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Was vom Tage übrig bleibt (11): die Krise des Auslandsjournalismus

Wer in den vergangenen Wochen noch nicht genug über Krisen gelesen hat, Finanzkrisen, Wirtschaftskrisen, Onlinejournalismuskrisen (bei Herrn Niggemeier), dem sei als Wochenend-Lektüre schnell noch eine Zustandsbeschreibung der Auslandskorrespondentenkrise empfohlen: Lutz Mükke hat sie als Dossier für das Netzwerk Recherche verfasst. Wer sich überraschender Weise doch noch ein bisschen für Journalismus interessiert, sollte sich diese 25 Seiten unbedingt antun.

Eine meiner Lieblingspassagen hat gar nicht so sehr mit dem Korrespondenten-Dasein zu tun, sondern beschreibt eher etwas Generelles im deutschen Journalismus. Namen und Medien sind austauschbar, denke ich mal. Mükke schreibt:

Ex-Spiegel-Auslandsressortleiter Ihlau bringt seine Erfahrungen so auf den Punkt: Viele der jüngeren Spiegel-Kollegen „könnten genauso gut in einer Bankfiliale arbeiten. Sie sehen als Typen auch fast alle so aus. Unter ihnen gibt es hervorragende Schreiber, keine Frage. Die schreiben süffige Stücke, voller Häme.“ Was fehle seien „Rechercheure, die Trüffelschweine, die Wühler“, vielen „dieser Schönschreiber fehlt es an Bissigkeit und Beharrlichkeit“.