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An die Arbeit, Michael Garcia!

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(Ich will die kleine Chronik fortsetzen und rein kopieren, was ich gestern auf die Schnelle – und aus der Ferne – zum FIFA-Treffen in Zürich fabuliert habe. Zuvor hatte ich im Schweizer Radio schnell noch Andrew Jennings als FIFA-Ethikchef vorgeschlagen, gemäß unserer volldemokratischen Abstimmung von vor einigen Jahren. Auch diesmal aus Zeitnot leider keine Links, aber dafür gibt es ja Tags und verwandte Artikel da unten.)

Die Propaganda läuft auf Hochtouren. Joseph Blatter, der Hauptverantwortliche für das allumfassende Korruptionssystem im Fußball-Weltverband (FIFA), der mit jeder beleidigten Äußerung ganze Fußballnationen in Aufruhr versetzt, etwa als er über mögliche Korruption bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland plauderte, wird in deutschsprachigen Boulevardmedien plötzlich als der Held gefeiert.

Die Bild-Zeitung, die am Dienstag einen offenen Entschuldigungsbrief des 76 Jahre alten Schweizer Patriarchen veröffentlichte, legte online mit einer Home-Story nach. Und der Blick, bei dem Blatters Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio einige Jahre Sportchef war, titelt nach der FIFA-Exekutivsitzung ebenfalls online:

Blatter siegt an allen Fronten – Weg frei für mehr Transparenz bei der FIFA.

Was war passiert?

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„Blatter knew about Havelange bribes 15 years ago!“

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von Andrew Jennings und Jens Weinreich

Ich erinnere mich noch gut an diesen Januartag des Jahres 2004 in Tunis. Ich drehte für das schwedische und dänische Fernsehen eine Dokumentation über Joseph Blatter („The Untouchable“), Andrew Jennings war zum Kongress des afrikanischen Fußballverbandes CAF vor Ort (für FIFA-Events war er damals schon zur persona non grata erklärt worden).

Andrew hatte einige Tage zuvor in der Daily Mail(!) seine Geschichte aus dem Jahr 2002 über Havelange und das ISL-Schmiergeld konkretisiert, das irrtümlich auf einem FIFA-Konto landete und deshalb aus der FIFA-Zentrale weitergeleitet wurde.

Wir wollten nun gemeinsam Blatter damit konfrontieren. Hatten aber nur eine Kamera. Ich brauchte die Bilder für mein Filmchen. Andrew ahnte schon, dass er das irgendwann mal für BBC-Panorama benötigen würde.

Gemeinsam mit meinen Kollegen Søren Steen Jespersen und Kameramann Kim Frandsen haben wir also geprobt, mit einer Kamera alles einzufangen: Andrews Frage, Blatters Reaktionen. Alles lief nach Drehbuch.

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Was vom Tage übrig bleibt (19): „Korrupter gehts nicht mehr“

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Der vom flotten Fifa-Präsidenten im Oktober verursachte Verkehrsunfall und das milde Strafmaß lösen in der Schweiz „Empörung aus“, schreibt der Zürcher Tagesanzeiger. „Korrupter gehts nicht mehr“, heißt es da. Hoppala. In der Kritik steht vor allem Matthias Wiedmer, der verantwortliche Untersuchungsrichter in Thun. Hochinteressant ist die Diskussion auf tagesanzeiger.ch, dieses Zitat ist noch harmlos: Blatter […]

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