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BRD-Doping oder: „Schutz des diskreten Anabolismus“ über ein halbes Jahrhundert

Vor 22 Jahren hat eine offenbar ziemlich weise Autorin einen „Goldenen Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus“ in Deutschland veröffentlicht. Wer mag, kann Sportverbände, Jahreszahlen, politische Ämter, Disziplinen ergänzen und/oder austauschen. Es kommt schon hin. Es stimmt in jedem abgeänderten Punkt.

Denn Brigitte Berendonk hat mit dem Buch „Doping Dokumente. Von der Forschung zum Betrug“ 1991 einen wahrhaft historischen Band vorgelegt.

Rund zwei Drittel des Textes (Anhang ausgenommen) befasste sich mit dem Dopingsystem in der DDR, über das sie gemeinsam mit ihrem Mann Werner Franke auf abenteuerlichen Wegen exklusiv „wissenschaftliche“ Arbeiten der Doping-Nomenklatura gesichert und veröffentlicht hatte, ein Drittel thematisierte – und das wird im Osten stets vergessen – Doping in der (alten) Bundesrepublik Deutschland.

Hier also Berendonks „Goldener Zehn-Punkte Plan zum Schutz des diskreten Anabolismus“:

Floyd Landis packt aus

https://www.youtube.com/watch?v=5dPmtY8rNoU

Da offenbar Gesprächsbedarf besteht, mache ich einen Beitrag zum Thema Floyd Landis auf. Denn zu Wenlock und Mandeville passen die Beiträge über das Doping-Geständnis des langjährigen Armstrong-Gehilfen und gewesenen Tour-de-France-Siegers doch nicht. Die Geschichte im Wall Street Journal ist durchaus spektakulär. Floyd Landis packt also in etlichen Emails an Offizielle und Sponsoren partiell aus – nach Ablauf seiner zweijährigen Sperre. Und er zieht andere Profis mit rein. Im WSJ fand ich diesen Kommentar dazu:

What’s worse, doping, lying, or becoming a rat after you can lie no further?

Was vom Tage übrig bleibt (46): Jan Ullrich, Fuentes und 2219 Seiten BKA-Unterlagen

[caption id="attachment_5681" align="aligncenter" width="498"]Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass ... ULLRICH das Dopingsystem des ... Dr. FUENTES nutzte, ... Screenshot ARD-Sportschau vom 18. Oktober 2009[/caption]

Flink zwischendurch, bin mit anderen Themen beschäftigt: Ich weiß jetzt nicht, ob es immer noch jemanden gibt, der Jan Ullrich für einen Helden hält. Ist mir auch relativ egal. Als Lektüre aber sind die Berichte über Jan Ullrich, den Blutpantscher Eufemiano Fuentes und die 2219 Seiten, die das Bundeskriminalamt zusammen getragen hat, allemal zu empfehlen.

Exklusiv im Spiegel, gestern auch in der ARD-Sportschau (Video), heute Abend bei Sport Inside und anderswo. Nur auf Ulles Webseite fehlt noch eine Zusammenfassung der jüngsten Meldungen.

Was vom Tage übrig bleibt (32): Fasels Eishockey-Connection

[caption id="attachment_3784" align="aligncenter" width="532"]Artikel-Scan SonntagsZeitung, Jean François Tanda: Die Eishockey-Connection - Hinweise auf ein Geheimgeschäft des Verbandspräsidenten René Fasel Seite 5 der Zürcher SonntagsZeitung vom 10. Mai 2009, in der Hauptrolle: René Fasel[/caption]

Jean François Tanda berichtet in der Zürcher SonntagsZeitung exklusiv über mutmaßliche Geheimgeschäfte des Eishockey-Weltpräsidenten und IOC-Exe­kutiv­mit­glieds René Fasel:

Eine interessante Frage. Aber wahrscheinlich handelt es sich nur um einen weiteren von vielfältigen Lebenssachverhalten von IOC-Mitgliedern. Die Geschichte spielt übrigens im idyllischen Zug, wo sonst – hier entlang zum Tag #ISL/ISMM.

Es geht, so weit man weiß, um eine Million Franken für „Geschäftskontakte“. Sehr hübsch diese Passage aus dem Text von Jean François Tanda:

Was vom Tage übrig bleibt (8)

Wie oft soll ich noch sagen, dass das hier kein Doping-Blog ist? Glaubt mir das jemand? Nun ja, auch diese Lese- und Hörbefehle sind wieder sehr blut- und urinlastig. Tut mir leid. Eine Kleinigkeit, die mir wichtig ist, stelle ich voran: Eine Lüge mehr aus dem Internationalen Olympischen Komitee. IOC-Medizindirektor Patrick Schamasch hat nicht nur mir gegenüber in Peking felsenfest behauptet, die Dopingproben würden unverzüglich an einen geheimen Ort geflogen. Die Wahrheit ist: Das Zeug lagert jetzt noch dort – seit 7 Wochen! – bei den Chinesen. Denn im Keller des Labors in Lausanne, diesem ach so geheimen Ort, ist ja noch nichts eingelagert, wie man in der ARD sehen konnte. Die Proben werden oder besser: sollen angeblich jetzt/demnächst/bis Ende des Monats ausgeflogen werden. Ist eigentlich den Chinesen zu trauen? Was haben in der Zwischenzeit damit gemacht? Absurd sich vorzustellen, die Chinesen hätten nicht das gemacht, was andere seit Jahrzehnten mit Dopingproben machen: Informationen einholen und als politisches Druckmittel ausspielen. Vielleicht haben sie auch anderes gemacht. Ach nein, alles Quatsch, Patrick Schamasch hat mir in Peking gesagt:

„Die Proben sind hundertprozentig sicher. Ich garantiere es.“

Da bin ich aber beruhigt. Und hier die Tagesbefehle: