evi sachenbacher

Olympic poem (VIII): Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

Wir wollten eigentlich feiern!

Die Olympischen Spiele biegen gerade auf die Zielgerade ein
Und das tun sie sehr sehr spektakulär

Wir wollten eigentlich feiern

Mensch, das muss doch nicht sein
So einen Tag wie heute
habe ich in meiner langen Karriere
auch noch nicht erlebt

Ganz ehrlich
Ich hoff weiterhin
Dass es ein Schuss in den Wind ist

Auch die ukrainischen Frauen laufen ja mit dicken dicken Sorgenfalten
Was für ein olympisches Schock-Erlebnis für sie

Evi Sachenbacher-Stehle
Ist also die Person,
nach der heute immer schon gesucht wurde

Warum ist das so
wie es momentan ist?

Tweets zum Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

Evi Sachenbacher-Stehle also? Allgemein bekannt seit ihrer so genannten Schutzsperre bei den Olympischen Winterspielen 2006. Der DOSB will sich gleich dazu äußern.

Work in progress – bis Sendeschluss heute.

Es folgt (sehr wahrscheinlich) noch ein Olympic Poem zum Doping.

Alle Fakten bitte in die Kommentare packen.

Düstere Konstanten des deutschen Spitzensports: Ernst Jakob und Freiburgs Ärzteschule

tl;dr: Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft veröffentlichte am Montag auf öffentlichen Druck sechs Dateien zum umstrittenen und heiß diskutierten Forschungsprojekt „Doping in Deutschland“. Parallel dazu zeigt sich am Landgericht Stuttgart beim Verfahren gegen den Radprofi Stefan Schumacher eine düstere Konstante des real existierenden deutschen Hochleistungssports: Für heute,  Dienstag, ist der Sportmediziner Ernst Jakob als Zeuge geladen, einst Teamarzt bei Gerolsteiner. Ein Zögling von Joseph Keul. Jakob war an einer der staatlich finanzierten Testosteronstudien beteiligt, deren Ergebnis gemäß Bericht der Humboldt-Uni verfälscht worden sein soll. Zwischenergebnis der Recherche für diesen Beitrag: Der DOSB lässt die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Olympia-Arzt Jakob vorerst ruhen.

Vielleicht hat der laufende Betrugsprozess gegen den Radprofi Stefan Schumacher seine Pleite schon erlebt. Anfang Juli, am 11. Verhandlungstag, gab sich jedenfalls ein weiterer Bedenkenträger zu erkennen: „Die Zweifel, die man letztendlich hat, sprechen am Ende vielleicht schon für Schumacher“, sagte der bis dahin unnachgiebige Staatsanwalt Peter Holzwarth. „Ich muss ihn nicht um jeden Preis verurteilen.“

Der Radler soll ja, so steht es in Holzwarths Anklage, seinen Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer um rund 150.000 Euro betrogen haben, weil er Doping verschwieg. Dass Holczer so ahnungslos war, wie er behauptete, nahmen ihm nur wenige ab – und der Prozessverlauf brachte auch den guten Glauben des Anklägers ins Wanken.

Damit ins Landgericht Stuttgart. Dort ist heute Ernst Jakob geladen, derzeit ärztlicher Direktor der Sportklinik Hellersen, einst verantwortlicher Arzt bei Gerolsteiner. Mit ihm im Zeugenstand: die düstere Konstante des deutschen Spitzensports. Jakob kommt aus der Freiburger Ärzteschule, er ist einer der Zöglinge des Doyens der westdeutschen Sportmedizin Joseph Keul. An der staatlich finanzierten Dopingforschung, die am Wochenende neuen Wirbel auslöste, wirkte er maßgeblich mit.

Ob Jakob aussagt oder sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht beruft, dürfte auch für Holzwarth spannend werden. Denn an jenem 11. Verhandlungstag erschütterte ihn ein Attest aus dem Jahr 2007 mit der Unterschrift des Arztes, dem Teamchef Holczer vertraute. „Ein glücklicher Umstand, dass es noch da war“, sagt Schumacher-Verteidiger Dieter Rössner. Jakob hatte das Papier nach Spanien gefaxt, wo Schumacher die Vuelta abbrach, um sich auf die Heim-WM in Stuttgart vorzubereiten. Dafür verpassten ihm die Mediziner vor Ort schnell noch eine Kortisonspritze. Jakobs Ferndiagnose aus Deutschland: Achillessehne. Schumacher sagte aus: „Das Attest diente abgesprochen nur dazu, es bei Kontrollen in Deutschland zur Täuschung vorzuweisen.“