Category doping

The place to be: Play the Game, Aarhus, 25.-29. Oktober #PTG2015

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Play the Game ist für mich schlicht die beste Sportkonferenz der Welt. Das sage ich seit fünfzehn Jahren und wiederhole es nicht deshalb so oft und eindringlich, weil ich seit langem im Programmkomitee mitarbeite und versuche, meine Freunde in Dänemark um den grandiosen Netzwerker Jens Sejer Andersen und Henrik Brandt ein wenig zu unterstützen.

Nein, das sage ich, weil das Wissen, die Begeisterung, das Netzwerk, die Lust an der Aufklärung, die Play the Game vermittelt und wofür Play the Game steht, nicht nur mein journalistisches Leben bereichert hat.

Punkt.

Ich kann jedem, der sich für Fragestellungen interessiert, die unter dem Begriff Sportpolitik eingepfercht werden, nur heiß empfehlen, ein Konferenz-Ticket zu buchen. Play the Game findet in diesem Jahr wieder im Marselis Hotel in Aarhus statt – vom 25. bis 29. Oktober 2015.

Hier das vorläufige Programm, an dem natürlich noch während der Konferenz gefeilt wird und das selbstverständlich die journalistischen (und manch andere) Protagonisten all der derzeit heiß debattierten Geschichten präsentiert:

  • #IAAFdoping (Julia Stepanowa, Witali Stepanow, Hajo Seppelt, Richard Pound & Co)
  • #FIFAcrime (Lasana Liburd, Bonita Mersiades, Andrew Jennings & Co)
  • #UCIdoping (Peter Nicholson & Co)
  • #Agenda2020, #MegaEvents, #Rio2016 (Chris Gaffney & Co)
  • #Ethics, #GoodGovernance (Pâquerette Girard Zappelli/IOC, Sarah Lewis/FIS, Bob Munro, Christer Ahl & Co)
  • #MatchFixing (Declan Hill & Co)

20150803_Preliminaryprogramme_PTG2015

PTG ist einzigartig, meist boykottiert von den großen Sportverbänden, mitunter gar juristisch bedroht, gar nicht sonderlich groß (gemessen an der Zahl der Teilnehmer) und doch über mittlerweile fast zwei Jahrzehnte durchaus wirkungsvoll. Wirkungsvoller jedenfalls, als es die Propagandisten der Sportkonzerne behaupten. Play the Game war immer ein Stachel in deren Fleisch.

Wer sich an Play the Game beteiligte und Kontakte zu großartigen Journalisten von allen Kontinenten, zu Sportfunktionären, Wissenschaftlern und Whistleblowern knüpfte, wer seine Erkenntnisse teilte und für grenzüberschreitende Kooperationen offen war und ist, wurde und wird stets reich belohnt. Mit Wissen, mit Ideen, mit Kontakten, mit Freundschaften, mit beeindruckenden Erlebnissen – und mit neuem Mut.

Einige Namen, manche tauchen oben schon auf, die mir aus verschiedenen Gründen besonders wichtig sind im Zusammenhang mit Play the Game, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Mario Goijman (Argentinien), Ian Magic Hughes (Antigua), Ezequiel Fernández Moores, Pablo Vignone (beide Argentinien), Lasana Liburd (Trinidad & Tobago), Kelly White (USA), Richard W. Pound (Kanada), Bob Munro (Kanada/Kenia), Jérôme Champagne (Frankreich), Christer Ahl (Schweden/USA), Jörg Jaksche, Andrew Jennings (UK), David Walsh (UK/Irland), James Corbett (UK), Sandro Donati (Italien), Christopher Gaffney (USA/Brasilien/Schweiz), Declan Hill (Kanada), Lars Werge (Dänemark), James Dorsey (USA/Singapur/Arab World), Laura Robinson (Kanada), Jaimie Fuller (Australien), Lars Jørgensen, Niels Nygaard (beide Dänemark), Gerhard Treutlein, Richard McLaren (Kanada) sowie Maria, Stine, Kirsten, Søren, Jens, Henrik u.v.a.m.

Nicht zögern: Auf nach Aarhus!

Sehr spannend im Zusammenschnitt von anderthalb Jahrzehnten sind die Magazine der bisherigen Konferenzen:

Play the Game 2013 in Aarhus:

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Was vom Tage übrig bleibt (24. Juli 2015): Jack Warner, Play the Game 2015, WADA, Bundestag #Antidopinggesetz, David Walsh, TdF, Berlin 2024, #FIFAcrime, Pechstein & more

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Fundstücke, Kurzkritiken, Lobeshymnen, Verrisse und Lesebefehle – aktuelle Notizen vom Tage. Freue mich über jede Ergänzung und Mitwirkung.

1) Einige Wochen nach Veröffentlichung des Anti-Doping Rule Violations Report stellt die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ihren Jahresbericht 2014 online und nennt das Papier „A new chapter for clean sport“. Nun ja. Als Übersicht Pflichtlektüre, dahinter verbergen sich viele Geschichten.

2) Zum Thema Doping/rechtliche Aufarbeitung drei Leseempfehlungen:

  • David Walsh erklärt im Interview mit der NZZ, was Chris Froome von Lance Armstrong unterscheidet: „Ich wäre am Boden zerstört“
  • Joachim Mölter in der SZ über den 1.500-m-Weltrekord der Äthiopierin Genzebe Dibaba: „Schneller als die Schildkröten-Armee“
  • Michael Reinsch in der FAZ über Claudia Pechstein und ihre 120 Unterstützer (Sportler, Funktionäre) beim Versuch, Paragraph 11 des geplanten Antidopinggesetzes auszuhebeln, der die Sportschiedsgerichtsbarkeit stärken soll. Pechstein & Co. wollen aber vor ordentliche Gerichte ziehen dürfen: „Angriff auf Schiedszwang“

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Was von der FIFA übrig bleibt (16. Juni 2015): der Deal mit Chuck Blazer, John Oliver vs Jack Warner und andere Köstlichkeiten, Berichte von WADA und NADA

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Fundstücke, Kurzkritiken, Lobeshymnen, Verrisse und Lesebefehle – aktuelle Notizen vom Tage aus dem olympischen Paralleluniversum. Freue mich über jede Ergänzung und Mitwirkung.

1) Natürlich wieder ein netter Zusammenschnitt von extra 3, allerdings mit einem grundsätzlichen Fehler: Der Sepp ist längst noch nicht weg. Er treibt weiter im Home of FIFA sein Unwesen.

2) John Oliver hat im Gefecht mit Jack Warner, der ihn als comedian fool bezeichnete, ebenfalls nachgelegt:

Und nun wieder eine Menge Stoff zum Selbststudium.

3) Auf Antrag mehrerer Medien hat U.S. Distriktrichter Raymond Dearie angeordnet, den Deal zu veröffentlichen, den die heutige US-Justizministerin Loretta Lynch im November 2013 mit dem FIFA- und CONCACAF-Kriminellen Chuck Blazer geschlossen hat. Dass Blazer seit 2011 mit FBI und IRS kooperierte, wurde seit 2011 vielfach berichtet. Seit einem halben Jahr, seit jener Enthüllung der New York Daily News, weiß man darüber mehr und zum Beispiel auch, dass Blazer (nicht nur) während der Olympischen Spiele 2012 in London als Undercover-Agent (geiles Wort, angesichts seiner Leibesfülle) mit verstecktem Mikro Gespräche aufzeichnete – und auf einige Dutzend Personen angesetzt war.

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CIRC Report zu Doping im Radsport #UCI

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Sadly, the Report confirms that greed, power, and profit – not truth – motivated UCI leaders and allowed the EPO and blood doping era to ride rampant.  This is a tragic loss for all cyclists who sought to compete clean during that era, and their loss can never be forgotten.“

Travis Tygart (USADA)

Der Bericht der Cycling Independent Reform Commission (CIRC) des Weltverbandes UCI wurde mit einiger Spannung erwartet. Er vervollständigt das Bild einer verseuchten Branche. Für drei Millionen Dollar haben der ehemaliger Schweizer Staatsanwalt Dick Marty, der deutsche Ulrich Haas und der australische Ermittler Peter Nicholson recherchiert und diesen Bericht erstellt. 227 Seiten auf Grundlage von 174 Interviews (Liste der Namen ganz am Ende des Reports) und Studium ungezählter Dokumente.

Es geht natürlich auch um die Sonderrolle von Lance Armstrong.

Die Kultur des Doping existiert im Radsport noch immer, berichtet die BBC nach erster Lektüre.

Die Mitteilung der UCI:

Einige wichtige Berichte und Reaktionen dieser Tage/Stunden:

Viel Vergnügen bei der Lektüre des Berichts. Nicht zu sehr erschrecken!

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Freiburger Sportmedizin: „systematische Manipulationen im Radsport und Fußball“

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Die Vorgänge rund um die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin sind in all ihren Verästelungen schwer zu durchschauen. Ich habe hier im Blog lange Zeit versucht, Informationen weiterzugeben und auf dem Laufenden zu bleiben (einfach mal unten die Tags benutzen oder den related posts folgen). Heute gewissermaßen ein bisschen Forschungs-PR, die Pressemitteilung und die Zusammenfassung eines Sondergutachtens der von Letizia Paoli geleiteten Kommission. Es geht um systematische Dopingmanipulationen im Radsport und Fußball der alten DopingBundesrepublik.  Zentrale Figur ist dabei natürlich der im südafrikanischen Exil lebende Dopingprofessor Armin Klümper, Heilsbringer einer Armada westdeutscher Athleten.

  • Dazu passt auch dieser TV-Beitrag (sport inside, WDR) von Mitte Januar, in dem es um die Frage geht, dass Steuermittel damals in Klümpers Freiburger Dopingsystem investiert wurden.
  • Letizia Paoli hat die jüngsten Dokumente zur Diskussion um die Dopingaufarbeitung in Freiburg hier zusammengefasst.

Die PM und die Kurzstudie von heute Mittag:
freiburg1

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Dokumente zum russischen „Sauerstoff-Cocktail“ mit Xenon im Hochleistungssport #Sochi2014 #Doping?

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Der Economist hat vor drei Wochen einen Beitrag zur Verwendung des Edelgases Xenon im russischen Hochleistungssport veröffentlicht. Der Beitrag wurde in diversen Fach- und Ausdauermedien (Runner’s World, road.cc: „The Next Big Thing in legal doping?“) schnell zitiert, ging aber während der Sotschi-Show weitgehend unter. In meiner Timeline ist mir das bis heute auch durchgerutscht.

ATOM-MED-ZENTR/MEDXENON - "Technologija podatschi gasovoi smjesi pazientu"

Erwünschte Wirkungen: erhöhte körpereigene EPO- und Testosteron-Produktion. Nach Angaben des Moskauer Atom-Med Zentrums (АТОМ-МЕД ЦЕНТР) haben sich während der Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen 75 Prozent der russischen Medaillengewinner dem „Sauerstoff-Cocktail“ (кислородный коктейль) Medxenon unterzogen. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin waren es 70 Prozent aller Medaillengewinner. 2008 und 2010 wurden (glaube ich) auch in einer der Unterlagen erwähnt. Die Vorbereitung auf London 2012 und Sotschi 2014 ebenfalls.

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Olympic poem (VIII): Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

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Wir wollten eigentlich feiern!

Die Olympischen Spiele biegen gerade auf die Zielgerade ein
Und das tun sie sehr sehr spektakulär

Wir wollten eigentlich feiern

Mensch, das muss doch nicht sein
So einen Tag wie heute
habe ich in meiner langen Karriere
auch noch nicht erlebt

Ganz ehrlich
Ich hoff weiterhin
Dass es ein Schuss in den Wind ist

Auch die ukrainischen Frauen laufen ja mit dicken dicken Sorgenfalten
Was für ein olympisches Schock-Erlebnis für sie

Evi Sachenbacher-Stehle
Ist also die Person,
nach der heute immer schon gesucht wurde

Warum ist das so
wie es momentan ist?

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Tweets zum Dopingfall im deutschen Olympiateam #Sochi2014

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Evi Sachenbacher-Stehle also? Allgemein bekannt seit ihrer so genannten Schutzsperre bei den Olympischen Winterspielen 2006. Der DOSB will sich gleich dazu äußern.

Work in progress – bis Sendeschluss heute.

Es folgt (sehr wahrscheinlich) noch ein Olympic Poem zum Doping.

Alle Fakten bitte in die Kommentare packen.

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