[ Schlagwort helmut digel]

Höher, schlauer, jünger?

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SINGAPUR. Kann man natürlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel böser, viel schönfärberischer und überhaupt. Aber so ist mein kleines Fragestück zu den Jugendspielen, an dem ich mit Spaß hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten):

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Zu Wort kommen: Britta Steffen, Kathrin Boron, Gudrun Doll-Tepper, Jacques Rogge, Thomas Bach, Joseph Blatter, Helmut Digel, Eike Emrich und Ulf Tippelt.

Ich habe noch jede Menge O-Töne, passendere, bessere, kürzere, längere, und habe ja auch mit einigen Sportlern gesprochen. So ist das nun mal. Im Tagesgeschäft Journalismus gibt es Andruck- und Sendezeiten und damit einen Redaktionsschluss. Manches, wie die Pound-Passage, habe ich schon vorher produziert, es passt dennoch gut rein. Die Youth Olympic Games dauern ja noch ein Weilchen, ich hole noch einiges nach, vielleicht bastle ich aus diesem Beitrag hier noch einen längeren, ergänzenden.

Wer nicht hören mag (oben den Player anklicken), der mag vielleicht lesen, einiges habe ich natürlich schon angefügt und ergänzt:

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Was vom Tage übrig bleibt (44): Caster Semenya oder „I think it would be the third world war“

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Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im aktuellen Statement on Caster Semenya zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom Sydney Morning Herald berichtete bereits:

THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport’s ruling body, the International Association of Athletics Federations, and her home nation, South Africa.

Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle: „Spare a thought for Semenya, an innocent party in a global debate“.

Dass Semenya physiologisch gesehen ein Hermaphrodit sein könnte, hat die IAAF nicht dementiert, aber ganz offensichtlich durchsickern lassen. Das ist die Potenzierung des während der WM-Tage von Berlin von den Funktionären bedauerten Skandals. Die 18-Jährige bleibt Objekt einer demütigenden Debatte.

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Diack macht ernst: IAAF-Präsident bis ins neunte Lebensjahrzehnt

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Coe, Diack, Bubka

Es gibt Momente im Leben, die sollte man einfach beschreiben. Sportpolitik wird selten so lebendig und nachvollziehbar, wie am Freitagmittag im Hotel Interconti in Berlin. Vor allem spielt sich Sportpolitik selten so öffentlich ab.

In den Hauptrollen: Lamine Diack, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF), Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sowie zwei hochdekorierte Olym­pia­sieger und Multifunktionäre – Sebastian Newbold Coe und Sergej Nasarowitsch Bubka. Coe und Bubka bemühen sich seit Jahren um die Rolle des Kronprinzen in der IAAF, die noch einflussreichere Positionen verheißt – zum Beispiel im IOC.

Am Tag vor Weltmeisterschaften in der olympischen Kernsportart treffen sich traditionell die Vorstände von IAAF und IOC. Das ist in Berlin nicht anders.

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Wie die Leichtathletik-WM nach Berlin kam

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Jubel bei Schily, Wowi & Co.

Happy End in Helsinki, Dezember 2004 — WM-Sieg für Berlin!

So war das damals, am 4. Dezember 2004, als das IAAF-Council die Leichtathletik-WM 2009 an Berlin vergab. Da freuten sich Otto Schily, Clemens Prokop, Klaus Wowereit, Klaus Böger, Dagmar Freitag und einige andere der üblichen Verdächtigen.

Der Weg zur WM war steinig und lang. Er war, nicht nur gelegentlich, kurios. Und oft genug auch aufregend. Ich habe mal eine kleine Chronik zusammengestellt, wie Berlin an diese WM kam. Es ist wirklich nur eine Andeutung der vielen Geschichten. Aus Zeitgründen kann ich kaum etwas verlinken. Ich habe selbst viel dazu in der Berliner Zeitung geschrieben, etliche Textpassagen finden sich in der Chronik.

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„We are family“: der kritische Schulterschluss von Politik, Sport und Wissenschaft

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Was ist eigentlich ein „kritischer Schulterschluss„, über den der FDP-Sportabgeordnete Thomas Bach Detlef Parr neulich im Bundestag fabulierte? Ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht. Aber ich habe da so eine Ahnung. Die Damen und Herren vom Fach, knallharte Kontrolleure der Exekutive, werden es mir sicher nicht verübeln, wenn ich sie einmal mehr zitiere. Nun denn, einige […]

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Notizen vom Sportausschuss (11): „eine besondere Art Mensch“

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(Die Notizen von Robert Kempe, der freundlicherweise die Berichterstattung über die Umfaller und Sportlobbyisten aus dem Bundestag übernommen hat, sind jetzt komplett online. Vielen Dank noch einmal an Robert! Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, Aussagen der kenntnisreichen und aufrechten Volksvertreter mitunter zu kommentieren und habe das kenntlich gemacht.)

Zuvor noch der Beitrag von Herbert Fischer-Solms im Deutschlandfunk:

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Hier der Bericht:

von Robert Kempe

Ein straffes Programm gibt die 77. Sitzung des Sportausschuss heute vor, 15 Punkte gilt es abzuhandeln. Als sicher am interessantesten zu beurteilen sind die Tagesordnungspunkte:

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Dichtung und Wahrheit und Ehrendoktor Schäuble

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Damit es nicht untergeht in den langen Kommentarspalten: Andreas Krieger schrieb gerade: Wissen sie, was mich an der ganzen Geschichte stört? Solche Behauptungen wie von den Herren Schneider und Pottel wären vor zehn Jahren noch nicht gefallen. Heute greift die Verjährung. Von dieser Seite aus kann ihnen nichts mehr passieren. Dazu bekommen sie durch ihre […]

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Finanzierung Olympischer Spiele: “Wir sind ein privilegiertes Völkchen!”

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Zum Hören:

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Und zum Lesen:

Ein Hintergrund Politik von mir im Deutschlandfunk zum Thema „Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten“.

(Ich denke, dass ich den Beitrag später noch mit einigen Zahlen und Links aufhübsche.)

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Olympische Spiele sind die größte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste – und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die Finanzierung von Olympischen Spielen ist, historisch betrachtet, immer ein Risiko.

Das kanadische Montreal beispielsweise, Ausrichter der Sommerspiele 1976, brauchte drei Jahrzehnte, um seine Schulden zu tilgen. Künftige Olympiastädte wie Vancouver, London und Sotschi ächzen derzeit unter der Last ihrer Verpflichtungen. Die Wirtschaftskrise gefährdet zahlreiche Projekte, notdürftig werden die Löcher gestopft. Großspurige Versprechen von Finanzinvestoren wurden zu Makulatur.

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Wolfgang Schäuble oder: vom Umgang mit der Wahrheit und mit Dopingrekorden

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Ich kann der Diskussion über den Umgang mit DDR-Doping- und Stasi-Trainern kaum noch folgen. Weil zu oft Fakten mit Fiktionen und Wahrheitsbeugungen vermischt werden. Ich wähne mich im falschen Film. Da will der DOSB den Trainern nun einen Persilschein ausstellen, da fabuliert ein führender SPD-UmfallerSportpolitiker, mit Wahlkreis tief im Osten, weiter von amnestieartigen Lösungen, da […]

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Goldmann & Co oder: der Gordische Knoten

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Die Deutsche Presse-Agentur meldet gerade: Der unabhängigen Kommission des ehemaligen Verfassungsrichters Udo Steiner liegt der Erklärungsentwurf von Leichtathletik-Trainern zur Bewältigung der DDR-Doping-Vergangenheit vor. (…) Diese Initiative könnte den Weg aus einem jahrelangen Dilemma weisen und den früheren DDR-Trainern trotz eines nachträglichen Bekenntnisses zu Doping-Praktiken eine Weiterbeschäftigung bei Verbänden ermöglichen. (…) Der von den DLV-Trainern vorgelegte […]

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Hinweis zur Dopingdiskussion …

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Auf Nachfrage ein logistischer Einschub: Für jene, die sich mit dem Ordnungsprinzip dieses Blogs nicht anfreunden können, ein möglicherweise hilfreicher Hinweis. Die spannenden Diskussionen laufen derzeit – ich kann gar nichts dafür, ehrlich! – zum Doping: Gerhard Treutlein: „Wer die Vergangenheit verdrängt …“ Gerhard Treutlein hat gerade kommentiert: Es gibt zwei Probleme: Das schnelle Vergessen […]

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