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Was vom Tage übrig bleibt (43): München 2018 wirbt mit hoch dekoriertem Anabolika-Doper

Einige Lesebefehle, querbeet:

Habe ich während und kurz nach der Leichtathletik-WM verpasst, zum Thema Kommunikationsherrschaft & more:

Ein JAKO-Nachtrag:

JAKO lenkt ein: „Wir haben überreagiert“

Hoppala, nun doch noch eine Reaktion der Firma JAKO im Streit mit dem Blogger Frank „Trainer“ Baade. „Wir haben überreagiert“, sagt der Firmenchef Rudi Sprügel. Zumindest das kann man erst mal so stehen lassen. Hat fast den Anschein, als hätte sich Sprügel, der von seinen Anwälten offensichtlich schlecht beraten war (mein Kommentar, meine Meinung, liebe Mediatoren!), im Internetdingens umgesehen und zum Beispiel diese Tipps gelesen. Demnach müsste JAKO den Trainer Baade morgen nach Mulfingen-Hollenbach einladen und ein Freundschaftsfoto schießen. Und demnächst Blogs aufmachen. Mal sehen.

Ich finde, die Arbeit der für JAKO tätigen Anwaltskanzlei mit den vielen Internetauftritten (es gibt noch viel mehr) ist eine Nachbetrachtung wert. Kommt mir merkwürdig vor. Ich finde nicht, dass die Damen und Herren sich so einfach aus der Affäre ziehen dürfen/sollten. Da bleiben noch etliche Fragen, die diese Presseerklärung nicht beantwortet. Vor allem: Es scheint mir keine der Fragen, die Kai Pahl (dogfood) so schön formuliert hat, geklärt, nicht mal ansatzweise.

Am ärgerlichsten ist dieser Satz aus der Erklärung:

Ohne die endgültige Klärung des Sachverhalts unter den Rechtsanwälten abzuwarten, alarmierte Baade daraufhin die Bloggerszene.

Baade hat keine Szene alarmiert. Nonsens.

Weiter heißt es:

Von den Bloggerseiten fand die Geschichte den Weg in die großen Tageszeitungen.

Dahinter steht altes Denken. Ich sage: Der Tsunami, den vor allem dogfood mit seinem fulminanten Text ausgelöst hat, war so mächtig, ohne jede Erwähnung in den herkömmlichen Medien wäre JAKO über kurz zu diesem Schritt gezwungen worden. Es hat die so genannten Qualitätsmedien nicht gebraucht, denn wer hat sich denn zehntausendfach bereits im Internetdingens über JAKOs Vorgehen erbost? JAKOs potenzielle Kunden.

Nachtrag, 21.53 Uhr: Ich sehe gerade, sie schreiben ja selbst: „die im Internet geführte Auseinandersetzung“. Eben.

Nun aber, falls der Server von JAKO den Ansturm wieder nicht verkraften sollte, hier der komplette Text der Pressemitteilung:

JAKO zur Auseinandersetzung um JAKO-Logo:

„Wir haben überreagiert“

„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel, Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen, um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden.

Der Sportartikelhersteller aus dem Norden Baden-Württembergs, der vor allem Sportmannschaften in 40 Ländern der Welt sehr erfolgreich mit Trikots, Hosen, Stutzen, Bällen, Trainingsanzügen und Schuhen ausstattet, hatte sich mit dem Blogger Frank Baade auseinandergesetzt. Der Fußballtrainer aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum kreierte neue JAKO-Logo mit Worten aus der Fäkalsprache kritisiert. Das ärgerte die Verantwortlichen bei JAKO. Sie beauftragten daher eine Anwaltskanzlei mit dem Ziel, dass Baade diese verunglimpfenden Äußerungen zurücknimmt und aus dem Internet entfernt. Nach Verhandlungen unter den Anwälten war Baade dazu bereit. Er verpflichtete sich per Unterschrift, im Falle einer Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe. Als nach einigen Wochen Baades überzogene Kritik noch immer im Internet abrufbar war, erhielt Baade erneut Post von den JAKO-Anwälten. Sie waren davon ausgegangen, dass sich der Hobby-Fußballtrainer nicht an die Absprache halten wollte und teilten ihm daher mit, dass bei einer schuldhaften Wiederholung der beanstandeten Aussagen eine erhöhte Vertragsstrafe anfalle. Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator „Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete. Ohne die endgültige Klärung des Sachverhalts unter den Rechtsanwälten abzuwarten, alarmierte Baade daraufhin die Bloggerszene. Von den Bloggerseiten fand die Geschichte den Weg in die großen Tageszeitungen.

„Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, betont Rudi Sprügel, „aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“ Sprügel bedauert, dass sich die „Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat“. Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: „Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen.“ Die Verzögerung einer Antwort hänge unter anderem auch mit der Urlaubszeit und der Abwesenheit wichtiger Entscheidungsträger zusammen.