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live aus PyeongChang (5): IOC-Session, Tag 2

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ALPENSIA. Auf geht’s. Der Olympic Flow hat uns wieder. IOC-Session, Tag zwei. Allerdings, taktisch unklug, das gleich zu verraten, wird es weniger spannend. Business as usual, die Berichte der Organisationskomitees PyeongChang 2018, Tokio 2020, Peking 2022, Paris 2024, Buenos Aires 2018 (YOG) und Lausanne 2020. Multifunktionäre wie Bachs Kumpel John Coates, der gestern mehrfach Bericht erstattete, oder Juan Antonio Samaranch gehen auch heute in die Bütt, diesmal als Chefs der Koordinierungskommission für Tokio 2020, wo sich das IOC die Kostenreduzierung auf die Fahnen schreibt, sowie für Peking 2022. Auch wieder dabei: der belgische Baron Pierre-Olivier Beckers Vieujant und Bachs argentinischer Paladin Gerardo Werthein.

Gestern hatten Samaranch, Coates & Co noch vermeintliche Reformen im Bewerbungs- und Organisationsprozedere vorgestellt. „The Game Changer“.

Hier mal die Infografik dazu, die das IOC abends verschickte.

Ausführlich werde ich darauf im neuen Monatsmagazin Sport & Politics eingehen.

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live aus PyeongChang (2): Olympische Systemfragen. Die Nähe zum organisierten Verbrechen

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ALPENSIA. Habe gerade Ching-Kuo Wu begrüßt, kurz bevor er zur Eröffnung der IOC-Session chauffiert wurde. Herr Wu, war da nicht was? Klar, er wollte mal IOC-Präsident werden, führte von 2006 bis 2017 den Box-Weltverband AIBA und musste kürzlich wegen Misswirtschaft (mindestens) als AIBA-Boss zurücktreten, womit er auch seine Position als Vertreter der olympischen Sommersportverbände im IOC-Exekutivkomitee verlor. IOC-Mitglied ist und bleibt der Taiwanese natürlich. Vorerst? Oder solange, wie es die Regeln hergeben?

Einst schrieb mir Wu auf, warum er IOC-Präsident werden wolle …

… weil er die olympische Bewegung entwickeln könne.

Herr Wu war tatsächlich mal als Erneuerer angetreten, in der AIBA, als Nachfolger des schwer korrupten Pakistani Anwar Chowdhry † (hier finden sich einige zusammenfassende Beiträge von mir dazu, durchaus wichtig, wenn man die Zeitläufte verstehen möchte). Chowdhry wiederum diente einst in der sogenannten sportpolitischen Abteilung von Adidas unter Horst Dassler † und wurde 19086 auch von Dassler auch an der AIBA-Spitze installiert. Chowdhry werkelte für Dassler damals also an der Seite des IOC-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber und des damaligen Adlatus von Horst Dassler, ein gewisser Thomas Bach war das. Heute ist er ein Mann, der nicht Freund von Wladimir Putin sein möchte, der unter Dassler ohnehin nie etwas mitbekommen hat von unsauberen Machenschaften (und selbstverständlich nie daran mitgewirkt hat), und der ganz ganz schlimm findet, wie sich das in der AIBA so entwickelt.

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Propagandamaschine: das IOC und Putin und die Einheit von Sport und Politik

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Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Die Namen der beiden politisch Hauptverantwortlichen für das gigantische, kriminelle Dopingbetrugssystem des russischen Sports (inklusive des Betruges an vielen tausend Athleten aus aller Welt) tauchen insgesamt nur drei Mal im eher vorläufigen Untersuchungsbericht von Richard McLaren auf.

Wladimir Putin und Dmitri Medwedew.

Präsident und Ministerpräsident.

In jener Zeit, da das nun zusammengebrochene System ersonnen und in Auftrag gegeben wurde, war – Rollentausch – der eine Ministerpräsident und der andere Präsident. Macht es einen Unterschied?

Putin und Medwedew also. Jene Männer, die seit gestern Entlassungen „der Verantwortlichen“ versprechen und vornehmen und die Justiz beauftragen. Die jüngste „Meldung“ dazu: Medwedew sagt, Sportminister Witali Mutko werde im Amt bleiben.

Der Reihe nach.

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The Empire strikes back: IOC-Attacken auf Doping-Aufklärer und mündige Athleten

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Heute um 15 Uhr (MESZ) wird der Untersuchungsbericht der Welt-Antidoping-Agentur WADA zum staatlich orchestrierten Betrug im Dopingkontroll-Labor in Sotschi 2014 und zum russischen Staatsdoping veröffentlicht. Davon ausgehend wird die Frage neu beantwortet werden müssen, ob das russische NOK komplett den Sommerspielen in Rio fernbleiben soll. Diese Variante, von einer erstaunlich ausdauernden olympischen Opposition gefordert, hatte IOC-Präsident und Putin-Freund Thomas Bach mit seiner Finte des Olympic Summit nur einige Wochen vertagt.

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Olympia 2020, der Tag danach: Ringen vs Squash vs Softball/Baseball

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BUENOS AIRES. Ich bin ja ein Freund solcher Dokumente, die gehören einfach dazu und haben hier Tradition (Rio de Janeiro, Pyeongchang). Bevor es in diesem Theater weiter geht, zum Beispiel mit der Entscheidung über die Sportarten für 2020, hier also, was ich gestern Nacht nicht mehr geschafft habe, die Wahlprotokolle:

Offizielles Wahlergebnis: Wahlberechtigte, Abstimmende: jeweils 97, Stimmenthaltungen: 1, Gültige Stimmen: 96; erforderliche Mehrheit: 49; Tokyo: 60 *ELECTED, Istanbul: 36

Wahl der Olympiastadt 2020, 2. Runde — Finale

Für Spiegel Online hatte ich gestern Nacht, erwärmt, erheitert und inspiriert vom Umsonst-Rotwein im Pressezentrum, den Versuch einer ersten Analyse gedichtet.

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Projekt 18? #IOC-countdown8

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FDP-Wahlplakat 2002

FDP-Wahlplakat 2002

BUENOS AIRES. Nach erster durchwachter Nacht beginnt der Tag doch mit einem Lächeln.

Lese gerade von einer Umfrage, die dpa zu den Lebenskrönungaussichten des FDP-Mitglieds Thomas Bach in Auftrag gegeben hat. Da heißt es:

Der Glaube an eine Wahl von Thomas Bach zum ersten deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist unter den Deutschen nicht besonders ausgeprägt. Nur 18 Prozent erwarten, dass der Präsident des Olympischen Sportbundes am 10. September beim IOC-Kongress in Buenos Aires die Nachfolge von Jacques Rogge antreten kann. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa.“

Dazu fiel mir sofort das Zwischenergebnis unserer Expertenumfrage hier ein.

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IOC-Countdown (22 Tage): und noch zwei Umfragen #OG2020 #coresports2020

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Sorry, war den ganzen Tag unterwegs. Deshalb im Countdown heute nur Kleinigkeiten.

Obwohl, für Spanien/Madrid, Japan/Tokio und die Türkei/Istanbul ist es natürlich keine Kleinigkeit, ob sie Olympiagastgeber 2020 werden oder nicht. Die Entscheidung fällt am 7. September auf der IOC-Session in Buenos Aires. Bis dahin sind die Wahllokale geöffnet:

Which city will become the host city of the Olympic Games 2020? - Wer wird Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2020?

  • Istanbul

    80.4%

  • Tokyo

    11.6%

  • Madrid

    8.1%

Lade Umfragedaten…

Eine weitere Entscheidung trifft die IOC-Vollversammlung in Argentinien: Zu den 25 olympischen Kernsportarten für die Sommerspiele 2020 (plus Rugby Sevens und Golf) kommt eine Sportart hinzu, dann sind die maximal 28 Sportarten wieder erreicht. Nach dem Schock des Februars, als Ringen aus der Liste der Core Sports gestrichen wurde, und der Erleichterung Ende Mai, als Ringen unter acht Bewerbern doch wieder auf die Shortlist für Buenos Aires kam, deutet fast alles darauf hin, dass die Ringer unter dem neuen FILA-Präsidenten Nenad Lalovic (Serbien) und mit Unterstützung aus Russland, den USA und sogar Iran das Olympia-Aus abwenden.

Ab ins Wahllokal:

Which sports should be added to the Olympic program 2020? - Welche Sportart sollte in das Programm der Olympischen Sommerspiele 2020 aufgenommen werden?

  • Ringen/Wrestling

    64.6%

  • Softball and Baseball

    18.2%

  • Squash

    17.2%

Lade Umfragedaten…

Die aus deutscher Sicht natürlich wichtigste, weil voraussichtlich historische IOC-Entscheidung mit dem UDIOCM, das in der Blog-Abstimmung schon von Sergej Bubka überholt wurde:

Who should become the 9th IOC president? - Wer soll am 10. September 2013 in Buenos Aires IOC-Präsident werden?

  • Der Stabhochspringer: Sergej Bubka (Ukraine)

    40.4%

  • Der Ruderer: Denis Oswald (Schweiz)

    18.7%

  • Der Lobbyist: Thomas Bach (FDP)

    18.6%

  • Der Segler: Ser Miang Ng (Singapur)

    8.6%

  • Der Banker: Richard Carrión (Puerto Rico)

    8.4%

  • Der Architekt: Ching-Kuo Wu (Taiwan)

    5.2%

Lade Umfragedaten…

Abschließend die wirkliche Kleinigkeit: Es gab tatsächlich noch ePost auf meine Anfrage vom Freitag, denn Sergej Bubka hatte versprochen, heute detailliert darauf zu antworten, was sich mit der offiziellen IOC-Antwort aber erledigt hatte. Verstanden?

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From Russia with love (I): Panikattacken des Präsidentschaftsfavoriten?

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MOSKAU. Endlich wieder im Kreise meiner zweiten Familie. Ich habe sie sehr vermisst in den vergangenen vier Wochen, die Olympic Family. Habe für vier Tage Stellung bezogen im legendären Hotel Ukraina, das jetzt Radisson Royal heißt, und beobachte das Treiben der IOC-Präsidentschaftskandidaten, habe die Olympiabewerbung 2020 und Putins Sportbattalione im Blick, so gut es eben geht.

Das Ukraina hat es mir übrigens angetan, wie die anderen sechs stalinschen Wolkenkratzer, die Seven Sisters. Sie üben eine merkwürdige Faszination auf mich aus. Das muss der russische Teil meiner Seele sein, oder der stalinsche? Jedenfalls, ich habe jetzt alle mal kurz besichtigt. Aber das ist eine andere Geschichte. Blöderweise ist das Ukraina so hoch und breit, dass ich es aus der Nähe einfach nicht aufs Bild kriege, habe es mit drei Kameras versucht, aber gerade keine Zeit, auf die andere Seite der Moskwa zu wandern und von dort aus abzudrücken. Deshalb, Fremdquelle (und aus dem Winter, war gerade nichts anderes greifbar), ein eigenes Foto wird nachgetragen:

Hotel Ukraina/Radisson Royal (c) Wikimedia

Hotel Ukraina/Radisson Royal, ©Rudolf Simon (cc-by-sa)

Momentaufnahme drinnen: Aus dem Aufzug kam eben Jacques Rogge mit Anne – die Blaulichter draußen warten schon, es geht zum Dinner. An der Bar, fünf Meter hinter mir, sitzen Juan Antonio Samaranch Junior, Craig Reedie und Richard Carrión; Alex Gilady ist gerade gegangen. Daneben am Tischlein haben die Amerikaner um Jim Scherr und Doug Arnot (beide ehemals USOC) Platz genommen, die für Aserbaidschans Diktator Ilham Äliyev und EOC-Präsident Pat Hickey 2015 die ersten European Games organisieren. Sie haben auch gerade einige IAAF-Funktionäre bearbeitet, etwa den Schweizer Hansjörg Wirz, Präsident des europäischen Verbandes. Denn die Leichtathleten machen bisher nicht mit bei den Europaspielen, von denen niemand weiß, warum Europa die braucht. Außer natürlich Äliyev und Hickey, die wissen, dass sie sie brauchen.

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Masters of the IOC universe: Putin, Gazprom, oligarchs and sheikhs

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The so-called Olympic movement has showed a surprisingly strong interest in the first part of the report on the presidential race in the International Olympic Committee (IOC). The acronym ABB seems to have electrified people. It stands for “Anyone But Bach” – referring to the clear favorite among the six contenders for the IOC Presidency, the German Thomas Bach.

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mmm

On April 21st this year, most senior IOC officials met in Tianjin, northern part of China. On this day, the „Juan Antonio Samaranch Memorial Museum“ was opened, planned by the architect Ching-Kuo Wuo (Taiwan), another one of the six presidential candidates. At this occasion a conspiratorial-sounding abbreviation was used for the first time. ABT: „Anything but Thomas“. Sometime in May it changed to ABB.

Of course, the five challengers of Thomas Bach discreetly promote the ABB story among their peers. But one of them, Ser Miang Ng from Singapore, currently thought to be number two or three in the presidential race, now argues more offensively with a historical fact:

There have been eight presidents in IOC history. Seven from Europe, one from the U.S. – but none from the biggest and most populous continent. None from Asia.

So perhaps the ABB will be replaced by an ABE: From anywhere but Europe?

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