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live aus PyeongChang (16). Claim and reality: IOC as the bearer of world peace

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Foto: IOC Media

GANGNEUNG. Meine gestrigen Anmerkungen zum Friedensnobelpreisthema habe ich für Play the Game ins Englische übertragen, soweit ich es vermochte. Dies sei auch hier zur Diskussion gestellt:

In the International Olympic Committee (IOC), there is a growing gap between appearance and reality, claim and reality. The huge contradictions cannot be ignored. There is the reality of doping, and not only emanating from the Russian state doping system, but also from the various forms of ‘Olympic crime’. Especially in connection with the Olympic Games in Sochi, the medal count of which will still be shaken up for years to come, the IOC has shown that it does not protect the clean athletes. Athletes around the world have lost confidence. However, everything will change now, the promise sounds.

The gloomy headlines that have dominated the Olympic world for many years are met with energetic, yet desperate attempts to invoke lofty Olympic ideals. When the need is biggest, old Coubertin once again must come to rescue.

In PyeongChang, at the XXIII Winter Olympics in the southern part of the divided Korean peninsula, the IOC promotes itself as an angel of peace. „Peace and reconciliation“, it is called in February 2018. In the summer of 1988, when Olympia first appeared in South Korea, it was put more simply, in the Buddhist sense, „peace and harmony“.

In 1988, hundreds of white doves died in the Olympic flame at the opening ceremony in Seoul. Since then, no living pigeons have been released at the ceremonies. On the 9th of February, at the opening ceremony in PyeongChang, instead, a massive peace dove was formed by human bodies.

The symbolism is clear.

Sentimental headlines cover for fundamental problems.

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live aus PyeongChang (14): Niemand hat die Absicht, den Friedensnobelpreis zu erhalten!

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IOC President Thomas Bach visits the women’s Ice Hockey. (Photography by Greg Martin/IOC)

ALPENSIA. Wie hat Angela Ruggiero gerade gesagt? Die Idee vom Friedensnobelpreis sei ihr einfach so gekommen. Da stecke kein Plan dahinter.

Das war ich, Angela, Eishockeyspielerin.

Aber sie habe sehr viel Zustimmung erhalten von anderen IOC-Mitgliedern.

Mark Adams, Kommunikationsdirektor des IOC, der mir auf Twitter mal die Produktion von Fake News vorgeworfen hat (wäre es so, würden sie mich täglich verklagen, sie haben schließlich alles Geld der Welt für bissige Drohanwälte aus Berlin und anderswo), sprang der Amerikanerin eben auf der Pressekonferenz geschwind und resolut beiseite. Ist ja sein Job. Seitens des IOC gebe es keinerlei Überlegungen in Sachen Friedensnobelpreis, erklärte er. „Ich bitte darum, das zu akzeptieren.“ Mitglieder dürften ihre Meinung äußern (wenn sie nicht gerade Dick Pound heißen), man sei schließlich eine demokratische Institution – oder so ähnlich.

Hach, zur Feier des Tages und um diese überzeugenden Ausführungen zu unterlegen, ergänze und und verfeinere ich meine kleine Friedensnobelpreisgeschichte, die auf SPON veröffentlicht wurde – in guter Blog-Tradition.

Gestern gab es einige Diskussionen auf Twitter, an denen sich lustiger Weise die Spindoktoren Mike Lee (Katar 2022, Doha 2020, PyeongChang 2018, London 2012, Rio 2016 u.v.a.m.), Job Tibbs (Sotschi 2014, Peking 2008, München 2018, FINA, ANOC, Ashgabat 2017, Baku 2015 u.v.a.m.) beteiligten. Auch der langjährige IOC-Marketingdirektor und Bach-Freund Michael Payne diskutierte mit. Payne ist Berater von Bernie Ecclestone und anderen und war für etliche Olympiabewerbungen tätig. Sie alle sind teuer, bekommen pro Tag, was 90 Prozent aller Menschen nicht im Monat erhalten. Dafür werkelt man dann eben auch im Auftrage diverser Alleinherrscher, Despoten, Prinzen, Emire, Monarchen, Diktatoren auf allen Kontinenten. Vielleicht lässt sich demnächst einer von denen in Nordkorea anheuern, who knows.

Diese Leute, die im Grunde immer im Auftrag von irgendjemandem agieren, meinen allen Ernstes (oder müssen das schreiben, weil sie dafür bezahlt werden), dass Journalisten, die versuchen, beim Korea-Friedensnobelpreis-Thema nicht nur hundertprozentig die IOC-Propaganda zu verbreiten, „zynisch“ agieren.

Dazu stelle ich fest: Habe selten größere Zyniker erlebt als diese Herrschaften. Kann mich sehr gut an ein Gespräch mit einem der Drei im Olympic Family Hotel in der vergangenen Woche erinnern, der die Nase rümpfte über Thomas Bach und die Friedensnobelpreisambitionen, die aus jeder Pore des IOC-Präsidentenkörpers dringen, der mir zudem zuraunte, er könne Dinge erzählen … wie es sich wirklich verhielt in der IOC-Korea-Frage.

Aber ich bin nicht gemein und verzichte darauf, das auszuplaudern.

Denn sind wir nicht alle ein bisschen Frieden? Und ein bisschen Friedenstaube?

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live aus PyeongChang (13): Im russischen Haus, das nicht russisches Haus heißen darf

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GANGNEUNG. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat mal wieder Schwachsinn erzählt. Die Dopingvorwürfe gegen das große saubere Russland seien von den USA inszeniert worden, weil die Russland sonst nicht schlagen könnten. Undsoweiterundsofort. Eine Lüge nach der anderen. Aber für derlei Äußerungen der ranghöchsten russischen Politiker wird sich das IOC vielleicht gar nicht interessieren, wenn es darum geht, die Witz-Sperre des Russian Olympic Committee (ROC) schon für die Schlussfeier in PyeongChang aufzuheben. Sport und Politik werden im IOC schließlich sauber voneinander getrennt.

Sieht man am Beispiel Russland.

Sieht man auch am Beispiel Nordkorea/Südkorea (dazu gleich mal zwei Lesebefehle für Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung und Christoph Becker in der FAZ).

Wie war das nochmal am 5. Dezember 2017?

Was hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) angeordnet, als es das ROC für ein paar Tage, nun ja, suspendierte?

Es sollte keine russische Flagge wehen bei diesen Winterspielen, die Hymne der Staatsdopingnation sollte auch nicht gespielt werden. Das ging an den ersten beiden Wettkampftagen gut. Auf der offiziellen Webseite aber, wo die Wettkampfresultate vom IOC-Sponsor Atos Origin bestückt werden, tauchten am Sonntag für die Buckelpistenfahrerinnen Regina und Marika Rachimowa kurzzeitig die russische Fahne und das Kürzel RUS auf. Und nicht etwa: „Olympic Athlete from Russia“ (OAR).

Das Malheur wurde bald behoben.

Die russische Hymne kann man dennoch hören in Südkorea, unweit der olympischen Sportstätten, in Gangneung, Gangmun 303-4, nahe am Strand. In der so genannten Aqua Wedding Hall, nahe des Gyeongpo Beach Tourist Hotels.

Dort haben die Russen ein Sports House eingerichtet. Russisches Haus darf es nicht heißen. Nicht mal OAR House.

Meine kleine Geschichte dazu.

„Russland in meinem Herzen.“

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Was vom Tage übrig bleibt (64): „Da ist überhaupt nichts dran falsch, etwas zu berichten …“

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Herbert Fischer-Solms hat gerade im Deutschlandfunk einen Schwerpunkt zum Bundestags-Sportausschuss gesendet, der seit Mittwoch die Öffentlichkeit aussperrt. Als Ergänzung zur bisherigen Berichterstattung über die Steuermittel verschlingenden Steinzeit-Kommunikatoren von CDU/CSU und FDP bieten sich diese drei Beiträge gewiss an: Was bisher geschah – meine Zusammenfassung: : Klaus Riegert (CDU/Schwäbischer Turnerbund) hat „an der Qualität einige Dinge“ […]

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Crowdsourcing: Wie erzieht man Polit-Hampel und Wahrheitsallergiker, die im Bundestag unter sich bleiben wollen?

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Am Anfang steht ein Zitat. Bitte aufmerksam lesen und versuchen zu begreifen, Herr Riegert und Herr Günther und all die anderen Spezialdemokraten, die sich mit Steuermitteln im Bundestag ein herrschaftliches Leben alimentieren lassen: Da sind zum einen die „Kartelle der Angst“, die sich dem Wandel entgegenstemmen. Es sind mehr oder weniger mächtige Interessengruppen, die Angst […]

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Die FIFA und die Medien: Gruß aus Nordkorea (II)

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Den vielen abstrusen so genannten Pressekonferenzen hat die FIFA am Sonnabend in Berlin eine weitere hinzugefügt. In etlichen Berichten sind die Kollegen darauf eingegangen. Stimmt schon, im Prinzip wurde dieser Medientermin abgebrochen. Was ich mir nun auch mal wünsche, man wird ja mal laut träumen dürfen: dass die Journalisten geschlossen protestieren, den Saal verlassen oder […]

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„In Deutschland bekannt und beliebt: FIFA-Präsident Blatter“

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Oooops. Dieser Beitrag wies einige Wochen den Entwurfs-Status auf. Ich finde, jetzt ist ein feiner Zeitpunkt, den endlich freizuschalten. Jedenfalls, diese DFB-Pressemitteilung vom Oktober ist einfach zu putzig, die muss doch noch nachveröffentlicht werden, und sie lässt erahnen, wie knallhart der Dr. Zwanziger ab 2011, wenn er in das FIFA-Exekutivkomitee einzieht, mit Sepp und Konsorten […]

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Pyeongchang 2018 und die Korea-Krise

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BELGRAD. Herr Cho schleppt zwei schwere Kameras. An jeder Schulter baumelt ein teures Objektiv. Sightseeing ist angesagt am Donnerstagmorgen. Herr Cho will sich die Belgrader Altstadt anschauen, und wie er durch die Lobby des Hyatt Regency Hotels schreitet, erfüllt er zweifellos jenes Klischee, dass Europäer von asiatischen Touristen pflegen. Doch Yang Ho Cho ist geschäftlich […]

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Notizen von den Jugendspielen

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SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert. „Every child has a wish, to glow like the stars above … raise your hand for our generation … time to fly way beyond the skies …“ Schaun mer mal. Einige Notizen, bevor es morgen hier richtig los geht und ich […]

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Südafrika, Tag 31: Ein Gruß aus Nordkorea

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SANDTON. Es geht auf die Zielgerade. Morgen fliege ich für zwei Tage nach Durban (natürlich mit Kulula), Halbfinale schauen – und am Mittwoch etwas umfassender als bisher live bloggen. Könnte ein Spaß werden. Ganz und gar unspaßig sind derzeit Termine bei der FIFA. Komme gerade von so einem PR-Event. Die FIFA und die Amaury Group […]

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Besuch in Nordkorea

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TEMBISA. Was weiß man schon von Nordkorea? Hier draußen in Tembisa, einer Township im Norden von Johannesburg, lässt sich ein bisschen Nordkorea erahnen. Das Makulong-Stadion ist von hohen Zäunen mit spitzen Pfählen und Stacheldraht umgeben. Es wird bewacht von bis an die Zähne bewaffneten Soldaten. Und drinnen schreit ein echter, kahl geschorener, bulliger Offizier die […]

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