habe da so ein komisches Gefühl. Tut mir leid, aber ich fühle mich da sehr an die Aussagen von Lord Triesman erinnert, die der kürzlich (unwissentlich) zu Protokoll gegeben hat, von denen er aber später nichts mehr wissen wollte:

‘My assumption is that the Latin Americans, although they’ve not said so, will vote for Spain. And if Spain drop out, because Spain are looking for help from the Russians to help bribe the referees in the World Cup, their votes may then switch to Russia.’

At this point, Miss Jacobs asks: ‘Would Russia help them with that?’

Lord Triesman: ‘Oh, I think Russia will cut deals.’

Miss Jacobs: ‘Why will Russia help? Are Russia in the World Cup?’

Lord Triesman: ‘No, they’re not.’

Miss Jacobs: ‘Oh no they’re not, they’ve got nothing to lose?’

Lord Triesman: ‘Absolutely nothing at all to lose. Exactly.’

Ich behaupte überhaupt nichts. Ich sage nur, dass es manchmal Dinge gibt, die miteinander zusammenhängen. Oder anders herum: Nicht alles, was passiert in diesem oder in einem anderen Leben, geschieht völlig zusammenhangslos.

Ich hätte mir andere Schiedsrichter-Ansetzungen vorstellen können. Jedenfalls, die berüchtigsten Sportkameraden aus dem totaldemokratischen Wunderland Usbekistan heißen: Alimsan Tochtachunow, den Blatter trifft und sich offiziell nicht daran erinnert, Alisher Usmanow und Gafour Rachimow. Allein diese Aufzählung sollte reichen, um gesundes Misstrauen zu hegen.

Kürzlich habe ich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk gedichtet:

:

Im Magazin der Badischen Zeitung habe ich ebenfalls an die Zusammensetzung der FIFA-Schiedsrichterkommission erinnert:

Selbst die von Triesman erwähnte Beeinflussung der WM-Schiedsrichter 2010 scheint nicht aus der Luft gegriffen, wenngleich es für die These keine Beweise gibt. Allerdings sitzen in der von Spaniens Verbandschef ?ngel María Villar Llona geleiteten Fifa-Schiedsrichterkommission einige Gestalten, die kaum für Seriosität bürgen: Zur Kommission gehört etwa der Pole Michal Listkiewicz, daheim als ehemaliger Verbandschef für Korruption, Schiedsrichterbestechung und etliche anderer Skandale mitverantwortlich (Ich sage: „mitverantwortlich“, das ist er als Verbands-Präsident automatisch, ohne dass ich sage, er persönlich sei korrupt). Blatter hat Listkiewicz stets gestützt – über ihn lernte er einst seine langjährige Geliebte Ilona Boguska kennen. Noch so eine Familienbande.

Vizechef der Schiedsrichterkommission ist Brasiliens Verbandpräsident Ricardo Teixeira, ehemals Schwiegersohn des Fifa-Ehrenpräsidenten Havelange. Auch Teixeira gehört zum Exekutivkomitee. Seine Vergehen sind Legende, allein die parlamentarischen Untersuchungsberichte über das Verschwinden Dutzender Millionen Dollar füllen tausend Seiten Akten (hier finden sich die Links dazu und eine Grafik, die zeigt, wie er mal flink Millionen macht). Obgleich Teixeiras Mitwirkung an dubiosen Finanztransaktionen bestens dokumentiert ist, wurde er von seinen Freunden in der Politik rausgepaukt, etwa von Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula.

Ich lese also die Ansetzungen der ersten sechzehn WM-Spiele und schaue mir die Zusammensetzung der FIFA-Refereekommission an – und mache mir so meine Gedanken. Aber sicher völlig unbegründet, denn in Sepps Reich geschehen unter Mitverantwortung von Ricardo Teixeira bestimmt auch Zufälle.

Kleiner Nachtrag zum Thema Teixeira und Schiedsrichter. Für unser Buch „Das Milliardenspiel“ haben Thomas Kistner und ich vor vielen Jahren mal diese Passage gedichtet, eine Summary nur, allein die Schiedsrichter-Nummern im brasilianischen Fußball, den Teixeira beherrscht und auch von der WM 2014 profitieren darf, geben Stoff genug für Fortsetzungsromane:

Faule Tricks wie diese gehören zum Grundrepertoire des umtriebigen Eidams Ricardo Texeira. Als er 1997 erfuhr, daß Pelé, mittlerweile zum brasilianischen Sportminister ernannt, ein Gesetz plane, das eine Umwandlung der Fußballklubs in Kapitalgesellschaften ermöglichen soll und deren Kontrolle durch eine unabhängige Komission vorsieht, reagierte er konsequent. Das Gesetz lief ja schnurstracks auf eine Entmachtung seines Verbandes hinaus. Also eröffnete Teixeira, statt den Diskurs mit dem Sportminister zu suchen, ein luxuriöses Verbandsbüro in der Hauptstadt Brasilia, um Lobby zu machen. Auch dies erfuhr Pelé nur zufällig bei einer Begegnung mit einem Kongreßabgeordneten: “Der erzählte mir, der CBF habe alle Abgeordneten aus Minas Gerais zum Abendessen eingeladen.? Bei den rauschenden Empfängen am neuen CBF-Sitz hatte es keinen Mangel an Speis und Trank, auch nicht an netten Damen. Denn in angenehmer, entspannter Atmosphäre lassen sich Problemchen und Sorgenfälle der Sportpolitik viel gründlicher lösen. Das weiß so mancher alter Fahrensmann in der internationalen Sportpolitik.

Joseph Blatter, Interpol, Charlize Theron, Handball und die Irland-Frage

KAPSTADT. Wenn dieser Beitrag automatisch freigeschaltet wird, bin ich auf Robben Island. Eine stabile Internetverbindung ist sicher das letzte, was man mit Robben Island in Verbindung bringt und auch nicht so wichtig. Ich werde also erst am Abend wieder erreichbar sein und den Tage mit dem FIFA-Exekutivkomitee und zwei Hundertschaften Journalisten auf der ehemaligen Gefängnisinsel am Ende der Welt verbringen. Das scheint mir allemal wichtiger und interessanter, als die tausendste Interpretation zu möglichen Gruppengegnern der Deutschen bei der WM 2010.

Da fällt mir ein, ich habe bei der Gruppenauslosung vor acht Jahren, damals für die WM 2002 in Japan und Südkorea, als den deutschen mal wieder eine Hammergruppe drohte und es dann die Giganten Irland, Saudi-Arabien und Kamerun wurden, dieses Kleinod des Sportjournalismus gedichtet.

Nun aber zurück ins Hier und Jetzt. Zur Reise nach Robben Island inklusive der Frage, was das für Blatters Friedensnobelpreisambitionen bedeutet – er hat mir ja schon exklusiv gesagt, dass der Preis von vielen Leuten an ihn herangetragen werde und er selbstverständlich nicht Nein sagen könnte, wenn es so weit wäre, wer könne das schon, das gehöre sich doch nicht –, werde ich mich später ausführlich äußern.

Nachzutragen ist derweil das letzte Kapitel in der Irland-Geschichte

Was vom Tage übrig bleibt (39): Whistleblower diesseits und jenseits des Teiches

Einige Lesebefehle. Zunächst Fachliteratur von und mit Volksvertretern des Deutschen Bundestages:

Korruption & more: