singapur 2010

Nachwehen der Jugendspiele: Dreier-Basketball wird (ziemlich sicher) olympisch

IOC-Präsident Jacques Rogge verfolgt mit den Olympischen Jugendspielen mehrere Ziele. Eines lautet: Er will über den Umweg der Youth Olympic Games neue Disziplinen und künftig auch neue Sportarten testen für die echten Olympischen Spiele. „Wir entwickeln neue Formate“, hat er zu Beginn der Premiere in Singapur gesagt, „die sollten wir, wenn sie erfolgreich sind, auf die traditionellen Spiele anwenden.“

Der Basketball-Weltverband FIBA ist ein Vorreiter dieser Entwicklung. Die FIBA hat für die Jugendspiele in Singapur einen neuen Wettbewerb kreiert, der an die Wurzeln dieser Sportart geht: Mädchen und Jungs spielten drei gegen drei, eine Art Streetball, FIBA 33 genannt.

Notizen von den Jugendspielen (II)

SINGAPUR. Was Sergej Bubka und Jelena Isinbajewa der Jugend so zu sagen haben:

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Ich komme doch weniger zu den Jugendspielen, als ich ohnehin befürchtet habe. Von Hotellobbys aus beobachtet sich das Treiben in den Stadien nicht ganz so gut. Aber Mann muss sich für bestimmte Themen entscheiden. Und wenn man so will, siegt bei mir die langfristige Recherche doch immer wieder über das Tagesgeschäft der schnellen Text-Produktion.

Was mich schon etwas nervt und worauf ich in den nächsten Tagen gern eingehen will, sind die Medaillenlisten dieser YOG, die ja nun doch von etlichen Medien geführt werden, etwa hier vor Ort täglich in der Singapore Strait Times (zumindest in der gedruckten Ausgabe, online habe ich das auf die Schnelle nicht gefunden), oder hier bei Wikipedia oder hier beim so genannten Insiderdienst Around the Rings.

Interessant war ein kurzer Besuch und die Diskussion im Workcamp der Deutschen Sportjugend im YMCA Singapur, gerade weil da da gewissermaßen Kulturen aufeinander prallten. Ich hoffe, dass ich die Jung-Kader und Jung-Reporter nicht zu sehr verschreckt habe :)

Im Programm des Workcamps, dessen Teilnehmer man in der Mannschaftsbroschüre findet, heißt es übrigens:

Im Rahmen der Workshopsessionen in den Kleingruppen werden die Teilnehmer je nach Zugehörigkeit zu den Bereichen junge Sportjournalisten, Nachwuchstrainer, Nachwuchsschiedsrichter und junge Führungskräfte der Sportverbände aufgeteilt und durchlaufen ein zielgruppengerechtes Programm. Die aufgeführten Themen Doping, Olympische Werte etc. werden mit allen Teilnehmern behandelt.

Im Einzelnen wird sich die Gruppe der Kampf- und Schiedsrichter mit den Themen Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung, Stressbewältigung sowie dem Konfliktmanagement Trainer/Athlet/Medien auch anhand besuchter YOG-Sportveranstaltungen beschäftigen.

Die Gruppe der Sportjournalisten wird sich mit Olympia und den daraus erwachsenden Zusammenhängen für den Journalismus beschäftigen. Hierbei wird u.a. die Geschichte und die Organisation der Sportgroßveranstaltung betrachtet. Ferner werden die Netzwerke des Sports (Zuschauer/Sportler/Funktionäre) aus Sicht des Journalismus, Sport als Ort des Betrugs und der konkrete Umgang damit sowie eine begleitete aktive Sportberichterstattung vor Ort er- und bearbeitet.

Die jungen Führungskräfte beschäftigen sich mit Verhandlungsführung, Kommunikation sowie Teamentwicklung. Praktisch soll anhand der Organisation der Spiele über die eigene Tätigkeit im Sport reflektiert werden sowie Ansatzpunkte für die weitere Entwicklung aufgezeigt werden.

Die Nachwuchstrainer werden sich mit den Beziehungen zwischen Trainern, Schiedsrichtern und Athleten auseinandersetzen. Ferner werden sich die Teilnehmer u.a. mit den Themen „von der Mannschaft zum Team“ sowie der Rolle des Trainers im Gesamtsystem Sport, insbesondere der Anerkennung, Stellung und Stile der Trainer – praktisch anhand besuchter Sportveranstaltungen – beschäftigen.

Einige Eindrücke dazu:

Da das hier gewissermaßen auch mein Privatarchiv ist, erlaube ich mir weiterhin, Texte zu hinterlegen, die ich für andere Medien produziert habe, etwa diesen, für Zeit Online („Ein bisschen Leistung soll schon sein“):

Begeisterung sieht anders auch – und hört sich anders an. „Na ja“, sagt also Shanice Craft (17), und es ist ein sehr lang gezogenes „na ja“. Bei den Olympischen Jugendspielen sei „die Konkurrenz nicht so groß, dafür geht es mehr ums Feeling und so“. Shanice Craft ist Diskuswerferin mit großen Ambitionen. Sie war im vergangenen Jahr Dritte bei der Weltmeisterschaft der unter Achtzehnjährigen – da ging es weniger “ums Feeling?, da stimmte die Konkurrenz. In der Mannschaftsbroschüre der deutschen Delegation wird die Frage gestellt „Was willst Du beruflich mal erreichen?“ Shanice Craft antwortete: „Bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen teilnehmen und eine Medaille holen.“

Gerade hat sie im Bishan Stadium unter den brennenden Strahlen der äquatorialen Sonne und vor einigen tausend Besuchern, zumeist Schulklassen aus Singapur, mit sechs Metern Vorsprung die Qualifikation gewonnen. Sechs Meter. Shanice Craft wird also am Sonnabend mit ziemlicher Sicherheit Jugend-Olympiasiegerin. Sie will eine Bestleistung aufstellen. Eines der vielen Kultur- und Bildungsseminare, die bei diesen ersten Youth Olympic Games angeboten werden, hat sie noch nicht gebucht. „Unsere Betreuer haben aber gesagt, es wäre schön, wenn wir da mal vorbei schauen könnten.“ Shanice Craft nimmt ihren Wettkampf sehr ernst. „Das machen doch alle hier, oder“, fragt sie. Die meisten schon.

Zumindest jene, die sich bei den europäischen Trials in Moskau für Singapur qualifizieren mussten. 33 Jugendliche durfte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nach Moskau schicken. Sechzehn sind nun in Singapur. Die Hochspringerin Melina Brenner (17) aus Wipperfürth zählt auch dazu. Sie macht einen neugierigeren, verträumteren Eindruck, wirkt noch nicht so professionell-fixiert wie Shanice Craft. Aber sie spricht sehr reflektiert.

„Doping“, sagt sie zum Beispiel, „ist für mich ein absolutes No-Go!“

Es ist erst ihr dritter Wettkampf im Ausland. Im Frühjahr gab es einen Länderkampf in Italien, die Ausscheidungen für die Jugendspiele in Moskau – und nun Singapur. Das sei alles sehr aufregend, sagt Melina Brenner, die Eröffnungsfeier, das Olympische Dorf, die vielen Nationen, die Stadt, Asien und überhaupt.

Es fällt nicht leicht, sich auf den Wettkampf zu konzentrieren. Zumal, anders als sonst, wenn der DLV so genannte Disziplintrainer oder sogar die Heimtrainer mit auf Reisen schickt, die sechzehn Leichtathleten diesmal nur von drei Trainern betreut werden. „Damit muss ich klar kommen“, sagt Melina Brenner. Sie ist froh darüber, dass auch ihre Eltern im Urlaub in Singapur sind. Die Ablenkung ist groß. Die Neugier ebenfalls.

Höher, schlauer, jünger?

SINGAPUR. Kann man natürlich alles viel besser machen, viel kritischer, viel ausgewogener, viel böser, viel schönfärberischer und überhaupt. Aber so ist mein kleines Fragestück zu den Jugendspielen, an dem ich mit Spaß hektisch gebastelt habe, nun im Deutschlandfunk gesendet worden (knapp 27 Minuten):

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Zu Wort kommen: Britta Steffen, Kathrin Boron, Gudrun Doll-Tepper, Jacques Rogge, Thomas Bach, Joseph Blatter, Helmut Digel, Eike Emrich und Ulf Tippelt.

Ich habe noch jede Menge O-Töne, passendere, bessere, kürzere, längere, und habe ja auch mit einigen Sportlern gesprochen. So ist das nun mal. Im Tagesgeschäft Journalismus gibt es Andruck- und Sendezeiten und damit einen Redaktionsschluss. Manches, wie die Pound-Passage, habe ich schon vorher produziert, es passt dennoch gut rein. Die Youth Olympic Games dauern ja noch ein Weilchen, ich hole noch einiges nach, vielleicht bastle ich aus diesem Beitrag hier noch einen längeren, ergänzenden.

Wer nicht hören mag (oben den Player anklicken), der mag vielleicht lesen, einiges habe ich natürlich schon angefügt und ergänzt:

Notizen von den Jugendspielen

SINGAPUR. So stellen sie es sich vor, so wird es verkauft: Jung, nett, unbeschwert.

„Every child has a wish, to glow like the stars above …

raise your hand for our generation …

time to fly way beyond the skies …“

[youtube hHrnaGJ8ckg nolink]

Schaun mer mal.

Einige Notizen, bevor es morgen hier richtig los geht und ich mindestens eine sehr hübsche Exklusivgeschichte breitwalze, das darf ich schon mal sagen. Zunächst etwas Selbstreferentielles: Martin Krebbers führte auf DRadio Wissen ein Interview mit mir zu den ersten Olympischen Jugendspielen.

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Ergänzend ein Gespräch mit Michael Behringer von der Sporthochschule Köln:

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Ein Beitrag von der Begegnung mit meinem Freund Sepp vorgestern:

Er ist immer einer der ersten. Rechtzeitig vor Ort zu sein, kann nie schaden, sagt Joseph Blatter. Bei Kongressen seines Fußball-Weltverbandes (FIFA) ist er stets zwei Stunden vorher im Saal. Er macht Stellproben, testet das Mikrofon und „will die Atmosphäre fühlen“. Dieses simple Prinzip der guten Vorbereitung hat ihm so manches Mal aus der Patsche geholfen. Auch zu den Olympischen Jugendspielen ist Blatter zeitig nach Singapur gekommen, vier Tage vor der Eröffnung. Präzise betrachtet beginnen aber diese ersten Youth Olympic Games nicht erst am Sonnabend mit einer großen Show in einem schwimmenden Stadion in der Marina Bay, sondern bereits am Donnerstag – mit den ersten Spielen des Fußballturniers. Die Fußballer machen ja auch bei Olympia stets eine Ausnahme und kicken vor der Eröffnungsfeier.

Blatter ist, wenn man so will, ein richtiger Olympier. Er hat ungezählte Skandale und brenzlige Situationen überstanden, er ist Überlebenskünstler. Und er kennt seinen Coubertin. Den IOC-Gründer zitiert er in Französisch. Diese Jugendspiele bringen wirklich die Jugend der Welt zusammen, sagt er. So wie es Coubertin gewollt habe. Andere IOC-Mitglieder hatten zuvor schon die Einführung der Olympischen Jugendspiele (durch IOC-Präsident Jacques Rogge) auf eine Ebene gestellt mit der Einführung der modernen Olympischen Spiele (durch Coubertin). Blatter beherrscht dieses Spiel. In Singapur, sagt er, „können die 3.600 Jungen und Mädchen diskutieren und eine bessere Zukunft aufbauen“. Voilà.

Es wurde viel debattiert über die Jugendspiele, auch in der FIFA. Denn Blatters Verband hatte den Mädchen aus dem Iran die Teilnahme an den Jugendspielen zunächst verweigert. Kopftuchverbot: Sie durften nicht mit dem Hijab spielen. Das Thema machte etliche Wochen Schlagzeilen. Schließlich wurde die Disqualifikation zurückgezogen und als Kompromiss ausgehandelt, dass die Iranerinnen mit einer Art Kappe spielen – zum ersten Mal am Donnerstag gegen die Türkei, beim eigentlichen Auftakt der Jugendspiele. IOC-Boss Rogge hat kürzlich in einem Interview mit der Zeitung „Tagesspiegel“ erklärt, die FIFA habe befürchtet, „dass durch einen Schleier jemand gewürgt werden könnte“. Die Verbände, auch die FIFA würden die kulturellen Gewohnheiten berücksichtigen. Auf den Kopftuchstreit geht Blatter am Mittwoch in Singapur in seiner Nobelabsteige St. Regis nicht weiter ein.

Die FIFA kommt den Vorstellungen des IOC-Präsidenten, mit den Jugendspielen etwas Neues zu kreieren und nicht die sportliche Höchstleistung in den Vordergrund zu stellen, durchaus nahe. Das beweist schon das Teilnehmerfeld. Bei den Mädchen: Türkei, Iran, Chile, Trinidad, Papua-Neuguinea und Äquatorial-Guinea. Bei den Jungen: Bolivien, Montenegro, Haiti, Singapur, Simbabwe und Vanuatu. Die Kontinentalverbände durften ihre Vertreter benennen, eine Art Qualifikation gab es nur in Europa. Ein Journalist aus Singapur fragt, ob es nicht besser gewesen wäre, einige der großen Fußballnationen dabei zu haben. Dann würden sich die Tickets besser verkaufen. Blatter sagt, das würde „dem Geist dieser Jugendspiele widersprechen“.

Ausgerechnet der Präsident des mit Steuerfreiheit gesegneten und stets mit juristischer Wucht agierenden Geldmacher-Konzerns FIFA erklärt:

„Hier geht es nicht darum, Geld zu machen. Es geht um die Teilnahme! Ich würde sogar die Stadiontore öffnen! Wer zuschauen will, soll rein dürfen!“

Singapurs Fußball-Präsident Zainudin Nordin schaut nicht gerade glücklich, als er das hört. Aber vielleicht spendiert Blatter in seiner altruistischen Güte den Gastgebern, deren Budget sich vervielfacht hat, einige Millionen.

Als er genug gepredigt hat, kommt Blatter doch wieder auf das Tagesgeschäft zu sprechen. Etwa auf jene beunruhigenden Meldungen aus Nordkorea, wonach dort die Spieler der WM-Mannschaft und deren Trainer Kim Jong-Hun öffentlich gedemütigt und mit Strafarbeit belegt worden sein sollen. Sogar von Folter war die Rede.

Blatter sagte, die Führung des nordkoreanischen Fußballverbandes sei von der Parteiführung nach den drei Niederlagen bei der WM in Südafrika ausgewechselt worden. Er habe am Dienstag der neuen Führung geschrieben und um Aufklärung gebeten. Asiens Verbandschef Mohamed Bin Hammam (Katar) sagte, er sei vor zwei Wochen in Pjöngjang gewesen und habe mit vier WM-Spielern Nordkoreas gesprochen. Den Trainer Kim, dessen Verbleib unklar ist, habe er nicht gesehen. Er könne die Berichte über Folterungen nicht bestätigen.

Südkoreas Fußball-Chef Chung Mong-Joon, ein Milliardär aus der Hyundai-Dynastie und FIFA-Vizepräsident, wollte sich zu den Meldungen aus dem Norden nicht äußern. Als derart prominenter Südkoreaner schweigt er besser. Chung leistet sonst aber eine Menge für die Annäherung zwischen den verfeindeten Brüdern. Und er ist natürlich auch der Verbindungsmann der FIFA, um die Situation im Nachbarland zu klären. Da kommt Blatter mit seinen Coubertin-Zitaten nicht weiter.

Den Nordkorea-Komplex habe ich für den Deutschlandfunk etwas umfassender aufbereitet:

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Wobei sehr interessant ist, dass eigentlich die ganze Welt – alle Nachrichtenagenturen, die ich gelesen habe, und damit auch alle, die diese Texte gedruckt haben – berichtet hat, die FIFA habe eine Untersuchung eingeleitet. Ich halte das für unkorrekt. Denn Blatter hat sich beim Präsidenten des nordkoreanischen Fußballverbandes, der gerade neu von den Parteibonzen eingesetzt hat, mal eben erkundigt, was so läuft in Nordkorea. Bezeichnend, dass die FIFA einen Tag später diese Meldung auf ihre Webseite gestellt hat, die in gewisser Weise die Meldungen von der Blatter-Pressekonferenz konterkariert:

FIFA bestätigt Schreiben an den Verband der Korea DVR

Die FIFA kann bestätigen, dass am 11. August 2010 ein Schreiben an den Fussball-Verband der Korea DVR geschickt wurde, in dem um Informationen zu den jüngsten Medienberichten und dem außerplanmäßigen Kongress des Verbandes vom 19. Juni 2010 gebeten wird.

Bis die FIFA eine Antwort vom Verband der Korea DVR erhält, wird sie keine weiteren Stellungnahmen zu diesem Thema abgeben.

Und schließlich ein Beitrag von mir aus Singapur von heute Nachmittag:

Die olympische Welt ist klar strukturiert. Die einen logieren im Luxushotel Ritz-Carlton. Dort begrüßt der frisch gewählte ungarische Staatspräsident Pál Schmitt, im Nebenjob Protokollchef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), beschwingt seine Sportkameraden. Die Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa, russische Serien-Weltrekordlerin, beweist beim Frühstücksbuffet (für 24 Euro) gesunden Appetit. In der Lobby nebenan führt John Fahey, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erste Unterredungen. Es ist ein ganz gewöhnlicher Morgen im olympischen Business – und doch ein besonderer. IOC-Präsident Jacques Rogge eilt aus dem Fahrstuhl zur draußen wartenden Luxuskarosse. Es geht ins Olympische Dorf, wo er sich 30 vom IOC geladenen Nachwuchsreportern zum Interview stellt.

Im Dorf auf dem Gelände der Nanyang-Universität, zwanzig Kilometer vom Ritz entfernt, kurz vor der Grenze zu Malaysia, wohnen die 3.600 Teilnehmer der ersten Olympischen Jugendspiele. Eine sensationell gepflegte Anlage, die teilweise einem botanischen Garten gleicht. Nur die Unterkünfte haben einige der 70 deutschen Sportler überrascht. Toiletten auf dem Flur und Gemeinschaftsduschen finden manche gewöhnungsbedürftig. Sie sind von Junioren-Weltmeisterschaften ein anderes Niveau gewohnt. „Das können sie nicht vergleichen“, sagt IOC-Vizepräsident Thomas Bach, „bei einer Junioren-WM sind die Sportler in Hotels, hier in einem Dorf, denn nur das schafft eine dichte Atmosphäre.“

Die Atmosphäre ist sehr wichtig bei diesen Jugendspielen. Denn es soll ja, so die Postulate des IOC, nicht nur um Medaillen gehen, sondern um Bildung und Erziehung, um olympische Werte, um den alten Coubertin im dritten Jahrtausend gewissermaßen. Die 14- bis 18-jährigen werden viel feiern in ihrem Dorf. „Es fühlt sich an wie Olympia, aber mit ganz viel Drumherum“, sagt die 15-jährige Berliner Wasserspringerin Kieu Trang Duong, die am Sonnabend bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne in ein auf dem Meer schwimmendes Stadion trägt.

Thomas Bach hat als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Losung ausgegeben, nicht auf Medaillen zu schauen. „Ich freue mich für jeden, der seine Leistung bringt und mit sich selbst zufrieden ist“, sagt Bach. Als deutscher Chef de Mission fungiert allerdings der Sachse Ulf Tippelt, und der ist beim DOSB nicht als Bildungsreferent, sondern als Leistungssportdirektor angestellt. „Ich komme aber aus dem Landessportbund Sachsen“, führt Tippelt zu seiner Verteidigung an, „und da habe ich sehr wohl mit Jugend- und Breitensport zu tun gehabt.“