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Tokio, was vom Tage übrig bleibt (26. Juli 21): Albträume von Ewig-Präsidenten

TDLR: Kann es sein, dass Thomas Bach als IOC-Präsident eine dritte Amtszeit dranhängt und für ihn die Olympische Charta geändert wird, weil seine Anhänger sich das ganz dolle wünschen? Ist es möglich, dass DOSB-Präsident Alfons Hörmann doch nicht abtritt in diesem Herbst und es also nicht zu Neuwahlen kommt, weil Hörmann & Co ja erst noch Deutschland retten müssen nach der Umwetterkatastrophe? Und sollten die selbstbewussten deutschen Athleten nicht konsequenter Weise Kandidaten für das Präsidentenamt stellen, um wirklich Veränderungen zu forcieren? Fragen über Fragen.

URAYASU/TOKYO. Der Taifun Nr. 8, Nepartak genannt, nähert sich der Olympiaregion. Der Regen trommelte heute Nacht gegen mein Fenster hier im Hotel direkt an der Tokyo Bay. Es wird ein bisschen ungemütlich. Alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte dieser Mitteilung der Japan Meteorological Agency (JMA), damit sollten Ihre Fragen vollumfänglich beantwortet sein.

Japan Meteorological Agency

Bach-Nachfolge im DOSB: „Objektivierung“ gescheitert

[kraut project=“https://krautreporter.de/de/projects/94-macht-moneten-marionetten/“]Der Einheitsverband DOSB bzw. seine Zentrale in Frankfurt/Main hat derzeit alle Hände voll zu tun, kleinere und größere Dissonanzen zu verbergen.

Hinter den Kulissen ist so einiges los, selbstverständlich rangelt Deutschlands Sportfunktionärs-Elite auch darum, wer Thomas Bach als DOSB-Präsident nachfolgt – falls der es im September auf den IOC-Thron schaffen sollte.

Nur soll jetzt natürlich nicht gerangelt werden – und am Ende sowieso möglichst mit der üblichen Zustimmungsrate über 90 Prozent gewählt.

Deshalb existieren selbstverständlich auch keine Bewerber.

Fest steht nur, was die DOSB-Satzung vorschreibt:

Erst einmal würde DOSB-Schatzmeister Hans-Peter Krämer als Interims-Präsident agieren. Krämer (Jahrgang 1941) hat allerdings keine Ambitionen auf den Posten.

Als auffällige Nicht-Bewerber aus dem Sport werden dennoch hartnäckig genannt:

  • DOSB-General Michael Vesper, angeblich Bachs Lieblingsnachfolger, was nicht verwundert – er hat die Rolle des eloquenten Vorstoppers zur Abwehr unliebsamer Debatten seit 2006 bestens ausgefüllt, zuletzt mit einigen wunderbaren Verrenkungen zu einem Anti-Doping-Gesetz, das nun über die Länderkammer dräut.
  • Dann Rainer Brechtken, der Sprecher der Spitzenverbände und Turner-Präsident. Dass Brechtken seinem Verband einen völlig überteuerten Neubau aufgehalst hat, dürfte nicht wirklich hinderlich sein. Eher schon die Tatsache, dass ihm Profil nur sehr wenig nachgesagt werden kann.
  • Am eifrigsten beim Allianzen-Schmieden ist dem Vernehmen nach Schwimm-Präsidentin Christa Thiel. Ihre Expertise als Vizepräsidentin Leistungssport im DOSB ist einerseits die stetig sinkender Medaillenzahl des DSV bei Olympia seit ihrem Amtsantritt; andererseits sagt man ihr Profilierung als Bach-Gegnerin nach. Von der man öffentlich aber bisher nichts gemerkt hat – ganz wie es den Gepflogenheiten in der Familie entspricht.
  • Mit Außenseiter-Chancen: Basketball-Präsident Ingo Weiß, Chef der Deutschen Sportjugend,
  • und Skiverbands-Präsident Alfons Hörmann.

Vor drei Tagen wollte der hier gut bekannte Klaus Schormann, Weltpräsident der Modernen Fünfkämpfer, wohl über die Nicht-Bewerber so etwas wie diskutieren lassen. Den Spitzenfunktionären flatterte jedenfalls dieses Schreiben auf den Tisch:

Einladung zur Arbeitssitzung1

Vor anderthalb Stunden ereilte die Sportkameraden eine kleine Korrektur.