usain bolt

#London2012 (XXXI): THE LEGEND @UsainBolt

The Times, cover vom 10. August 2012. So etwas habe ich in einer deutschen Zeitung noch nicht gesehen. Die haben es durchaus drauf, diese Briten.

LONDON. Olympic Stadium, Block 213/214, Row 67, Seat 312. Leichtathletik, letzter Tag. Einige Entscheidungen noch, mit dabei natürlich der Witzbolt The Legend Usain Bolt. Das Double Triple steht an. Anyone with me? Schauen noch Leute zu, da draußen am Fernsehen. Wenn ja, dann verbringen wir die nächsten zwei Stunden gemeinsam. (Parallel dazu trage ich weitere Notizen von der Abschluss PK des DOSB nach.)

Zur Einstimmung, meine Dichtung von gestern Nachmittag, erschienen u.a. in der Berliner Zeitung, über jenen Mann, den wir hier seit Peking Witzbolt nannten – und nun umtaufen müssen. „Excellent for our sport“, sei der Witzbolt, hat IAAF-Präsident Lamine Diack unten im Stadion gerade gesagt.

* * *

LONDON. „I am a legend!“ Wie oft hat Usain Bolt diesen Satz ausgesprochen?

Tausendmal?

Zehntausendmal?

„Schreibt das alle auf“, rief er den Journalisten zu, nachdem er als erster Sprinter die 100 und 200 Meter bei zwei Olympischen Spielen gewonnen hatte. Das Double Double wie die Engländer sagen. Das doppelte Doppel, aus dem in der Sprintstaffel am Wochenende schnell ein doppeltes Triple werden soll – und in vier Jahren in Rio de Janeiro vielleicht ein dreifaches Triple.

Ich bin eine Legende“, diktierte er also. „Wenn ihr das nicht aufschreibt, geben ich euch keine Interviews mehr, Jungs.“

Dann verließ er nach einem zwei Stunden währenden Interview in der Nacht zum Freitag den Pressesaal in den Katakomben des Olympiastadions.

Es war lustig mit Usain Bolt (26) und seinen ungleichen Gefährten Yohan Blake (22) und Warren Weit (22), denen der Dreifachsieg über 200 Meter gelungen war. Die meisten Journalisten waren freundlich drauf und wollten sich mit den Jamaikanern freuen.

„Im Name von hundert Millionen Indern“, gratulierte einer. Es wurde über seine Cricket- und Fußballkünste geredet. Darüber, ob er der perfekte Partner für Wayne Rooney bei Manchester United wäre. Einer fragte nach, ob Bolt, sorry: die Legende, oder Bob Marley der berühmteste Jamaikaner aller Zeiten sei. Marley, Muhammad Ali, Michael Phelps, Carl Lewis? „Ich bin der Größte meines Sports! Ich bin in dieser Kategorie! Ich bin eine Legende!“

Klar doch.

Eine Italienerin wollte schließlich wissen, wie die Frau an der Seite der Legende beschaffen sein müsse: „Eine berühmte Schauspielerin, eine Königin, eine Sängerin oder das schnellste Mädchen der Welt?“

Sag schon, Legende: „Welche Frau kann diesen Status bekommen?“

#London2012 (XXVII): @Witzbolt, Jogging-Gate VI

LONDON. Wie viele Weltrekorde des Witzboltes habe ich schon live erlebt? Ich glaube … alle. [Nein, nicht den ersten in NYC.]

Also mache ich flink mal rüber ins Olympic Stadium. Bis gleich in diesem Theater.

Ach, was sage ich da. Bekomme gerade Post aus Dänemark, einem dieser merkwürdig transparenten Demokratien, also keine Bananenrepublik wie Deutschland.

Mein Freund Henrik Brandt schreibt zu diesem Beitrag von vorhin:

Hilfe für Salz in die Wunde:

Alles Öffentlich nach der Öffentlichkeitsgesetz:

unter jeder Verband findest du die sogenannte Disziplinanalysen wo die Stärken und  Schwächen jeder Verband analysiert werden. Auf dieser Grundlage beschliesst der Aufsichtsrat (nach Einstellung von Team Danmarks Vorstand) die genaue finanzielle Unerstützung jeder Verband für die kommenden Jahren.

Ob das alles von der Presse kritisch benutzt (oder gelesen) werde? Kaum.

Ob das alles ein Problem ist in internationaler Konkurrenz? Ich glaube nicht, es geht ganz gut. Noch nie war Team DK so Erfolgreich (beste Ergebnis – auch in der Tiefe seit 1948)

20.15 Uhr: Stimmt das etwa, habe ich auf dem Weg hierher einen Weltrekord verpasst? Rudisha, 800?

Gerade die Slomo gesehen. Herausragende Hebelverhältnisse. Hat der geatmet? Gekeucht? @RudishaDavid

Obwohl, viel hätte ich nicht gesehen, am Platz. Denn ist ist doch wieder sehr voll, wenn der Witzbolt angekündigt ist:

Ihr sagt mir bitte, was da unten passiert, okay?

20.23: Vollprofi, der ich bin, habe ich heute, am viertletzten Tag, auch mitbekommen, dass die 180 Pfund, die ich für das Internetpackage bezahlt habe, auch einen Online-Zugang zum kompletten Infosystem beinhalten. Der funktioniert sogar.

#London2012 (XXV): Wenn chicken legs über die Bahn schweben #mb

LONDON. Olympic Stadium, Block 212/213, Row 71, Seat 313. Halbfinale 200 Meter.

Im ersten HF Blake vs Lemaitre vs Spearmon.

Keine Gegnerschaft für Blake, der die letzten 40 Meter spazieren geht und nicht mal nach Luft schnappt. 20,01. Natürlich muss Yohan Blake ein bisschen bluffen, gehört zu seinem Spielchen. Nur: schaut man sich ihn an und Lemaitre, der ja keine Pfeife ist, gerade 20,03 rannte und schon mal 19,80 gelaufen ist, sieht man also, wie Lemaitre pumpt … Ach Gott. Ich sage lieber nichts.

20.16: Der Witzbolt.

ENDLICH mal Ruhe im Stadion.

Keine Aussage zu treffen nach diesem Spaziergang. Hatte aber den Eindruck, als ob er danach atmete.

Grit Hartmann und ich haben heute für verschiedene Zeitungen dieses Textlein gedichtet:

Es geht Schlag auf Schlag mit den Meldungen zu Dopingfällen während dieser Londoner Spiele: Beinahe täglich wird ein neuer Erfolg verkündet. Von der ukrainischen Turnerin über marokkanische, französische, spanische Mittelstreckler, türkische Gewichtheber, den Italiener Alex Schwazer, Olympiasieger 2008 über 50 km Gehen, bis zur Sprinterin aus St. Kitts und Nevis. Ein reichliches Dutzend Fälle gaben das Internationale Olympische Komitee (IOC), die Sport-Weltverbände oder nationale Sportfunktionäre seit Beginn der Spiele bekannt. In London sei es schwierig wie nie zuvor, zu dopen und nicht erwischt zu werden, sagte John Fahey vor zwei Wochen, der Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). „Aber ich wäre dumm, würde ich behaupten, bei diesen Spielen würde niemand betrügen.“

Selbst Skeptiker können sich dem Sog der Pharmabilanz, die Olympias Propagandamaschine in die Welt hinaus bläst, nicht entziehen.

„Angenehm überrascht“ sei er über die vorolympische Teststatistik, sagt Perikles Simon, Professor an der Universität Mainz. Vor allem, weil „knallhartes Doping“ auffliege: „Testosteronfälle, Diuretika, Epo – das sind keine Wischiwaschi-Fälle wie so oft. Sondern schon Anhaltspunkte dafür, dass Kontrollen etwas ausrichten können, wenn sie richtig gesetzt werden.“

Simon schaut daheim viel Leichtathletik. Bei den Mittel- und Langstreckenläufen hat der Gendoping-Spezialist „Indizien“ fürs  verbesserte Kontrollregime ausgemacht:

„Man hat einige Kenianer aus dem Verkehr gezogen. Und nun erleben wir, dass die These von der angeblichen genetischen Überlegenheit der Schwarzafrikaner doch nicht so haltbar ist. Es gibt wieder Weiße, die durchaus mitlaufen können – bei Zeiten, die nicht mehr so extrem sind wie noch vor vier Jahren.“

Dafür, dass vor London intelligente Zielkontrollen zum Einsatz kamen, spricht auch der jüngste Fahndungserfolg im Falle Alex Schwazer. Der Olympiasieger wurde Ende Juli positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet – die Kontrolleure schauten vorbei, weil Italiens Nationalheld auffällig häufig in St. Moritz trainierte. Dort praktiziert der berüchtigte Arzt Michele Ferrari, auf dessen Kundenliste Schwazer stand. Der Tipp, so vermeldete die „Gazetta dello Sport“, kam von Interpol. Die Behörde koordiniert die Ermittlungen gegen „Dottore Epo“. Interpol hat auch einen Kooperationsvertrag mit der WADA unterzeichnet.

Andererseits vernebeln derlei Fälle den Blick für die Realitäten: die Direktbilanz der in London vom IOC verantworteten Kontrollen ist dürftig – mit einem Cannabis-Fall des US-Judokas Nicholoas Delpopolo. 3949 Proben wurden bis Dienstag genommen, verkündete IOC-Sprecher Mark Adams. Man wird am Ende weit über den angekündigten 5000 Tests liegen.

„Natürlich machen in einigen Disziplinen die Leistungsdimensionen stutzig“, sagt Perikles Simon, „zumal, wenn sie plötzlich in großer Breite erbracht werden.“ Er bezweifelt, „dass sich der Genpool der Menschheit derart verbessert hat, um die Zeiten zum Beispiel der Sprintfinals zu erklären“. Auch hat der Sportmediziner keine entsprechenden Fortschritte in der Trainings- oder Ernährungswissenschaft detektiert.

Wobei: Das Thema Nahrung liegt ja nun wieder im Trend, seit der Jamaikaner Yohan Blake sein 16-Bananen-Tagesmenü verriet. Simon bringt das eher zum Lachen: „Man wird ja auch veräppelt.“ Bananen und Yams-Wurzeln? Simon glaubt eher an eine Verlagerung des Betrugsgeschehens. „Da wird kaum noch mit Steroiden gearbeitet. Wachstumsfaktoren können eine Rolle spielen und wahrscheinlich Präparate mit Einfluss auf die Muskelkontraktion.“

Leichtathletik-WM, Tag 3: Usain Bolt, Jogging-Gate (II)

9.27 Uhr: Bin noch etwas angeknockt von gestern Abend. Die Überschrift wird manche ärgern, aber ich finde: das ist eine Fortsetzungsgeschichte. Das Foto muss erst mal genügen. Worte folgen später.

12.03 Uhr: Tobi wünschte sich mehr Daten zum 100-m-Finale. Voilà:

Fall es nicht zu entziffern sein sollte, hier geht es zum Original der IAAF: Biomechanical analysis.

15.18 Uhr: Quasi zur Dokumentation meiner Umtriebe (so habe ich es hier meistens gehalten, vor allem auch im Peking-Tagebuch, um die Irren und Wirren während so einer Dauer-Berichterstattung aufzuzeigen) nun jener Beitrag, den ich gestern in der halben Stunde der Sprachlosigkeit nach dem Exploit des Jamaikaners gedichtet habe. Erschienen in der BLZ („9,58 – einfach so“) und auf SpOn („Bolt deklassiert alle Konkurrenten“).

Ich überlege gerade, ob ich schon schlauer bin als gestern – nicht wirklich.

16. August, 22.28 Uhr

Usain Bolt? Wer was das noch mal? Usain Bolt, von IOC-Präsident Jacques Rogge zu einer „Ikone“ des modernen olympischen Sports ernannt, huschte am Sonntagabend fast unbemerkt in das Olympiastadion. Nur wenige tausend Menschen, vor allem die in der Westkurve, nahm an den Startblöcken der Sprinter, nahmen in diesen Minuten Notiz von Bolt und Kollegen. Um 21.35 Uhr war das Finale über 100 Meter angesetzt, das zum Höhepunkt dieser Weltmeisterschaften werden sollte. So hatten es die WM-Organisatoren geplant, so wollte es auch Lamine Diack, der Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF). Doch Bolt musste sich noch gedulden, ehe sie ihn von der Leine ließen.

Das Finale verspätete sich, weil einige Randsportler die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zogen und für die bislang stimmungsvollsten Minuten der Weltmeisterschaft sorgten. In den Hauptrollen auch zwei deutsche Frauen, die sich noch lange an diese Momente erinnern werden: Kugelstoßerin Nadine Kleinert und Siebenkämpferin Jennifer Oeser, die beide überraschend Silber gewannen und die Menschen in der Arena zu Standing Ovations herausforderten. Vielleicht werden sie mal ihren Enkeln davon erzählen, wie sie einst Usain Bolt, den großen Bolt, den Wundermenschen, den Fabel-Weltrekordler, den Spieler, diese Ikone des Zweifels, für kurze Zeit zu einem Nebendarsteller degradierten.

Für exakt acht Minuten.

Dann war die Rangordnung wieder hergestellt. Im Olympiastadion. In der Leichtathletik-Welt und überhaupt. Usain Bolt ist und bleibt der schnellste Mensch des Planeten. Er ist und bleibt ein kaum zu erklärendes Wunder. Er begeistert. Er polarisiert mit seinen Mätzchen. Er rennt einfach mal 9,58 Sekunden. Vor einem Jahr sorgte er bei den Olympischen Sommerspielen in Peking für das Jogging-Gate, als er mit offenen Schnürsenkeln nach 70 Metern schier abbremste, schon feierte, sich martialisch auf die Brust klopfte, geradezu lässig ins Ziel joggte – und den Weltrekord dennoch pulverisierte. Auf 9,69 Sekunden.

Diesmal, um 21.43 Uhr am Sonntagabend, schien es fast so, als habe sich Usain Bolt echt Mühe gegeben, als sei er 100 Meter durch gesprintet. Man weiß es ja nie genau bei Außerirdischen. Man sollte sich hüten vor vorschnellen Urteilen. Man kennt derzeit nur drei Ziffern und versucht sie zu deuten:

Neun. Fünf. Acht.

Was soll das heißen?

Darüber wird noch zu reden sein in den Tagen von Berlin. Wer dabei war, schüttelt noch den Kopf und reibt sich die Augen.

Diese Vorführung hatte, bei allem Tamtam und allen Show-Acts, mit dem Bolt die einen reizt und die anderen begeistert, beinahe etwas Dämonisches. Ja, derlei Vokabeln sind angebracht. Es ist keine Sünde, auf derlei Ereignisse mit mystischen Anspielungen zu antworten. Vorerst.

Dass sich Bolt nach zwei Schauspieleinlagen in den Vorläufen am Sonnabend, aus denen nicht viel heraus zu lesen war, in einer unglaublichen Verfassung befand, war zum ersten Mal im Halbfinale am Sonntag um 19.11 Uhr zu besichtigen. Da lief, nein er tänzelte 9,89 Sekunden. Und es war nicht nur Ato Boldon aus Trinidad, der ehemalige Weltklassesprinter, der auf NBC kommentierte, dass der Weltrekord zweieinhalb Stunden später fallen könnte.

Im Vergleich zu Peking, als diese 9,69-Demonstration noch eine Stunde im Stadion nachhallte, gleichsam das Denken und Fühlen der Menschen dominierte und manchen zum Weinen brachte; war diese 9,58-Vorführung weniger bombastisch, weniger schockierend. Man hatte ja ein Jahr Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass dieser Kerl aus Jamaika erst anfängt, die Welt zu verblüffen. Oder sollte man sagen: Dass er erst angefangen hat, das Publikum zum Narren zu halten?

Man weiß es nicht. Niemand kennt derzeit eine Antwort. Präzise betrachtet sind in den vergangenen Tagen ganze Bücher geschrieben worden über Usain Bolt. Kaum ein Athlet hat je eine solche Aufmerksamkeit erlangt. Wer zählt die Zeilen, wer die Fotos, wer die Sendeminuten? Und dennoch: Ist jetzt jemand schlauer als vor wenigen Tagen? Weiß jemand besser Bescheid über die Geheimnisse seiner Trainingsgruppe? Wohl kaum, obgleich seit Peking Hundertschaften von Journalisten in Jamaika einfielen, ist nicht viel mehr bekannt. Nicht viel mehr, als nicht schon vor einem Jahr pro und contra Bolt als Argument verwendet wurde.

Es war, im Weltmaßstab betrachtet, wohl schon der Höhepunkt dieser Titelkämpfe. Die anderen WM-Teilnehmer sollten sich dadurch aber nicht deprimieren lassen. Die WM findet weiter statt, jeder kann seinen Spaß und seinen persönlichen Erfolg haben, auch die Deutschen. Diskutiert wird aber weiter vor allem über Bolt und seine Glaubwürdigkeit. Über das, was alle sehen, keiner erklären kann und manche auch gar nicht erklären möchten.

Festzuhalten ist vorerst auch, dass das Versprechen der Organisatoren, Usain Bolt würde ein Duell mit Titelverteidiger Tyson Gay austragen, eine kleine Lüge gewesen ist. So merkwürdig das für den Amerikaner Gay auch klingen mag, der in 9,71 Sekunden so schnell war wie außer Bolt kein anderer: Es war kein echtes Duell. Bolt läuft in einer anderen Liga. Und es sah nicht so aus, es sah gar nicht so aus, als sollte er nicht jederzeit schneller sein können. Asafa Powell, Bolts Landsmann, der bis zum August 2008 mehrfach Weltrekord gerannt war, wurde in 9,84 Sekunden übrigens Dritter.

Aber mal ehrlich: Hat darauf jemand geachtet?

16.16 Uhr: Ich melde mich mal kurz ab zur IAAF. Es geht um ein bizarres Thema, hat bestimmt nichts mit der WM zu tun: Doping.

17.53 Uhr: Foto-Impressionen.

Das Pressezelt während der Bolt-Show gestern Abend (Pressekonferenz würde ich es nicht nennen):

Das Pressezelt während der IAAF-Pressekonferenz zum Doping-Programm des Leichtathletik-Welverbandes vor 90 Minuten:

18.04 Uhr: Der Sportartikelkonzern Puma geht nicht ganz so markschreierisch zur Sache. Per taufrischer Pressemitteilung, 17.46 Uhr, wird enthüllt, das Usain Bolt seinen Weltrekord nur „eingestellt“ habe. Ich denke, diese Meldung haben die Puma-Kommunikatoren weltexklusiv. Achtung, Werbung:

PRESSEMITTEILUNG

„Blitzschlag“ mitten in Berlin: Usain „Lightning“ Bolt stellt auf der 12. IAAF Leichtathletik WM eigenen Weltrekord ein

Berlin, Deutschland, 16. August 2009 – An diesen Sonntag wird man nicht nur in Berlin noch lange zurückdenken. Denn an diesem wunderschönen Sommertag hat der mit dreifachem Olympiagold ausgezeichnete jamaikanische Spitzenläufer und PUMA-Athlet Usain ‚Lightning‘ Bolt das Unfassbare geschafft und in einem atemberaubenden 100 Meter Sprint seinen eigenen Weltrekord in Grund und Boden gelaufen. Der völlig zurecht als „schnellster Mann der Welt“ bezeichnete Bolt war zwar als Favorit ins Rennen gegangen, aber wie er seinen Konkurrenten Tyson Gay und Asafa Powell scheinbar völlig mühelos davonlief, mit 9,58 Sekunden die schnellste jemals gemessene Zeit ablieferte und so ganz nebenbei auch noch seinen erst letztes Jahr aufgestellten Weltrekord von 9,69 Sekunden einstellte – das war schon mehr als sehenswert. Der jamaikanische Ausnahmesportler flog in speziell für ihn maßgeschneiderten Theseus Pro Sprinterschuhen ins Ziel. Das auch als PUMA YAAM bekannte Modell ist damit eindeutig (und passend zu Bolt) der schnellste Schuh der Welt. 

Das voller Ungeduld erwartete Rennen war ein echter Showdown zwischen Bolt, dem US-Titelverteidiger Tyson Gay und Bolts jamaikanischem Teamkollegen Asafa Powell. Mit einem brutalen Performanceschub katapultierte sich Bolt aus den Startblöcken am Feld vorbei und hielt sein enormes Tempo bis zur Ziellinie durch. Eine Leistung, die von den Zuschauern mit frenetischem Jubel gefeiert wurde. Dass Bolt nicht nur geradeaus laufen kann, zeigte der dann, als er während seiner Ehrenrunde einen kleinen Freudentanz einlegte. Gay konnte sich bei diesem Traumrennen mit einer Zeit von 9,71 einen ehrenvollen zweiten Platz sichern, Powell kam mit 9,84 auf Platz 3.

„Hierfür habe ich das ganze Jahr trainiert. Die Schuhe haben mich einfach in Gang gehalten. Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Rennen gefreut,“ so direkt hinter der Ziellinie ein völlig euphorischer Usain Bolt. „Das Wetter war optimal für mich, und die Fans haben mit heute Abend derart viel Energie gegeben, dass ich mich ganz in Ruhe auf meinen Lauf konzentrieren konnte. Einfach perfekt.“ 

„Die Begeisterung, die bei diesem Rennen zu spüren war, lässt sich gar nicht in Worte fassen,“ so Jochen Zeitz, Vorstandsvorsitzender der PUMA AG. Der Wettbewerb war knallhart und alle Läufer in Bestform. Dann zu erleben, wie Usain die Bahn entlang rast und mit sensationellen 9,58 Sekunden seinen eigenen Weltrekord im wahrsten Sinne des Wortes nieder rennt, das war ein Moment, mit dem er wirklich Geschichte geschrieben hat. Es ist unglaublich, wie Usain auf seine unbekümmert jugendliche Art immer schneller und dynamischer wird. Aber wir haben auch unseren Teil dazugetan, denn in die Entwicklung des PUMA YAAM ist unglaublich viel Zeit und Energie geflossen. Aber wie es scheint, haben wir tatsächlich die Formel für einen überragenden Siegerschuh gefunden. Wir sind auf jeden Fall unglaublich stolz darauf, dass Usain Teil der PUMA Familie ist und gratulieren ihm ganz herzlich zu seinem Sieg und dem neuen Weltrekord.“

Der PUMA YAAM Sprinterschuh, mit dem Usain Bolt seinen jüngsten Sieg erringen konnte, wurde von einem Team aus PUMA Designern und Technikern entwickelt, die im ersten Schritt genauestens Bolts Fußform und Bewegungsabläufe studierten. Auf Basis der hierbei gewonnenen Daten und mithilfe zahlloser Testläufe entwickelten sie dann einen perfekt auf Usains Kinetik abgestimmten, maßgeschneiderten Sprinterschuh. Das leuchtende Orange wurde dabei bewusst gewählt, da es einen tollen Kontrast zu den blauen Bahnen des Olympiastadions bietet. Bei der Entwicklung des Schuhs standen Power, Tempo und Stabilität im Mittelpunkt. Der „Motor“ des ganzen ist dabei eine Karbonfaserplatte, die mehr Tempo und Power ermöglicht, ohne das Gewicht zu erhöhen. Demnächst bringt PUMA auch eine superattraktive, straßentaugliche Version von Usains Rekordschuh auf den Markt. Der PUMA STREET YAAM wird ab Herbst 2009 bei ausgewählten Händlern verfügbar sein.

Ebenfalls in Berlin Premiere hatten die „Bolt Arme“, ein individueller PUMA Fanartikel, der die berühmte „Lightning Bolt“ Siegerpose des Läufers von den Olympischen Spielen in Peking 2008 nachahmt. Wer die Schaumstoffarme einmal in Action sehen möchte, der kann das unter  www.pumarunning.com tun.

Am 23. August, zum Abschluss der WM, veranstaltet PUMA in der beliebten Karibik-Lounge YAAM am Ufer der Spree eine öffentliche Jamaika-Themenparty, Eintrittskarte erforderlich. Hier erwarten Sie Live-Musik, Tanz, karibische Spezialitäten und besondere Sport-Performances. Am Tag nach der Party wird Usain voraussichtlich im Berliner PUMA Flagship-Store in der Tauentzienstraße 18 einen kurzen Boxenstopp einlegen, um Autogramme zu geben. Der Termin: 24. August, 14:00 Uhr. Weitere Informationen unter www.pumarunning.com.

19.20 Uhr: Für die letzten paar Minuten dieses Wettkampftages wollte ich keinen neuen Beitrag aufmachen, habe also die Überschrift zu diesem Beitrag hier geändert und dem ganzen die mieseste Headline aller Zeiten verpasst: „Leichtathletik-WM, Tag 3: Usain Bolt, Jogging-Gate (II)“.

19.27 Uhr: Peer Steinbrück hat die Siegerehrung im Frauen-Kugelstoßen vorgenommen. Er wurde ausgepfiffen und fand das irgendwie lustig. Mal sehen, wie er am Wahlabend im September lacht. Es ist ja keine Kunst, das Ende seiner Minister-Karriere zu prophezeihen. Jedenfalls für die nächsten Jahre.

19.34 Uhr: Apropos Pfiffe, Zuschauer. Und damit wieder zur Dauerfrage: Wie voll ist ein halbleeres Stadion? Die Wahrheit des BOC kam um 18.43 Uhr per Email:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Auftaktwochenende der 12. IAAF Leichtathletik WM berlin 2009TM hat im Olympiastadion Berlin 142.259 Zuschauer (48.600 an den Vormittagen, 93.659 an den Abenden) begeistert. Zudem feierten an beiden Tagen mehr als 140.000 Menschen die Athleten an der Geher-Strecke rund um das Brandenburger Tor und das KulturStadion® auf dem Pariser Platz. Mit Ralf Bartels, Nadine Kleinert und Jennifer Oeser konnten bereits drei deutsche Athletinnen und Athleten Medaillen bei toller Atmosphäre im Olympiastadion Berlin erringen. Der jamaikanische Sprintstar Usain Bolt sicherte sich den 100m-Weltmeistertitel und Weltrekord mit einer Zeit von 9,58 Sekunden.

Es ist einfach nur peinlich. Traurig und lachhaft. Im Stadion, die Fotos habe ich vor wenigen Sekunden gemacht, sieht das dann so aus:

Und so:

Usain Bolt oder: das Jogging-Gate

22.40: Wo lebe ich denn? Was sucht dieser Außerirdische hier? Läuft nur 80 Meter, klopft sich auf die Brust, schaut nach hinten, läuft locker aus, beschleunigt erst wieder hinterm Zielstrich, rennt gleich 200 Meter weiter – und ist mit 9,69 Sekunden zwei ein Zehntel schneller als Ben Johnson vor 20 Jahren. Okay, alle zwei Jahre ein Hundertstel. Usain Bolt oder: das Jogging-Gate.

23.15: Pressekonferenz. Erste Reihe. Wenigstens hier. Aber Bolt hat gerade noch Interviews gegeben draußen, zuletzt bei den Radiostationen, die Rechte haben. Warten.

02.11: Mein heutiges Fazit zum Boliden Bolt ist auf Spon zu kritisieren.

02.52: Zurück im Poly Plaza, wo ich, um mal wieder an Reporters Tagesablauf erinnere, in fünfeinhalb Stunden wieder abfahre ins Schwimmstadion, will ich nicht mehr viele Worte verlieren. Ähnlich wie bei Tyson Gay entscheide ich mich für die allseits beliebte Bilderstrecke. Zumal ich Stolz wie Bolle bin, den Zieleinlauf so gut festgehalten zu haben. Ich bin den Chinesen echt dankbar für die guten Presseplätze.

Er hat dann ein bisschen gepost …