markus völker

Was vom Tage übrig bleibt (104): die Usancen im Verein Doping-Opfer-Hilfe

Über die traurigen Vorgänge im Verein Doping-Opfer-Hilfe e.V. (DOH) hat Markus Völker in der taz einen geradezu bedrückenden Text veröffentlicht. Lesebefehl:

Er schreibt u.a.:

Es ist ein unheimlicher Streit, weil, vereinfacht gesagt, die Guten gegen die Guten kämpfen und den Bösen damit vielleicht in die Hände spielen. Es ist aber auch ein unheimlicher Streit, weil man als Rechercheur das Gefühl hat, knietief in einem Sumpf aus Vorhaltungen, Neidkomplexen und gekränkter Eitelkeit zu waten und nicht so recht weiß, wie man sich von da aus wieder auf eine Sachebene begeben kann. Neuerlich hochgekocht ist der Konflikt nach einem Bericht des in Neubrandenburg erscheinenden Nordkuriers: „Wie sauber ist die Hilfe für Opfer von DDR-Doping?“

Der Verfasser, Thomas Krause, hat sich bislang wohl eher nicht mit der Materie „Dopingopferhilfe“ befasst, er wurde zum Autor des Stückes, weil in seiner Stadt der stasi- und dopingbelastete Leichtathletiktrainer Dieter Kollark („IM Alexander“) arbeitet und weil Vorwürfe des Minderjährigendopings aufgekommen sind, die der 73-jährige Kollark vehement bestreitet; gegen die FAZ und den Tagesspiegel ist er deswegen juristisch vorgegangen.

Krause fiel schon vor ein paar Wochen als Sprachrohr Kollarks auf. Leider trifft er diesmal einen sehr wunden Punkt. Unlängst hat sich sogar der sehr verdienstvolle Anti-Doping-Aktivist Henner Misersky aus dem DOH zurückgezogen – im erbitterten Streit.

Russland, Vancouver und Sotschi 2014: Abschied vom Elbrus

Interessant, wie es das UDIOCM (FDP) schafft, in einer selbstzufriedenen Vancouver-Bilanz seinen in selbstverschuldete Bedrängnis geratenen Koalitionär Theo Zwanziger (CDU) in höchsten Tönen zu loben. Ich weiß allerdings jetzt nicht so genau, ob die Unterstützung des deutschen Fußballs, ob nun DFB oder DFL, so enorm wichtig für Münchens Olympiabewerbung ist. Aber darum geht es vielleicht ein andermal. Heute kurz noch einige Anmerkungen zur Bilanz von Vancouver, die ja andernorts nicht so rosig ausfiel. Im Gegensatz zum UDIOCM ist etwa der langjährige russische NOK-Präsident Leonid Tjagatschow (IM Elbrus) seinen Job los.

Sportpolitik in Russland fasziniert mich, keine Frage. In den kommenden Jahren werde ich mich dieser Spezialdemokratie ausführlich widmen und wenn alles klappt, im April schon mal in Sotschi nach dem Rechten sehen. Will damit auch sagen: Die Wünsche von Lesern werden immer ernst genommen und nach Möglichkeit erfüllt. Hier mal der Auftritt von Russlands Präsident Dmitri Medwedew aus der vergangenen Woche im Original, als er russische Sportverbände mit – je nach Übersetzung und Neigung der Journalisten – mit faulen, vollgefressenen Katern verglich. Mein Russisch ist auch nicht mehr das, was es einmal war, vielleicht kann jemand die Passage treffender wiedergeben, vielleicht aber sind die Übersetzungen, die dazu in den vergangenen Tagen angeboten wurden, auch einigermaßen korrekt.

Medwedew, dessen Videoblog ich immer wieder gern empfehle, auf Youtube (darunter die englische Übersetzung des Kreml):

[youtube dJdjNF3GMcc nolink]

Beginning of Meeting with Leaders of United Russia Political Party

PRESIDENT OF RUSSIA DMITRY MEDVEDEV: Colleagues, the time has come to examine the latest round of new appointments. This week, as I understand it, we are starting with the candidates for the post of governor of Kemerovo Region. Later, we will have the candidates for governor in a few other regions to consider too.

Mr Gryzlov, you have the floor.

CHAIRMAN OF THE UNITED RUSSIA SUPREME COUNCIL AND SPEAKER OF THE STATE DUMA BORIS GRYZLOV: Thank you, Mr President. We have examined candidates for the post of governor of Kemerovo Region and we want to present three nominees to you: Valentin Mazikin, currently first deputy governor of Kemerovo Region, Sergei Neverov, a deputy of the State Duma of the Federal Assembly, and the incumbent governor, Aman Tuleyev. All three candidates are connected to United Russia. Neverov and Tuleyev are members of the party, and Mazikin is a supporter of United Russia. All three candidates are equal in merit, and so the choice is yours to make.

DMITRY MEDVEDEV: Good, thank you for this presentation. In accordance with the law I will make my proposal in line with the established procedure.

Is there anything else?

BORIS GRYZLOV: There is one other matter. The Olympic Games in Vancouver have just ended. Over these last two weeks we have followed out team’s performance very closely. I think, talking about Russians’ national idea, you could say that one of the things that unites us is a desire to always be first. It is all the more sad therefore to see that our country only reached eleventh place in the overall medal count. This is a worse result than Russia achieved in the first Olympic Games it took part in back in 1912. In other words, this is our worst result ever. I think this is a systemic failure. Of course, the sports officials should take responsibility for this. We have the Sochi Olympics ahead and I think that every day is valuable now and we need to decide how we are going to go about preparing for these Olympics.

We would like to hear your opinion on this situation, because United Russia is ready to get involved in the efforts to get our athletes ready for the Games.

DMITRY MEDVEDEV: Yes, and you should get involved. This is a national affair, something we all need to get involved in. I think it is still too early to make a final analysis, but I will make three points nonetheless.

Trockenbob FDP/CSU: KT Guttenberg, Thomas Bach, Hackl Schorsch

Vancouver, Tage 8/9: Bobfahren „zum Ansehen Deutschlands“

Trockenbob FDP/CSU: KT Guttenberg, Thomas Bach, Hackl Schorsch

VANCOUVER. Im deutschen Haus sind die Koalitionäre gestern Bob gefahren: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas Bach (DOSB, IOC, FDP) und Georg Hackl (CSU/INSM). Umgekippt ist niemand, anders als auf der Bahn in Whistler.

Während ich das schreibe, haben die beiden deutschen Zweierbobs nach dem ersten Tag zunächst Rang eins und zwei inne. Es wird wohl wieder Gold und Silber geben. Nirgends sonst lassen sich Medaillen mit solcher Zuverlässigkeit produzieren wie im Eiskanal und seinen exotischen Sportarten.

Ich weiß, dass ich manchen Leser damit nerve, ich wiederhole es dennoch: Bob und Rodel sind Randsportarten, die bei detektivischer Auslegung der Olympischen Charta Probleme hätten, Olympiasportarten zu bleiben. Deutsche Sportsoldaten aber, die auf vier Kunsteisbahnen (Weltrekord) für viele Millionen Euro abwärts sausen, verrichten die derlei schräge Übungen vorzüglich.

„Was kostet das Gold?“ hatten Michael Reinsch und Michael Horeni am 30. Januar in der FAZ gefragt und etliche Zahlen dazu aufgelistet.

Peking, Tag 13

09.26: Im Wasserwürfel. Werde zur Feier des Tages, der 10. und 11. Goldmedaille von Big M, mal den Live Blog probieren. Aber wahrscheinlich schläft in Deutschland noch jeder. Ist ja auch nicht mehr ganz so spannend bei den Schwimmern: Jedes Rennen ein Weltrekord. Wo ist da das Überraschende?

09.32: Kleiner Rückblick auf die Busfahrt ins MPC. Erstaunlich, dass ich nicht ständig Unfälle sehe. Denn rote Ampeln sind in China kein Hindernis. Selbst an größten Kreuzungen, wo sich fünfspurige Autobahnen begegnen, fährt man erst mal in die Mitte vor, um bei Rot zu schauen, was noch geht. Manche drehen auch mitten auf der Kreuzung um und kommen einem entgegen – nicht nur Fahrradfahrer. Aber sie kommen offenbar damit klar, die Chinesen. Undenkbar in Deutschland.

09.43: Aktualisierung von gestern – eine Liste bloggender Olympiareporter: