wm 2022

Korruptionsbilanz in FIFA und IOC: 140.785.618,93 CHF. Mindestens.

ZÜRICH. Die Bilanz des Grauens ist (vorerst) neunstellig, wenn Mann die Ziffern hinter dem Komma mal großzügig beiseite lässt. Die Schmiergelder der ISL-Gruppe an höchste Sportfunktionäre, die sich gern mit Millionen freikaufen, in der Übersicht:

[caption id="attachment_9842" align="aligncenter" width="530"]ISL Schmiergeldbilanz, 1989 - 2001: knapp 141 Mio. Franken Gerichtlich dokumentierte Schmiergeldbilanz der ISL[/caption]

Es geht also weiter in der ISL-Saga. Die Abkassierer sind ja schließlich auch noch im Amt und werden protektiert. Neue Fakten zum größten Korruptionsskandal der Sportgeschichte liegen vor, pünktlich zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 am Donnerstag durch das FIFA-Exekutivkomitee. Ich hatte es gestern bereits angedeutet.

Die Autoritäten der FIFA und ihre Ethik-Narren

Ganz ehrlich: Es ist mal wieder schlimmer gekommen, als ich vermutet habe. Ich dachte wirklich, das Witz-Organ namens FIFA-Ethikkommission schmeißt wenigstens den Nigerianer Amos Adamu aus dem Exekutivkomitee. Stattdessen reihen sich die nächsten Peinlichkeiten aneinander, die allesamt erneut belegen:

In diesem mafiosen System der Sportfamilie ist keinerlei Besserung in Sicht.

Lustig, weil ich seit ein paar Tagen in Moskau auf, sagen wir, Korruptionsrecherche bin und mich – zum Beispiel – gestern lange mit einem russischen Unternehmer unterhalten habe, der etwa in Sotschi große Geschäfte macht und sich erdreistet hat, sein Leben zu gefährden, weil er gegen die Korruptionszahlungen aufbegehrt, die nicht nur kriminelle Autoritäten fordern, sondern auch staatliche. Bei der FIFA ist das ähnlich, anders kann ich die lächerliche Pressemeldung nicht werten, und wenn ich die Äußerungen lese, die FIFA-Oberethiker Claudio Sulser offenbar in Zürich getätigt hat.

Perikles Monioudis jedenfalls schreibt in der NZZ:

Sulser verstieg sich in einer Belehrung der Medien, die zwar «für die Demokratie in einem Land» wichtig seien. Im Fussball wollten «die Menschen aber Freude erfahren», keine Zwietracht vorgesetzt bekommen.

Ähnliches Dämliches habe ich doch gerade von Englands WM-Bewerbungs-CEO Andy Anson gelesen. Der hat Angst vor Andrew Jennings und den Jungs von der BBC, die gerade eine Panorama-Sendung zur FIFA vorbereiten. Seit Wochen versuchen Fußballfunktionäre und sogar Politiker schon, die Ausstrahlung vor dem 2. Dezember, wenn das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich die WM-Länder 2018 und 2022 bestimmt, zu verhindern. Anson sagt:

I am incredibly disappointed with the timing of what the BBC seems to be proposing with Panorama,“ he said. „If they truly believe there is a journalistic reason to run this programme, then they could have done it any time in the last two years. To do it the week before the vote is about one thing and that’s sensationalism. I don’t think that’s helpful and I don’t think it’s patriotic.“

Mir kommt das alles sehr bekannt vor. Journalisten hätten „patriotisch“ zu sein, sagen die Patrioten, die nichts von Journalismus verstehen und denen es auch völlig egal ist, etwas davon zu verstehen, so lange diejenigen, die sich Journalisten nennen, sich an die Regeln derjenigen halten, die im Sportbusiness Milliarden umsetzen.

Mir wird ganz schlecht.

[Notiz am mich:  Ist doch immer wieder nett, negativ überrascht zu werden. Erhalte Dir nur das bisschen Optimismus. Wäre es nicht viel schlimmer und langweiliger, nie überrascht zu werden und immer zu glauben, alles schon gewusst zu haben?]

Oh ja, hier also noch die Meldung der FIFA-Narren:

Ethikkommission suspendiert sechs Offizielle

Die FIFA-Ethikkommission, bestehend aus Claudio Sulser (Vorsitz, Schweiz), Petrus Damaseb (Namibia), Juan Pedro Damiani (Uruguay), Dominique Rocheteau (Frankreich), Dali Tahir (Indonesien) und Robert Torres (Guam), suspendierte sechs Fussballoffizielle für jegliche Tätigkeit im Fussball (Administration, Sport etc.) für ein bis vier Jahre, nachdem sie des Verstoßes gegen mehrere Artikel des FIFA-Ethikreglements für schuldig befunden worden waren. Bei ihrer Sitzung vom 15. bis 17. November 2010 fällte die Ethikkommission folgende Entscheide:

  • Reynald Temarii (FIFA-Vizepräsident) darf während eines Jahres weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 5.000 belegt.
  • Amos Adamu (Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.
  • Slim Aloulou (Vorsitzender der FIFA-Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten und Mitglied der Kommission für den Status von Spielern) darf während zweier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.
  • Ahongalu Fusimalohi (Generalsekretär des Fussballverbands von Tonga) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.
  • Amadou Diakite (Mitglied der FIFA-Schiedsrichterkommission) darf während dreier Jahre weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.
  • Ismael Bhamjee (CAF-Ehrenmitglied) darf während vier Jahren weder national noch international in irgendeiner Form im Fussball tätig sein (Administration, Sport etc.). Darüber hinaus wird er mit einer Geldstrafe von CHF 10.000 belegt.

Die FIFA hatte am 18. Oktober 2010 gegen zwei Mitglieder des Exekutivkomitees ein Verfahren eröffnet und die Ethikkommission zu diesem Zweck mit einer unabhängigen, eingehenden Untersuchung beauftragt. Am 20. Oktober verfügte die Ethikkommission daraufhin eine provisorische Suspendierung gegen sechs Offizielle (siehe Medienmitteilung vom 20 Oktober).

Die Ethikkommission untersuchte darüber hinaus auch die Hinweise auf angebliche Absprachen zwischen Mitgliedsverbänden und ihren Bewerbungskomitees im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018/2022™, fand jedoch keine ausreichenden Beweise für eine Verletzung der Bewerbungsregistrierung und des Ethikreglements.

Ich weiß gar nicht, wie oft Typen wie Bhamjee noch suspendiert werden sollen. Manche von denen gehören, sorry, nirgendwo anders hin als in den Knast. Mich würde natürlich interessieren, ob die FIFA auch diesmal die Geldstrafe für die Ganoven bezahlt, wie etwa die 5,5 Millionen zum Korruptionsverdunklungsvertrag in der ISL-Sache.

Absurder geht nicht.

Freunde von FIFA-Franz und FIFA-Sepp: WM-Lobbyisten und Steuermillionen

JOHANNESBURG. Fedor Radmann hat die Weltmeisterschaft für einige Tage verlassen und sich an seinen Schweizer Wohnsitz zurückgezogen. Es gibt immer zu tun für einen wie ihn, einen einflussreichen Fußball-Lobbyisten, den Vertrauten des FIFA-Exekutivmitglieds und Multi-Unternehmers Franz Beckenbauer. Gerade, etwas unangenehm, musste Radmann in Salzburg vor dem OlympiaUntersuchungssausschuss über die Finanzflüsse der einstigen Olympiabewerbung aussagen. Radmann war kurze Zeit Geschäftsführer des Projekts Salzburg 2014, dankte dort unter merkwürdigen Umständen schnell wieder ab. Er führte gesundheitliche Gründe an – gerüchtehalber wurde ihm allerdings eine Nähe zum russischen Konkurrenten Sotschi nachgesagt, der im Juli 2007 den Wettbewerb um die Olympischen Winterspiele 2014 gewann. Radmann hat derlei Verbindungen stets bestritten.

Fedor Radmann, Kapstadt 2009

Fedor Radmann, Kapstadt 2009

Derzeit werkelt Radmann für Australiens Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Australien ist bisher gegenüber den USA und Katar klar favorisiert (Japan und Südkorea spielen keine Rolle). Beim FIFA-Kongress kürzlich in Johannesburg saß Radmann wieder ganz weit vorn bei den Ehrengästen, neben ihm Peter Hargitay, der langjährige PR-Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter. Auch Hargitay – gebürtiger Ungar, Schweizer Staatsbürger mit Lebensmittelpunkt in London – arbeitet für Australiens WM-Projekt. Down Under machen die Summen, die Radmann und Hargitay kassieren sollen, seit Dienstag Schlagzeilen.

Die Stories wurden Nick McKenzie und Richard Baker recherchiert und erscheinen in den Zeitungen der Fairfax-Gruppe (The Age, SMH etc.), die wichtigsten Beiträge und deren Weiterungen bislang:

Goodbye England oder: Ärger mit der Ex

Dumm gelaufen für England.

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Am Freitag wurden mit großem Brimborium in Zürich die Bewerber-Dokumente der WM-Interessenten 2018/2022 an FIFA-Boss Sepp Blatter und seinen Generalsekretär Valcke übergeben. England, mit David Beckham im Home of FIFA, galt im Wettbewerb um die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 zwar zuletzt nur als Außenseiter – hinter der Totaldemokratie Russland, wo Wladimir Putin und seine Diebe im Gesetz mächtig werkeln. Seit einer hübschen Enthüllung der Mail on Sunday (Daily Mail) dürfte es nun ganz vorbei sein.

Denn dummerweise hat Lord David Triesman, bis eben noch Chef der Football Association und des Bewerberkomitees, in einem Gespräch mit seiner Ex (Melissa Jacobs) das erzählt, was eh alle in der Szene tuscheln:

Zum Nachlesen:

‘My assumption is that the Latin Americans, although they’ve not said so, will vote for Spain. And if Spain drop out, because Spain are looking for help from the Russians to help bribe the referees in the World Cup, their votes may then switch to Russia.’

At this point, Miss Jacobs asks: ‘Would Russia help them with that?’

Lord Triesman: ‘Oh, I think Russia will cut deals.’

Miss Jacobs: ‘Why will Russia help? Are Russia in the World Cup?’

Lord Triesman: ‘No, they’re not.’

Miss Jacobs: ‘Oh no they’re not, they’ve got nothing to lose?’

Lord Triesman: ‘Absolutely nothing at all to lose. Exactly.’

Zum Nachhören:

:

Was lernen wir daraus? Mann sollte die Ex schon mal fragen, ob sie nicht zufällig ihr iPhone auf Aufnahme gestellt hat, wenn Mann mit heißen Insider-Geschichten angibt.

Es ging beeindruckend schnell (anders als gewöhnlich beim DFB): Lord Triesman ist die längste Zeit FA- und Bewerbungschef gewesen. Warum eigentlich? Gegen welchen Paragrafen des abenteuerlichen FIFA-Ethikcodes hat er verstoßen?

Peter Hargitay und Joseph Blatter, Doha 2003

Peter Hargitay und die FIFA: Fakten, Gerüchte, Freundschaften und Mandate

VANCOUVER. Im Beitrag über den bevorstehenden Kampf um die FIFA-Prä­sident­schaft habe ich etwas nicht zweifelsfrei korrekt dargestellt. Peter Hargitay (links im Bild), vormaliger Berater des FIFA-Präsidenten Joseph Macchiavelli Blatter und des FIFA-Exekutivmitglieds Mohamed Bin Hammam, weist mich darauf hin, dass er im FIFA-Wahlkampf nicht von Bin Hammam mandatiert ist.

Ich hatte geschrieben, er würde für Bin Hammam „werkeln“. Peter Hargitay verlangt nicht, dass ich etwas richtigstelle, doch mir ist das ein Vergnügen. Ich stelle gern Sachverhalte richtig, weil es doch auch mir hilft, die Dinge besser zu verstehen und Zusammenhänge zu begreifen. Bei der Gelegenheit habe ich ihn auch gleich gefragt, ob er für Jack Warner arbeitet und wie er für Australiens WM-Bewerbung vertraglich eingespannt ist.

[caption id="attachment_6962" align="aligncenter" width="530"]Peter Hargitay und Joseph Blatter, Doha 2003 Hat „keinerlei Mandat“ von seinem Freund bin Hammam: Peter Hargitay, hier zufällig anno 2003 in Doha links hinter seinem Freund Sepp Blatter abgelichtet.[/caption]

Andrew Jennings über Joseph Blatter: „The autumn of football’s patriarch“

VANCOUVER. Hier wollen sie rein. Mohamed Bin Hammam, Chung Mong-Joon, Michel Platini, Jack Warner und einige andere. Das ist der Fingerscanner zu Joseph Macchiavelli Blatters Büro im FIFA House in Zürich. Die Tür zum Machtzentrum des Weltfussballs öffnet sich nur für Sepp. Nein, es geht nicht um Fingerabdrücke, die die Cops von FIFA-Funktionären nehmen.

Die Frage ist, ob dieser Schlüssel zum Glück im Sommer nächsten Jahres neu programmiert werden muss. Ob die Finger eines anderen FIFA-Supremo eingescannt werden müssen. Oder ob sich Sepp nicht schon früher verabschiedet.

Einen außerordentlich fiktiven, grandiosen, frei erfundenen, satirischen Beitrag zur Situation eines großen Sportverbandes hat Andrew Jennings geschrieben.

Lesebefehl!

Eine Kostprobe:

„The Autumn of Football’s Patriarch“

by Andrew Jennnings

THE OLD MAN, he’s 74 in a few weeks, sits upright in his uncomfortable leather chair and gazes towards his interviewer a yard and a half from his eyes. He’s been waiting many months for her and, appreciating her good fortune, she is reverential, notebook on her knee and pen in hand but only the audio recorder balanced on the arm of her matching chair can capture the nuances of his long-rehearsed delivery.

All must be in its place for the set-piece, decorating his life’s narrative. Behind his head, a replica golden World Cup Trophy. On the coffee table is a branded banner, maybe 18 inches high, with his final attempt to be taken more seriously than he knows he deserves, the contrived slogan ‘For the Game, For the World.’

He is dressed as the mortician would like to receive him, pale blue shirt, slightly darker tie, dark suit, skull polished, remaining hairs smoothed back to his neck. Outside the polished aluminium window frame it is still late winter on the bleak hill above Zurich. (…)

Over-shadowing the endgame of Patriarch is the flapping jalabiyya of the man who once bankrolled him but now, between mouthfuls of honey, dates and coffee, practices swinging the curved executioner’s sword.

‘With Mohamed, we had a wonderful time together as friends up to the last congress in May,’ says Patriarch. ‘All of a sudden our friendship was broken. Ask him, why? I don’t know.’

OH YES HE DOES. Patriarch went behind the back of the man from the Gulf, and 14 months from now there must be retribution in football’s Chop Square. Such an inept manoeuvre shows the Big P is losing his touch. To mock a man backed by an Emir’s billions is unwise.

The alliances that will form the death squad are still being negotiated. There’s a second shadow, a kimchi billionaire of heavy industry and politics from the Far East and nearer home, dangerously near, across a few Alpine ranges to the south and closeted with his advisors in his modern palace overlooking Lac Geneva, the third shadow of a charismatic, curly-haired, beautiful former athlete.

Unlike Patriarch, this man’s tie, shirt collar and jacket always look dishevelled, as if he’s come straight from a kickabout in the car park. In his homeland, France, he cannot walk the streets without being mobbed. Patriarch never knew such popularity, such love. (…)

When his long-time Polish girlfriend Ilona walked out in late 2008 he knew his game would henceforth be going down, not up. Increasingly disorientated, he has fumbled his way through recent public appearances.

He giggled away concerns of John Terry’s philandering as ‘Anglo Saxon’ exceptionalism. ‘If this had happened in, let’s say, Latin countries, then I think he would have been applauded.’ There was a kind of group holding of breath. Then embarrassment rippled across the world.

A man who has worked with him for much of two decades and watched him when he didn’t, says Patriarch is now a confused specimen. ‘In his own mind he casts himself as a victim, now doubting he can anymore walk on water.’

When Patriarchs summon God to support their cause, you can hear the mortician cough and reach for his measuring stick. ‘If I’m still wanted by the congress and God will give me health I will go, but if the congress says no, then I will say ‚thank you,’ meaning he’s undecided when exactly to reach for his coat and turn in the car keys.

Uh huh. Why did she wait so long to give us this second, fin de siècle announcement. It is because she defers to the Great Dictator but we are the lucky ones because she lets him dictate his obituary as he would wish it were constructed for his favourite newspaper, the Neue Zürcher Zeitung.

BACK TO Patriarch’s custom-built mirror. He dazzles himself with talk of his 35 year ‘mission’ to make the world a better place but still his meanness writhes in a dark corner as he tells her that ‘unlike former presidents’ (that’s one in the shrivelled nuts for the previous Patriarch, now aged 93 and, in Rio, beyond the reach of the Swiss cops) he has been ‘committed to a wide range of humanitarian projects.’

Fighting child labour: Tick that box. UNICEF, tick again. Fair Play, Respect, Discipline, Social Advancement, Mutual Understanding, Eradicate Polio, Improve Public Health.

Switch Ticking machine to rapid fire, fax results to NZZ Obituaries Department.

Keep reading, here’s Patriarch’s ‘Love Affair With Africa.’ Indeed he so much loves Africa that, lacking a son, he has bequeathed it to Nephew. Patriarch talks frequently of the Family of Football – but when there’s money to be extracted, it’s a very small family. Nephew has been given an enormous chunk of the television rights to the Big Games in South Africa this year and if that isn’t enough, he’s been gifted a large bite size of the ticketing for the corporations. (…)

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Ich war immer skeptisch und habe die nimmermüde, einmalig begeisternde Euphorie meines Freundes Andrew Jennings selten verstanden, diesmal aber komme ich ins Grübeln. Denn es ist ja so: Die neuen Herausforderer Bin Hammam und Chung haben nicht nur Geld und eine Hausmacht, sie haben im Laufe der Jahre Wissen angesammelt, das Sepp akut gefährdet.

Nicht zu vergessen: Während des Wahlkampfes um die FIFA-Präsidentschaft, während der gigantischen Schlacht um die Weltmeisterschaften 2018/2022 bleibt der Posten des Chefs der FIFA-„Ethikkommission“ verwaist – denn Lord Sebastian Coe hat sich ja vor mehr als einem Jahr beurlauben lassen.

Sollte man deshalb besser sagen: Die FIFA hat weder eine Ethik, noch eine Ethikkommission, noch Mitglieder einer Ethikkommission? (Der Link auf der deutschen FIFA-Webseite führt ins Leere, auf der englischen Variante steht seit langer Zeit: The new composition of this committee will be confirmed in due course.)

Geschäftsethik beweist die FIFA auch nicht immer. Der VISA-Mastercard-Gerichtsgang, der den Verband rund 100 Millionen Franken kostete, hat das einst grandios bestätigt. In den Gerichtsakten fand sich damals eine FIFA-interne Email, in der sich die Kameraden um den damaligen Vielfachlügner, danach von Blatter gefeuerten und kurz darauf zum Generalsekretär ernannten Jérôme Valcke gefragt:

„Was müssen wir tun, dass es wenigstens ein bisschen so aussieht, als habe die FIFA-Geschäftsethik?“

Sehr gute Frage. Nächste Frage bitte. Oder mal Jack Warner fragen.

Einige Fragen, die ich FIFA-Medienchef Nicolas Maingot gestellt habe, sind noch offen. Derweil ein kurzer Nachklapp zum gestrigen Beitrag, eine Zusammenfassung, erschienen u.a. in Berliner und Süddeutscher Zeitung: