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Bernd-Uwe Hildebrandt

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Kollegenlob muss auch mal sein. Die bisher beste Geschichte über den Magdeburger Kriminalfall Bernd-Uwe Hildebrandt, einen einfallsreichen Multifunktionär, steht heute in der Süddeutschen Zeitung. Claudio Catuogno berichtet über den „König der Fördertöpfe“, also über Schülertransporte für tote Wildschweine, über zigarrenverschlingende Athleten und einen Mann, der mitunter in zehn Funktionen gleichzeitig verhandelt – mit sich selbst, versteht sich. […]

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Richard Pound

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Ich gebe ja zu, Richard Pound, scheidender Präsident der Weltantidopingagentur (Wada), ist so etwas wie mein Lieblings-Sportfunktionär. Gerade habe ich eine kleine Hymne („Schöpfer im Chaos“) auf seine Arbeit als Wada-Chef verfasst, die ich wirklich sehr erstaunlich finde. Die Arbeit natürlich, nicht die schnell runter geschriebene Hymne. Manch einen wird derartige Schwärmerei erstaunen, weil ich […]

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Play the Game

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Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímson hat am Sonntag in Reykjavik die Weltkonferenz Play the Game eröffnet. Play the Game – Motto: „home for the homeless questions in sport“ – wurde vom dänischen Journalisten Jens Sejer Andersen initiiert und findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt, erstmals außerhalb Dänemarks. Traditionell werden bei Play the Game […]

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Die Botschaft der Blockabstimmung

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Es war die siebte IOC-Vollversammlung, die Jacques Rogge als Präsident leitete, und es war für ihn persönlich die erfolgreichste. Er hat in der vergangenen Woche in Guatemala seine Idee der Olympischen Jugendspiele durchgepeitscht, er hat 27 IOC-Mitglieder problemlos im Amt bestätigt, vier neue Mitglieder ins Gremium lanciert, seinem Exekutivkomitee nie da gewesene Vollmachten für das Olympische Programm zugeschustert, und am letzten Tag durfte er sich auch noch über die Wahl seines Vertrauten Gerhard Heiberg (Norwegen) ins IOC-Exekutivkomitee freuen. Immerhin besiegte Heiberg mit 49:22 Stimmen sehr deutlich Juan Antonio Samaranch Junior, dessen Vater wenige Tage zuvor die Wahl von Sotschi gedeichselt hatte. Insofern könnte man den Belgier Rogge zum Sieger von Guatemala erklären.

Doch so einfach ist das gar nicht, denn gleichzeitig hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) weiter an Glaubwürdigkeit verloren. Doch der Reihe nach. Natürlich war die Vergabe der Winterspiele 2014 an Sotschi das dominierende Ereignis der 119. IOC-Session. Das IOC hat sich kaufen lassen von einer Allianz aus Wirtschaftsgiganten und hochrangigen Politikern. Rogge will das natürlich nicht zugeben, weshalb er, statt wie gewohnt klar und deutlich zu argumentieren, einen verbalen Eiertanz aufführte. So sprach er in seinem Resümee der Tagungswoche von Guatemala beispielsweise darüber, dass das IOC überprüfen wolle, ob die Anwesenheit von Staats- und Regierungschefs bei der Olympiavergabe in Zukunft erwünscht sei – zuletzt hatten Tony Blair (London 2012) und Wladimir Putin (Sotschi 2014) Olympiasiege errungen. „Das kann Vor- und Nachteile haben“, sagte Rogge.

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Die Spiele unter dem Hammer

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Der Urlaubsort des russischen Präsidenten Wladimir Putin richtet die Olympischen Winterspiele 2014 aus. In Sotschi will Putin mit seinen Oligarchen zwei Dutzend Milliarden Dollar investieren. Die Kameraden werden prächtig verdienen. Ein paar Brosamen fallen auch ab für den russischen Sport, moderne Anlagen und Trainingszentren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird ebenfalls profitieren. Denn schon im Herbst könnte, auf Geheiß Putins, der dubiose Energieriese Gazprom zu den IOC-Sponsoren gehören. Wahrscheinlich für den doppelten Preis des bisher auf dem Markt Üblichen. So ist das mit den Spielen.

Die Entscheidung für Sotschi ist ein katastrophales Zeichen. Es ist die Kapitulation vor der ungezügelten Macht des Geldes. Es ist ein Sieg der Oligarchen. Um gleich noch etwas klarzustellen: Hier schreibt kein Romantiker, niemand, der meint, Kommerzialisierung sei per se zu verdammen. Nein, ach Gottchen. Es geht um etwas anderes, um andere altmodische Werte wie Demokratie, Glaubwürdigkeit und korrekte Abrechnungen. Ist dagegen etwas einzuwenden?

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Wettlauf im rechtsfreien Raum

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GUATEMALA-STADT. Endlich hat es einer ausgesprochen. Wenige Stunden vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 sagte der Norweger Gerhard Heiberg, das Bewerbungsprocedere sei „außer Kontrolle“ geraten. Heiberg, Chef der IOC-Marketingkommission, hat Formen der Bestechung ausgemacht. Acht Jahre nach dem Korruptionsskandal, den das Internationale Olympische Komitee nur mit Mühe überlebte, steht man wieder da, wo man schon einmal war.

Diesmal waren es die Bewerber aus Sotschi und Pyeongchang, die mit gigantischem finanziellen Aufwand und urwüchsigen Kombinationen von Staat und Politik um die Spiele buhlten. Für den Wettbewerb um die Sommerspiele 2016 steht Schlimmes zu befürchten. Erstmals sollte es eine Bewerbung vom Persischen Golf geben, und die Scheichs werden kaum zimperlicher sein als KGB-Zar Putin oder südkoreanische Konzerne. Deutsche Olympiainteressenten wie München (Winter 2018), Hamburg und Berlin (Sommer 2020) müssten eigentlich erkennen, dass es unter diesen Bedingungen sinnlos ist, in den wahnwitzigen, intransparenten Kreislauf der Geldvernichtung einzusteigen.

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Sepp – im Banne der Dämonen

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Selten so gelacht: Es freuen sich der Fifa-Präsident Blatter (links) und sein erster Vizepräsident (Don) Julio Grondona aus Argentinien. Wieder haben sie eine Wahl gedeichselt – einen Gegenkadidaten für den Fifa-Chef gab es nicht. Immer wieder Blatter. Der Sportkamerad, der einst Josef hieß, sich später Joseph nannte und seinem Namen das Initial S. (Sepp) hinzufügte, […]

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