dopingstudie

Parlamentsbericht belastet britische Sport-Ikonen schwer

Neues Material für Lesehungrige.

Dieser Bericht des Sportkomitees des britischen Parlaments (Unterhaus) macht Schlagzeilen. Sportlegenden wie Bradley Wiggins und sein Team Sky und Lord Coe (IAAF-Präsident und Cheforganisator der Sommerspiele 2012) werden schwer belastet.

Hat Lord Coe vor dem Digital, Culture, Media and Sport Committee oder die Wahrheit nur ein bisschen gebeugt? Auch die lange unveröffentlichte Dopingstudie der Universität Tübingen (Perikles Simon et al) wird besprochen.

u.v.a.m.

Deutsche Agenturtexte u.a. hier bei Spiegel Online („Schwere Vorwürfe gegen britische Sportler“) und bei der FAZ („Verstoß gegen ethische Regeln“).

Wer sich ein Bild vom Original machen möchte, 54 Seiten:

The Digital, Culture, Media and Sport Committee has published its report on combatting doping in sport.

The Committee’s long inquiry has relied on detailed oral and written evidence, academic research, investigative journalism, and whistle-blowers.

This report highlights the failure of sports bodies in their governance and policing of anti-doping rules.

The sporting bodies the Committee has looked at have demonstrated poor record keeping and poor medicines policies. There should be tighter guidelines on the use of medicines that can affect performance.

The Committee calls for legislation to be introduced to criminalise the supply of drugs to sports people with intent to enhance performance.

The Committee believes that UKAD requires greater powers and resources to conduct investigations and enforce the rules.

Was es sonst noch zu sagen gibt:

Die Produktion des Magazins verzögert sich leider. Habe nach den Winterspielen eine komplette Woche im Bett verbringen müssen. Und nehme heute überrascht und gar nicht erfreut zur Kenntnis, dass wegen einer technischen Panne mein Telekomvertrag gekündigt ist und ich bis mindestens Wochenende daheim offline bin. Der Mobilvertrag hilft mir hier draußen kaum, wo meist nur Edge-Verbindung besteht, wenn überhaupt. Laut Telekom gehe ich in fünf Tagen wieder ans Netz. Wie ich bis dahin produktiv arbeiten soll, weiß ich nicht. Bemühe mich aber.

Es wird also noch mindestens eine Woche dauern, ehe ich Vollzug melden kann. Tut mir leid. So ist das manchmal in Einmann-Unternehmen.

Die NADA: Ping-Pong-Diplomatie unter Sportsfreunden?

Wie glaubwürdig, wie effektiv, wie professionell ist die Arbeit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA)? Selbst in Ländern wie Russland oder Jamaika bleiben mehr namhafte Doper im heimischen Kontrollnetz hängen. Gegen den ethischen Wandel im deutschen Hochleistungssport sprechen akademische Studien.

von Grit Hartmann

Zu den ersten Amtshandlungen von Ulrike Spitz, Sprecherin der Nationalen Antidopingagentur (NADA), gehörte im neuen Jahr ein Anruf bei der Münchner Staatsanwaltschaft I. Die Schwerpunkt-Ermittler in Dopingfragen, die bei den Kollegen in Wien Amtshilfe erbeten haben, wollen die Frage klären, ob auch deutsche Spitzenathleten im Nachbarland bei der Blutbank Humanplasma ihr Blut auffrischten. Ihre Auskunft an Spitz: „Aktuell besteht keinerlei Bezug zu deutschen Sportlern.“ Weder habe die Wiener Staatsanwaltschaft Hinweise, noch das österreichische BKA.

Erich Vogl vom in dieser Sache bestinformierten Wiener „Kurier“ irritiert das nicht. „Blutspur nach Deutschland“ titelte er zuletzt im Dezember, und dabei bleibt er: „Nach unserer Recherche wurden bei der Polizei deutsche Kunden benannt. Die Quelle ist absolut seriös.“ Vogl vermutet, den Wiener Fahndern, die Delikten wie Untreue und Steuerhinterziehung nachgehen, sei es „relativ egal“, ob Deutsche in Wien dopten – „jedenfalls im Moment“. Auch die NADA ahnt, dass ihr noch Informationen zufallen könnten. „Wir sind“, formuliert Spitz, „ständig in Bereitschaft.“

Die heikelste Offenbarung über die deutsche Dopingszene könnte also gut darauf zurückgehen, dass zwei Staatsanwaltschaften im ansonsten abgeriegelten Reich des Sports ermitteln. Die Bonner Zentrale der Betrugsbekämpfung kann nur reagieren. Das ist ähnlich verräterisch wie die aktuellste Mitteilung auf der NADA-Homepage: Ulrike Spitz, auch stellvertretende Geschäftsführerin, verlässt die Stiftung nach drei Jahren zum 1. Februar. Es ist der zweite plötzliche Abschied, seit Mitte 2008 der gerade mal ein Jahr amtierende Geschäftsführer das Handtuch warf.

Auch diesmal herrscht offiziell „Bedauern“. Spitz sagt, sie habe „ein gutes Angebot“. Das klingt nicht nach einem Beben wie Anfang 2007, als die NADA mit veritablen Pannen bei Dopingkontrollen in die Krise rutschte. Aber der Abgang von Spitz, die mit einer Präventionstour durch die Eliteschulen des Sports der NADA Lob eintrug, legt doch den Verdacht nahe, dass sich etwas angesammelt hat in der Schaltstelle der Dopingwächter.

Was vom Tage übrig bleibt (45): Play the Game, Simon-Dopingstudie, München 2018 & more

Es ist (wie immer) einiges liegen geblieben in den vergangenen Wochen. Liegenbleiben als Dauerzustand, wer kommt schon damit nach, alles Lesenswerte zu verlinken. Also, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr, Lesebefehle:

Frontpage Play the Game magazine 2009

Das Magazin der Play the Game Konferenz 2009 in Coventry ist da – kostet als gedrucktes Werk 10 Euro und ist online frei erhältlich. (Ohne dass ich damit eine Kostenlos-Debatte anstoßen will.) Es sieht wirklich sehr schön aus, mit Ausnahme des Fotos auf Seite 4 (bitte nicht erschrecken), und der Inhalt ist ohnehin hochwertig.

Zum wiederholten Mal und der Vollständigkeit halber alle Magazine der Konferenzen von Play the Game:

Es ist übrigens immer wieder erstaunlich und bizarr, wie aufmerksam die Granden im IOC, in der FIFA, in der FIVB und etlichen anderen Weltverbänden die Machenschaften von Play the Game (und der dort auftretenden Funktionäre und Journalisten) verfolgen. Man könnte auch sagen: Bei der Zielgruppe kommt’s an – und das zählt.