[ Tag korruption7]

Was vom Tage übrig bleibt (84): FIFA, Warner, Jennings, Jauch, Oliver …

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Fundstücke, Kurzkritiken, Lobeshymnen, Verrisse und Lesebefehle – aktuelle Notizen vom Tage. Freue mich über jede Ergänzung und Mitwirkung.

(1) Am jüngsten Video des Blatter-Stimmenbeschaffers und FIFA-Ganoven Jack Warner ist vieles lustig. Auch das:

(2) Ich beneide Peter Ahrens absolut nicht, die von der Jauch-Redaktion produzierte Inhaltsleere in Worte zu fassen. Er war sehr zahm, der Frühkritiker auf Spiegel Online, und gewiss auch ziemlich klug, es so sachlich und vorsichtig zu skizzieren.

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FIFA-Nachbereitung

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ZÜRICH. Hatte gerade auf dem Flughafen noch ein wenig Zeit, die Kommentare zu jenen Elaboraten zu überfliegen, die von mir zuletzt auf Spiegel Online verfasst wurden. Recht haben die Idioten, ich bin (alles Zitate):

  • ein Teenager
  • eine journalistische VollNULL
  • ein Nichtsmerker
  • ein kleines Journalistenlicht
  • Teil einer Spezies die mit Unvermögen glänzt
  • trunken vom Sieg über Theo Zwanziger
  • ein Herumschwadronierer

Zudem:

  • Weinreich möchte das aus Kolonialzeiten oder dem kaiserlichen Drei-Klassen-Wahlrecht stammende Abstimmungsverhalten bei der FIFA neu beleben. Das hat einen deutlich rassistischen Unterton

Gefällt mir.

Ich werde heute von zu Hause ein bisschen bloggen, muss aber nach meiner Rückkehr zunächst mal Fußball spielen. was mich vor allem interessiert, ich hoffe, da kann jemand helfen:

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live aus Zürich: FIFA-Krönungsmesse für Kim Il-Blatter

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ZÜRICH. Bevor es in eine kurze Nachtpause geht, mache ich schon mal den Beitrag für heute auf. Zum vierten Mal wird der Blatter Sepp heute im Amt als Jesus-Moses-Mandela-Churchill-Martin-Luther-King-Mutter-Teresa des Weltfußballs bestätigt. Mit all diesen Personen hatte ihn kürzlich der Verbandschef der DomRep verglichen, der heute natürlich auch wieder für Blatter stimmt. 1998 gewann er gegen Lennart Johansson, 2002 gegen Issa Hayatou, 2007 wurde er per Akklamation bestätigt, 2011 wurde ohne Gegenkandidaten, nun ja, gewählt. 2015 verliert Prinz Ali aus Jordanien gegen Blatter. Für den Prinzen endet damit auch die vierjährige Amtszeit im FIFA-Exekutivkomitee. Nachdem des Prinzen Schwester Haya, Zweitfrau des Herrschers Makhtoum von Dubai, der mich freundlicher Weise mal zum Frühstück geladen hatte, vor einem halben Jahr als Präsidentin des Reiter-Weltverbandes FEI zurücktrat und damit auch die ex officio IOC-Mitgliedschaft verlor, bleibt aus der jordanischen Königsfamilie nur noch Prinz Feisal in hohen Ämtern – als IOC-Mitglied noch einige Jahrzehnte.

Aber ich schweife ab, wie so oft. Es ist ja auch eine eigenartige Welt, die wir gemeinsam da beobachten.

* * *

Kaufen, Leute, und Journalismus finanzieren. Wer gute Geschichten und ein bisschen Analyse will, kann was dafür tun:

Das Ebook “2022” soll ein kleines Handbuch zur FIFA-Korruption werden. Mit Namensregister, Zeitstrahl, Dokumenten und vielen Links. (Verspätet) ab Ende Juni, danach bis Ende des Jahres monatlich aktualisiert und erweitert. Das Nachschlagewerk für das Smartphone. Ähnlich wie “Macht, Moneten, Marionetten”.

2022

Alles was derzeit passiert und uns den Atem raubt, wird darin auftauchen und dem Versuch einer Analyse und Einordnung unterzogen. Selbstverständlich. Oder hat jemand die 281 Seiten Anklageschriften aus den USA schon studiert, die das Justice Department gemeinsam mit FBI und IRS veröffentlichte? Hochspannend. Je mehr es kaufen, desto besser wird es, klare Kiste, Recherche kostet, jeder Leser kann etwas beisteuern.

* * *

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live aus Zürich: Götterdämmerung im Home of FIFA

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ZÜRICH. Moin moin. Und sie dreht sich noch, die Welt des Joseph Blatter. Noch. Doch seit gestern ist vieles anders. Dieser 27. Mai 2015 war ein historischer Tag. Seit gestern dürfen sich korrupte Funktionäre, und davon gibt es im Weltsport ja noch einige Tausendschaften mehr als jene 14, gegen die Anklage erhoben wird inklusive jener sieben, die im Baur au Lac verhaftet wurden, seit gestern dürfen sich diese Typen in der Schweiz nicht mehr sicher fühlen. Dazu habe ich ein wenig gedichtet, u.a. hier auf SpOn.

Ich denke, es ist völlig offen, ob am Freitag auf dem FIFA-Kongress gewählt wird.

Auch heute werde ich das Blog tagsüber, zwischen vielen Terminen und der Produktion, als Notizblock nutzen, gewiss ausführlicher als gestern. Zunächst nochmal der Hinweis auf ein Projekt, an dem ich seit einiger Zeit arbeite und das schon wieder fünf Monate verspätet ist, allerdings bleibt es brandaktuell, wie die Welt gestern wieder begutachten konnte: Das Ebook “2022” soll ein kleines Handbuch zur FIFA-Korruption werden. Mit Namensregister, Zeitstrahl, Dokumenten und vielen Links. Ich werde das Büchlein bis ans Jahresende monatlich aktualisieren – wer bisher vergeblich drauf gewartet hat, bekommt dafür Vergünstigungen, die sich nicht mit denen messen lassen, die in der FIFA normalerweise gewährt werden, die aber von Herzen kommen.

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live aus Zürich: Razzia im FIFA-Hotel Baur au Lac #FIFAcorruption #Russland2018 #Katar2022

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ZÜRICH. Und schon wieder werden sämtliche Planungen über den Haufen geworfen. Wie wunderbar! Heute morgen wurden FIFA-Offizielle im Nobelhotel Bau au Lac festgenommen, in einer der FIFA-Absteigen hier in Zürich. Die New York Times wusste das, Dank traditionell guter Kontakte zu den Law Enforcement Agencies, offenbar vorab:

Dass das FBI ermittelt, wissen wir Dank Andrew Jennings seit einigen Jahren. Ausgangspunkt waren die Drecksgeschäfte des langjährigen FIFA-Vorstands und CONCACAF-Generalsekretärs Chuck Blazer.

Es wird spannend in dieser Kongresswoche. Wer hätte das gedacht. Nicht dass der ewige Sepp doch noch Schwierigkeiten bekommt. Sein Liebling Jeffrey Webb, der Banker von den Caymans, soll zu den Festgenommenen zählen. Die NYT nennt auch Uruguays Eugenio Figueredo, den ich gestern Abend noch an der Bar gesehen habe.

Stay tuned.

Pressekonferenz in NYC heute Nachmittag. Etliche FIFA-Termine hier.

Ich bin unterwegs in der FIFA-Stadt, werde in einigen Medien berichten und hier immer mal Notizen von der Front hinterlassen.

Viel Vergnügen.

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Katar und die Handballreporter: das große Dankeschön

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Everything was good! Really perfect! Very special! A new level! Good service! No problems! You can feel how they take care about us! From every single aspect this is the best championship I ever have been! Amazing! Spectacular!

War alles fantastisch jüngst bei der von Katar gekauften Handball-WM, zu der auch (mindestens) 680 Journalisten eingekauft worden sind.

Das vom WM-Organisationskomitee soeben veröffentlichte Video belegt die Symbiose von VIP-Treatment und journalistischer Zufriedenheit. Katar und der Emir und die Sportbegeisterung … sind … kurzum: ein journalistischer Traum.

Ich hatte mich im Januar so dazu geäußert:

Einige der von Katar finanzierten Journalisten hatten zwar nach der WM Erklärungen angekündigt, verzichteten aber (wenig überraschend) darauf.

Hier geht’s zum Video des Organisationskomitees …

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Boris Jefimowitsch Nemzow (†)

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Boris Nemtzow wurde vor etwa zwei Stunden in Moskau in der Nähe des Kreml erschossen. Der Sohn Sotschis hat u.a. die wahren Kosten für die Olympischen Winterspiele 2014 aufgeschlüsselt. Dazu zählen auch jene Milliarden, die enge Freunde Wladimir Putins (wie Wladimir Jakunin und Arkadi Rotenberg aus der Osero-Kooperative in St. Petersburg) abgezockt haben.

Erst vor wenigen Tagen hat Nemtzow erklärt, er fürchte, Putin werde seinen Mord befehlen.

RIP!

Ich halte es für wahrscheinlich, dass Personen, die in diesem Bericht genannt werden, hinter Nemtzows Tod stehen.

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Don Mario Vázquez Raña (†)

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Foto: PASO

Don Mario Vázquez Raña (Foto: PASO)

Da ist es nur noch einer aus dem einst so mächtigen Latino-Quartett, das den olympischen Weltsport ein Vierteljahrhundert beherrschte und viel länger prägte. Nach Primo Nebiolo († 1999) und Juan Antonio Samaranch († 2010) starb Don Mario Vázquez Raña am Sonntagmittag in Mexico City. Er wurde 82 Jahre alt, hinterlässt eine Frau, fünf Kinder, zahlreiche Enkel und eine große olympische Geschichte.

Don Mario, Medien-Tycoon, ein líder del olimpismo, ein Freund Fidel Castros. Ein Vertrauensmann der IOC-Präsidenten Samaranch und Jacques Rogge. Und einst auch ein Partner von Horst Dassler.

Bleibt Jean-Marie Faustin Goedefroid de Havelange, João genannt, der am 8. Mai seinen 99. Geburtstag feiert und im kommenden Jahr als 100-Jähriger die Olympischen Spiele in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro erleben will.

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Handball: IHF and Qatar ruin the big event

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Former chair of the IHF Playing Rules and Referees (PRC) Commission, Christer Ahl, takes the IHF and Qatar to task for inconsistent officiating and unfair advantages for the host nation.

(JW says: Christer Ahl has been the chairman of the IHF’s PRC for many years. Christer became a whistleblower in 2008 after the corruption and match fixing/refereeing scandal at Asia’s qualification tournaments for the Beijing Olympics. As it is good tradition in olympic sports Christer, the whistleblower, was punished by IHF pharaoh Hassan Moustafa and the powerful IOC member, OCA president and real handball boss Sheikh Ahmad Al-Sabah. Christer lost his job in 2009 when IHF elections were manipulated.)

This should have been the exciting, biennial competition, where all the focus would be on the star players and the entertainment and excitement they are able to offer. There would be an expectation of fair play and evenhanded refereeing, in the spirit of ‘let the best team win!’ But this time, the IHF and the Qatari host conspired in various ways, so that the focus instead was on the mercenaries of what purported to be a Qatari national team, the many advantages they obtained, and the totally inconsistent refereeing which often was the deciding factor in key games.

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