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Wiener Blut

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Die ARD, zwangsgebührenfinanzierter Kuschelsender, zeigte gestern Abend ausnahmsweise nicht Rummelboxen, sondern: Star-Biathlon mit Jörg Pilawa und Axel Schulz (screenshot). Gewitzelt wurde auch über Doping, natürlich: Etwa, als sich Pilawa – begleitet von Klängen der Tatort-Musik – auf die Spur seiner Promis machte und Johann Lafer dabei ertappte, wie er sich „unangekündigt, ohne sich abzumelden“ aus dem Trainingscamp entfernte. Skandal! Lustig! Öffentlich-rechtlich! Star-Biathlon: dämlicher, armseliger und entlarvender hätte die ARD-Woche wirklich nicht enden können.

Screenshot ARD

Investigativjournalismus a la ARD

Das primäre Thema der Woche, das leider etwas in Vergessenheit geriet, hieß ja eigentlich: Eigenblutdoping. Ich lasse mal außer Acht, welche prominenten Sportler, welche deutschen Olympiasieger womöglich, sich an Wiener und anderen Blutbanken bedient haben könnten. Man hört so einiges, aber man darf es nicht schreiben und auch nicht senden. Schon sind wir mitten im sekundären Thema, das in dieser Woche zum primären Thema wurde:

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Nachtrag ISL-Komplex

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Lese-Empfehlung: In der Zürcher Sonntagszeitung hat sich heute der von mir sehr geschätzte Kollege Jean-François Tanda geäußert und nennt einige pikante Details zum Strafprozess gegen ISL-Manager. Der Artikel ist online leider nicht frei verfügbar, lohnt sich aber, für ein paar Franken zu lesen. Im Deutschlandfunk habe ich zum ISL-Komplex ein paar Worte sagen dürfen: Hören!

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Der ISL-Komplex

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Nur mal so, damit es nicht in Vergessenheit gerät, das wäre schade: Man hatte ja kaum noch damit rechnen wollen, doch am 11. März 2008 ist es nun so weit. Vor dem Strafgericht des Kantons Zug beginnt tatsächlich der Prozess gegen sechs ehemalige Manager des konkursiten Marketinggiganten ISL/ISMM. Den Managern drohen langjährige Zuchthausstrafen. Es könnte … Read more

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Marion Jones – Januar 2008

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Marion, zum Dritten: Und noch ein Video der zweitschnellsten Frau der Welt nach, nun ja, nach Florence Griffith-Joyner. Erst hat sie gedopt, dann hat sie gelogen und weiter betrogen, jetzt geht sie ein halbes Jahr in den Knast. Mitleid? Unangebracht. Ob ihr Beispiel andere Doper abschrecken wird? Ich habe gerade mal nachgesehen, was ich nach … Read more

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„Qualitätsjournalisten“ vs. Idiotae des Web

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Hier meine Leseempfehlung für das Wochenende: Stefan Niggemeier in der taz über die „Arroganz der Papierverfechter“ und die unsäglichen, wiederholten Attacken seitens Süddeutscher Zeitung („Web 0.0“) und FAZ („Immer schön sachlich bleiben“) gegen all das, was man als Mitmach-Web bezeichnen könnte. Brrr, ist ja auch blöd, wenn jeder seine Meinung sagen kann. Treffend vor allem … Read more

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Bernd-Uwe Hildebrandt

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Kollegenlob muss auch mal sein. Die bisher beste Geschichte über den Magdeburger Kriminalfall Bernd-Uwe Hildebrandt, einen einfallsreichen Multifunktionär, steht heute in der Süddeutschen Zeitung. Claudio Catuogno berichtet über den „König der Fördertöpfe“, also über Schülertransporte für tote Wildschweine, über zigarrenverschlingende Athleten und einen Mann, der mitunter in zehn Funktionen gleichzeitig verhandelt – mit sich selbst, versteht sich. … Read more

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Richard Pound

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Ich gebe ja zu, Richard Pound, scheidender Präsident der Weltantidopingagentur (Wada), ist so etwas wie mein Lieblings-Sportfunktionär. Gerade habe ich eine kleine Hymne („Schöpfer im Chaos“) auf seine Arbeit als Wada-Chef verfasst, die ich wirklich sehr erstaunlich finde. Die Arbeit natürlich, nicht die schnell runter geschriebene Hymne. Manch einen wird derartige Schwärmerei erstaunen, weil ich … Read more

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Play the Game

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Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímson hat am Sonntag in Reykjavik die Weltkonferenz Play the Game eröffnet. Play the Game – Motto: „home for the homeless questions in sport“ – wurde vom dänischen Journalisten Jens Sejer Andersen initiiert und findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt, erstmals außerhalb Dänemarks. Traditionell werden bei Play the Game … Read more

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Stunde der Philosophen

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Sie bezeichnen sich selbst als Profiteure. Sie empfinden Genugtuung, das schon; aber sie nehmen den unverhofften Profit durchaus demütig an. Weil das öffentlich-rechtliche Sportfernsehen aus der Etappenberichterstattung der Tour de France ausgestiegen ist, wurde am Wochenende eine Stunde mehr Leichtathletik gezeigt: die Deutschen Meisterschaften in Erfurt. Und so raunte der Berliner Diskuswerfer Robert Harting, der nach der Ära Riedel seinen ersten nationalen Titel gewann, dem ehemaligen ZDF-Sportchef Wolf-Dieter Poschmann zu: „Ich finde das gut, dass ihr die Tour-Übertragungen abgebrochen habt.“ Andere Athleten äußerten sich ähnlich.

„Ein bisschen mehr Sendezeit ist ein Geschenk“, sagt Jürgen Mallow, der Chef­bundestrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). „Hoffentlich wird es kein Bumerang.“ DLV-Präsident Clemens Prokop findet den überraschenden TV-Vorteil für die Leichtathletik „sachlich nur billig und gerecht. Es ist eine Beloh­nung, dass wir vom Tour-Ausstieg profitieren, weil nur wenige Verbände so konse­quent gegen Doping vorgehen wie der DLV.“

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