[ Tag journalismus2]

live aus Rio (13): Ihre/Eure Fragen zu Olympiaberichterstattung von ARD und ZDF

 •  • 22 Comments

Eingang zu den heiligen Hallen des Teams ARD/ZDF in der ersten Etage des International Broadcasting Centers.

Eingang zu den heiligen Hallen des Teams ARD/ZDF in der ersten Etage des International Broadcasting Centers.


BARRA DA TIJUCA. Ich habe nachher einen Gesprächstermin mit/bei den Teamchefs von ARD und ZDF in Rio, Gerd Gottlob vom NDR und ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz.

Wer schon immer mal was von den beiden und zu den öffentlich-rechtlichen Sendern bei Olympia wissen wollte, kann seine Fragen in den nächsten knapp zwei Stunden stellen.

Auf geht’s.

(Typos bitte entschuldigen. Ich blogge wie so oft mit dem iPhone.)

Read the Full Story

live aus Rio (12): olympischer Sportpolitik-Parcour im ganz normalen Wahnsinn

 •  • 9 Comments
Back to the Future oder Blick in die Vergangenheit? IOC-Vorsteher Bach im Casa Italia. (Foto: Stratos Safioleas/Instagram)

Back to the Future oder Blick in die Vergangenheit? IOC-Vorsteher Bach im Casa Italia. (Foto: Stratos Safioleas/Instagram)

BARRA DA TIJUCA. 2.37 Uhr am Mittwoch, Ortszeit. Moin moin. Auf geht’s zu einem kleinen Experiment. Ich habe mir ein feines Tagesprogramm zusammengestellt, nur für Feinschmecker, einen wahrhaftigen sportpolitischen Parcour, und werde bis Donnerstagmorgen fast nonstop darüber berichten. Vom ganz normalen olympischen Wahnsinn. Allerdings abseits der Arenen. Ein Protokoll mit zahlreichen unwichtigen und nichtigen Details (Zeiten in Warteschlangen, Taxis, Stau, Wutanfälle beim zehnten Security-Check, Taxikosten, Getränke- und Speiselisten, aber nicht alle Gesprächspartner und besprochenen Themen), das frei zugänglich bleibt, damit jeder sehen darf, wie schweißtreibend so eine tägliche sportpolitische Weltreise im Auftrag der zahlenden Leserschaft sein kann. Und im besten Fall erfahren sie sogar etwas und buchen doch noch einen Olympiapass.

Das Programm, im Groben, nicht detailliert:

Read the Full Story

live aus Rio (10): Q & A aus dem Propagandazentrum der Bewegung

 •  • 26 Comments

BARRA DA TIJUCA. Der Nachtrag zuerst: So geht Propaganda © IOC. Und die Bach-Fanboys mischen munter mit, vor allem die bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber auch anderswo unter dem Deckmäntelchen des total unparteiischen Journalismus:

Einige liebe Kollegen wie Martyn Ziegler (The Times/Sunday Times) haben das natürlich sofort erkannt, deshalb taucht ein Tweet von Martyn in den Screenshots auf.

Read the Full Story

Olympia im Blog, die Paywall und Recherchejournalismus

 •  • 20 Comments

NOCH ÜBER DEN BRASILIANISCHEN WOLKEN. So, liebe Leute, auf geht’s. Nach zwei Tagen in der Luft, von einem Kontinent zum alten Kontinent und dann zum neuen Kontinent, melde ich mich ab Montagabend aus Rio de Janeiro. Drei Wochen lang, täglich mit einem live-Blog, dazu mit etlichen einzelnen Beiträgen – so wie 2008 aus Peking und 2012 aus London und von vielen anderen Anlässen auf allen Kontinenten. Mit mehr als einem Dutzend ausführlichen Texten und live-Blogs zu schrägen Anlässen (McLaren-Bericht, IOC-Entscheidungen etc) ist die Rio-Reise im Blog in den vergangenen Wochen vorbereitet worden.

Read the Full Story

Was vom Tage übrig bleibt (97): Sportminister, gekürzter McLaren-Bericht, Tokio 2020, Isinbajewa

 • 

Einige Notizen und Leseempfehlungen, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.

Statement from European Sports Ministers relating to the fight against doping in sport

1) Sportminister aus 19 europäischen Nationen haben eine Erklärung verabschiedet, in der sie die strikte Einhaltung der UNESCO-Konvention und der WADA-Regeln zum Doping fordern. Russland wird darin nicht genannt, das IOC auch nicht. Interessant für mich auf den ersten Blick: Deutschland ist natürlich wieder nicht dabei. Hallo, BMI, halle Herr de Maizière? Mal wieder etwas verpasst?

Klar doch.

Read the Full Story

The story behind the story of Russia, Doping, WADA and the IOC

 •  • leave a comment

Meine Kollegen Martha Kelner und Nick Harris haben im Juli 2013 in der “Mail on Sunday” erstmals über die großflächige russische Doping-Verschwörung berichtet. Sie hatten die Aussagen von einem Dutzend russischer Whistleblower zusammen getragen. Doch bis zur ersten ARD-Dokumentation im Dezember 2014 passierte: nichts. IAAF? Totenstille. WADA? Totenstille. IOC? Büro-Mikado. Ich hatte eigentlich vor, die Geschichte dieser Enthüllung selbst aufzuschreiben, nun ist mir Nick zuvor gekommen, umso besser. Hier sein Beitrag:

Mail on Sunday, Juli 2013

Mail on Sunday, Juli 2013

The International Olympic Committee (IOC) was aware Russia ran a state-sponsored doping programme in which the head of that nation’s WADA-accredited lab was a central figure as long ago as the first week of July 2013.

I know this because I told them.

Read the Full Story

Thomas Bach: die vielfältigen Lebenssachverhalte des unpolitischsten deutschen IOC-Präsidenten

 •  • 7 Comments
Youth Olympic Games 2014 (Foto: IOC Media)

Youth Olympic Games 2014 (Foto: IOC Media)

Wer ist dieser Mann, der die bislang mutigste und wichtigste Whistleblowerin in der Geschichte des olympischen Sports nicht zu den Sommerspielen in Rio de Janeiro zulässt, weil Stepanowa, die ihr Leben aufs Spiel setzte, angeblich nicht “die ethischen Anforderungen” erfülle, “um an den Olympischen Spielen teilzunehmen”?

Wer ist dieser Mann, der Entscheidungen organisiert, die in weiten Teilen des Planeten blankes Entsetzen auslösen? (Außer in Russland, China, Aserbaidschan, Turkmenistan, Weißrussland, Katar und anderen olympischen, spezialdemokratischen Mächten.)

Wer ist dieser Mann, der Wladimir Putins nachweislich totalkorrupten Propagandaspiele in Sotschi als großen Erfolg und als “Spiele der Athleten” bezeichnete?

Read the Full Story

Von Opdi & Scholli und anderen vergebenen Möglichkeiten

 •  • 32 Comments

Eine kleine TV-Kritik zur Euro 2016 war vorbereitet, da kommt der von der ARD fürstlich entlohnte Mehmet Scholl daher und macht endlich mal das, wofür er seit Jahren bezahlt wird. Scholl, dem viele in diesem Internet aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen den Fußball-Sachverstand absprechen (darauf muss man erstmal kommen), kritisierte also die Taktik des Bundes-Jogi gegen Italien – nach einem nervenzehrenden Duell mit grotesk-spannendem Elfmeterschießen, das sich würdig einreihte in die Chronik deutsch-italienischer Auseinandersetzungen bei großen Turnieren.

screenshot ARD

Screenshot ARD

Die Sache ist, wie vieles im Fußball, zu einem kleinen Politikum geworden, der Boulevard hat sich des Themas angenommen, La-Mannschaft-Chefvermarkter Oliver Bierhoff findet die Kritik “unmöglich”, “unglaublich” und sieht den “gesamten Trainerstab” angegriffen.

All that jazz.

Dreier- oder Viererkette? Defensive zu Ungunsten der Offensive stärken? Mit breiter Weltmeister-Brust den Italienern seinen Stil aufzwingen, statt auf die Stärken des Gegners mit Systemanpassungen zu reagieren? Das sind so Fragen, die seit gestern Abend gegen Mitternacht mit Verve diskutiert werden. (Einen Teil der Ausführungen Scholls hat die ARD auf Youtube veröffentlicht, eine Einbindung dieser Sequenz ist nicht möglich. In der Mediathek findet sich womöglich das komplette Stück.)

Mag sein, dass die öffentliche Diskussion um sein öffentlich-rechtliches Jahressalär (ein sogenannter Branchendienst spekulierte über bis zu 1,6 Millionen Euro) das Unterbewusstsein des ARD-Experten Mehmet Scholl stimulierte, ein Mal während der EM etwas mehr von sich zu geben, als nur ein oder zwei Sätze auf jene Stichpunkte hin, die ihm sein Partner Matthias Opdenhövel darbietet. Vielleicht war es aber auch Berechnung: Wollte er ausgerechnet in jenen Minuten, da das Ergebnis doch alle Mittel heiligt (nicht meine Sicht aber wohl zweifellos die Sicht der Mehrheit), beweisen, dass er das ARD-Honorar wert ist? Antworten darauf kann nur Mehmet Scholl geben.

Vielleicht nicht mal er.

Was mich an dieser Episode mehr beschäftigt als die inhaltliche Frage, sich mit der von Joachim Löw gewählten Taktik auseinander zu setzen (wenn er sie denn gewählt hat, denn Scholl insinuierte mit dem Verweis auf die WM 2014 ja auch, dass die Spieler damals in der entscheidenden Phase die Taktik festgelegt hätten), ist der, sagen wir, im weitesten Sinne: journalistische Aspekt des Ganzen.

Aber vielleicht hat es auch nichts mit Journalismus zu tun, wenn ich nun auf Scholls Kompagnon Matthias Opdenhövel zu sprechen komme, den ARD-Presenter aus den EM-Stadien.

Read the Full Story

Vor dem Olympic Summit: einigt sich IOC-Bach mit seinem Kumpel Wladimir Putin?

 •  • 3 Comments

joint-venture

Zwei Zeugnisse meiner Dichtkunst nach dem IAAF-Entscheid in Sachen Russland, der uns weiter beschäftigen wird. Im ersten Text, einem (leicht erweiterten) Kommentar, den ich am Freitagabend nach diesen ausführlichen Blogbeiträgen auf Spiegel Online veröffentlicht habe, konzentriere ich mich noch auf das IAAF-Papier und die Mitschuld/Verantwortung hoher internationaler Sportfürsten (Coe, Reedie et al). Im zweiten (wie immer ebenfalls erweiterten) Text (“Gesamtes russisches Olympiateam soll auf den Prüfstand”), veröffentlicht am Samstag, stelle ich einige Fakten und Überlegungen zur Diskussion, wie es wohl weiter geht – schon am Dienstag beim so genannten Olympic Summit in Lausanne. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit gigantisch größer, dass UDIOCP Thomas Bach wieder routiniert Doppelpass mit seinem Sportkameraden Wladimir Putin spielt und Russland keine weiteren Olympia-Sanktionen fürchten muss, als dass Russlands NOK eventuell komplett oder weitere große Kontingente für Rio gesperrt werden. Doch ausschließen möchte ich letzteres nicht.

Die Story wird fortgeschrieben. (Ich versuche am Ende dieses Blogbeitrags im Laufe des Tages noch einige Lektüre-Empfehlungen zu geben.)

Im Grunde kann man beide Texte wunderbar hintereinander stellen und lesen.

Read the Full Story

Was vom Tage übrig bleibt (95): Infantino-Tapes, Whistleblower und ein Rüpel-Interview

 •  • 4 Comments

Der Zürcher Tages-Anzeiger hat freundlicher Weise einen Mitschnitt der FIFA-Councilsitzung vom Mai 2016 in Mexiko veröffentlicht. Über den Komplott gegen den einstigen FIFA-Chefaufseher Domenico Scala ist ausführlich berichtet worden. Wenn ich die jüngsten Reaktionen meines Twitter-Streams richtig deute, steigt weltweit die Empörung über den Reformgegner Gianni Infantino – ist halt immer ein Unterschied, ob man (nur) Zitate liest oder ihnen auch lauschen darf.

Trauen Sie bitte Ihren Ohren (wenngleich ich nicht weiß, was und wie geschnitten wurde).

Hans-Joachim Seppelt und einige andere Journalisten haben gestern eine Webseite freigeschaltet, die potenziellen Whistleblowern eine gesicherte Anlaufstelle bieten soll. Erreichbar ist der Briefkasten unter sportsleaks.com und dopingleaks.com. Und da gibt es nicht nur was für die Ohren, sondern auch für die Augen:

Eine feine Initiative. An anderen wichtigen Initiativen wird anderswo fleißig gearbeitet.

Und noch ein Video mit Hajo Seppelt, das seit ein paar Tagen heiß diskutiert wird und natürlich vielen Trollen Nahrung gibt. Seppelt hat offenbar ziemlich unvorbereitet und ohne Begleitperson russische TV-Reporter in ein für ihn angemietetes Apartment gelassen und anschließend die Contenance verloren. In deutschen Medien ist mittlerweile von einem “Überfall” die Rede. Das scheint mir in der Verkürzung kaum überzeugender als die Berichterstattung eines russischen Propagandasenders.

Read the Full Story

Black Monday (II): WADA-Bericht zu kriminellen Aktivitäten der Diacks und Russlands Staatsdoping

 •  • 39 Comments

Auch das wird ein live-Blog (neben den DFB-Notizen). 15.00 Uhr geht es los in Genf. Und da sage noch einer, harte journalistische Arbeit habe im Sport keine Folgen:

Die Vorgeschichte (1):
Auch das wird ein live-Blog (neben den DFB-Notizen). 15.00 Uhr geht es los in Genf. Und da sage noch einer, harte journalistische Arbeit habe im Sport keine Folgen:

Die Vorgeschichte (1):

Die Vorgeschichte (2):

Read the Full Story

Black Monday (I): Präsidiumssitzung des DFB #WM2006, Rücktritt von Wolfgang Niersbach

 •  • 34 Comments

Das hier wird ein live-Blog. Derzeit tagt in Frankfurt am Main das DFB-Präsidium.

Natürlich geht es um die SPIEGELEnthüllungen.

(C) DER SPIEGEL 46/2015

(C) DER SPIEGEL 46/2015

Zunächst eine nette kleine Geschichte zu Niersbachs Kumpel Michel Platini hat die NZZ veröffentlicht. Der suspendierte FIFA-Vize und UEFA-Boss (den Niersbach bis vor ein paar Wochen noch hätte antreten sollen) wollte die Einsicht in seine Konten verhindern.

Dazu der Beschluss der Beschwerdekammer des Schweizer Bundesstrafgerichts:

Read the Full Story