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Hofschranzenkultur

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Der Darmstädter Soziologe Karl-Heinrich Bette bescheinigt dem deutschen Sport, namentlich dem DOSB unter Thomas Bach, eine „Hofschranzenkultur“. Wer mehr lesen mag, ich habe gerade ein Porträt des DOSB-Präsidenten für die Financial Times verzapft: „Thomas Bachs Welt“ Der oberste Sportfunktionär Deutschlands wird schon jetzt als Nachfolger von IOC-Präsident Jacques Rogge gehandelt. Mit Intelligenz, Ehrgeiz und Glück […]

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Das moralische Versprechen

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Kevan Gosper, Peking, April 2008

Auch wenn ich mich wiederhole: Der nette Herr hier links heißt Kevan Gosper und gehört (noch immer) zu den wichtigsten Funktionären des IOC. Das Foto ist gewissermaßen ein historisches, denn ich habe den Australier im April in Peking auf einer Pressekonferenz geblitzt, als er – was er gern macht – sich wieder mal eingemischt hat, wenn Journalisten komische Fragen stellen. Er korrigiert dann gern.

Es war jene Pressekonferenz im China World Hotel, auf der Gosper versprach, Olympia-Berichterstatter würden in Peking freien Zugang zum Internet erhalten. Ist ja auch irgendwie selbstverständlich, die Bande (die Journalisten, meine ich) muss schließlich arbeiten, nicht wahr?

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Programmhinweis (III)

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Im Deutschlandfunk-Sportgespräch geht es heute, um 23.30 Uhr, anlässlich des 1. Deutschen Olympischen Sport-Kongresses um das Thema: „Welche Verantwortung hat der Sport?“ Unter Leitung von Herbert Fischer-Solms diskutieren Prof. Gunter Gebauer (FU Berlin), Prof. Karl-Heinrich Bette (TU Darmstadt) und meine Wenigkeit. Hier kann konnte man reinhören: DLF-Sportgespräch 2008/07/27

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Dear President Bush…

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… so beginnt ein bemerkenswerter Brief an den Chef im Weißen Haus.

Douglas G. Logan, der neue CEO des amerikanischen Leichtathletikverbandes USA Track & Field, bittet darin George W. Bush, das Gnadengesuch der Doperin Marion Jones-Thompson abzulehnen.

Jones sitzt derzeit im Bundesgefängnis von Fort Worth (Texas) eine halbjährige Haftstrafte wegen Meineids ab. Bis September müsste sie dort noch ausharren.

Logan hat seinen Job vor ein paar Tagen angetreten, dieser Brief – soeben veröffentlicht – ist eine seiner ersten Amtshandlungen, derlei Töne hat man von einem US-Sportfunktionär selten gehört:

Dear President Bush,

They say you can’t always believe what you read in the papers. So, when I read that Marion Jones has applied to you for a pardon or commutation of her federal conviction for making false statements to investigators, I couldn’t believe it. She lied to federal agents. She took steroids. She made false statements in a bank fraud investigation – not necessarily in that order. She admitted it. And now she apparently wants to be let off.

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Lopez Lomong (II) oder: was das IOC nicht hören will

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Lopez Lomong, im Juli 2008 bei den US-Trials in Eugene, Oregon

Die London Times hat sich nun auch der Geschichte des Lopez Lomong, den Lost Boys of Sudan, Darfur und all den politischen Implikationen bei den Sommerspielen in Peking angenommen:

Genau das ist es. Diesen Aspekt habe ich in meiner Geschichte noch etwas unterbelichtet, ich wollte die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der sudanesischen Kinder lenken, wie es auch Lopez Lomong wichtig ist, und nicht schon wieder auf die Verlogenheit des IOC und die Verbrechen der chinesischen Regierung. Owen Slot schreibt in der Times:

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Einzelfälle und Euphoriesünden

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Sieht eigentlich noch jemand hin? Mich irritiert weiter, wie normal deutsche Medien über die Tour de France berichten. Im Prinzip habe ich meiner Prinzipienreiterei vom vergangenen Jahr nichts hinzuzufügen. Für dieses Ereignis ist ein Kriminalbericht die angemessene Form, nichts sonst.

Von den Medien, die ich regelmäßig konsumiere, hat sich nur allesaussersport in diesem Jahr für eine andere Form der Berichterstattung entschieden: dogfood, der im vergangenen Jahr bundesweit die besten Analysen geliefert hat, schreibt in diesem Jahr (leider) gar nichts: Er nimmt eine Auszeit.

Die TdF-Kameraden von ARD und ZDF aber halten tapfer zur Stange. Und damit finanzieren sie weiter, mit Gebührengeldern, ein kriminelles System. Aber halt, es ist natürlich alles ganz anders. Habe ich System geschrieben? Tschuldigung. Es handelt sich um Einzelfälle, ARD-Teamchef Roman Bonnaire sagt in der FAZ:

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Mama-Wunder

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Unbelievable, diese Dara Torres.

Genau das ist sie. Verschwindet immer mal für ein paar Jahre – und fällt damit aus allen Doping-Testprogrammen –, taucht dann wieder auf und ist, gegen alle Naturgesetze, schneller als vor 24 Jahren. Mit 41 qualifizierte sich Dara Torres gegen Mädels, die ihre Töchter sein könnten, souverän für die Olympischen Spiele in Peking, wo sie über 50 und 100 Meter Freistil sowie in der kurzen Freistil- und in der Lagenstaffel schwimmen wird.

Das Thema, in den USA zumindest im olympischen Sport eine große Nummer, ist vergangenen Woche während der Trials in Omaha in Deutschland leider etwas zu kurz gekommen. Jürgen Kalwa aber hat darüber geschrieben und befasst sich auch in seinem Blog American Arena ausführlich mit dem Mama-Wunder.

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Lopez Lomong: The Lost Boy of Sudan

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https://www.youtube.com/watch?v=GlYNlrcfpwY&hl=en&fs=1

Ich habe gehofft, dass die Trials der US-Leichtathleten so enden würden. Ich habe für Lopez Lomong gehofft, einen der verlorenen Kinder des Sudan, der am letzten Tag der Trials in Eugene/Oregon im Finale über 1500 Meter stand. Wenn Lomong sich für die Olympischen Spiele in Peking qualifizieren sollte, würde auch seine Geschichte um die Welt gehen. Diese Geschichte, die Lomong zu Beginn der Trials erzählte, lässt einem den Atem stocken.

Ich hatte eigentlich vor, eine mp3-Datei ins Netz zu stellen, aber ich war zu blöd, das Gespräch mit Lomong in erträglicher Qualität aufzuzeichnen. So bereite ich jetzt meinen Text, den ich gestern einigen Zeitungen geschickt habe, fürs Netz auf. Seine Geschichte wird bis Peking und während der Spiele und auch danach noch hundert Mal in vielen Sprachen erzählt. Das ist gut so, sie kann gar nicht oft genug erzählt werden.

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Ein bisschen verkrampft

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Ist etwas blöd gelaufen für Tyson Gay bei diesen Trials. Seinen letzten Abgang aus dem Hayward Field von Eugene hat er sich anders vorgestellt, auf jeden Fall aufrechter.

Tyson Gay is helped off the track after an injury in the 200 meter quarterfinal on day 7 of the Olympic Trials at Hayward Field, July 5, 2008, in Eugene, Ore.

© Thomas Boyd/The Oregonian via flickr

Krampf im linken Oberschenkel, erlitten im Viertelfinale über 200 Meter, und schon hat Tyson Gay eine Chance weniger in Peking. Im vergangenen Jahr war er in Osaka Weltmeister über 100 und 200 Meter sowie mit der Sprintstaffel. Nach letzten Meldungen aus dem Krankenbett im Hilton Hotel kann die Sache glimpflich ausgehen, möglicherweise muss er nur 10-14 Tage pausieren.

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Zug: das Urteil

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Viel hat man ja nicht erwarten dürfen von der Urteilsverkündung im Prozess gegen ehemalige ISL-Manager. „Im Rechtsstaat gibt es keine Moraljustiz“, hat Marc Siegwart, einer der drei Richter, am Mittwoch gesagt. Was er damit meint: Es handelt sich zwar hier um den größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte – 138 Millionen Schweizer Franken wurden an Sportfunktionäre gezahlt, […]

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„Marianne und die Kellerkinder“

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Bevor es hier wieder lebhafter wird – Pionierehrenwort! – muss ich einen Lese-Befehl aussprechen. Unbedingt umblättern, und zwar hier hin, Ralf Wiegand in der SZ über die „EM-Moderatoren bei ARD und ZDF“: „Vielleicht musste das noch einmal sein, dieses Sportstudio vom Bodensee, damit auch der Letzte erkennen konnte, was schief läuft im deutschen TV-Sportjournalismus. Denn […]

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„Der Kaiser ist schuld“

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Kurz vor dem Portugal-Spiel schnell noch eine Empfehlung: Ein wunderhübscher Text des Spaniers Santiago Segurola, übersetzt von Javier Caceres, aus der heutigen SZ: Es war einmal ein Kaiserreich: Wie der deutsche Fussball vom Herrscher Franz Beckenbauer und vom FC Bayern München zerstört wurde. via: Indirekter Freistoss

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