[ Schlagwort frankfurter rundschau]

Strafbarkeit des Eigendopings der Athleten? Doch nicht in Deutschland!

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Ich setze mich daher weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass es zu deutlichen Verbesserungen des strafrechtlichen Instrumentariums für die Dopingbekämpfung kommt. Die nunmehr auch durch das Bundesland Baden-Württemberg geplante Initiative bestätigt, dass meine Argumente überzeugen.

[…]

Wir müssen international ein Vorbild sein. Nur eine schlagkräftige Strafverfolgung, die Hand in Hand mit der Sportgerichtsbarkeit geht, kann den Dopingsumpf austrocknen und die Integrität des Sportes insgesamt schützen.

— Beate Merk (CSU), Justizministerin Bayerns

Zu einem beinahe existenziell zu nennenden Topthema des Hochleistungssports – der Dopinggesetzgebung – tagt der Sportausschuss im Bundestag heute natürlich wieder hinter verschlossenen Türen. Ernst zu nehmen ist das nicht. Das Ergebnis der geschlossenen Veranstaltung steht ja ohnehin schon fest: Die Koalition jubelt gemeinsam mit dem BMI und dem DOSB, dem intransparent-undemokratischen sportpolitischen Komplex, über eine angeblich wirksame Antidopinggesetzgebung.

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#London2012 (XIX): @J_Ennis @MichaelPhelps und #LilliSchwarzkopf

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LONDON. Moin, moin. Bisschen spät heute. Doch pünktlich zum hohen Besuch im MPC wieder aus der Kaffe- und Quatschpause aufgewacht.

Bernie Ecclestone, Michael Payne, Mikrofondschungel

Bernie Ecclestone am 4. August 2012 im MPC, rechts hinter ihm sein Berater: Michael Payne

Bernie Ecclestone schaut sich die Location an. Ecclestone, der seine Formel 1 ja nach demselben Prinzip, nur noch dubioser, vermarktet, wie das IOC die Olympischen Spiele, ist Stammgast in diesem Zirkus. Habe ihn, beispielsweise, 2004 in Athen auch beim Turnen getroffen, damals noch mit Slavica, die er einige Jahre später mit 670 Millionen Dollar abfinden musste.

Zusammen mit Ecclestone unterwegs war sein Berater Michael Payne, ein Mann mit schillernder olympischer Geschichte. Er hat von Mitte der 1980er Jahre bis kurz nach Rogges Amtsantritt die Marketingabteilung des IOC geleitet und ein Dutzend Milliarden Dollar akquiriert. Als er später bei den Spielen sein Buch „Olympic Turnaround“ verteilen wollte – ich meine, das war 2004 – hat man ihn nicht mal ins IOC-Hotel gelassen. Inzwischen ist er aber wieder tätig im Olympiabusiness, berät neben Ecclestone auch Olympiabewerber, Regierungen, Veranstalter und allerlei andere Unternehmen.

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Milliardenverträge im Original, Korruptions-Gespenster aus Deutschland und andere FIFA-Notizen

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(Nachtlektüre für Hartgesottene, nicht nur für die FIFA-Propagandisten und deren Rechtsabteilung.

Anbei die Rohfassung jener Texte, die ich heute für verschiedene Medien fabuliert habe – ergänzt um einige einleitende Bemerkungen, die für sich betrachtet schon ziemlich lang geraten sind. Ich hätte gern noch etwas gründlicher gearbeitet, aber Mann soll nicht klagen, wenn es mal Aufträge gibt. Ginge es immer so wie heute, ließe sich sogar dauerhaft Recherchejournalismus finanzieren.

Aber nun genug der selbstreferenziellen Spitzen. Anbei meine Machwerke, leider aus Zeitgründen wieder weitgehend unverlinkt, wer mehr lesen will, klickt unten einfach auf die Zeile „verwandte Artikel“, dann kommen sie zum Vorschein, die feinziselierten, scharfzüngigen Analysen :)

* * *

Beginnen wir mit dem Aktuellen: Inzwischen hat sich der Blatter Sepp, ich hätte es mir denken können, in der Bild-Zeitung gemeldet und wohl einen offenen Brief geschrieben. Guido Tognoni hatte bereits angekündigt, dass Sepps Drohgebärden nicht Ernst zu nehmen seien.

Friede, Freude, Eierkuchen also zwischen Deutschen und der FIFA. Auch Fedor Radmann hält zum Sepp, wie ich immer gesagt habe. Gestern wurde Radmann schon im Berliner Tagesspiegel als Kronzeuge aufgerufen. Unfassbar, nachdem dieselbe Zeitung bereits falsch behauptet hatte:

In dieser Woche wurden der größten Sportorganisation der Welt Schmiergeldzahlungen in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro nachgewiesen.

Falsch, und zwar doppelt:

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Die Qual der Wahl oder: die Einheitsfraktion des Sports

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Moin. Zum Auftakt des Wahltages mal wieder Befindlichkeitsduselei. Eigentlich hatte ich vor Wochen vor, den Sportpolitikern des Bundestages ein Zeugnis auszustellen oder irgendetwas Originelles zu schreiben. Doch ganz ehrlich, nach all dem, was ich in letzter Zeit erlebt habe mit und in der „gemeinsamen Sportfraktion„, der „Familie des Sports“, war es mir, sagen wir: aus […]

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Der Sport braucht (wohl doch) eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur (WACA)

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Oops, kommt etwa Bewegung in die Korruptionsbekämpfung? Die European Sports Security Association (ESSA) – wenn ich es recht verstehe: eine von Sportwettenanbietern betriebene Non-Profit-Organisation (geht das?) – fordert eine Welt-Anti-Korruptions-Agentur im Sport.

Spontan sage ich: Gute Idee, so eine World-Anti-Corruption-Agency (WACA). Hatte ich auch schon :)

Jedenfalls, die ESSA, bereits im Gespräch mit etlichen Sportverbänden, teilt mit:

URGENT NEED FOR GLOBAL BODY TO TACKLE SPORTS CORRUPTION

The European Sports Security Association calls for a robust and independent global sports anti-corruption body

The European Sports Security Association (ESSA) today called for the establishment of a robust and independent global body able to hand down tough penalties and sanctions that will act as effective disincentives in tackling corruption in sport. (…)

In der vergangenen Woche hatte Transparency International (TI) ein Arbeitspapier zur Korruption im Sport vorgelegt, das weit hinter dieser WACA-Forderung zurückbleibt. Schade eigentlich.

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Was vom Tage übrig bleibt (41): „Dream Chasers“

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„Samaranch must resign“ fordert die Initiative Democracy and Dignity in Sport – wer mag, kann die Initiative mit seiner Stimme unterstützen.

The olympic movement cannot honour Falangists - Samaranch must resign

Juan Antonio in bester Gesellschaft beim halbseitigen ‚Armkrafttraining‘ — Screenshot ‚Democracy and Dignity in Sport‘

Reckt er nicht vorbildlich seinen rechten Arm zum Gruß, der Falangist Juan Antonio Samaranch? Der Senior ist inzwischen stolze 88 Jahre alt, war kürzlich bei der Leichtathletik-WM Stammgast im Berliner Olympiastadion und werkelt munter für die Olympiabewerbung Madrids, auch wenn sein Filius anderes erzählt.

Lasse sich nur niemand von gelegentlichen Äußerungen täuschen, das Foto sei „gerade aufgetaucht“. Andrew Jennings, der Anfang der 1990er Jahre gemeinsam mit katalanischen Gefährten in Barcelonas Archiven schon andere Fotos ausgegraben hat, veröffentlichte das Bild vor einem Jahr kurz vor den Olympischen Spielen in Peking – verbunden mit der rhetorischen Frage:

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Pechstein, Heinze & Co: „Notlügen“ und andere offene Fragen

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Nach dem Thema „Kuhhandel“ nun einige Anmerkungen zur Kernfrage aus dem meines Erachtens überzeugenden Beschluss der ISU-Disziplinarkommission: Warum ließ Claudia Pechstein das Angebot der ISU, in einer Untersuchung eine angebliche Blut-Anomalie nachzuweisen, ungenutzt? Im Beschluss heißt es: (…) Because the only possibility to prove a congenital blood disease is by way of an examination of […]

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Was vom Tage übrig bleibt (30): DLF-Gespräche mit Misersky, Kofink, Treutlein – und Thierse

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Stammgästen dieses Blogs sind Gerhard Treutlein, Henner Misersky und Hansjörg Kofink bestens bekannt. In den Kommentaren schreibt der Leser „rentner“, der sich hervorragend auskennt in der Szene, zu Kofinks Beitrag: Kofinks Anmerkung zur Dopingproblematik West/Ost ist das Beste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Alle mit der so genannten Aufarbeitung in den 1990er-Jahren Beschäftigten sollten sie […]

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Und es sprach Hassan Moustafa (2): „Wir sind ein sauberer Sport“

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Die jüngste Wasserstandsmeldung aus dem Hyatt Regency Hotel Denver, wo der kleine olympische Kongress tanzt: So ganz chancenlos soll Hassan Moustafa gar nicht sein, wenn heute Nachmittag (ab 14 Uhr Ortszeit) in der Association of Summer Olympic International Federations (ASOIF) der Präsident gewählt wird. Amtsinhaber und Multifunktionär Denis Oswald (Schweiz) hat zumindest eine unruhige Nacht, […]

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Der Fuchs im Hühnerstall oder: Ehrenmänner, Ehrenworte, Ehrensachen

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Knallharte und totaltransparente Aufarbeitung sieht im Sport eigentlich immer so aus, wie es der Handballfunktionär Dieter Matheis praktiziert. Matheis, ehemals Finanzvorstand von SAP (Hopp, Hoffenheim), ist in Personalunion Aufsichtsratsmitglied der Handball-Bundesliga und Beiratsvorsitzender des Handball-Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen. Er schrieb vergangene Woche jenen Brief, in dem über Bestechungspraktiken des THW Kiel orakelt wurde und der angeblich so […]

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Was vom Tage übrig bleibt (23): Bestechung im Handball? Ach Quatsch!

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Kommando zurück. Handball ist ein total sauberer Sport. Bestechung? I wo. Manipulation? Ach Quatsch. Von wegen Aufregung über – so die einhellige Meinung in den Medien – den vielleicht größten Skandal im deutschen Handball? Die Webmaster der offiziellen Seiten des Deutschen Handball-Bundes (DHB) und der Handball-Bundesliga e.V. haben sich gar nicht erst verwirren lassen von […]

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Goldmann & Co oder: der Gordische Knoten

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Die Deutsche Presse-Agentur meldet gerade: Der unabhängigen Kommission des ehemaligen Verfassungsrichters Udo Steiner liegt der Erklärungsentwurf von Leichtathletik-Trainern zur Bewältigung der DDR-Doping-Vergangenheit vor. (…) Diese Initiative könnte den Weg aus einem jahrelangen Dilemma weisen und den früheren DDR-Trainern trotz eines nachträglichen Bekenntnisses zu Doping-Praktiken eine Weiterbeschäftigung bei Verbänden ermöglichen. (…) Der von den DLV-Trainern vorgelegte […]

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