dopingkommission

live aus Rio (3): Doping, Russland, Rudern, IOC-Session #Tokio2020

BARRA DA TIJUCA. Ich schlafe noch ein paar Minuten den Schlaf der gerechten Erkälteten, während dieser Beitrag per Autopilot online geht. Ich denke, dass ich diesen Beitrag bis Mittwochabend fortschreibe, mich dabei allerdings auf die Dopingmeldungen und auf die IOC-Session (Tag 1) konzentriere. Den Arbeitstag beginne ich mit der Auftaktpressekonferenz des DOSB im Deutschen Haus (9.00 Uhr Ortszeit, 14.00 MESZ), dazu blogge ich ebenfalls so live mit, wie es geht, wenn es die Internetverbindung erlaubt, was hier außerhalb der offiziellen Zonen problematisch ist.

Notizen vom Sportausschuss (11): „eine besondere Art Mensch“

(Die Notizen von Robert Kempe, der freundlicherweise die Berichterstattung über die Umfaller und Sportlobbyisten aus dem Bundestag übernommen hat, sind jetzt komplett online. Vielen Dank noch einmal an Robert! Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, Aussagen der kenntnisreichen und aufrechten Volksvertreter mitunter zu kommentieren und habe das kenntlich gemacht.)

Zuvor noch der Beitrag von Herbert Fischer-Solms im Deutschlandfunk:

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Hier der Bericht:

von Robert Kempe

Ein straffes Programm gibt die 77. Sitzung des Sportausschuss heute vor, 15 Punkte gilt es abzuhandeln. Als sicher am interessantesten zu beurteilen sind die Tagesordnungspunkte:

Andreas Klöden lässt sagen …

Fundstelle: Webseite von Andreas Klöden (Danke an Trebor, der in den Kommentaren darauf hinwies). Anmerkung: Klödens Anwälte lieben Gänsefüßchen.

Zum sogenannten Abschlussbericht der „Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber Ärzten der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Freiburg“ nehmen wir für unseren Mandanten wie folgt Stellung.

1) Wir haben uns bisher erfolglos um eine Akteneinsicht in die in dem Bericht zitierten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Freiburg und um eine Überlassung von Abschriften der angeblichen Beurteilungsunterlagen und Testergebnisse der eingesetzten „Expertenkommission“ bemüht.

„Die Expertenkommission“ selbst entzieht damit die Grundlagen ihrer Beurteilung jeder sachlichen Prüfung.

2) Die gegen unseren Mandanten erhobenen Vorwürfe beruhen auf bisher schon bekannten Anschuldigungen.

Dabei  vergisst „die Expertenkommission“ auf folgende wesentliche Punkte hinzuweisen:

DDR-Dopinggeschädigte zur „Entschuldungspauschale für Sportkriminelle“

Ich veröffentliche eine weitere Erklärung von DDR-Dopingopfern nach: „Kein fauler Frieden in der Dopingaufarbeitung“.

Erklärung von DDR-Dopinggeschädigten zur anstehenden Entschuldungspauschale für Sportkriminelle

Die Entschuldungspauschale von dopingbelasteten Trainern wird einer konsequenten Dopingbekämpfung in Deutschland, einer sachgerechten Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in Ost und West sowie dem massiven Schadensvolumen der zahlreichen Dopingopfer nicht gerecht. Wir akzeptieren keine pauschalen Entschuldungsschreiben von Trainern, die zwanzig Jahre lang ihre Geschichte weggelogen und sich damit Einstellungsverhältnisse erschlichen haben. Ein universaler Entschuldungstext meint niemanden und respektiert niemanden. Wir lehnen es ab, dass durch eine solche Erklärung zahlreiche Verant­wort­liche einen rückwirkenden Freifahrschein für angetanes Unrecht, Zugriffe und Verfehlungen im Sport erhalten sollen. Das viel gebrauchte Argument, diese Trainer seien in den vergangenen zwanzig Jahren in Sachen Doping unauffällig geblieben, ist gemessen am Zustand des deutschen Antidopingsystems nicht nur gezielt scheinheilig, sondern unstatthaft. Jeder, der in diesem Land dopen will, kann das unbehelligt tun.

Dopingsystem Freiburg: Warten auf den Abschlussbericht

Es wird nicht mehr lange dauern. Der Abschlussbericht der unabhängigen Kommission, die sich mit den Doping-Machenschaften am Freiburger Universitätsklinikum befasst, wird in diesen Wochen fertig gestellt. „Wir haben die Beweisaufnahme abgeschlossen und sind am Schreiben“, sagt Kommissionschef Hans-Joachim Schäfer aus Reutlingen, ein ehemaliger Richter. Zur Kommission, die im Mai 2007 einberufen wurde, gehören neben Schäfer der Pharmakologe Professor Ulrich Schwabe (Heidelberg) und der Biochemiker Professor Wilhelm Schänzer, Chef des Kölner Dopingkontrolllabors.

Am 20. März 2008 hatte die Arbeitsgruppe einen 23 Seiten umfassenden Zwischenbericht veröffentlicht, der neue Fakten zum systematischen Doping im Team Telekom und der Verstrickung zahlreicher Freiburger Ärzte nannte. Damals hatte Schäfer versprochen:

Was wir nicht herausbekommen haben, wollen wir noch ans Tageslicht bringen.

Dazu gehörten weitere Informationen zur die Rolle von Professor Joseph Keul, inzwischen verstorbener Doyen der deutschen Sportmedizin und über Jahrzehnte führender Olympiaarzt. Freiburgs Halbgott Keul hatte, so steht es im Zwischenbericht, Zahlungen für Dopingmittel über das Konto eines so genannten Arbeitskreises „Dopingfreier Sport“ abgewickelt.