[ Schlagwort caf]

Nicolás Leoz tritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee zurück: 1.075.625 (CHF) „gesundheitliche und persönliche Gründe“

 •  • leave a comment

Das Urteil des Münchner Richters Hans-Joachim Eckert zur ISL-Causa rückt näher. Und siehe: Schon verlässt wieder ein Ganove das FIFA-Exekutivkomitee. (Sepp, wann verschwindest Du endlich?)

Diesmal ist es der 84 Jahre alte Ewig-Präsident  der Confederación Sudamericana de Fútbol (CONMEBOL) Nicolás Leoz.

Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

von links: ISL-Schmiergeldempfänger Nicolás Leoz (Paraguay), Familienoberhaupt Joseph Blatter (Schweiz), Goldpokal, Schmiergeldempfänger Ricardo Teixeira (Brasilien), Schmiergeldempfänger-Verteidiger Angel María Villar Llona (Spanien)

Die putzige Propagandameldung der FIFA:

FIFA has taken note of the formal resignation of Nicolás Leoz as a member of the FIFA Executive Committee and as President of CONMEBOL (Confederación Sudamericana de Fútbol) for health and personal reasons. Nicolás Leoz informed FIFA of his decision to resign today by letter.

In accordance with the FIFA Statutes (art. 30 par. 9), CONMEBOL will now have to decide immediately on the replacement of Nicolás Leoz as one of its representatives on the FIFA Executive Committee for the remaining period of office.

Der wahre Grund bzw die 1.075.625 Gründe:

Leoz hat von der ISL-Gruppe insgesamt 1.075.625 Schweizer Franken Schmiergeld erhalten.

  • am 12.11.1997: 282.000 CHF
  • am 13.05.1998: 300.000 CHF
  • am 04.12.1998: 282.000 CHF
  • am 20.01.2000: 159.950 CHF
  • am 04.05.2000: 51.675 CHF

Habe ich korrekt addiert?

Das ist die Summe, die wir kennen.

Ich rechne in derlei Fällen ja gern mal hoch, wohl wissend, dass nur maximal fünf Prozent aller Korruptionsfälle je öffentlich werden. Weshalb ich sicher bin, dass die ISL-Gruppe ein Mehrfaches jener 142 Millionen Franken an Sportfunktionäre gezahlt hat, die für die Jahre 1989 bis 2001 gerichtsfest dokumentiert werden können.

Die anderen Schmiergeld-Empfänger aus dem FIFA-Exekutivkomitee (ehemals und aktuell):

Read the Full Story

#London2012 (VII): Die ISL-Bestechungsmillionen, ein mysteriöser Scheich, der OCA, die IOC-Präsidentschaft und andere vielfältige Lebenssachverhalte

 •  • 8 Comments

LONDON. Es war zuletzt weltweit ja viel über das ISL-Korruptionssystem zu lesen. Die Sache ist noch nicht geklärt, denn die Empfänger eines Großteils der (mindestens) 142 Millionen Franken Schmiergeld bleiben ja unbekannt. Mann sucht sie noch, sie verbergen sich hinter ominösen Stiftungen, werden von Dienstboten in Anwaltskanzleien geschützt, die teilweise selbst Barabhebungen getätigt und Geldkoffer über Grenzen getragen habe. Die Empfänger sitzen in der FIFA, im IOC und in etlichen anderen Weltverbänden, mit denen die ISL Geschäfte gemacht hat.

Nach den Olympischen Spielen werden wir erstmals die komplette, bisher unveröffentlichte Liste der ISL-Schmiergelder zur Verfügung stellen und schauen, ob die Weisheit der Massen (Crowdsourcing) das, was Staatsanwälte und Journalisten zusammengetragen haben, ergänzen kann. Einige Namen finden sich ja doch auf der Liste, und einer, Ahmed Muttaleb, langjähriger Generalsekretär des asiatischen Olympia-Councils OCA und einst wichtigster Mann (keine Ahnung, ob er ihm noch immer dient) des kuwaitischen OCA-Präsidenten, IOC-Exekutivmitglieds und gewesenen OPEC-Präsidenten Scheich Ahmed Al-Sabah, hat gemäß Anklageschrift zum ISL-Prozess mehr als 5,1 Millionen CHF kassiert.

Die Zahlungen sind in der Anklageschrift einzeln dokumentiert, zusammenfassend heißt es:

Read the Full Story

WM 2010: der Kontinentalvergleich

 •  • 30 Comments

RUSTENBURG. Habe vorhin Zahlenspielereien angekündigt. Voilà. Das kann Mann natürlich auf die Spitze treiben und ausbauen und besser machen und korrekter. Aber ich finde, nach einer WM-Vorrunde ist eine Diskussion allemal gerechtfertigt. Zunächst nochmal eine kleine Summary zum Thema, danach und dazwischen einige Grafiken. (Ausführlicher und besser strukturiert geht es gerade nicht, muss gleich auf […]

Read the Full Story

Und es sprach der Ruler of Dubai: „This is your chance! I have my people here. What can I do for you?“

 •  • 14 Comments

DUBAI. Ich bin ein Idiot. Habe gerade die Chance meines Lebens verpasst. War heute morgen von Scheich Mohammed al-Maktum, dem Ruler of Dubai, zum Stehfrühstück geladen. Angemessen lässig plauderten der Scheich und seine Junior-Gattin Haya, IOC-Mitglied und Präsidentin des Reiter-Weltverbandes, über die olympische Welt, Dubais Olympia-Ambitionen, den Reitsport und die Messe Sportaccord, dieses Gipfeltreffen von Wirtschaft und Sportpolitik, das dieser Tage im Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel stattfindet. Über die Dopingsperre, die Mohammed gerade hinter sich hat, wurde nicht geredet. Nach einer Weile geruhte der Ruler of Dubai, den Haya stets mit „His Highness“ ansprach, recht eindringlich und äußerst nett zu fragen, ob er etwas für mich tun könne. Ob ich Wünsche hätte. Ich solle es nur sagen, frei heraus.

This is your chance! I have my people here. What can I do for you?

Ja, ich hatte Wünsche. Jede Menge. Aber ich war zu feige, die auszusprechen. Schätze mal, es ging dem Dutzend Kollegen, die Mohammed lauschen durften, ähnlich. Im Einzelgespräch mit dem Scheich wäre uns der eine oder der andere Wunsch gewiss über die Lippen gekommen.

Read the Full Story

Vancouver, Tag 10: Super Sunday

 •  • 53 Comments

VANCOUVER. Für einen ehemaligen Leser. Das Original bringe ich mit und schicke es ihm. Pionierehrenwort :) Kann ich sonst noch was tun? Etwa live bloggen, ahnungslos, vom Spiel der Spiele um 16.40 Uhr? Sicherheitsmaßnahmen wie beim G8-Gipfel. Sogar im Bus wurde gecheckt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, vier Sicherheitschecks vom Betreten des MPC bis […]

Read the Full Story

Olympia-Milliarden: “We are less dependent on economical downturn”

 •  • 10 Comments

Moin. Heute mal kein Einbruch in mein Auto – hoffe ich jedenfalls, es steht noch in der Werkstatt Ebbe Elmer Biler A/S. Ich habe schon gestern Abend beschlossen, mich nicht länger aufzuregen und hatte ja einen unterhaltsamen Abend an der Marriott-Bar. Heute morgen zunächst ein Kaffee bei Dmitri Tschernyschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, der in diesem Moment vor der IOC-Session einen Vortrag hält. In Kurzfassung: Alles paletti in Sotschi, alles bestens!

We are less dependent on economical downturn! Our Prime Minister Wladimir Putin told us: Enjoy the green light in running the project!

Live aus der Session, die offiziellen Zahlen:

Read the Full Story

The ISL bribery system: 138 million CHF for senior officials in the Olympic world

 •  • 3 Comments

As promised the other day: The extended and overworked version of my presentation at Play the Game conference last week in Coventry – with important backgrounds about the new „associate member“ of the Olympic Journalists Association:

The ISL bribery system: 138 million CHF for high-ranking officials in the Olympic world

A few weeks ago I had several discussions with IHF-President Hassan Moustafa. He told me:

We are a Handball-family. If anybody has a problem, we have to find a solution within our family – not outside the family.

I have heard quotes like this before. My old friend Joseph Blatter once said:

We don’t go to strangers. If we do have problems in our family, we use to solve the problems in the family. What happens in our family is not a topic for a jurisdiction outside our family. Regular courts are not a part of our family.

In this picture we can see Joseph Blatter with his longtime friend Jean-Marie Weber. They are members of the family, both the FIFA-President, also a member of the IOC, and the man who has paid an unbelievable amount on bribes to other family members. They are longtime friends.

Read the Full Story

And the winner is: Jean-Marie Weber

 •  • 4 Comments

Wer zählt hier fleißig die Stimmen bei der Wahl zum afrikanischen Fußballpräsidenten, wollte ich gestern Abend wissen. Ich bin schwer beeindruckt. Okay, es ist Wochenende, die Umfrage war ein bisschen versteckt, weshalb sich nur wenige Leser beteiligten – die aber offenbarten kolossales Sachverständnis. Sportpolitiker per excellence! Natürlich heißt die Lösung: JMW. Sollte es jemanden geben, der mit […]

Read the Full Story

Sepp, mitten in Afrika

 •  • 8 Comments

(Achtung, gua: Am Ende dieses Beitrags ist ein Voting-Tool eingebaut. Die Abstimmung ist diesmal nur 24 Stunden möglich.)

Wo treibt sich eigentlich der Friedensnobelpreisanwärter herum?

Der Fifa-Präsident war gerade in Nigeria auf dem Kongress der Confédération Africaine de Football (Caf). In Afrika liegen die sportpolitischen Wurzeln des Joseph Blatter. Dort hat er seit 1975, als er als Direktor für Entwicklungs­pro­gramme bei der Fifa begann (und damals zeitweise von Adidas, der Firma seines Kumpels und ISL-Gründers Horst Dassler, bezahlt wurde), stets nur das Beste bewirkt. Er hat zum Beispiel jene Stimmen generiert, die ihn 1998 in Paris nach legendären Wahlnächten im Meridien Montparnasse Hotel zum Fifa-Präsidenten aufsteigen ließen.

Read the Full Story