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Was vom Tage übrig bleibt (106): Götterdämmerung im IOC

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Ich habe in den vergangenen verrückt-besorgniserregenden Tagen vor allem für den SPIEGEL gedichtet und extensiv getwittert. Habe mich selten so gut informiert gefühlt und nahe am Geschehen. Mein Dank gilt den vielen Vögelchen im Hintergrund aus IOC und Weltverbänden, mit denen der Austausch vertrauensvoll, kontrovers und produktiv läuft – sehr spannend. Dazu einige Tweets und THREADS sowie die Links zu den jeweiligen Artikeln. Weiter unten das Rohmaterial der Texte.

Bleiben Sie gesund!

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Durchhalteparolen: das Coronavirus, das IOC und Tokio 2020

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Das Coronavirus gefährdet das größte Sportereignis des Jahres, die Olympischen Spiele in Tokio. Derlei Sorgen sind nicht neu, sie heißen nur immer wieder anders. Die Angst vor erzwungenen Absagen gehört untrennbar zur Geschichte der Olympischen Spiele. Sie gehören zum Geschäftsrisiko des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das die Spiele als Franchise-Unternehmen vermarktet und damit im aktuellen Olympiazyklus (2017 bis 2020) mehr als sechs Milliarden Dollar umsetzt.

Einen Teil dieser Summe, schätzungsweise eine Dreiviertel Milliarde Dollar, deckt das IOC über Ausfallversicherungen mit verschiedenen Versicherungskonzernen ab, darunter die Münchner Rück. Die Allianz, von 2021 bis 2028 neuer und damit 15. TOP-Sponsor des IOC, zählt noch nicht dazu. Über Details der Versicherungspakete herrscht Stillschweigen, insofern weiß auch niemand, ob eine Pandemie tatsächlich versichert ist. Für Tokio dürfte das IOC etwa 20 Millionen Dollar für die Ausfallpolicen zahlen, die in den Geschäftsberichten unter Insurance Premium for Games Cancellation geführt werden. Für 2012 (London) kostete das Paket 13,5 Millionen Dollar – für 2016 (Rio) zahlte das IOC 14,4 Millionen.

Das IOC ist für den schlimmsten Fall mit seinen Versicherungen und Rücklagen gewappnet. Das Risiko für Tokio, wo weit mehr als 20 Milliarden Dollar investiert wurden, ist viel größer.

Was derzeit in zahlreichen Medien oft als „Notfall-Fond“ des IOC bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit viel mehr, es ist das Herzstück des Olympiakonzerns: Die Olympic Foundation, eine 1992 gegründete Stiftung nach Schweizer Recht, in der alle Geschäftsaktivitäten und Firmen der IOC-Gruppe gebündelt sind. Stiftungsrat ist IOC-Präsident Thomas Bach. Zu den Stiftungszielen der Olympic Foundation zählt es ausdrücklich, das Risiko des Ausfalls einer Edition der Spiele zu überstehen. 

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Thomas Bach, Fleisch gewordene Interessenkonflikte und ‚the innocent new generation of clean Russian athletes‘

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Wenn du glaubst, es geht nicht schlimmer, kommt Thomas Bach mit einem weiteren seiner dubiosen Olympic Summits daher.

Eine hintergründige Einstimmung auf die Entscheidung des WADA-Exekutivkomittes am Montag in der Russland-Frage.

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live aus PyeongChang (2): Olympische Systemfragen. Die Nähe zum organisierten Verbrechen

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ALPENSIA. Habe gerade Ching-Kuo Wu begrüßt, kurz bevor er zur Eröffnung der IOC-Session chauffiert wurde. Herr Wu, war da nicht was? Klar, er wollte mal IOC-Präsident werden, führte von 2006 bis 2017 den Box-Weltverband AIBA und musste kürzlich wegen Misswirtschaft (mindestens) als AIBA-Boss zurücktreten, womit er auch seine Position als Vertreter der olympischen Sommersportverbände im IOC-Exekutivkomitee verlor. IOC-Mitglied ist und bleibt der Taiwanese natürlich. Vorerst? Oder solange, wie es die Regeln hergeben?

Einst schrieb mir Wu auf, warum er IOC-Präsident werden wolle …

… weil er die olympische Bewegung entwickeln könne.

Herr Wu war tatsächlich mal als Erneuerer angetreten, in der AIBA, als Nachfolger des schwer korrupten Pakistani Anwar Chowdhry † (hier finden sich einige zusammenfassende Beiträge von mir dazu, durchaus wichtig, wenn man die Zeitläufte verstehen möchte). Chowdhry wiederum diente einst in der sogenannten sportpolitischen Abteilung von Adidas unter Horst Dassler † und wurde 19086 auch von Dassler auch an der AIBA-Spitze installiert. Chowdhry werkelte für Dassler damals also an der Seite des IOC-Schmiergeldboten Jean-Marie Weber und des damaligen Adlatus von Horst Dassler, ein gewisser Thomas Bach war das. Heute ist er ein Mann, der nicht Freund von Wladimir Putin sein möchte, der unter Dassler ohnehin nie etwas mitbekommen hat von unsauberen Machenschaften (und selbstverständlich nie daran mitgewirkt hat), und der ganz ganz schlimm findet, wie sich das in der AIBA so entwickelt.

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Propagandamaschine: das IOC und Putin und die Einheit von Sport und Politik

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Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Sport hat nichts mit Politik zu tun. Nicht in Russland. (Fotoquelle: President of Russia)

Die Namen der beiden politisch Hauptverantwortlichen für das gigantische, kriminelle Dopingbetrugssystem des russischen Sports (inklusive des Betruges an vielen tausend Athleten aus aller Welt) tauchen insgesamt nur drei Mal im eher vorläufigen Untersuchungsbericht von Richard McLaren auf.

Wladimir Putin und Dmitri Medwedew.

Präsident und Ministerpräsident.

In jener Zeit, da das nun zusammengebrochene System ersonnen und in Auftrag gegeben wurde, war – Rollentausch – der eine Ministerpräsident und der andere Präsident. Macht es einen Unterschied?

Putin und Medwedew also. Jene Männer, die seit gestern Entlassungen „der Verantwortlichen“ versprechen und vornehmen und die Justiz beauftragen. Die jüngste „Meldung“ dazu: Medwedew sagt, Sportminister Witali Mutko werde im Amt bleiben.

Der Reihe nach.

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live-Blog: der McLaren-Report zum russischen Dopingsystem #Sotschi2014

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Auf geht’s. Was haben der kanadische Jurist Professor Richard McLaren und sein Investigator Mathieu Holz (ehemals Interpol) zu bieten in Sachen staatlich orchestriertes Doping in Russland und Großbetrug im Dopingkontroll-Labor der Winterspiele 2014 in Sotschi? Werden die Forderungen nach einer Suspendierung des vom IOC-Mitglied und Duma-Mann Alexander Schukow geführten russischen NOK (ROC) lauter?

Es ist soweit. In Toronto tritt McLaren 15.00 MESZ vor die Medien.

In Vorbereitung habe ich in diesem Beitrag Material zusammengetragen und die erbitterten Diskussionen des Wochenendes zusammengefasst:

Einen Livestream gibt es zumindest beim Guardian. Wer andere/bessere Angebote findet, bitte in die Kommentare stellen.

Ich bette RT ein, Achtung:

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Aufstand in Sotschi: Marius Vizer attackiert Thomas Bach

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Dass Thomas Bach und Marius Vizer sich nicht mögen, ist ein offenes Geheimnis. Allerdings haben beide einige mächtige Verbündete, die ihnen vor zwei Jahren halfen, die Präsidentschaften in IOC (Bach) und SportAccord (Vizer) anzutreten: Scheich Ahmad Al-Sabah und Wladimir Putin.

Beide, der Scheich und Putin, sind derzeit ein wenig angeschlagen. Die Dinge entwickeln sich.

Marius Vizer, Präsident des Judo-Weltverbandes (IJF) und der Vereinigung aller Sport-Weltverbände (SportAccord), hat heute in Sotschi die Sportaccord Convention mit einer Attacke auf Thomas Bach, das IOC und Bachs Agenda 2020 eröffnet. (Ein Teil dieser Auseinandersetzung ist eine alte olympische Debatte: Wem gehört der Sport bzw wem gehören die Olympischen Spiele? Wer soll wie daran beteiligt werden? Wie viel Macht kommt den Weltverbänden zu? etc pp)

If you want to be respected, you have to be fair …

… sagt (ausgerechnet) Vizer.

Er wirft Bach Intransparenz vor, behauptet, die Agenda 2020 bringe nichts für den Sport und die Athleten, schimpft darüber, dass der olympische Bieterwettstreit (2022 ff) kompromittiert sei, so geht es in einem fort. (Ich kann mich nicht erinnern, seit 1990 in diesem Business Ähnliches gehört zu haben – von Super-Präsident zu Super-Präsident.)

Oops.

Bach reagiert einerseits ziemlich cool und inhaltlich ohnehin auf der Höhe, er bedankt sich zwei Mal für den „freundlichen Empfang“, der unfreundlicher nicht hätte sein können, andererseits hört man ihm die Überraschung an. Er wirkt angegriffen.

Unbedingt hören und sehen:

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Wer regiert den Weltsport? Teil 1: Wladimir Putin, Marius Vizer und Scheich Ahmad Al-Sabah

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ST. PETERSBURG. Ich bin mit Verspätung doch noch in St. Petersburg beim Sportaccord-Kongress und der gleichnamigen Messe gelandet. Ein Journalisten-Visum für Russland zu bekommen, ist immer ein Abenteuer, die Abläufe eine Frechheit, das habe ich jetzt etliche Male erleben müssen.

Egal. Ich bin hier, der Kongress tanzt schon nicht mehr. Ich habe gerade einen Text für Spiegel Online („Sport-Superboss Vizer: Putins Judo-Kumpel attackiert Olympia“) geschrieben, habe noch Termine und will den Tag (die Tage) mal kurz in einer Bildergeschichte erzählen (oder besser: anreißen).

Wir treffen: gute alte Bekannte, die sich daran machen, die Macht im Weltsport zu übernehmen. Da laufen derzeit tektonische Verschiebungen.

Wladimir Putin und sein Juniorpartner: IOC-Präsident Jacques Rogge

Juniorpartner des russischen Judokas und größten lebenden Sohnes von Sankt Petersburg, Wladimir Putin: IOC-Präsident Jacques Rogge, der sich von Putin nicht nur 2007 in Guatemala am Nasenring durch die Manege ziehen ließ, als Putin einflog und die Winterspiele 2014 in seine Residenzstadt Sotschi holte. Danach akquirierte er die Formel 1, wobei der langjährige IOC-Marketingchef und heutige Ecclestone-Berater Michael Payne behilflich war, die Fußball-WM 2018, die Universiade 2013 und etliche andere Weltmeisterschaften …

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#London2012 (VII): Die ISL-Bestechungsmillionen, ein mysteriöser Scheich, der OCA, die IOC-Präsidentschaft und andere vielfältige Lebenssachverhalte

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LONDON. Es war zuletzt weltweit ja viel über das ISL-Korruptionssystem zu lesen. Die Sache ist noch nicht geklärt, denn die Empfänger eines Großteils der (mindestens) 142 Millionen Franken Schmiergeld bleiben ja unbekannt. Mann sucht sie noch, sie verbergen sich hinter ominösen Stiftungen, werden von Dienstboten in Anwaltskanzleien geschützt, die teilweise selbst Barabhebungen getätigt und Geldkoffer über Grenzen getragen habe. Die Empfänger sitzen in der FIFA, im IOC und in etlichen anderen Weltverbänden, mit denen die ISL Geschäfte gemacht hat.

Nach den Olympischen Spielen werden wir erstmals die komplette, bisher unveröffentlichte Liste der ISL-Schmiergelder zur Verfügung stellen und schauen, ob die Weisheit der Massen (Crowdsourcing) das, was Staatsanwälte und Journalisten zusammengetragen haben, ergänzen kann. Einige Namen finden sich ja doch auf der Liste, und einer, Ahmed Muttaleb, langjähriger Generalsekretär des asiatischen Olympia-Councils OCA und einst wichtigster Mann (keine Ahnung, ob er ihm noch immer dient) des kuwaitischen OCA-Präsidenten, IOC-Exekutivmitglieds und gewesenen OPEC-Präsidenten Scheich Ahmed Al-Sabah, hat gemäß Anklageschrift zum ISL-Prozess mehr als 5,1 Millionen CHF kassiert.

Die Zahlungen sind in der Anklageschrift einzeln dokumentiert, zusammenfassend heißt es:

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Was vom Tage übrig bleibt (28): Pharao auf Dienstreise

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Wer Hassan Moustafa noch einmal lauschen möchte, bitteschön, eine Bilanz der Tage von Denver, produziert für den Deutschlandfunk: : In der Mile-High-City Denver tagten vergangene Woche das IOC-Exekutivkomitee und sämtliche Sport-Weltverbände. Es war ein Gipfeltreffen des Weltsports, das von Finanzthemen dominiert wurde. Zum Abschluss verkündete IOC-Präsident Jacques Rogge eine Einigung mit dem amerikanischen Olympiakomitee (USOC). Der Streit mit dem […]

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Samaranch Junior

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Ein exklusiver Gruß aus dem Herzen der großen olympischen Familie:

Hola everyone: Juan Antonio Samaranch Junior

:

Juanito sieht blendend aus. Gesunder Teint, die feinen Hände manikürt. Juanito werkelt daheim in Madrid als Investmentbanker. Auf Dienstreise unter seinesgleichen, in der olympischen Familie, blüht er auf und scheint die Sorgen des Alltags zu vergessen. Hier ist er zu Hause. Schon als Kind hat ihn der Vater eingeführt in diese Kreise, ihn und seine Schwester Maria Teresa. Juanito lacht. „Klar laufen die Geschäfte schlecht“, sagt er, während er an einem Stückchen Käse kaut. „Aber soll ich jetzt anfangen zu heulen? Das Leben geht weiter. Man muss sich jeden Tag zusammenreißen, heiß duschen – und arbeiten!“

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Was vom Tage übrig bleibt (27)

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Tut mir leid, aber zu mehr als einer Zweitverwertung meiner Texte vom Gipfeltreffen der Sportfamilie aus Denver reicht es momentan nicht. Die vielen Ideen lassen sich aus zeitlichen Gründen gerade nicht umsetzen. Für Nachschub ist aber gesorgt, der Trip hierher hat sich in dieser Hinsicht zweifellos gelohnt. Beitrag vom 25. März DENVER. Hein Verbruggen war wütend. […]

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