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64. FIFA-Kongress in São Paulo: „We will have interplanetary competitions!“

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Nebenher einige Notizen zum FIFA-Kongress in São Paulo. Gerade spricht Joseph Stalin Blatter. Wüsste ich es nicht besser, liefe ich Gefahr, einige seiner ersten Sätze als kritisch einzuschätzen.

Der Youtube-Kanal lässt sich leider nicht einbinden, vielleicht funktioniert das anderswo, nicht in meinem Blog.

Ooops, wie oft hat Sepp schon Disziplin, Respekt und Fairplay gesagt?

Bullshit-Counter?

Er hat es wirklich gesagt: Eines Tages „we will have interplanetary competitions“.

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Beckenbauer, Bin Hammam, Chung: Investoren, Schiffstaufen und andere FIFA-Kontakte

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Es lohnt sich natürlich auch diese Woche, die zahlreichen Enthüllungsgeschichten der Sunday Times-Reporter Heidi Blake und Jonathan Calvert zu lesen. Und es ist sogar sehr billig, denn ein Probe-Abo kann man bereits für 1 Pfund abschließen, habe ich vergangenen Sonntag getan.

Diesmal taucht also der Name des Heiligen Franz auf, Kaiser des Deutschen Fußballreiches, Partner von Sky, Axel Springer und anderen Medien (dpa wird vom Beckenbauer-Management noch immer als Partner des Camp Beckenbauer geführt). Erste Details dazu wurden gestern bereits in einer Geschichte des SPIEGEL erwähnt. Hier weitere Hintergründe, wie gewohnt, ein überarbeiteter, erweiterter und mit Links und anderem angereicherter Text meiner Version, die auf Spiegel Online erschien (Fährt ein Kaiser zum Emir).

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Andrew Jennings erklärt auf Unscriptd die FIFA, Buzzfeed über Mr. Ten Percent Chuck Blazer

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Er ist ziemlich unschlagbar darin, die FIFA-Familie zu beschreiben: Andrew Jennings at his best – sechs kurze Folgen, produziert von Unscriptd. Toll aufgemacht, toll produziert, wie ich finde. Macht Lust auf mehr – und auf eine deutsche Kopie.

Anschauen, zuhören, genießen, gerade jetzt, da die Propaganda überhand nimmt und Sepp Godfather Blatter versucht, seine Haut zu retten.

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Bin Hammam zahlt eine Million an Jack Warners Reinigungsfirma #Katar2022

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Eine putzige und wichtige Enthüllung hat der Londoner Telegraph veröffentlicht. Mit Kontoauszügen und anderen Dokumenten können Geldtransfers des gewesenen Blatter-Freundes und einst mächtigen FIFA-Funktionärs Mohamed Bin Hammam an den gewesenen Blatter-Freund und einst mächtigen FIFA-Funktionär Jack Austin Warner belegt werden.

Insgesamt rund zwei Millionen US-Dollar für „legal and other expenses“ und „professional services“.

Hübsch.

Vor allem auch, weil ein Teil des Geldes an Warners Reinigungsfirma (oder Geldwäschefirma oder was auch immer) Jamal Limited ging.

Mit im Spiel, natürlich, Jacks Söhne Daryan und Daryl, die sich noch immer in Miami aufhalten und Kronzeugen des FBI sind.

Die Annäherungsversuche der Telegraph-Reporterin erinnern an die kongenialen Reportagen von Andrew Jennings für seine Panorama-Sendungen in der BBC.

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Jérôme Champagne will FIFA-Präsident und Nachfolger seines langjährigen Chefs Joseph Blatter werden

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Erster Unterstützer: Pelé

Erster Unterstützer: Pelé. Foto: www.jeromechampagne2015.com

Wie erwartet hat Jérôme Champagne soeben auf einer Pressekonferenz in London seine Kandidatur für die Präsidentschaft in der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) bekannt gegeben.

Seine offenen Briefe und Programme an die sehr spezielle FIFA-Familie wurden in den vergangenen Jahren hier veröffentlicht.

Ich werde im Laufe des Nachmittages einiges notieren.

13.42 Uhr: Seine Webseite ist online.

Das Bewerbungsschreiben.

17.43 Uhr: Mein stark erweiterter Diskussionsbeitrag (gegenüber der Kurzvariante auf Spiegel Online):

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Der 55 Jahre alte Franzose Jérôme Champagne will 2015 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA werden. High Noon, um zwölf Uhr mittags, gab Champagne in London wie erwartet seine Kandidatur bekannt und präsentierte auf seiner Webseite, seit 13.30 Uhr MEZ online, den ersten prominenten Unterstützer: die Fußball-Legende Pelé. „Dieser Wettbewerb ist wie eine Weltmeisterschaft“, sagte Pelé. Er wünsche Champagne dafür alles Glück. Champagne sei der richtige Mann, um die FIFA zu führen.

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Serienlügner Jérôme Valcke sagt: die Fußball-WM 2022 in Katar wird in den Winter verschoben. Einen Beschluss dazu gibt es nicht.

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Tja, da muss die Arbeit am Buch leider wieder unterbrochen werden.

Die Fußball-WM 2022 in Katar wird verschoben – in den Winter. Sagt FIFA-Generalsekretär und Serienlügner Jérôme Valcke in einem Radiointerview.

Dafür gibt es, bisher, noch keinen Beschluss des FIFA-Exekutivkomitees. Es widerspricht auch den Versprechen von Blatter & Co aus den vergangenen Monaten. Wollte man nicht „Ermittlungen“ des fürstlich bezahlten Ethik-Ermittlers Michael Garcia zu vermeintlicher Katar-Korruption abwarten?

Ein weiteres Manöver.

Eine Unwahrheit mehr?

Nach dem Interview von Valcke glühen nun die Telefondrähte. Denke mal, es wird in Kürze eine FIFA-Erklärung geben. Valcke ist gewiss in Absprache mit Blatter vorgeprescht. Für beide steht viel auf dem Spiel.

(Zunächst dachte ich: Hoax.)

Absurd.

Stay tuned.

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Der Sport im Koalitionsvertrag von CDU/CSU/SPD: „möglichst flächendeckende Einführung von Good Governance Standards“ und andere Rätsel

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Naturgemäß spielt der Sport eine untergeordnete Rolle, wenn ein politisches Machtbündnis in einen Koalitionsvertrag (pdf) gegossen wird. Voraussetzung für Inhalte wären ja zunächst überzeugende sportpolitische Konzepte.

Den Bundes-Sportpolitikern der Union traue ich nicht zu, die Vokabel Konzept fehlerfrei zu buchstabieren und an diesem komischen K-Dingens interessiert zu sein. Sie haben den Sportausschuss zum Grüßausschuss verkommen lassen, überflüssig gemacht und sinnvolle sportpolitische Ansätze aus anderen Fraktionen in der Regel boykottiert.

Das ist alles umfangreich beschrieben und belegt. Die Initiativen zu einem Gesetz gegen Doping und Sportbetrug, das den Namen wirklich verdient, kamen aus den Ländern, vor allem von Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU), die nie locker gelassen hat. Etliche Dokumente dazu und der Verlauf der Diskussion in diesem Jahr sind in diesem Beitrag und den Kommentaren verlinkt. Ihr erster Entwurf eines so genannten Sportschutzgesetzes ist nun schon vier Jahre alt.

Hier also die wenigen Passagen aus dem Koalitionsvertrag zum Sport. Präzise betrachtet geht es auf den 185 Seiten auf einer Seite wirklich um den Sport, die gemäß DOSB-Propaganda „größte Bürgerbewegung Deutschlands“ (der Begriff fehlt im Vertrag nicht). Beim ersten Überfliegen sage ich: man legt sich nicht fest.

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Projekt 18? #IOC-countdown8

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FDP-Wahlplakat 2002

FDP-Wahlplakat 2002

BUENOS AIRES. Nach erster durchwachter Nacht beginnt der Tag doch mit einem Lächeln.

Lese gerade von einer Umfrage, die dpa zu den Lebenskrönungaussichten des FDP-Mitglieds Thomas Bach in Auftrag gegeben hat. Da heißt es:

Der Glaube an eine Wahl von Thomas Bach zum ersten deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ist unter den Deutschen nicht besonders ausgeprägt. Nur 18 Prozent erwarten, dass der Präsident des Olympischen Sportbundes am 10. September beim IOC-Kongress in Buenos Aires die Nachfolge von Jacques Rogge antreten kann. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa.“

Dazu fiel mir sofort das Zwischenergebnis unserer Expertenumfrage hier ein.

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IOC-Countdown (21): Bin ich käuflich?

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Auf Top-Level-Ebene des IOC geht ein herrliches Gerücht herum, wie mir gerade zugetragen wird.

Man erzählt sich, das UDIOCM wolle mich kaufen.

Oh, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Mir hat es noch gar nichts gesagt.

Dabei bin ich natürlich käuflich, habe meinen Preis öffentlich gemacht und sogar als Sonderangebot kommuniziertDort kann man mich kaufen – und einiges mehr.

Greifen Sie zu!

Wer mich nicht kaufen und/oder sich nicht am Buchprojekt beteiligen will, der kann sich im Wahllokal austoben:

Who should become the 9th IOC president? - Wer soll am 10. September 2013 in Buenos Aires IOC-Präsident werden?

  • Der Stabhochspringer: Sergej Bubka (Ukraine)

    40.4%

  • Der Ruderer: Denis Oswald (Schweiz)

    18.7%

  • Der Lobbyist: Thomas Bach (FDP)

    18.6%

  • Der Segler: Ser Miang Ng (Singapur)

    8.6%

  • Der Banker: Richard Carrión (Puerto Rico)

    8.4%

  • Der Architekt: Ching-Kuo Wu (Taiwan)

    5.2%

Lade Umfragedaten…

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Masters of the IOC universe: Putin, Gazprom, oligarchs and sheikhs

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The so-called Olympic movement has showed a surprisingly strong interest in the first part of the report on the presidential race in the International Olympic Committee (IOC). The acronym ABB seems to have electrified people. It stands for “Anyone But Bach” – referring to the clear favorite among the six contenders for the IOC Presidency, the German Thomas Bach.

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mmm

On April 21st this year, most senior IOC officials met in Tianjin, northern part of China. On this day, the „Juan Antonio Samaranch Memorial Museum“ was opened, planned by the architect Ching-Kuo Wuo (Taiwan), another one of the six presidential candidates. At this occasion a conspiratorial-sounding abbreviation was used for the first time. ABT: „Anything but Thomas“. Sometime in May it changed to ABB.

Of course, the five challengers of Thomas Bach discreetly promote the ABB story among their peers. But one of them, Ser Miang Ng from Singapore, currently thought to be number two or three in the presidential race, now argues more offensively with a historical fact:

There have been eight presidents in IOC history. Seven from Europe, one from the U.S. – but none from the biggest and most populous continent. None from Asia.

So perhaps the ABB will be replaced by an ABE: From anywhere but Europe?

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Batallón Olimpia oder: Joint Venture des Sports mit Vordemokraten und Diktatoren

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Eher als Notiz zwischendurch, ein um einen Absatz, der nicht in die Zeitungen gepasst hat, leicht ergänzter Leitartikel, der in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau erschienen ist. Nichts weiter als ein Anriss der Thematik.

Vor ein paar Wochen hat sich Jérôme Valcke verplappert. Zu viel Demokratie sei im weltumspannenden Sportbusiness hinderlich. Da ließen sich Mega-Events nur schwer realisieren, sagte der Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes FIFA. In Diktaturen läuft das Geschäft besser.

Nicht wie in Brasilien, wo Millionen Menschen auf die Straße gingen, auch um gegen Korruption und Geldverschwendung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 zu demonstrieren – und natürlich gegen die FIFA. Dass Valcke mit dem korruptesten aller korrupten Fußballfunktionäre eng befreundet ist, mit dem im US-Exil lebenden Brasilianer Ricardo Teixeira, gegen dessen Drecksgeschäfte die Brasilianer ebenfalls protestierten, soll hier nicht weiter thematisiert werden.

Valcke ist als FIFA-General für Milliardenprojekte verantwortlich: für derzeit drei Weltmeisterschaften, eine absurd teurer als die andere. 2014 in Brasilien, 2018 in Russland, 2022 in Katar. Bis zum nächsten Wochenende richtet die FIFA zudem eine Nachwuchs-WM in der Türkei aus, einem anderen Brennpunkt demokratischen Aufbegehrens, mit dem Finale in: Istanbul. Zwei dieser Länder, Brasilien und Russland, tragen demnächst Olympische Spiele aus. Das winzige, aber steinreiche Katar wird mit seiner Hauptstadt Doha spätestens 2028 Gastgeber von Sommerspielen sein. Dies nur, um die Kompetenz Valckes zu belegen.

Gehen wir doch lieber in Diktaturen, hat Valcke eigentlich gemeint, da haben wir unsere Ruhe. So denken noch immer mächtige Sportfunktionäre.

Man kann da durchaus mit dem Holzhammer argumentieren und 1936 erwähnen. Damals ließ Adolf Hitler in Berlin seine Olympischen Propagandaspiele austragen, die Nazi Olympics. Olympia verdankt den Nazis vieles, unter anderem den Fackellauf. Leni Riefenstahls zweiteiliger Olympiafilm wurde von Joseph Goebbels finanziert. Es klappte alles wie am Schnürchen in Berlin. Und während in der Stadt die Jugend der Welt um Medaillen wetteiferte, transpirierten vor den Toren der Metropole im Hochsommer einige tausend Menschen, die damit begannen, das Konzentrationslager Sachsenhausen zu errichten.

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