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I am the right IOC president, because …

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BUENOS AIRES. In genau acht Stunden wird der neunte Präsident in der Geschichte des IOC verkündet. Mächtigster Mann des Weltsports wird mit großer Wahrscheinlichkeit Thomas Bach (FDP) – seine möglichen Unterstützer habe ich gestern genannt. Wenn er keinen Erstrundensieg schafft, geht es im Finale vielleicht doch gegen Richard Carrión. Daran haben Aufgeregtheiten gestern um die Äußerungen von Denis Oswald nichts geändert. Bach benutze „seine Position, um für die Gesellschaften, die er vertritt, Vorteile herauszuholen. Ich wünsche mir einen unabhängigen Präsidenten“, sagte Oswald.

Oswald wurde vom IOC angeblich verwarnt, welch ein Witz. Ich sage angeblich, weil es dazu natürlich keine IOC-Erklärung gibt. Kommunikation und Intransparenz in der IOC-Administration ist einfach nur: unwürdig peinlich. Ich gehe gleich weiter darauf ein.

Bis dahin lasse ich hier die sechs Präsidentschaftskandidaten sprechen bzw schreiben. Sie werden derlei Botschaften weltweit nirgends sonst finden – so wie es auch die Manifestos zuerst an dieser Stelle gab.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (III): Im langen Schatten der fünf Ringe

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16.31 Uhr: JW stellt mal die traurige, aber leider erwartbare News des Tages nachträglich voran:

Und weiter geht es mit Teil 3 der Recherche von Grit Hartmann:

* * *

Es kommt tatsächlich vor, dass der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge auch nach zwölfjähriger Amtszeit noch als „Visionär“ oder „Erneuerer“ gepriesen wird. Hierzulande geschieht das derzeit sogar häufig. Sportpolitische Berichterstatter, denen der Oberolympier einmal im Jahr ein Interview gewährt, integrieren solche Bewertungen in eine Erzähltaktik, die besagen soll: Hier Rogge, der Reformer des Ringezirkels nach Samaranch, dort Thomas Bach, der Kronprinz und Samaranch-Zögling.

IWF-Serie

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Eigentlich dürfte, dass man mit dem deutschen IOC-Vize nicht auf Reformen spekulieren sollte, auch ohne solche Manöver klar sein, die der schrägen Vorstellung frönen, auf dem IOC-Thron wirke derzeit ein Erneuerer. Dafür müsste man schon Rogges Baby, die Olympischen Jugendspiele (2014 veranstaltet das IOC die Sause in Allianz mit den chinesischen Machthabern in Nanjing, das Versagen beim Pekinger Härtetest 2008 lässt grüßen), für einen genialen Coup halten und die Aufnahme von ein paar neuen Sportarten ins bzw. den vorläufigen Rausschmiss der Ringer aus dem olympischen Programm für originär bei der notwendigen Modernisierung der Spiele.

Längst hat Rogge, der einstige Olympia-Segler, sein Schiff in den Wind gedreht, der schon unter Samaranch wehte. Das erschließt sich spätestens, sobald ungelöste Dauerfragen aus der olympischen Unterhaltungsindustrie, etwa zu bezahlbaren Spielen oder zur WADA-Finanzierung, an Rogges Start gemessen werden. Das Programm nach seiner Wahl im Sommer 2001: „Für die Glaubwürdigkeit des Sports. Gegen Doping. Gegen Korruption. Gegen Gewalt.“ Damals meinte Rogge auch, der Sport habe nur dann eine Zukunft, wenn er „seine ethischen Werte wiederentdeckt“.

Wie hält es also die olympische Familie, wenn einer der Ihren in den Ethik-Fokus rückt?

Die detaillierte Beschwerde der Gewichtheber-Offiziellen zu den unter ihrem Präsidenten, dem IOC-Ehrenmitglied Tamás Aján mysteriös verschwundenen olympischen Millionen böte im Wirtschaftsleben reichlich Indizien, um den Staatsanwalt auf den Plan zu rufen.

Im IOC, das sich seinen Rechtsrahmen selber geben darf, dreht sich die Waschanlage drei Monate. Dann antwortet nicht Rogge. Seine Rechtsabteilung teilt mit, warum der Präsident gegen Ermittlungen der Ethik-Kommission entschieden hat:

IOC letter IWF

Für das formale Daumen-runter-Zeichen und die Feststellung, der Fall sei auf „Anwendung der IWF-Statuten“ bezogen, brauchte es wohl kaum die behauptete „seriöse Analyse“ diverser Unterlagen. Die tiefgekühlten sieben Zeilen sind eher ein Paradebeispiel dafür, was man im IOC unter Transparenz versteht: Sie lassen die Beschwerdeführer rätseln, welche Entlastungsbeweise die IWF vorgelegt haben könnte und warum Aján die dem eigenen Verband vorenthielt.

Und hatten die Kläger nicht angeboten, dem IOC-Präsidenten zur Verfügung zu stehen bei weiterem Klärungsbedarf?

Die IOC-Spitze ist gar nicht interessiert an dem, was die Heber vorzutragen haben. Dem erlauchten Kreis geht es nicht um Aufklärung, das ist das eine Problem. Zum anderen Problem sagt einer der Kläger:

Diese Absage war für uns ein echter Schock.

Zuerst deshalb, weil man sich auf einen Passus in der IOC-Anstandsfibel, im Ethik-Code berufen hat. „Die Olympischen Mittel der Olympischen Parteien“, heißt es scheinbar eindeutig in Abschnitt C, „sollen nur für Olympische Zwecke genutzt werden.“ Die Verwendung der Gelder sei außerdem „klar in der Buchführung“ auszuweisen. Auch tun sich gewisse Abgründe auf zwischen dem abschlägigen IOC-Bescheid und jener „Lebensart“ namens Olympismus, die ja, so lautet das erste der „fundamentalen Prinzipien“ der Olympischen Charta, „auf dem erzieherischen Wert des guten Beispiels“ aufbaut.

Antonio Urso, der Präsident des Europäischen Gewichtheber-Verbandes, und Marino Casadei, einer der IWF-Prüfer, wollen sich so einfach nicht abwimmeln lassen. Sie finden, Rogges Absage stehe im Widerspruch zu „den ethischen Werten des Olympismus“. So steht es in der Klage, die sie als Privatleute dem Internationalen Sportgerichtshof CAS vorlegen. Beklagter: das IOC und sein Präsident.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (II): Das Rätsel um die verschwundenen Millionen

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Tamás Ajan, IOC-Session Singapur, 2005

Es folgt die ergänzte, etwas anders gefasste und mit Dokumenten versehene Version eines Artikels, der in Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau unter dem Titel „In der Waschanlage“ erschienen ist. Play the Game hat die Überschrift „IWF president under suspicion of financial mismanagement“ gewählt.

„Finanzielle Misswirtschaft“ – das ist die juristisch korrekte Bezeichnung für den Vorgang, den einige Gewichtheber-Funktionäre bisher vergeblich versucht haben, vollständig aufzuklären. Er illustriert, welcher Geist noch immer weht in den olympischen Weltverbänden und warum es – angesichts oft jahrzehntelang gewachsener Abhängigkeiten – so schwer ist, dem etwas entgegen zu setzen.

* * *

Die Geschichte beginnt vor vier Jahren, beim letzten IWF-Wahlkongress in Madrid Ende März 2009.

Oberflächlich betrachtet, ist alles wie immer: Aján, der es liebt, sich mit den Mächtigen zu zeigen, gibt den galanten Gastgeber. Er begrüßt als Ehrengäste die spanische Infantin, den Sportminister, den Vize-Bürgermeister von Madrid. Er herzt den IOC-Kollegen Samaranch Junior und einen, gegen den gerade eine Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet hat, den Handball-Pharao Hasan Moustafa.

Es hagelt Grußadressen und Auszeichnungen.

MUST READ!

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Alles könnte so sein wie immer, wären da nicht die vielen lästigen Fragen zum Geld.

Wie immer hat Aján auf dünnen drei Seiten Einnahmen und Ausgaben der IWF aufgelistet. Wie immer haben die hauseigenen Prüfer keine Auffälligkeiten entdeckt, im Gegenteil: Sie haben sogar „gratuliert“ zum kleinen Überschuss, den die IWF erwirtschaftet hat.

Auch dass Aján ein wenig jammert bei der Vorstellung des Finanzberichts – mit dem er angeblich seiner Pflicht nachkommt, die Nationalverbände über die „tatsächliche Finanzlage“ zu informieren – ist nicht ungewöhnlich.

„Es war nie leicht“, behauptet er diesmal, „einen angemessenen finanziellen Hintergrund für unsere Aktivitäten zu sichern.“

Die Dokumente dazu:

In den Jahren zuvor klangen die Klagen des IWF-Bosses ähnlich: „Geld ist schwierig aufzutreiben“ (2000), „extrem schwierige internationale Umgebung“ (2002), „IWF ist nicht ausgenommen von globalen Krisen“ (2006) …

Inzwischen aber hören ein paar Funktionäre solche Sätze nicht mehr gern: Zwar wissen die wenigsten, dass Aján sich mit 300.000 Dollar im Jahr fürs Ehrenamt entschädigen lässt – aber kaum einem entgeht, dass die Kosten fürs Budapester Präsidenten-Büro, wo auch der Schwiegersohn als Wettkampfdirektor wirkt, ständig steigen.

  • Und nun fragt ein Delegierter, an wen denn die Hanteln gegangen sind, die als Ausgaben unter „IWF-Entwicklungsprogramm“ verbucht sind.
  • Ein afrikanischer Delegierter möchte Details zu den Zuschüssen für die fünf Kontinentalverbände, Posten Nr. 15 unter „Ausgaben“, mehr als 300.000 Dollar.
  • Und der Italiener Antonio Urso will wissen, warum die aktuelle Bilanz ohne Vermögen eröffnet, wo doch die vorherige mit 1,6 Millionen Dollar im Plus schloss.

Es gibt weitere Fragen.

So viele, dass dem IWF-Boss ein verräterischer Satz entschlüpft:

Den Überblick „über das gesamte Vermögen“ erhalte nur die Exekutive und das IWF-Prüfkomitee.

Das gesamte Vermögen?

Viele Funktionäre hören davon zum ersten Mal.

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Die obskure Welt des Gewichtheber-Bosses Tamás Aján (I): Geschäfte mit der Dopingkultur

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IWF-Supremo Tamás Aján (c) IWF

Tamás Aján (c) IWF

Dies ist der Auftakt zu einem Mehrteiler, der das Innenleben in einem der olympischen Weltverbände nachzeichnet, die weniger im Fokus stehen als FIFA oder UCI: in der International Weightlifting Federation (IWF) unter Tamás Aján, 74. Der Ungar wirkt seit Anfang der 70er Jahre in der IWF-Spitze, zunächst als Vizepräsident, seit 1976 als Generalsekretär, seit 2000 ist er Präsident. Im selben Jahr rückte er ins IOC ein, noch auf Vorschlag des greisen Juan Antonio Samaranch.

Nicht nur biografisch ist Aján ein Sportkarrierist; er gehört auch mental zu dem Typus, den man gern in irgendeinem entfernten Reich der autokratischen Fossile verorten würde – wüsste man nicht, dass die so genannte olympische Familie noch immer dieses Reich ist. Kritikern hält Aján beispielsweise entgegen, es brauche schon „ein Buch“, um all die „revolutionären Verbesserungen“, die er fürs Gewichtheben erreicht habe, auch nur „aufzulisten“.

Das Zitat stammt aus einem internen Rundbrief – Teil eines Stapels von Dokumenten, die ich seit Dezember zur IWF recherchiert habe, ursprünglich, weil ich über ein Dopingthema schreiben wollte. Das führte dann weiter, dazu in den nächsten Tagen mehr.

IWF-Serie

Die obskure Welt des Tamás Aján, ein ganz normaler olympischer Weltverband:

Korruption in der IWF? Wo sind die IOC-Millionen?

Aktueller Anlass dieses Mehrteilers: Am Pfingstmontag (20. Mai 2013), beim Wahlkongress der IWF im Radisson Royal in Moskau, dem legendären ehemaligen Ukraina, erlebt die Heberszene ein historisches Ereignis. Erstmals in beinahe vier Jahrzehnten bekommt Aján, der natürlich wieder Präsident werden will, Gegenkandidaten.

Dass der Dauerherrscher die IWF wie ein Familienunternehmen betreibt, inklusive obskurer Geldgeschäfte, hat eine bemerkenswerte Opposition hervorgebracht, mit Ideen, die für die Internationalen Sportföderationen neu sind. Die gute Rolle, die dabei der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) spielt, wird in diesem ersten Teil thematisiert – und auch, wie die deutschen IOC-Granden Thomas Bach und Walther Tröger auf Querdenker in den eigenen Reihen reagieren.

Aján übrigens hat auf eine Anfrage, auch zum Umgang seines Weltverbandes mit der Dopingfrage, nicht geantwortet.

* * *

Ordensverleihungen dürfen bei Kongressen in der Welt des Sports, wo es oft zugeht wie auf kommunistischen Parteitagen, nicht fehlen. Auch Tamás Aján sieht das ganz sicher so: In der vergangenen Woche jedenfalls hat er auf den Zeremonienpart beim Wahlkonvent in Moskau eingestimmt: Per Mail schlug er sieben Funktionäre („distinguished persons“) als künftige Träger des IWF-Ordens in Gold und Silber vor. Die Reaktionen kennzeichnen die aktuelle Stimmungslage unter den Gewichtheber-Funktionären recht gut: Ein Mitglied des Executive Boards protestierte gegen Ajáns Alleingang und fragte nach, warum über diese Personalien nicht in der letzten Sitzung des Gremiums debattiert worden sei. Einer der Ordensträger in spe lehnte ab, er habe schon genug Auszeichnungen. Ein dritter Offizieller quittierte einen der Aján-Vorschläge mit Spott – seine grafische Fingerübung mailte er an die IWF-Mitglieder, die Nationalverbände:

Hassan Akkus

Die rekordverdächtigen zwei Dutzend Dopingfälle unter dem Verbandspräsidenten Hasan Akkus zeigen systematisches Doping beim türkischen Hebernachwuchs an: Der Großteil wurde im letzten Dezember, bei und nach den U23-Europameisterschaften detektiert, Stanozolol-Fälle allesamt. Zu den Hintergründen ist bis heute nichts bekannt. Der altgediente Funktionär Akkus ließ auch gar keine Aufklärungsabsichten erkennen, er trat lieber eilig mitsamt seinem Präsidium zurück. Kuriose Begründung: „Wo Doping ist, da sind wir nicht.“ Akkus, muss man hinzufügen, steht auch der Medizinischen Kommission der IWF vor. 2011 spielte er in Istanbul den Gastgeber für die so genannte „IWF-Welt-Antidoping-Konferenz“ – eine Veranstaltung, für die Aján 250.000 Dollar verausgabte, nach Auffassung seiner Gegner (die vergeblich protestierten) aber bloß eine Beruhigungspille fürs Publikum, weil der Präsident öffentlich unter Druck geraten war in der Dopingfrage.

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Der CONCACAF-Bericht zu den Millionengaunern und FIFA-Ehrenmännern Chuck Blazer und Jack Warner

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Das Integrity Committee der nordamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation CONCACAF hat seinen Bericht zu einigen Verfehlungen der Ganoven Jack Warner (Präsident von 1990-2011) und Chuck Blazer (Generalsekretär von 1990-2011) vorgelegt.

Lesebefehl!

Wenn ich richtig informiert bin, dann gelten die Millionenbetrüger noch als FIFA-Ehrenmänner und erhalten eine fürstliche Pension aus Zürich.

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Match-Fixing und der Sport: Dämonen in Schlüsselpositionen

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In der Diskussion über den Sport und die Wettmafia werden die Korruption und Verbrechen begünstigenden Strukturprobleme der Sportbranche und ihrer Funktionäre vernachlässigt.

[Ich habe für die Themenseite im Politikteil der Basler Zeitung eine Betrachtung zum Sportgeschäft und dem Wettbetrug geschrieben. Habe nicht zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass mit der mediale Aufschrei immer etwas zu laut ist und es mir an Analyse fehlt, wenn über den Zugriff der Wettmafia berichtet wird. Denn das Sportgeschäft ist in weiten Teilen quasi mitschuldig an der Situation, weil die intransparenten, teils vorsintflutlichen Strukturen jedwede unsauberen Machenschaften begünstigen. Gewiss gibt es da beträchtliche Unterschiede etwa zwischen den herkömmlich als Verein notierten Weltverbänden und moderneren Unternehmen, wie etwa der DFL. Selbst zwischen DFL und DFB. Derlei Unterschiede müssten sauberer heraus gearbeitet werden – ich konzentriere mich mit ein paar Gedanken wie immer mehr auf den olympischen Sport, also das IOC und die 35 olympischen Weltverbände. Habe noch nicht mal die vielen hochrangigen Funktionäre erwähnt, die selbst im Glücksspiel- und Sportwettengeschäft tätig sind. Es ist eine Anregung, kann man alles besser ausarbeiten, wie immer, aber gewiss genug Stoff für eine sinnvolle Diskussion.]

Die Aufregung war groß, als die Europäische Kriminalbehörde Europol vorvergangene Woche alarmierende Zahlen zum globalen Wettbetrug im Fußballbusiness präsentierte. Von 680 verschobenen Spielen weltweit, 425 verdächtigen Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären und vom „größten Betrug aller Zeiten“ war die Rede. Dabei hatte Europol-Direktor Rob Wainwright, der stets Kameras und Blitzlichter sucht, doch munter alte und neue Zahlen, aufgeklärte und unaufgeklärte Fälle vermengt – und Ermittler in aller Welt damit verärgert. Der Sinn dieser PR-Nummer erschloss sich nicht vollends. Die Sinnhaftigkeit eines koordinierten Kampfes gegen die Wettmafia ist aber gegeben, und zwar auf allen Ebenen.

Ja, die Wettpaten – ob nun aus Singapur, Thailand, China oder Südosteuropa –, sind eine Gefahr. Ja, die Welt ist klein geworden, moderne Kommunikationsmittel erleichtern Großganoven das Abkassieren. Nur: Das alles ist nicht neu. Das weiß man seit vielen Jahren. Das weiß man aus zahlreichen Prozessen, ob nun in Bochum oder im vergangenen Jahr in Bellinzona. Jenseits der Aufgeregtheiten des Tagesgeschäfts empfiehlt sich deshalb eine Analyse der Lage. Und die sollte mit zwei grundsätzlichen Beobachtungen beginnen.

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Olympia 2022 in Graubünden: Paradies für Geber und Nehmer

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Ich habe für einen Olympia-Schwerpunkt der Tageswoche (Basel) einen Text zu den Olympiachancen der Bewerbung von Graubünden 2022 gedichtet:

Man muss kein Olympiafan sein, um die Frage nach den Chancen der Bewerbung Graubündens für die Olympischen Winterspiele 2022 optimistisch zu beantworten: Die Aussichten sind hervorragend.

Diese Einschätzung ergibt sich allein schon aus der Konkurrenz-Situation. Außer einem Interesse in der Ukraine und relativ vage Überlegungen in München und Oslo, die aus verschiedenen Gründen meilenweit hinter der Offerte von Davos und St. Moritz respektive der Sport-Dachorganisation Swiss Olympic hinterherhinken, steht derzeit kein Konkurrent bereit. Wenn also die Bündener im März bei der Volksabstimmung für Olympia votieren und im Sommer der Bundesrat das Projekt absegnen sollte, wäre Graubünden mit der Host City St. Moritz Favorit. Die Winterspiele könnten nach 1928 und 1948 zum dritten Mal in der Eidgenossenschaft ausgetragen werden. Die Entscheidung darüber fällt schlussendlich die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur.

Dies ist die rein sportpolitische Einschätzung, die andere Parameter für einen Moment vernachlässigt: Etwa die zurecht hart geführte Diskussion über ausufernde Kosten, olympische Intransparenz, Gigantismus und Nachhaltigkeit eines solchen Mega Events. (…)

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Die Bankrotterklärung (II): “Doping in Deutschland”

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FRANKFURT (ODER). Habe die Überschrift des vorgestrigen Beitrages übernommen und durchnummeriert. Sitze im Senatssaal der Viadrina im Frankfurt an der polnischen Grenze.

Erster Vortrag von RA Prof. Dr. Johannes Weberling, Leiter der Arbeitsgruppe Aufarbeitung und Recht, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder):

Rechtsprobleme gesamtdeutscher Aufarbeitung

Sehr kompliziert und ohne Schriftsatz nicht adäquat wiederzugeben. Doch sein Fazit zum Thema Datenschutz/Persönlichkeitsrecht etc. ist klar:

Die rechtlichen Grundlagen für eine Aufarbeitung sind jedenfalls vorhanden, im Gegensatz zu anderen Informationen. Wer sie nicht zur Kenntnis nimmt oder nicht nutzt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er an einer umfassenden Aufarbeitung interessiert ist.

Das geht an BISp, BMI, DOSB, Sportverbände etc pp

Die erste Viertelstunde, die ich hier verfolge, ist bereits gehaltvoller als die fünf Stunden vorgestern in Berlin.

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Antidopingberichte 2011: Alles paletti! „Ohne Hinweise entlastet“!

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Nichts als Routine im Sportausschuss des Deutsches Bundestages: die Antidopingberichte der Sportverbände stehen auf der Agenda. Wie schon im letzten Jahr (wie eigentlich immer) hat das zuständige Bundesverwaltungsamt dem Sport auch für den Prüfungszeitraum 2011 einen Persilschein ausgestellt: Demnach habe kein einziger Verband so gegen die Antidoping-Auflagen verstoßen, dass die Rückforderung von Steuermitteln gerechtfertigt wäre. […]

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Romário warns of Hickey ‚influence peddling‘ in Rio

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Football legend Romário, the great striker turned politician, sickened by Olympic ticket scandals, has launched a blistering campaign to force the International Olympic Committee to share control of the sale of tickets for the 2016 Rio Games.

The socialist Congressman last week fired off formal requests for Olympic officials to testify to a Brazilian congressional committee. Romário’s first target is veteran IOC member Patrick Hickey, a member of the IOC’s Rio Co-ordinating commission who will be intimately involved in supervising ticketing plans.

Hickey, president of the Olympic Committee of Ireland, is in the unenviable position of having to explain how his son Stephen came to be on the payroll of the company that acquired a significant slice of Ireland’s allocation of tickets for the London Olympics. There are also questions still to be answered about Hickey’s knowledge of the bribes paid to win the 2002 Olympics for Salt Lake City.

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Münchens Olympiabewerbung 2022 vs Privatinteressen von Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP)

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Die Chancen Münchens, gemeinsam mit Partnergemeinden (etwa Ruhpolding, Garmisch-Partenkirchen) die Olympischen Winterspiele 2022 auszurichten, würden eigentlich ganz gut stehen.

Wenn da nicht einige Partikularinteressen zu berücksichtigen wären.

Oder besser: wenn da nicht einige Privatinteressen über anderen stehen würden.

Privatinteressen verfolgen zum Beispiel die Bewerbungschefs der 2018er Offerte Christian Ude (SPD) und Thomas Bach (FDP).

Ude, derzeit Oberbürgermeister von München, will im September 2013 Ministerpräsident des Freistaates Bayern werden.
Bach, derzeit Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), will im September 2013 Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden.
Und deshalb sind die beiden Sportkameraden seit Juli 2011, als München im Wettbewerb um die Winterspiele 2018 gegen PyeongChang verlor, quasi wortbrüchig geworden.

Bis dahin hatten sie jahrelang behauptet, die Münchner Bewerbung, ohnehin grandios und unübertroffen, sei langfristig angelegt – also auch für spätere Olympische Winterspiele.

Für 2022 zum Beispiel.

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