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Was vom Tage übrig bleibt (96): Infantino, Samoura, Stepanowa, DOSB und unethische Olympialasten

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Startliste 2. Vorlauf 800 m Frauen bei der EM in Amsterdam am 6. Juli 2016

Startliste 2. Vorlauf 800 m Frauen bei der EM in Amsterdam am 6. Juli 2016

Damit es nicht untergeht im Euro-Rauschen, einige Links, Docs und Lektüre-Hinweise.

1) Am Wochenende veröffentlichten Tages-Anzeiger/Sonntagzeitung ein internes Schriftstück aus der FIFA, aus dem seit Ende Mai zitiert wird (etwa in der FAZ) – und in dem Gianni Infantino so einiges vorgeworfen wird. „Wer den FIFA-Chef kritisiert, fliegt raus“, titelt Arthur Rutishauser. Es geht, wie seit etlichen Wochen debattiert, um die Kosten für Flüge (Alischer Usmanow zeigt sich sehr spendabel), Matratzen, Fitnessgeräte, Blumen, Luxus-Limousinen, teure Berater (u.a. Luís Figo), Reinigungen und andere Spesen – und natürlich um Infantinos Millionen-Gehalt, das er als „beleidigend“ empfindet.

Hier das Papier:

Dazu gab es bereits einige Beiträge mit weiterführenden Links und dem Mitschnitt der FIFA-Councilsitzung im Mai:

:

Im Übrigen nimmt die von Infantino betriebene Säuberungswelle in der FIFA-Administration kein Ende, die nächsten beiden Manager wurden gefeuert: Severin Podolak, Chef der FIFA Travel GmbH, und Christoph Schmidt, Bürochef des Generalsekretariats, das bis vor kurzem von Markus Kattner geführt wurde, der ja nun auch gefeuert wurde. Dabei ist Infantino nach den neuen FIFA-Statuten doch gar nicht mehr fürs Tagesgeschäft verantwortlich, sondern quasi außenpolitisch tätig. Doch halt, hat er nicht in einem seiner vielen Alleingänge als CEO und Generalsekretärin die Senegalesin Fatma Samoura, installiert, die gerade bei Elfmeterschießen gegen Italien in Bordeaux dem CDU-DFB-Präsidenten Reinhard Grindel um den Hals gefallen ist?

Na klar.

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The Organized Crime Syndicate called FIFA

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Habt Spaß, liebe Leute.

Die Aufarbeitung des kriminellen, weltumspannenden FIFA-Systems ist immer noch am Anfang, auch wenn in diesen Minuten Jeffrey Webb verurteilt wird (Quatsch, heute morgen kam die Meldung, dass sein Urteilsspruch auf November vertagt wurde). Soeben ein Befreiungsschlag (AUCH um Infantino aus der Schusslinie zu nehmen) aus dem Home of FIFA, wo man bislang ja immer behauptet hat, die FIFA sei alles, nur keine RICO, also keine von Gangstern dominierte vollkorrupte Organisation.

Ooops, vielleicht muss die Kanzlei Quinn Emanuel Urquart & Sullivan, die mindestens zehn Mio CHF monatlich am Klienten FIFA (und neuerdings auch am CONMEBOL et al) kassiert, diese Einschätzung revidieren. Das, was die QEUS-Anwälte William Burck und Thomas Wehrlen vor wenigen Minuten ausgewählten Journalisten auf einer Telefonkonferenz präsentierten, lässt keinen anderen Schluss zu:

Für Joseph Blatter, Jérôme Valcke und Markus Kattner (und andere) war diese FIFA ein Selbstbedienungsladen. Blatter, Valcke und Kattner haben allein zwischen 2011 und 2015 mindestens 79 Millionen Schweizer Franken kassiert. Da kann noch einiges hinzukommen. Das Department of Justice und die Bundesanwaltschaft, die gestern mal wieder im Home of FIFA und besonders in Kattners ehemaligem Büro zu Gast war, werden die neuen Infos in Strafermittlungen einfließen lassen.

Nur mal kurz die WM-Prämien, die sie sich meist selbst zuschanzten, angeblich unter Umgehung der juristischen Abteilung (Marco Villiger, ist das zu glauben?)

wc boni blatter valcke kattner

Ich begleite das Treiben heute bei Spiegel Online und auch ein bisschen hier. Ich werde diesen Eintrag bis spätabends ergänzen.

Zunächst die Dokumente, macht Euch doch selbst ein Bild:

Contract Overview Chart1

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Arrivederci, Gianni! Uff wiederluege, Herr Infantino!

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Und es geht weiter. Ticktack, ticktack, ticktack … die Zeit des Gianni Infantino als FIFA-Präsident, der sich eben noch superstolz mit Papst Franziskus und Vlad Putin getroffen hat, dürfte bald abgelaufen sein.

Im Schnitt waren acht FIFA-Präsidenten seit 1904 je vierzehn Jahre im Amt. Kann sein, dass Infantino nicht mal vier Monate schafft.

Wollte heute Abend entspannt meine harmlosen Zusammenfassungen der vergangenen Tage bloggen und einige Links empfehlen, da beginnt die Uhr für den lieben Gianni, der offensichtlich nicht der Smarteste ist, ganz heftig zu ticken.

Zusammengefasst:

  1. Erst schmiedet er erfolgreich einen Komplott, um Domenico Scala aus den Ämtern zu drängen.
  2. Dann beauftragt er offenbar den Rechtsdirektor (und nunmehrigen stellvertretenden Generalsekretär) Marco Villiger damit, die Audio-Datei des Council-Meetings in Mexiko löschen zu lassen.
  3. Gleichzeitig ergeht Auftrag, dass die sonstigen Protokollschreiber nichts machen sollen, sondern ein treuer Diener aus dem Präsidentenbüro offenbar gefälschte Minutes erstellt, die mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun haben.
  4. Zwei Millionen Gehalt sind ihm übrigens zu wenig – ein solches Angebot (von Scala festgesetzt und eigentlich nicht verhandelbar) bezeichnete er im Exko/neu: Council als „Beleidigung“.
  5. Das alles garniert mit ungezählten Wahrheitsbeugungen und perfider Propaganda aus dem Home of FIFA, wo die Propaganda-Abteilung seit dem 27. Mai 2015 fast verstummt war (und das war auch gut so), jetzt aber zu neuem Leben erwachte – in unsäglicher Tradition.
  6. (Dazu noch viele Altlasten aus der UEFA, dubiose Netzwerke und Personen, die Panama Papers, die Behinderung und Verhinderung früherer FIFA-Reformen, die Beleidigungen in Richtung Theo Zwanziger und und und und …)

Das alles mag strafrechtlich nicht relevant sein. Nach der kriminellen Vorgeschichte der FIFA und ihrer Funktionäre/Kontinentalverbände dürfte das aber für einen gepflegten Rücktritt oder gar Rausschmiss reichen.

Gemäß Meldungen von Tim Röhn in der Welt und Mario Stäuble im Tages-Anzeiger steht eine Suspendierung des FIFA-Präsidenten durch die Ethikkommission unmittelbar bevor. Selbst wenn es dazu (noch) nicht kommen sollte. Der Email-Verkehr lässt kaum Fragen offen. Allenfalls die nach dem Geisteszustand von Infantino. Obwohl: als sonderlich smart ist er nie beschrieben worden.

Gegenüber der Welt gab die FIFA-Propagandaabteilung bis zur Erstveröffentlichung keine Stellungnahme ab. Gegenüber dem Tages-Anzeiger erklärte man, es habe sich lediglich um eine Kopie der Audio-Datei gehandelt.

Nun ja.

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live-Blog aus Zürich: und der neue FIFA-Präsident heißt Gianni Infantino

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ZÜRICH. Ehrlich gesagt kann ich nicht versprechen, dass ich noch weiß, wie dieses Bloggen geht. Aber ich versuche es einfach mal, einverstanden? Und deshalb mache ich diesen Thread auf, fülle vielleicht noch heute Nacht einiges auf – so richtig dann ab Freitagmorgen, wenn in Zürich ab 9.30 Uhr der außerordentliche FIFA-Kongress tagt, um zumindest eine Überlebensfrage zu entscheiden, die der Reformen/Statutenänderungen (geht souverän durch), um mit einer anderen wichtigen Abstimmung, der Wahl des neuen und neunten FIFA-Präsidenten (wenn man den Interims-Schmiergeldempfänger Issa Hayatou nicht zählt), gleich wieder gegenzulenken – sollte nämlich Scheich Salman aus Bahrain gewählt werden.

Die Lage habe ich gegen Mittag mal für SpOn sondiert („Der Scheich und seine Königsmacher“), keine Ahnung was diese letzte Nacht bringt. Warum sollten ausgerechnet jetzt noch einige Funktionäre und Strippenzieher von Moral-Attacken geplagt werden, die dazu führen könnten, doch nicht für Scheich Salman das Kreuzchen zu machen?

Keine Frage, ich fände es fantastisch und nur konsequent, wenn der Menschenschinder aus dem bahrainischen Königshaus den Weltkonzern FIFA übernähme. Da halte ich es mit James Dorsey, der seit Monaten sagt: mit Salman würde der Karren gegen die Wand rasen. Das wäre das Ende der FIFA.

Wäre bestimmt lustig zu beobachten.

Schaun mer mal.

Was man wissen soll zum heutigen Tag, stellt die FIFA so dar:

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Nur noch 89 Tage: zu den Suspendierungen von Blatter und Platini #FIFAcrime

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Das Beben geht weiter. Einige Fakten, Einschätzungen und Hintergründe zu den Entscheiden der sogenannten FIFA-Ethikkommission, ergänzt durch Antworten auf meine Fragen, die mir Andreas Bantel, „Sprecher der unabhängigen Audit & Compliance Kommission und der Untersuchungskammer der Ethikkommission der FIFA“, abends noch zukommen ließ.

seppmichel

So merkwürdig es klingt, aber ein Sieger dieses Tages (Donnerstag, 8. Oktober 2015) heißt Joseph Blatter, obwohl er selbst für 90 Tage suspendiert wurde. Denn durch den Beschluss der hausinternen Ethikkommission sind zwei Kandidaten für die FIFA-Präsidentschaft verhindert worden, genau so wie es Blatter wollte: Michel Platini und Chung Mong-Joon.

Beide beschweren sich vehement.

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