netzwerk

„Richard W. Pound to head Play the Game Advisory Board“

Hoppala, das ist doch mal eine überraschende Nachricht. Richard Pound nimmt im Juni 2009 nicht nur erneut an der Konferenz Play the Game teil, er steigt sogar richtig in die Organisation ein. Angesichts der Tatsache, dass die Kommunikation zwischen Play the Game und Organisationen wie IOC oder Fifa zeitweise eingefroren war, ist das eine kleine Sensation. Ein Überraschungscoup von Jens Sejer Andersen. Die Fifa hatte Play the Game über die Jahre boykottiert und zweimal nur Spione geschickt. IOC-Mitglieder waren eigentlich immer zugegen, aber zuletzt auf eigene Faust – wie eben Pound 2007 in Reykjavik -, und nicht mit Unterstützung der IOC-Führung. Weshalb in den vergangenen Jahren auch einige eigentlich recht hoffnungsvolle Kontakte im Nichts endeten. Aus Sicht von Fifa, IOC, FIVB und anderen war Play the Game der Feind; wenn ich mich recht erinnere, hat Acostas Verband (FIVB) sogar mal versucht, sämtliche Board-Mitglieder von PTG zu verklagen, weil der unvergleichliche Mario Goijman (Volleygate) eingeladen und geehrt worden war.

Richard Pound hat 2007 nach entsprechenden Anfragen von Journalisten erstmals darüber gesprochen, dass ihm die Idee einer Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA) analog zur WADA durchaus gefällt. Ich habe seit Jahren über so eine WACA fabuliert. Mal sehen, was geht. Mal sehen, wie das Establishment auf Pounds unorthodoxe Aktion reagiert.

Die taufrische Pressemitteilung von Play the Game aus London, wo heute eine Veranstaltung u. a. mit Declan Hill stattfand, der ebenfalls zu den Stammkräften von Play the Game zählt.

(Und als disclosure flink noch der Hinweis, dass ich seit 2006 im Programmkomitee von Play the Game mitarbeite.)

IOC member and former President of the World Anti-Doping Agency (WADA), Richard W. Pound, is to head Play the Game’s new Advisory Board.

Play the Game’s commitment to democracy, transparency and freedom of expression in world sport made Pound team up with the sports communication organisation. The award-winning transparency in sports advocate also stressed the importance of Play the Game as an independent platform for dialogue on the future of sport.

„Sport is confronted with a number of serious challenges, ranging from corruption and doping to the changes in people’s lifestyle around the world,“ says Pound. „More than ever we need to face these challenges with full transparency and readiness to involve the public in finding solutions, and Play the Game plays an important part in this process.“

„Play the Game“ im Juni in Coventry

Ich habe gelegentlich auf die einzigartige Konferenz Play the Game hingewiesen, die im Juni 2009 in Coventry stattfindet – nach bisherigen Stationen in Kopenhagen und Reykjavik. Hier noch einmal die unbedingt lesenswerten Rückblicke auf vergangene Konferenzen:

ptg2009-titleEigentlich sollte ich heute in Kopenhagen sein, um mit dem Programmkomitee weiter über Themen, Workshops und die Rednerliste für Coventry zu diskutieren. Das ließ sich wegen anderer Verpflichtungen leider nicht einrichten, habe meinen Senf deshalb schriftlich dazu gegeben. Schwerpunktmäßig werde ich mich wieder um Korruptions- und Ethikthemen kümmern.

Details über Buchungsmöglichkeiten, den Call for Papers und den Stand der Vorbereitungen finden sich auf Play the Game 2009. Stammgäste wie Richard Pound, Alessandro Donati, Andrew Jennings, Mario Goijman, Declan Hill und Wada-Generaldirektor David Howman haben natürlich längst ihre Teilnahme zugesagt. Ich bin gespannt, ob es gelingt, außer Pound noch andere IOC-Mitglieder nach Coventry zu lotsen. Play the Game und das IOC bzw. Play the Game und Blatters Fifa, das sind Probleme für sich. Die Kommunikationsherrscher mögen es nicht, wenn ihnen jemand dazwischen pfuscht. Sie schicken mitunter ihre Agenten (der Fifa-Abgesandte, der 2002 im Saal saß, wird mir diese Bezeichnung sicher nicht übel nehmen), verweigern sich sonst aber einigermaßen rigoros.

Die 8 Schwerpunktthemen für Coventry: