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#London2012 (XXII)

LONDON. Bin noch etwas außer Gefecht. Ist wieder sehr spät geworden gestern. Es wird immer spät nach Sprint-Finals und der Show des Witzboltes, über den ich nun dichten muss.

Derweil sollte die volldemokratische Wahl des künftigen Schwimm-Bundestrainers Fahrt aufnehmen. Nur zu, jeder darf abstimmen – Jung und Alt, Nichtschwimmer und Meisterschwimmer, Trainer und Couch Potatoes.

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Die Stellenausschreibung des DSV (ohne Arbeitsplatzbeschreibung) kopiere ich auch nochmal hinein:

#London2012 (XXI): live-Blog vom Witzbolt, Umfrage zum DSV-Bundestrainer

LONDON. Um das mal klarzustellen: Ich hasse meine Stammkundschaft, wenn sie mir derartige Qualen auferlegt und mich wochenlang nicht schlafen lässt. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich derartigen unmenschlichen Forderungen dennoch nachkomme. Ab geht es also in die Kammer des Schreckens.

Coming soon:

Und damit widmen wir uns den wirklich wichtigen Dingen des olympischen Lebens. Ich bin auf dem Weg ins Olympiastadion und werde in Kürze den ganzen Abend live bloggen. Denn es tritt auf: der Witzbolt.

Außerdem wird es eine hübsche Umfrage zum Thema geben: Wer soll neuer Bundestrainer des Deutschen Schwimm-Verbandes werden? Aus den vielen sachdienlichen Hinweisen werde ich eine Liste destillieren. Wer noch nichts dazu beigetragen hat, kann das schnell nachholen.

18.25: Block 212/213, Row 73, Seat 313. Ich bin all hier! Oberste Reihe, es ist sehr windig, das Feuer kann ich nicht sehen, aber ich habe Platz und mich ja schon zwei Tage am Flämmchen gewärmt. Muss noch ein wenig arbeiten, dann folgt die Umfrage zum DSV.

#London2012 (XX): crowdsourcing, Schwimm-Bundestrainer gesucht. Oder: wenn aus Karpfen Soldaten werden sollen

LONDON. Hat jemand Lust? Möchte sich jemand als Schwimm-Bundestrainer bewerben?

Die ARD-Schwimmexpertin Franziska „Ich als Expertin“ van Almsick hat gerade im Expertengespräch die Expertise angeboten, der neue Bundestrainer müsse sich auskennen.

Worin?

Die Stellenausschreibung des Deutschen Schwimmverbandes (DSV):

[caption id="attachment_29090" align="aligncenter" width="723"]Stellenausschreibung - Der DSV e.V. sucht zum 01.12.2012 für die Funktion des Chef-/Bundestrainers Schwimmen eine/n engagierte/n Mitarbeiter/in „Eine langfristige Anstellung wird angestrebt“ — Der DSV sucht Chef- und Bundestrainer im Schwimmen. Gefunden von Berni auf allesaussersport.de[/caption]

#London2012 (XIX): @J_Ennis @MichaelPhelps und #LilliSchwarzkopf

LONDON. Moin, moin. Bisschen spät heute. Doch pünktlich zum hohen Besuch im MPC wieder aus der Kaffe- und Quatschpause aufgewacht.

[caption id="attachment_12799" align="aligncenter" width="1024"]Bernie Ecclestone, Michael Payne, Mikrofondschungel Bernie Ecclestone am 4. August 2012 im MPC, rechts hinter ihm sein Berater: Michael Payne[/caption]

Bernie Ecclestone schaut sich die Location an. Ecclestone, der seine Formel 1 ja nach demselben Prinzip, nur noch dubioser, vermarktet, wie das IOC die Olympischen Spiele, ist Stammgast in diesem Zirkus. Habe ihn, beispielsweise, 2004 in Athen auch beim Turnen getroffen, damals noch mit Slavica, die er einige Jahre später mit 670 Millionen Dollar abfinden musste.

Zusammen mit Ecclestone unterwegs war sein Berater Michael Payne, ein Mann mit schillernder olympischer Geschichte. Er hat von Mitte der 1980er Jahre bis kurz nach Rogges Amtsantritt die Marketingabteilung des IOC geleitet und ein Dutzend Milliarden Dollar akquiriert. Als er später bei den Spielen sein Buch „Olympic Turnaround“ verteilen wollte – ich meine, das war 2004 – hat man ihn nicht mal ins IOC-Hotel gelassen. Inzwischen ist er aber wieder tätig im Olympiabusiness, berät neben Ecclestone auch Olympiabewerber, Regierungen, Veranstalter und allerlei andere Unternehmen.

#London2012 (XVIII): David Storl @shotputdevil

LONDON. Zur Entspannung am Abend gönne ich mir etwas Leichtathletik.

Olympiastadion-Panorama, Blick von der Pressetribüne

Ich will nicht meckern, aber die Musik geht mir mächtig auf den Geist. Sie stört die Konzentration, wie muss das erst den Sportlern gehen. Schätze aber, das hört man im Innenraum kaum, die meisten Lautsprecher sind direkt auf die Tribünen gerichtet.

Und nun genug des Meckerns, denn das Foto (kann man durch Klicken vergrößern) zeigt ja, dass es manchmal ein kleiner Luxus ist, auf den besten Plätzen den olympischen Zirkus zu bekritteln. Übel ist das nicht. Und mein Luxusproblem bestand heute darin, dass ich nicht on time vom Aquatic Centre ins Olympic Stadium wechseln konnte.

#London2012 (XVI): Niederlage für den sportpolitischen Komplex DOSB/BMI und Gold für Erfurter Blutbestrahlung

Witz des Tages:

Ich glaube natürlich, unsere Entscheidungen sind transparent. Wir sind gegenüber dem Sportausschuss ja auch offen in unserer Informationspolitik.

— Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)

[caption id="attachment_12722" align="aligncenter" width="1024"]Sportminister, umzingelt von Medaillengewinnern, proudly presented by DOSB Medaillengewinner, CSU-Sportminister Friedrich (lachend), Trimmies (lachend) — Deutsches Haus, London, 2. August 2012[/caption]

LONDON. Bin schon wieder fünf Stunden unterwegs in Zügen, Bussen und Pressekonferenzen, ohne eine Zeile produziert zu haben.

[Über Twitter aber melde ich mich immer von unterwegs. Siehe Sidebar rechts.]

Also wieder unter Druck, denn der erste Redaktionsschluss der Zeitungen naht. Kurz vorm Burgerschlingen und Artikelschreiben schnell der Hinweis auf den juristischen Erfolg, den das WAZ-Rechercheblog – namentlich Daniel Drepper – vor dem Verwaltungsgericht Berlin gegen DOSB und BMI errungen hat:

#London2012 (XV): „Der Weltfrieden ist nicht gefährdet“ #BrittaSteffen

LONDON. Badminton-Skandal, Gold für Team GB, deutsche Schwimmstaffel draußen, Gold für den Deutschland-Achter – und ich bekomme mal wieder nichts mit. Was mache ich hier eigentlich?

Gerade: lohnschreiben.

Kleine Pause noch in diesem Theater.

13.14 Uhr: Ach nö. Rechte Sidebar: twittern geht immer.

16.18: Während ich hier herum dilettiere, tobt der olympische Wahnsinn an mir vorüber. Am TV scheint das beste Unterhaltung zu sein. Nur zu. Deshalb werden die Milliarden ja verpulvert. Auf den Bildschirmen vor mir: Jubel über Bradley Wiggins und Judo-Finale mit Kerstin Thiele – schon entschieden?

16.25: Kerstin Thiele verliert – und das UDIOCM kommt ins Schwitzen, schon seine zweite Siegerehrung heute, erst beim Achter, nun bei den Zeitfahrern um Wiggins und Tony Martin.

16.33: Nachtrag zu gestern Abend, mein Beitrag auf Spiegel Online über Ye Shiwen:

Play the Game 2011, Tag 2 und 3

[caption width="640" align="aligncenter"]Mario Goijman, Lasana Liburd - Play the Game 2011 in Köln Mario Goijman (Volleygate) & Lasana Liburd – auf der ‚Play the Game‘ 2011 in Köln. / (cc-by-sa) Tine Harden/PtG[/caption]

Wird doch nichts mit einem Live-Blog aus Köln. Too much work. Und zu viele Gespräche, die für den Moment wichtiger sind als eine live-Berieselung. Die Berichterstattung über diverse Vorträge, Diskussionen und Workshops ist online aber schon relativ umfangreich. Zudem werden die Dokumente teilweise live ins Netz gestellt. Wer sich dafür interessiert, kann sich problemlos in den Informationsfluss begeben.

Einige Empfehlungen:

Play the Game 2011, Tag 1

Die Konferenz Play the Game ist eröffnet. Über einige Highlights werde ich bis Donnerstag berichten und bin selbst in einigen Sessions eingebunden. Teilweise werden die Veranstaltungen live übertragen. Zum Beispiel diese …

[Den Livestream habe ich nach oben über die Artikelspalte versetzt.]

… und auch am Nachmittag, u.a. die Rede von Dick Pound, die inhaltlich hochwertigste, die ein IOC-Mitglied dieses Kalibers je zum Thema Korruption im Sport gehalten hat.

14.16 Uhr: Eben haben wir noch lange beim Frühstück gesessen, nun hat er seinen ersten Auftritt in Köln: James Dorsey, dessen Blog The Turbulent World of Middle East Soccer ich wärmstens zur Dauer-Lektüre empfehle befehle.

15.28 Uhr: Großartiger Vortrag von Hans Bruyninckx, Universität Leuven. Kritisch, witzig, sarkastisch. Mehr dazu später.

In der Parallelgesellschaft Sport ist Verbrechen nicht Verbrechen, Korruption nicht Korruption, Doping nicht Doping … da gelten andere Regeln …

The sports world with its isolated activities is convinced of its own exceptionalism.

15.30 Uhr: Nun die Rede von Dick Pound.

Olympic bidding race 2018: die letzten Stunden

DURBAN. Ganz ehrlich, wie immer: Mann wird hier irre. Medien sind schon was Sonderbares. Da wird eine künstliche Hektik erzeugt, der Mann sich kaum entziehen kann und an der Mann ja mit seiner Arbeit ein bisserl auch beteiligt ist. Ich versuche dennoch, ruhig zu bleiben und mich dem Branchentrend zur Hyperventilation zu widersetzen.

Im Grunde halte ich es eher mit Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Ski-Weltverbandspräsident aus der Schweiz, der mir vorhin gesagt hat, das Desinteresse im IOC an den Winterspielen 2018, die am Mittwoch vergeben werden, sei geradezu beängstigend.

Aber das nur am Rande.

Denn: It’s showtime, folks!

Oder, um mit Jon Tibbs zu sprechen, zu dessen Kernaufgaben es zählt, für München 2018 ein Momentum zu kreieren:

Ein Momentum ist für mich, wenn die Medien nicht mehr über die Schwächen eines Bewerbers berichten, sondern nur noch über die positiven Aspekte.

Uf widerluege, Hans Klaus!

LAUSANNE. Dass ich Hans Klaus demnächst als FIFA-Kommunikationsdirektor verabschieden müsste, war mir spätestens vergangene Woche klar. Denn ich habe ihn vermisst in Südafrika. Derart wichtige Veranstaltungen ohne Mitwirkung des PR-Chefs? Undenkbar.

Ich verstehe Nicolas Maingot völlig, dass er mir nicht die Wahrheit gesagt hat, als ich ihn nach dem Verbleib von Hans Klaus gefragt habe. Nicolas Maingot wurde nun vom Mediendirektor zum Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ernannt. Denn Hans Klaus hat sich verabschiedet, wurde verabschiedet – in Sepps Reich ist das eigentlich egal.

Die FIFA-Pressemitteilung ist wunderbar formuliert, ein Kleinod:

FIFA und Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit gehen getrennte Wege

Wie heute bekannt wurde, haben sich die FIFA und ihr Direktor Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit getrennt. Grund waren unterschiedliche Ansichten bei der Kommunikationsstrategie.

Die FIFA dankt Hans Klaus für seinen Einsatz für die FIFA und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute.

Pechstein läuft wieder – die superprovisorische Verfügung des Schweizer Bundesgerichts

Melde mich jetzt ab zu einer kurzfristigen Reise in die Schweiz zum IOC, u.a. wegen der Weiterungen im Fall Pechstein.

Die wichtigsten Informationen zu diesem Beitrag stelle ich nachträglich ganz nach vorn. Gerade habe ich die superprovisorische Verfügung des Schweizer Bundesgerichts erhalten. So weit ich sehe, gibt es diese Verfügung sonst noch nirgends zu lesen. Exklusiv, für wenige Minuten :) voilà:

Verfügung vom 7. Dezember 2009
I. zivilrechtliche Abteilung

Bundesrichterin Klett, Präsidentin.

Claudia Pechstein, Beschwerdeführerin, vertreten durch Herrn Dr. Lucien W. Valloni und Dr. Thilo Pachmann, Froriep Renggli,

gegen

1. International Skating Union,
2. Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V.,

Beschwerdegegnerinnen.

Internationales Schiedsgericht; Ordre public, Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 25. November 2009.

In Erwägung,

dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 25. November 2009 die Beschwerdeführerin während zwei Jahren, beginnend ab 8. Februar 2009, für gesperrt erklärte (Dispositivziffer 3) und ihr die Resultate aberkannte, die sie am 7. Februar 2009 an der von der International Skating Union organisierten Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf erzielt hatte;