katar 2022

Akute Wahrheits-Allergie im FIFA-Reich des Joseph Blatter

Kommt mir so vor, als hätte ich diese Überschrift schon tausend Mal geschrieben.

Journalisten-Darsteller Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche und Stammgast in deutschen öffentlich-rechtlichen Talkshows, hat sich mal wieder als Stichwortgeber des FIFA-Präsidenten Joseph Blatter betätigt. Co-Stichwortgeber war Walter de Gregorio. Ungefährdet durfte Blatter der kleinen Lesergemeinde der Weltwoche allerlei bizarre Behauptungen auftischen:

[So weit ich sehe, ist das Textlein hinter einer Paywall verschwunden, das ist vielleicht ganz gut so.]

Ich weiß gar nicht, ob de Gregorio noch für den Blick tätig ist, der längst wieder zur Blatter-Liebespostille verkommen ist. Nachdem dort zwischenzeitlich auch solche Doppelseiten zu lesen waren („Das perfekte Verbrechen“), wird im Blick so gedichtet, wie ich es jüngst bereits zitierte:

Blatters Erfolgsrezept ist ein anderes. Was ihn so unwiderstehlich charismatisch macht, sind zwei Dinge: Bescheidenheit und Demut.

Bescheidenheit und Demut. Es sind die einfachen, die banalen Dinge, die sein gewaltiges Charisma ausmachen.

Diesen Geist trägt er ins FIFA-Haus. Der Verband wird zur Familie.

Natürlich weiß auch ich um die Bestechungsvorwürfe in diesem Haus. Doch das ist ein anderes Thema, dessen Hintergründe ich nicht kenne. Deshalb lasse ich die Finger davon.

In diesem Sinne ist gewiss auch das Elaborat der Weltwoche zu verstehen. Denn im Kern geht es doch wohl um diese Behauptung des Patrons aus dem Wallis:

Es gibt keine systematische Korruption in der FIFA. Das ist Unsinn.

Oh.

Flink nochmal die alten Bestechungszahlen aus dem ISL-Komplex, die folgenlos blieben, die neuen kennt man noch nicht:

ISL Schmiergeldbilanz

Ob der Sepp, der gerade ein weiteres Interview lancieren ließ und das FIFA-Image gern aufpolieren würde, schon an Pseudologie leidet? Keine Ahnung, dann wäre dringend ein Besuch beim Arzt seines Vertrauens oder beim Generalstaatsanwalt angebracht. Sagen wir es mal so, vorsichtiger: Die Wahrheitsbeugungen, die Blatter begeht, müssen erst noch gezählt werden.

Zum Beispiel jammert er ja, man würde ihn nicht zum ISL-Komplex fragen. Sepp greint:

Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile.

Oh.

Wie oft ich ihn dazu seit 2001 befragt habe, das zu zählen, würde mich Jahre kosten.

Mensch, Sepp, wir haben das doch sogar beim Bier (Radeberger) besprochen, schon vergessen?

Egal, ich kann mich noch sehr gut an ein echtes Interview erinnern, das wir im Mai 2001 in Zürich geführt haben, und das ihn so mitnahm, dass er eine Pause machen musste. Damals hat er mir, darf man sagen: versprochen?

Ich bin nicht bestechlich. Da können Sie mir beide Hände abhacken.

Was der Sepp so sagt.

Hoffentlich hören sie das nicht in Katar. Nicht dass da noch jemand zum Beil greift.

Mehr möchte ich gar nicht verlinken. Das Blog ist voll von Beispielen, dass Sepp regelmäßig gefragt wurde. Auf Youtube habe ich im Laufe der Zeit auch einiges hochgeladen. Und in meinem Film „The Untouchable“ (Schweden/Dänemark 2004), aus dem sich gerade wieder viele Szenen in der jüngsten Dokumentation des Schweizer Fernsehens finden (wie auch einer meiner Youtube-Clips), spielte das ISL-Thema selbstverständlich eine Rolle.

Bitte mal lesen:

Sepp sagt zum Beispiel:

(…) Es gibt vor allem einen Mann, den Engländer Andrew Jennings, einen besessenen Anti-Blatter-, Anti-Fifa-Journalisten. Er verfolgt mich seit zwölf Jahren. Und er hört nicht auf, gegen mich und die Fifa zu schiessen. Es ist jedoch nicht an mir zu beurteilen, ob seine Berichterstattung einen Einfluss auf den Ausgang der WM-Vergabe hatte.

[Stichworte von Köppel/de Gregorio] Warum gehen Sie nicht gerichtlich gegen die Verunglimpfungen vor?

Es ist systematisch. Das System wirkt über den englischen Kanal hinweg. Im Schlepptau von Jennings schreiben die deutschen Journalisten Jens Weinreich und Thomas Kistner. Dann gibt es ein paar Schweizer, die das kritiklos nachbeten. Was kann man dagegen unternehmen? Ich argumentiere, es gibt Gerichtsentscheide, die Klartext reden, aber die Argumente werden von diesen Kritikern nicht einmal zur Kenntnis genommen. Sie wärmen uralte Vorwürfe auf und wiederholen sie. Doch die Vorwürfe stimmen nicht. Die jüngste, glasklare Wahl der WM-Orte hat aufgezeigt, wie sehr sich diese extreme Fifa-Kritik auf dem Holzweg befindet. Ich finde es so kleinlich, was hier geschrieben wird. Ich staune, dass sogar qualitativ anspruchsvolle Verlage das überhaupt noch abdrucken.

[Stichworte von Köppel/de Gregorio] Das Schweizer Fernsehen versuchte kürzlich in einer Dokumentation nachzuweisen, dass in der Fifa bestochen und betrogen wird.

Man stürzt sich auf uralte Kamellen im Zusammenhang mit dem Konkurs der Sportvermarktungsfirma ISL/ISMM. Ich wüsste nicht, was man der Fifa vorwerfen könnte. Nichts, was von juristischer Bedeutung wäre, ist dort geschehen. Die Unseriosität der Angriffe zeigt sich darin, dass man mich gar nicht erst fragt. Die Anti-Fifa-Journalisten sind nicht an der Wahrheit interessiert, sondern an der Fortschreibung ihrer falschen Vorurteile. (…)

Quelle: www.weltwoche.ch

Ganz davon abgesehen, dass mir Blatter offenbar die Honorare nicht gönnt: Die Chuzpe vom Sepp und seinem als Generalsekretär schauspielernden Lügenbaron (diese Bezeichnung trifft für sein Verhalten in der Visa/Mastercard-Sache gewiss zu) Jérôme Valcke sucht schon seinesgleichen. Die Herren drehen nach der Skandal-Entscheidung vom vergangenen Donnerstag völlig ab, bezeichnen die WM-Vergabe als totaltransparent und wähnen sich als Sieger der Geschichte. Als Herren des Universums.

Schaun mer mal.

P.S. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu weit führt, aber den Begriff Lügenbaron würde ich doch flink mal mit einigen Passagen und Links zum Visa-Mastercard-Skandal unterminieren. Warum eigentlich nicht. Denn dieser Fall verdeutlicht doch einmal mehr, dass diesen Typen einfach nicht zu trauen ist. Achtung, Kommentar, Meinungsäußerung, nachfolgend belegt: Sie lügen, dass sich die Balken biegen.

Valcke war damals FIFA-Marketingchef, wurde gefeuert, kam wenige Monate später als Generalsekretär wieder, und der Sepp stellte es doch tatsächlich so dar, als sei Valcke nie gefeuert worden.

Eine feine Analyse dazu gab es mal im Independent:

Im Original liest sich das im ersten Urteil so:

  • FIFA’s negotiators lied repeatedly to MasterCard, including when they assured MasterCard that, consistently with MasterCard’s first right to acquire, FIFA would not sign a deal for the post-2006 sponsorship rights with anyone else unless it could not reach agreement with MasterCard.
  • FIFA’s negotiators lied to VISA when they repeatedly responded to the direct question of whether MasterCard had any incumbency rights by assuring VISA that MasterCard did not.
  • FIFA’s negotiators provided VISA with blow-by-blow descriptions of the status of the FIFA-MasterCard negotiations while concealing from its long-time partner MasterCard both the fact of the FIFA-VISA negotiations as well as the status of those negotiations – an action FIFA’s president admitted would not be “fair play.”
  • FIFA’s marketing director lied to both MasterCard, FIFA’s long-time partner, and to VISA, its negotiating counterparty, to both of which FIFA, under Swiss law, owed a duty of good faith. When, pursuant to his engineering, VISA raised its bid to the same level as MasterCard’s, he declined his subordinates’ suggestion to give MasterCard the opportunity to submit a higher bid based on his concern for his own reputation with the FIFA Board. He also declined his subordinates’ recommendation that he recommend to the FIFA Board that it continue with its prior approval of MasterCard as the post-2006 sponsor. Instead, he told the board it was difficult for him to make a recommendation and never mentioned MasterCard’s first right to acquire the post-2006 sponsorship.
  • On the morning of the first of March 2006 FIFA board meetings and after all three FIFA boards had previously approved MasterCard as the post-2006 sponsor, FIFA’s marketing director called VISA to say that if VISA increased its cash bid by $30 million to the level of MasterCard’s bid, VISA “would be the partner.”
  • Even after MasterCard had signed the “FINAL version” of the post-2006 sponsorship agreement and returned it to FIFA, FIFA’s negotiators delayed telling MasterCard that the FIFA Board had chosen VISA; instead they waited for the VISA board to ratify the VISA agreement.
  • After the FIFA boards had approved MasterCard as post-2006 sponsor and after MasterCard had agreed to FIFA’s asking price and agreement had been reached on all other terms and after FIFA’s in-house counsel had solicited FIFA members for items that might be used to claim that MasterCard breached the Agreement, FIFA pointed to a trademark issue that had been present since 2000 or 2001 to justify granting the post-2006 sponsorship to VISA and sent a letter to MasterCard — after the commencement of this lawsuit — purporting to terminate the Agreement and thus MasterCard’s first right to acquire.
  • After MasterCard and FIFA waived, under Swiss law, both the 90-day time periods set out in section 9.2 by their “conclusive conduct”, FIFA now seeks retroactively to revive one of the 90-day periods, but not the other, to justify its choice of VISA for the post-2006 sponsorship.
  • While the FIFA witnesses at trial boldly characterized their breaches as “white lies”, “commercial lies”, “bluffs”, and, ironically, “the game”, their internal emails discuss the “different excuses to give to MasterCard as to why the deal wasn’t done with them”, “how we (as FIFA) can still be seen as having at least some business ethics” and how to “make the whole f***-up look better for FIFA.” They ultimately confessed, however, that “[I]t’s clear somebody has it in for MC.”

Habe den Fall damals selbst nur marginal betreut, wohl aber die Entwicklung beschrieben:

Die FIFA sagt: Russland 2018, Katar 2022

ZÜRICH. Ich mach mal lieber einen neuen Beitrag auf. Den live-Blog von heute morgen hat es layouttechnisch zum wiederholten Mal zerschossen. Der Server wird mit dem Ansturm hier nicht fertig. Das alte Problem, immer mal wieder aufgefrischt. Also, an dieser Stelle keine Bilder, keine Spielerei. Nur einige Notizen. Ab diskutiert werden kann? Keine Ahnung. Das muss der Server mal sagen.

Also. Die Entscheidung ist gefallen. Mit Verspätung.

Dmitri Tschernitschenko, Organisationschef der Winterspiele 2014 in Sotschi, hat schon Minuten vor der Verkündung den Sieg von Russland getwittert.

Um 16.36 Uhr sagte Blatter dann: RUSSLAND 2018.

Um 16.44 Uhr sagte Blatter: KATAR 2022.

Mein erster Gedanke: Okay, viele Korruptionsgeschichten in den nächsten Jahren. Good choice. Habe mich von Putins Manöver und den stets so gutgläubigen englischen Reportern durcheinander bringen lassen.

Mein zweiter Gedanke: Paris 1998. Ich weiß noch sehr gut, wie aufgeregt ich war, als ich Blatter nach dieser dubiosen, so genannten Wahl zum FIFA-Präsidenten gefragt hatte, mit wie viel Geld der Emir von Katar seinen Wahlkampf gesponsert hat. Darüber demnächst mehr.

Das „Wahl“ergebnis gemäß FIFA:

22 members of the FIFA Executive Committee were entitled to vote. 12 votes were needed for an absolute majority and therefore to obtain the right to host the FIFA World Cup.

2018 FIFA World Cup™

Round 1: England 2 votes, Netherlands/Belgium 4 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 9 votes

(as no absolute majority was reached, the candidate with least amount of votes, England, was eliminated)

Round 2: Netherlands/Belgium 2 votes, Spain/Portugal 7 votes and Russia 13 votes (Russia obtained an absolute majority)

2022 FIFA World Cup™

Round 1: Australia 1 vote, Japan 3 votes, Korea Republic 4 votes, Qatar 11 votes, USA 3 votes (Australia eliminated)

Round 2: Japan 2 votes, Korea Republic 5 votes, Qatar 10 votes and USA 5 votes (Japan eliminated)

Round 3: Korea Republic 5 votes, Qatar 11 votes, USA 6 votes (Korea Republic eliminated)

Round 4: Qatar 14 votes and USA 8 votes (Qatar obtained an absolute mayority)

Kann das mal jemand grafisch hübsch aufarbeiten? Merci!

18.20 Uhr: Die Russen haben ihre Pressekonferenz abgesagt. Das übernimmt hier um 21 Uhr?

Wladimir Putin.

19.39 Uhr: Ein gemeiner Tweet vom Abend:

More people have tweeted about the corrupt Qatar 2022 win than there are people in Qatar!

21.17 Uhr: Warten auf Wladimir Putin. Sogar einige englische Journalisten sind wieder aufgetaucht. Andreas Herren, der lange Jahre als Media Officer der FIFA durch derlei Pressekonferenzen geführt hat, sitzt wieder auf dem Podium – aber nun als PR-Berater der Russen.

21.33 Uhr: Putin grüßt: Grüezi!

Spricht Englisch. Erzählt von Leningrad und dem 2. Weltkrieg, von der 900-Tage-Blockade und was der Fußball alles verändern kann. Wäre er nicht schon Premier und wollte wieder Präsident werden, wäre vielleicht Tourismusminister ein passender Job für ihn.

  • Why you adopted such a different approach to this campaign in comparison to the Sochi campaign?

Er antwortet Russisch und erzählt tatsächlich noch einmal die Geschichte, dass er nach den vielen so genannten Skandalen, sagt er glaube ich, keinen weiteren Druck aufbauen wollte.

Oops, jetzt spricht er über Korruption und die Mitglieder der FIFA. Kriege nur nicht alles mit. Meine Übersetzung fällt aus.

Ah, da schau her. Blatter, sagt er, hat schon immer mit Russland sympathisiert. Klar doch. Bitte unbedingt nochmal diesen Beitrag und das Protokoll überfliegen:

Eins noch: Auf das ganze Skandalgequatsche gibt er nichts, der Gospodin Putin.

War es too risky, nicht vorher nach Zürich zu kommen?

Es war eine schwierige Entscheidung, sagt er. Er habe ständig mit seinen Leuten telefoniert, die ihn hier haben wollten. Doch er blieb dabei. Er sagte, die Bewerbung war gut genug, stark genug. Übersetzt wird er jetzt mit dem schönen Satz:

I decided we should win!

Jetzt kommen die russischen Fragen. Er sagt, das Ausland hege zu viele Stereotypen/Vorurteile gegen Russland.

Die englischen Bewerber sagten klar, sie wären betrogen. Glauben Sie das?

Nein.

UK ist ein großes Fußballland, sagt er. We are waiting for you in 2018, we will do our best. Großer Beifall von russischen Journalisten und Delegierten.

Mihir Bose sagt: Sie waren heute der einzige Premier, der nicht bei der Präsentation war. Heißt das, Sie waren auch der cleverste?

Thank you.

Ein Ami fragt, was Russland so gut gemacht habe, weil es jetzt die Winterspiele und die Fußball-WM hat.

Putin fragt zurück:

Wollen Sie, dass wir Ihnen was abgeben? Sollen wir etwas zurückgeben?

Dann lobt er die starke Wirtschaft und die stabile politische Lage in Russland, hüstel.

München vs. Pyeongchang: Spin Doctors und andere Berater

VANCOUVER. Jon Tibbs braucht vor allem Stehvermögen. Die Nächte sind kurz, die Aufgaben delikat. Er pendelt zwischen dem Westin Bayshore Hotel, wo das IOC residiert, dem Deutschen Haus im Harbour Centre und dem Russky Dom, der überreichlich dimensonierten Heimstätte der Russen im Science Centre. In Vancouver betreut er drei wichtige Klienten:

Tibbs verkauft ein rares Gut im olympischen Zirkus, das er mit zwei Worten beschreibt: „Gewinnbringende Kommunikationskampagnen“.

Die Verpflichtung von Jon Tibbs wurde nicht aktiv kommuniziert. Auf die Personalie angesprochen, reagieren die Münchner recht einsilbig. Oberbürgermeister Christian Ude formuliert kryptisch, er habe „keine einzelnen Bekanntschaften mit Personen, deren Dienstleistung man in Anspruch nimmt“. Co-Geschäftsführer Bernhard Schwank erklärt: „Tibbs ist für internationale Kommunikation zuständig und spielt seine erstklassigen Kontakte aus. Wir haben aber keine Lobbyisten unter Vertrag genommen.“

Lobbyisten gelten im olympischen Bereich spätestens seit dem IOC-Bestechungsskandal als Männer mit den Geldkoffern. Das ist so falsch wie richtig. Die Tätigkeit von Auskennern wie Tibbs hat nichts mit der Tätigkeit von Geldkofferträgern wie Jean-Marie Weber zu tun.

„Ich bin kein Lobbyist“, sagt Jon Tibbs. In Vancouver hat er zunächst Katarina Witt und Willy Bogner, die so genannten Gesichter der Bewerbung, mit den wenigen einflussreichen Berichterstattern zusammengebracht: Reporter der großen internationalen Nachrichtenagenturen und Herausgeber von Branchendiensten. Es sind die wenigen Kollegen von AP, Reuters, L’Equipe, Around the Rings, Inside the Games u.a., die allen IOC-Terminen folgen, insgesamt nur rund ein Dutzend Multiplikatoren.

Die Bewerbung wird zielgruppenoptimiert betrieben. Es geht um Kommunikationshoheit, um wirkungsvolle Botschaften. (Fast bin ich geneigt zu sagen: Es geht um Kommunikationsherrschaft :)

Katar und die WM 2022: Fußball im Kühlschrank

Gruppenbild mit dem Junior-Emir: Katars WM-Botschafter Gabriel Batistuta (l.), Ronald de Boer (r.) und Sami Al-Jaber (2. v.r.) — im Zentrum: der Chef der Bewerbung, Seine Exzellenz Scheich Mohammed bin Hamad bin Khalifa Al-Thani, Sohn des Emirs. Ein anderer Sohn des Emirs ist IOC-Mitglied, das nur am Rande. Mein alter Freund Mohamed Bin Hammam tritt dagegen derzeit kaum in Erscheinung.

JOHANNESBURG. Es wird noch viel zu reden sein über eine weitere abstruse Idee des Joseph Blatter: zwei Fußball-Weltmeisterschaften gleichzeitig zu vergeben. In genau einem Jahr ist es so weit: Die Ehrenmänner des FIFA-Exekutivkomitees werden auf einer Sitzung über die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 entscheiden.

Warum ein Mega-Event zwölf Jahre vorher vergeben wird: Es gibt keine vernünftigen Gründe dafür. Was Blatter anführt, man habe damit bessere Vermarktungsmöglichkeiten, ist großer Unsinn. Ein Hirngespinst. Ich werde später sicher mal eine Liste der Fragen und negativen Seiten zusammenstellen, die damit verbunden sind.