selbstreferenz

Jung & Naiv, Digitales Quartett #Sochi2014

Man kann ja in dieses Internet nicht nur hineinschreiben, sondern sogar hineinsprechen bzw heraussprechen und herausgucken – das kann mitunter schmerzhaft sein. Egal, bevor ich wieder abtauche und versuche, einigermaßen ungestört ein Werk zu beenden, sollen zwei Auftritte vor einem Millionenpublikum nicht verborgen bleiben.

Ich durfte gestern zu Gast sein im Digitalen Quartett …

… und vergangenen Mittwoch bereits bei Jung & Naiv …

Lustig: Am Mittwoch habe ich die Rücklagen der Olympic Foundation des IOC noch korrekt mit 904 Millionen Dollar beziffert. Am Freitag waren es dann schon 932 Millionen – der neueste Stand per 31. Dezember 2013.

Play the Game 2013 und die Arbeit am IOC-Ebook

AARHUS. Luft holen vor dem Endspurt: Bis Freitag bin ich bei der Play the Game Konferenz in Aarhus, die vor zweieinhalb Stunden begonnen hat. Habe die Ehre, drei Workshops („Investigative corner“) zu leiten, in denen Laura Robinson, Bonita Mersiades, Grit Hartmann, Declan Hill, Andrew Jennings, James Corbett und Lars Andersson ihre Recherchen und Projekte vorstellen und Handwerkliches diskutieren.

Danach wird Tag und Nacht weiter geschrieben, habe mir vorgenommen, das IOC-Buch am 11. November um 11 Uhr 11 zu veröffentlichen. Kein Witz.

Play the Game wird mich wie immer – sorry, großes Wort – inspirieren und meine Arbeit beflügeln. Wenn es nicht wieder einen gesundheitlichen Rückschlag gibt, sollte das zu schaffen sein. Wird aber auch Zeit.

(Hatte heute morgen um 7 Uhr einen wunderbaren Termin beim Geheim­tipp Niels-Jørn Hjermind in Mårslet. Das war bitter nötig und eine perfekte Ergänzung zu meinem Heilpraktiker daheim. Ich hoffe, es geht nun aufwärts. Niels-Jørn hat mit der ihm eigenen Robustheit einiges gerade gerückt, Schmerzen mit Schmerzen bekämpft und mir wichtige Hinweise gegeben. Er glaubt, wenn ich mir Mühe gebe, könnte ich meine Schiefstellungen, die immer wieder auf den Ischias drücken, bis 2020 gerichtet haben. Nur noch sieben Jahre!)

Ich werde nebenher täglich einen Blogeintrag zu Play the Game veröffentlichen. Zur Offenlegung gehört: Auch diesmal, zum vierten Mal, bin ich ehrenamtliches Mitglied der Programmkommission.

IOC-Countdown (26 Tage): IOC-Buchprojekt, update 3 oder: wie die Crowd Journalismus und (manchmal) exklusive Informationen finanzieren kann

Kleiner Morgen-Rant auf Twitter, nachdem ich via Google-Alerts etliche ziemlich gleichlautende Agenturmeldungen las, die gerade die deutsche Medien-Landschaft überschwemmen. Zum Beispiel hier.

„Was alles an Theorien aufgebaut wird, das ist schon verwunderlich. Es gibt fünf Gegenkandidaten, die selber gewinnen wollen. Ich spreche auch mit meinen Konkurrenten, es gibt keine Verschwörung gegen mich“, sagte der 59-Jährige im Gespräch mit der Sport-Bild.

Bach will sich am 10. September in zum ersten deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees wählen lassen. Der Fecht-Olympiasieger von 1976 gilt als Favorit für das Amt des weltweit ranghöchsten Sport-Funktionärs. Laut Sport-Bild sollen jedoch mittlerweile in IOC-Kreisen die Kürzel „ABT“ und ABB“ die Runde machen. Sie stehen für „anyone but Thomas“ und „anyone but Bach“ („jeder außer Thomas“, „jeder außer Bach“).

Anderswo ist von „unspezifischen Mediengerüchten“ die Rede. Nun gut, wer keine Ahnung hat, nicht selbst vor Ort recherchiert, für den ist halt die ganze Welt „unspezifisch“.

Hier also, mein Rant:

Was vom Tage übrig bleibt (83): Gespräch zur Dopingstudie auf detektor.fm

Ich habe dieser Tage einige Interviews zum Durcheinander und den Schlagzeilen über die Dopingstudie gegeben. Hier mein Gespräch auf detektor.fm.

:

Ich glaube, da ist zwei, vielleicht drei Mal geschnitten worden. Am Ende scheint es mir meine Antwort etwas zu entstellen, oder ich war so wirr und habe meine Schachtelsätze nicht mehr schließen können. Zu Beginn korrigiere ich den Moderator gleich zwei Mal, das mag nun etwas erstaunen, weil in der Sendevariante das, was ich aus meiner Sicht korrigieren musste, nicht mehr zu hören ist. Diese Anmerkung ist den Leipziger Internetradiomachern gegenüber nicht böse gemeint, ich glaube nur, das ist zur Erklärung nötig. Ich schätze Detektor.fm sehr.

Ich verlinke in letzter Zeit kaum noch zu Interviews, die jemand mit mir führt. Weil mir aber immer noch vieles überdreht erscheint und sich die inhaltlichen Zweifel an der Studie mehren, will ich gern meine Bedenken akustisch teilen.

#crowdfunding Update 1: Es wird ein Buch

„Machen Sie es wie Sepp Blatter, und es wird ein Buch“, habe ich in meinem Pitch zum Crowdfunding-Projekt gesagt.

Am 10. Juni um 10 Uhr ist das Projekt mit dem Video auf Krautreporter online gegangen. 16 Tage, fünf Stunden und acht Updates (dort, nicht hier) später war die Projektsumme von 10.000 Euro finanziert.

Das klingt gut.

Auch wenn Sepp Blatter das Ebook noch nicht gekauft hat, er hat im Moment andere Sorgen. Ich werde ihn kommende Woche in Lausanne daran erinnern.

Es wird also im September ein Ebook über den Kampf um den wichtigsten Posten im Weltsport, die IOC-Präsidentschaft, über die Strippenzieher im Milliarden-Monopoly, über Thomas Bach und über die Usancen in der olympischen Parallelgesellschaft geben.

Dafür bin ich dankbar – und darauf habe ich große Lust.

Crowdfunding, das IOC-Buch: „Macht, Moneten, Marionetten“

Hatte ich kürzlich eine Überraschung versprochen? Ich finde, dieses Buch muss sein. Genau jetzt. Denn präzise betrachtet wird im IOC gerade die wichtigste Personalie der deutschen Sportgeschichte verhandelt – und mehr.

Voilà:

Sie können das Buch ab sofort kaufen, damit vorfinanzieren und sich mit mir auf die Reise durch die Parallelgesellschaft machen.

  • Hier geht’s zur Crowdfunding-Plattform KRAUTREPORTER, wo sie alle Details erfahren und das Projekt finanzieren können.

Ich habe auf Krautreporter eine Finanzierungssumme von 10.000 Euro aufgerufen.

Programmhinweis, Olympia in Graubünden: Wer kassiert und wer bezahlt die Zeche?

ZÜRICH. Programmhinweis in eigener Sache: Ich freue mich auf die Veranstaltung heute Abend in Chur mit Nationalrätin Silva Semadeni, Präsidentin des Olympiakritischen Komitees Graubünden. Die Schweiz ist ja gewissermaßen meine zweite Heimat, habe auf den Spuren von FIFA, IOC und UEFA schon Jahre hier verbracht. Nun also Olympia 2022. Ich darf etwas über Olympiafinanzierung und das leidige Thema Intransparenz bei Bewerbungen erzählen. Bastle gerade noch an meiner Präsentation.

Just in case, meine Schweizer Leser, Feinde und Mitdiskutanten möchten zufällig in Chur vorbeischauen: 

Aus dem Maschinenraum (X): nicht alles anders

Jetzt aber endlich die Entertaste gedrückt und wie mehrfach angekündigt ein neues Gewand angelegt. Die Farbgebung bleibt erhalten, damit sich Stammgäste weiter heimisch fühlen, auch wenn sich sonst einiges ändert im Layout.

Warum?

Ich glaube, damit lässt sich besser arbeiten. Ich bin sicher, dass sich Übersichtlichkeit und Usability Nutzbarkeit deutlich verbessern. Vielleicht noch nicht gleich, wenn es manchem Gast ungewohnt erscheint, aber doch bald – denn noch wird am lebenden Objekt operiert, einiges wird sich noch ändern und angepasst, manche Problemchen tauchen auf, die gelöst werden wollen.

Viel Spaß. Und vielen Dank an meinen treu-selbstlosen Freund und Helfer cf, der sich schon auf die Reaktionen der üblichen Verdächtigen freut.

Tadel, Wünsche, Verbesserungsvorschläge, Beleidigungen, Kritiken, Ideen? Nur her damit.

Aus dem Maschinenraum (IX)

Diese Überschrift verhieß in der Vergangenheit nichts Gutes. Doch das Problem der Erreichbarkeit (Peking, Vancouver, Zürich, Durban etc) ist längst gelöst. Seit Ende 2011 läuft das Blog auf einem anderen Server mit einem besseren Paket – und siehe: In London lief alles wie geschmiert. Selbst der größte Ansturm wurde souverän gemeistert.

cf und ich haben in den vergangenen Tagen und Nächten wieder im Maschinenraum gebastelt und ein neues Layout vorbereitet. Das Hauptproblem bei derlei Aktionen ist stets der Hausherr selbst, der sich einfach nicht entscheiden und vom alten Layout trennen kann. In den Tiefen des Internetzes findet sich plötzlich immer noch ein anderes Theme, das ihm besser gefällt und das unbedingt ausprobiert werden muss, so lief das nach angekündigten Layout-Umstellungen einige Male. Und am Ende blieb alles beim Alten.

Diesmal nicht.

#London2012 (XXIX): #openFriedrich und andere Transparenzallergiker: warum das Deutschlandradio mir Berufsverbot erteilte

LONDON. Die Transparenz-Debatte um BMI/DOSB/Sportausschuss und die Sportförderung mit Steuermitteln möchte ich kurz mit einer persönlich-journalistischen Note erweitern. Dies ist in gewisser Weise auch eine Ergänzung zur Diskussion über das Deutschlandradio und die zwischenzeitliche Löschung eines Kommentares über den Wehrbeauftragten der Bundesregierung des Bundestages Hellmut Königshaus (FDP).

Denn einigen Mitglieder des Sportausschusses im Bundestag, die sich in diesen Minuten zu einem „Hintergrundgespräch“ mit „deutschen sportpolitischen Journalisten“ im Deutschen Haus in London treffen, zu dem ich natürlich nicht eingeladen wurde, gefällt meine Berichterstattung schon ewig nicht. Manche haben sich, auch BMI-Leute taten das, im Laufe der Jahre beim Deutschlandfunk beschwert. Von meinen Quellen weiß ich, dass beispielsweise die CDU-Sportpolitiker in Anwesenheit des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMI, Christoph Bergner, auf ihren Runden dienstags, immer vor den Ausschusssitzungen, regelmäßig darüber debattierten, wie man diesem „Schmierfinken“ endlich das Handwerk legen könne. Man müsse sich an Chefredakteure und Intendanten wenden, hat mal jemand vorgeschlagen, der als Sport-Lobbyist unterwegs ist und sich als Volksvertreter tarnt.

Es hat ihnen natürlich nicht gefallen, was sie hier lesen mussten, und sie haben das ständig gelesen; erst recht nicht hat ihnen gefallen, dass hier immer wieder „exklusiv“ Dokumente veröffentlicht wurden, die gar nicht „exklusiv“ sein müssten, weil eigentlich alles, was die Sportförderung mit Steuermitteln und das Parlament betrifft, per se öffentlich sein müsste.

Das war mein Credo und wird es bleiben: Öffentlichkeit herstellen.

Dem Grimme-Institut war u.a. meine Blog-Live-Berichterstattung aus dem Sportausschuss einen Grimme-Online-Award wert.

Es hat auch Anfang dieses Jahres derartige Hinweise und Anmerkungen aus dem Sportausschuss gegeben.

Seither darf ich nicht mehr für die Sportredaktion des Deutschlandfunks arbeiten.

Ich darf überhaupt nicht mehr für das Deutschlandradio arbeiten.

Der Sender (DLF und Deutschlandradio Kultur) hat mir Berufsverbot erteilt. Ohne Anhörung. Ohne Angaben von Gründen.

[Nachtrag: Klar nenne ich das so, denn für mich ist das in einem wichtigen Bereich ein Berufsverbot, viel mehr als ein „Beschäftigungsverbot“. Innerhalb der ARD, im Sportverbund, war es für mich ohnehin nur im DLF möglich, regelmäßig Beiträge abzusetzen.]

Ich habe dieses Berufsverbot von einem Anwalt prüfen lassen, ahnte aber, dass da nichts zu machen ist. Er schrieb mir u.a.:

Die Beendigungsmitteilung lässt sich leider auch nicht deshalb angreifen, weil sie aus redaktionspolitischen Gründen erfolgte. Insoweit umfasst die verfassungsrechtliche Rundfunkfreiheit neben dem individuellen Schutz des Journalisten auch den institutionellen Schutz der Rundfunkanstalt zur Bestimmung der eigenen inhaltlichen Ausrichtung. Dies geht soweit, dass es der Rundfunkanstalt letztlich auch gestattet ist, ihren Anspruch an journalistische Qualität selbst zu definieren, auch wenn dies dazu führt, dass nicht mehr viel von dieser Qualität übrig bleibt.

Die Abläufe und Dokumente, in Kurzfassung: