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Handball-WM im Sponsoren-Fernsehen: es bleibt alles in der Familie

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Ich bin seit jeher der Meinung, dass es sich am Original besser diskutiert. Handballdeutschland debattiert seit einigen Tagen vehement die Frage, warum die Weltmeisterschaft 2017, die kommenden Mittwoch beim Serien-Olympiasieger Frankreich beginnt, wie schon die Weltmeisterschaft 2015 nicht im sogenannten frei empfangbaren Fernsehen zu sehen ist. 2015, als Katar Gastgeber war, auf wundersame Weise ins Finale kam, der Emir (im weitesten Sinne, es ist alles Emir Tamim, denn Katar ist eine Erbmonarchie) die Reisen vieler Hundert Journalisten bezahlte und tausende Fans aushielt, 2015 also – war das (fast) genauso.

Für die WM 2015 sprangen ARD und ZDF einige Wochen zuvor ab. Kurz vor WM-Beginn schnappte Sky zu. Diesmal wollten ARD und ZDF wegen der Satelliten-Restriktionen des Rechtemaklers beIN Sports wieder nicht. Auch Sky mochte nicht. DAZN stieg ebenfalls aus. Und es kam zum bemerkenswerten Deal, eingefädelt von Jung von Matt/sports, dass die DKB Bank AG, Premium-Partner des DHB und Titelsponsor der Männer-Bundesliga, große Teile der WM auf ihrer Webseite überträgt. Das ist eine neue Qualität, zum ersten Mal übernehme ein Sponsor die Berichterstattung von einem derartigen Großereignis, heißt es nun nahezu flächendeckend. Der Journalismus sei in Gefahr, wird behauptet.

Ein Blick zurück lohnt sich immer. Deshalb habe ich mir mal die Minutes der Council-Sitzungen der vom dubiosen Pharao Hassan Moustafa mit eiserner Hand geführten IHF angesehen, um zu schauen, wie es eigentlich zum Vertrag mit beIN SPORTS kam, und darüber für Spiegel Online gestern ein Textlein gedichtet, das es hier wie meistens kolossal erweitert, verlinkt und mit Dokumenten versehen gibt – wir sind schon mittendrin.

Natürlich ist das Problem hausgemacht, es ist ein Problem der Handballfamilie, wie der Pharao gern sagt. Hören Sie, ein Klassiker:

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Michel Platini als FIFA-Präsident? Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall #UEFADFBFIFA

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KUALA LUMPUR. Ich beginne doch nochmal einen extra Artikel. Wie erwartet hat Michel Platini gerade seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft bekanntgegeben. Die mit vielen Millionen aufgepeppte Propaganda-Abteilung der UEFA (unter anderem arbeiten Pedro Pinto und der Spindoktor Mike Lee für Platini) dröhnt die Welt großflächig mit Jubelmeldungen und Heldengeschichten über Platini zu.

Dabei ist oder wäre Michel Platini, der von Joseph Blatter sportpolitisch ausgebildet wurde, zunächst nur eins: Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall.

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Es bleibt alles in der FIFA-Familie (1): die Platinis

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tl;dr: Der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini arbeitet für Katar. Platinis Schwiegersohn, der Musikproduzent Yohann Zveig, erhält Aufträge von der UEFA, der FIFA und vom DFB. Die Verbände finden das völlig in Ordnung. Allerdings gibt es einige Widersprüche in den Argumentationen. Die UEFA behauptet während meiner Recherche gar falsch, Zveig sei nicht mehr Platinis Schwiegersohn.

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Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer

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Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:

Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.

Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)

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Did Pat Hickey keep olympic bribes secret?

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The British Government’s denial of a visa for the president of the Belarus national Olympic committee – who also happens to be the president of Belarus – was a blow to Irish IOC member Pat Hickey, always happy to overlook his pal’s favourite sports of murder, torture, corruption and vote-rigging in his day job as the dictator of Minsk.

The love affair between Alexander Lukashenko and Hickey blossomed four years ago when the Dublin property dealer, who presides over Europe’s Olympic Committees, arbitrarily presented the thug with a special award for his „Outstanding Contribution to the Olympic Movement.“

What could this be? Lukashenko’s locking up brave young human rights protestors? The disqualification of two Belarusian athletes at the Beijing games after testing positive for more testosterone than a billy goat on Viagra? Lukashenko has kept them on the sauce with the London 2012 women’s shotput winner soon stripped of her gold medal.

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„Will Sepp Blatter flee with FIFA’s billions?“

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Vetternwirtschaft unter Journalisten: also mal wieder ein Crosspost meines Freundes Andrew Jennings. Er schreibt über die Einzelunterschrifts-Berechtigung des FIFA-Patrons Joseph Hosni Ben Ali Blatter. Ein Umstand, den vor Jahren in Geschichten über die Desinteresse-Erklärung der FIFA im ISL-Verfahren schon Jean François Tanda berichtet hat. Ich finde allerdings, die Story, die AJ da nun veröffentlicht, ist […]

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Südafrika, Tag 13: Allez les Bleus!

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SANDTON. Sitze beim Thai am Mandela Square, schaue Mexiko vs Frankreich und bin erheitert, weil ich hoffe, dass die Mexikaner, die ich sehr mag, dem französischen Drama der Arroganz und des verschenkten Talents endlich ein Ende machen und die Franzosen in eine Selbsthilfegruppe schicken. Doch zunächst zum Business. Im gestrigen Beitrag „WM-Finaltickets gesucht?“ sind mir […]

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WM-Finaltickets gesucht? Kein Problem, es ist alles verfügbar

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SANDTON. Wie viel Geld täglich in der „Il Ritrovo Lounge“ umgesetzt wird? Genau weiß das keiner. Es ist eine Menge. Auffallend viele untersetzte Typen bevölkern die Bar. Aus ihren Kehlen dringen harte nordenglische Töne. Ihre Augen scannen stets die Umgebung. Manche bedienen drei Handys gleichzeitig. Anrufe, Textnachrichten, Emails. Sie verlassen hektisch ihre Plätze, erwarten Klienten. […]

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Südafrika, Tag 10: Holland vs Dänemark

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SOCCER CITY. Ich stelle mal eben ein Zitat voran, das steht auch dort oben im Header: Don’t mix politics with games! Never. Ich will es flink nochmal klarstellen: Dies hier ist eine Politik- und ironiefreie Zone. Ich kann gern daran erinnern, wem ich das Motto dieses Blogs verdanke: Es war der totalunpolitische Sportfan Hu Jintao, der […]

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Südafrika, Tag 6: We are the Blatter family!

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JOHANNESBURG. Es läuft der 60. FIFA-Kongress. Es grüßt uns heute der Große Vorsitzende, hier bei den letzten Vorbereitungen, ganz glücklich schaut er drein. Rechts neben ihm Christine Salzmann, Direktorin des Executive Office of the President, und FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke. Nur ein paar Meter entfernt, ganz vorn unter den wichtigen Gästen wie Politikern oder IOC-Mitgliedern, Weltverbandspräsidenten, Jean-Marie Weber […]

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