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Bildergeschichte vom IOC (3): „Mamma mia, what an exhibition!“

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Heute Punkt Mitternacht endet also die Crowdfunding-Phase auf Krautreporter.de für ein besonderes Buch, das mich geradezu elektrisiert.

Und heute, welch ein Zufall aber auch, halte ich mein erstes Seminar bei einem Medium, dass die entsprechende Buch-Prämie gebucht hat, das allerdings nicht in der Liste der Unterstützer genannt werden will.

Fein. Geht in Ordnung. Diskretion ist inklusive, auch wenn’s schwer fällt.

Zur Feier des Tages, denn es ist wirklich gut gelaufen mit dem Crowdfunding, finde ich, nun also wie versprochen die dritte Bildergeschichte über die IOC-Familie, die manchen Stamm- und neuen Gästen hier schon richtig ans Herz gewachsen ist. Und dabei beginnen wir doch gerade, uns alle aneinander zu gewöhnen und einigermaßen kennenzulernen.

Bis zur IOC-Vollversammlung in Buenos Aires, bis Dossier und Ebook erscheinen und Thomas Bach zum IOC-Präsidenten gekürt wird, werden noch tausende Zeilen geschrieben, hunderte Fotos, Videos, Grafiken und Dokumente veröffentlicht, keine Sorge.

Die beiden Vorgeschichten haben enormen Anklang gefunden in der olympischen Szene. Noch nie wurde ich so oft auf meine Geschichten angesprochen, von IOC-Mitgliedern, Verbandspräsidenten, Lobbyisten, PR-Leuten u.a.m.:

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Vielfältige Lebenssachverhalte oder: eine Aneinanderreihung von Zufällen

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Bin auf der Rückreise von Lausanne nach Berlin. Werde später eine Bildergeschichte nachlegen, damit das zur schönen Tradition wird. Derweil kurz nur zwei Machwerke, die ich gestern gedichtet habe. Manches doppelt sich, manches stand hier schon. Aber man kann das Rad nicht täglich neu erfinden. Prozessberichterstattung ist das, andere meinen: es ist nur eine Aneinanderreihung von Gerüchten und Vermutungen. Sehe ich anders. Beide Texte entstanden VOR der Präsentation der Präsidentschaftskandidaten, die hinter verschlossenen Türen stattfand.

Übrigens: Die Programme der sechs Kandidaten gibt es tatsächlich weltweit nur hier. Komisch.

LAUSANNE. Gibt es sie doch, die olympischen Gespenster? Stimmt es tatsächlich, dass da jemand eine unheimliche Macht entwickelt und derzeit jeden wichtigen Wahlgang des Weltsports mitentscheidet? Oder ist alles nur Einbildung, eine zwangsläufig erscheinende Häufung von Zufällen, so als ob nichts auf der Welt auf Zusammenhängen beruht? Jedenfalls, wieder wurde am Donnerstag über einen Wahlsieger namens Scheich Ahmed Al-Sabah gesprochen. Scheich Ahmed hatte die Bewerbung von Buenos Aires für die Olympischen Jugendspiele 2018 unterstützt. Also wurde Buenos Aires von der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt. Und Ahmed eilte vor die Tür. Das macht er ein Dutzend Mal am Tag. Ahmed ist Kettenraucher.

[kraut project=“https://krautreporter.de/de/projects/94-macht-moneten-marionetten/“]„Ich habe nichts zu verbergen. Ich bin kein schlechter Kerl. Sie missverstehen mich“, sagt der Scheich. Zu viele böse Gerüchte wabern durch die olympische Welt. Zu viele Fakten von schmutzigen Wahlkämpfen vor allem in der asiatischen Sport-Diaspora sind bekannt. Und immer hat es mit dem kuwaitischen Sicherheitsminister Ahmed Al-Sabah zu tun, der auch mal OPEC-Präsident war, der dem IOC angehört, der die Weltvereinigung der nationalen Olympiakomitees (ANOC) und das asiatische Olympia-Council (OCA) führt. Ahmed ist ein Tausendsassa.

Die Liste seiner virtuellen Goldmedaillen in diesem Jahr: Anfang Mai die Entscheidung im schmutzigen Wahlkampf im asiatischen Fußballverband AFC. Scheich Ahmed, der übrigens auch mal Fußballnationaltrainer in Kuwait war, flog ein nach Kuala Lumpur und unterstützte den bahrainischen Scheich Salman. Also wurde Salman, nun ja, gewählt. Vier Wochen später in St. Petersburg: Scheich Ahmed unterstützte den Rumänen Marius Vizer bei der Wahl zum Präsidenten der Vereinigung aller Sport-Weltverbände (Sportaccord). Also wurde Judo-Weltverbandsboss Vizer, ein Freund von Wladimir Putin, auch Sportaccord-Chef. Und Ahmed nahm die Glückwünsche Dutzender Verbandspräsidenten und IOC-Mitglieder entgegen. Sein Adlatus Husein Al Musallam lobte sich selbst, dass er das, nun ja, Wahlergebnis, am Vortag exakt vorher gesagt hatte. Wenn der Scheich und seine Getreuen nicht schon so reich wären, sollten sie Lotto spielen.

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IOC presidency, election manifesto: Thomas Bach (Germany)

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LAUSANNE. Ich weiß nicht, ob es die Wahlprogramme der sechs IOC-Präsidentschaftskandidaten weltweit in irgendeinem Medium schon irgendwo zur Ansicht gibt. Ich glaube nicht.

Also stelle ich die Papiere hier mal kurzerhand vor und damit zur Diskussion. Rein damit in dieses Internet.

Bei manchen Programmen steht „confidential“ drauf. Bei manchen „personal copy“.

Ab jetzt ist das komplett öffentlich.

Das ist vielleicht ein Grund mehr, mein Buch zu kaufen und unabhängigen Recherchejournalismus vorzufinanzieren? Bisher gibt es auf Krautreporter.de 422 Unterstützer. Bis Montag (8. Juli) läuft die Finanzierungsphase noch. Ich habe es zuletzt mehrfach erwähnt: Das wird bestimmt das beste Buch, das ich bisher geschrieben habe. Wer es jetzt kauft und die Recherche mitfinanziert, wird es kaum bereuen. Im Gegenteil, jeder Unterstützer geht dann mit auf die Reise durch die olympische Welt – im Buch und hier im Blog.

Morgen Nachmittag (Donnerstag, 4. Juli) stellen  die sechs Kandidaten ihre Programme in dieser Reihenfolge im Palais de Beaulieu in Lausanne der IOC-Vollversammlung vor, Medien sind ausgeschlossen:

Ich werde in den kommenden Minuten jedem Kandidaten und seinem Programm einen Eintrag widmen.

Beginnen wir mit dem Favoriten:

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Don’t ask, don’t tell: Thomas Bachs Ghorfa, der Israel-Boykott, die FDP-Connection und die Bundesregierung

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screenshot www.ghorfa.de

Im letzten Sommer, anlässlich der Debatte um eine Schweigeminute für die Opfer des Münchner Terrors während der Eröffnungsfeier der Spiele in London, haben jw und ich einem unappetitlichen Thema schon einmal einige Zeilen gewidmet: Dem Israel-Boykott, den die Ghorfa unter der Präsidentschaft von Noch-IOC-Vizepräsident Thomas Bach für deutsche Exporte in die arabische Welt exekutiert.

[kraut project=“https://krautreporter.de/de/projects/94-macht-moneten-marionetten/“]Nun gibt es ein kleines, aber wichtiges Update. Die grüne Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon hat dazu zwei Fragen an die Bundesregierung übermittelt und eine interessante Antwort aus dem Ministerium des liberalen Bach-Parteifreundes Philipp Rösler erhalten. Der Wirtschaftsminister hat gerade seinen ersten Israel-Besuch absolviert. Damit will der  Freidemokrat, laut stets aufmerksamer Springer-Presse in seinem Tross, „ein Zeichen“ setzen, „dass Deutschland Israel unterstützt“.

Im Umgang mit der Ghorfa folgt sein Haus offenbar anderen Grundsätzen: Da übernimmt man gern mal die Schirmherrschaft für diese oder jene Veranstaltung. Obwohl man den so genannten Legalisierungs-Service, aus dem der Verein Ghorfa unter seinem Präsidenten Thomas Bach einen Teil seiner Einkünfte generiert, für unzulässig hält. Im Ministeriumsdeutsch:

„Deutsche Handelsdokumente dürfen keine Boykott-Erklärungen in der Form negativer Ursprungserklärungen enthalten.“

Für die Berliner Zeitung habe ich dazu gestern knapp getextet:

* * *

Vor wenigen Tagen flatterte Viola von Cramon ein Antwortschreiben aus dem Bundesministerium für Wirtschaft auf den Tisch, das die sportpolitische Sprecherin der Grünen empörte:

Der Bundesregierung kann ja wohl kaum entgangen sein“, schimpft sie, „dass sich mit Thomas Bach ein Wirtschaftslobbyist mit zweifelhafter Reputation um die IOC-Präsidentschaft bewirbt.“

Das Problem aus Sicht der Grünen: Die Bundesregierung tut aber so.

Von Cramon hatte Fragen übermittelt zu einem der heikleren Posten des deutschen Sportchefs: Bach steht als Präsident auch der Ghorfa vor, einer Geschäftsanbahnungstruppe, die den arabischen Handelskammern untersteht. Der gemeinnützige Verein wirbt mit dem Slogan „Ihre Brücke in den arabischen Markt“ und organisiert Business-Gipfel für deutsche Unternehmer, zumeist mit den Golfmonarchien.

Wie hilfreich die Mittlerdienste für diverse Scheichs Bach im IOC sind, interessierte die Grünen-Abgeordnete weniger. Jedoch hält sie die olympische Thron-Rallye des Ghorfa-Präsidenten außenpolitisch für bedenklich. Noch immer nämlich profitiert der Bach-Verein von einer hoch umstrittenen Israel-feindlichen Praxis, von der so genannten Vorlegalisierung. Unternehmen, die in arabische Staaten exportieren, lassen sich bei der Ghorfa per Stempel bescheinigen, dass ihre Produkte keine Teile aus Israel enthalten. 2011 kassierte der Verein dafür 900.000 Euro, 43 Prozent seiner Einnahmen.

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#crowdfunding Update 1: Es wird ein Buch

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„Machen Sie es wie Sepp Blatter, und es wird ein Buch“, habe ich in meinem Pitch zum Crowdfunding-Projekt gesagt.

Am 10. Juni um 10 Uhr ist das Projekt mit dem Video auf Krautreporter online gegangen. 16 Tage, fünf Stunden und acht Updates (dort, nicht hier) später war die Projektsumme von 10.000 Euro finanziert.

Das klingt gut.

Auch wenn Sepp Blatter das Ebook noch nicht gekauft hat, er hat im Moment andere Sorgen. Ich werde ihn kommende Woche in Lausanne daran erinnern.

Es wird also im September ein Ebook über den Kampf um den wichtigsten Posten im Weltsport, die IOC-Präsidentschaft, über die Strippenzieher im Milliarden-Monopoly, über Thomas Bach und über die Usancen in der olympischen Parallelgesellschaft geben.

Dafür bin ich dankbar – und darauf habe ich große Lust.

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Withering whispers of IOC members: ABB. Anything But Bach?

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First of all. What one of my readers recommended:

… says Michael R. Payne, longtime IOC marketing director, „father of olympic branding“.

Here’s the analysis, written for my friends at Play the Game, sometimes off base :), but widely independent from spin doctors.

* * *

IOC headquarter, Lausanne

IOC headquarter, Lausanne

The Catholic Church has had eleven popes since 1894. The International Olympic Committee (IOC) had just eight presidents since its birth in 1894.

Eleven popes. Eight IOC presidents. In 119 years.

That says a lot about continuity in the so-called Olympic family.

Elections do not take place very often in the IOC. But this year, on 10 September at the 125th IOC Session in Buenos Aires, the successor to the incumbent Belgian Jacques Rogge (71) will be elected. The members have the choice, in the true sense of the word choice. It’s about the most important post of world sport. Six men want the power and want to be the ninth president in the history of the IOC. Of course the IOC is far from ready for a female president.

The six aspirants for the crown all have an extended background in sports administration. Some of them are very rich. Three of them have been Olympic athletes. With Bach and Bubka there are two Olympic champions among the candidates.

In the official Olympic language it has been said that all of them are strong candidates.

But in reality: some are stronger than others.

In June 2013 there is one frontrunner, one favourite.

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„Wir sind das Volk!“ Brasilien, die FIFA, das IOC und steuerfinanzierte Mega-Events

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In my opinion FIFA is one of the most corrupt enterprises, one of the most corrupt institutions on this planet.“

Romário de Souza Faria, Weltmeister 1994, Kongress-Abgeordneter der Partido Socialista Brasileiro 

[kraut project=“https://krautreporter.de/de/projects/94-macht-moneten-marionetten/“]Es ist klar, dass die Entwicklungen in Brasilien, in der Türkei und anderswo (in Sotschi, in Graubünden) zentraler Bestandteil meines Buches werden, das ich per Crowdfunding via Krautreporter finanzieren möchte, und das ich vielleicht etwas verkürzt IOC-Buch genannt habe – um es auf den September und die Wahl des IOC-Präsidenten zu fokussieren.

Aber, das habe ich ebenfalls beschrieben, es geht mir um eine umfassende Betrachtung der Parallelgesellschaft Sportbusiness. Um die Konzerne des Weltsports, um die Strippenzieher aus Politik und Wirtschaft, Milliardenkassierer und Topfunktionäre, die jetzt atemlos nach Brasilien schauen.

Einige Gedanken dazu, anschließend an diese Notizen und etwas erweitert als gestern auf Spiegel Online veröffentlicht.

* * *

Joseph Blatter ist eigentlich hart im Nehmen. Teflon-Sepp nennen manche den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes FIFA. Seit mehr als einem Jahrzehnt wird Blatter in den Stadien der Welt nun schon ausgepfiffen. Sein Verband gilt vielen Menschen als Synonym für Vetternwirtschaft und Korruption, für skrupellose Geschäftemacherei. Teflon-Sepp hat über die Jahre nach Gutdünken die protokollarischen Regularien geändert, wie er im Fokus der Fernsehkameras und in den Blitzlichtern der Fotografen bei Events ins Bild gesetzt wird. Das half, ein bisschen, den größten Schmerz zu lindern. Blatter hat darüber hinaus immer darauf gesetzt, dass sich die Empörung der Leute legen würde, wenn der Ball erst mal rolle, ob nun bei einer Weltmeisterschaft oder einem WM-Test wie gerade beim Konföderationenpokal in Brasilien.

Brot und Spiele. Fußball als Opium fürs Volk.

Irgendwie hat das immer funktioniert.

Was der Fußballfürst Joseph Blatter nun in Brasilien erleben musste, nicht nur beim Eröffnungsspiel, als die Stadionbesucher sich minutenlang nicht mehr beruhigten und das Protokoll sprengten, das schockiert ihn zutiefst. Er kann damit nicht umgehen. Und seine fürstlich bezahlten Propagandisten, allen voran Kommunikationsdirektor Walter de Gregorio sowie Blatters persönlicher PR-Berater Bernd Fisa, sind ebenso hilflos. Sie agieren gern aus dem Hinterhalt und verbreiten ihre Propaganda in etlichen Medien, wie gerade wieder in Roger Köppels Weltwoche („Essay“ von Blatter: „Fußball verbessert die Welt“), doch stehen sie auf verlorenem Posten:

Der denkende Teil der Menschheit glaubt den Lügen nicht. Der denkende Teil der Menschheit hat die FIFA längst durchschaut. Das lässt sich auch nicht mit 1,4 Milliarden auf dem Festgeldkonto und weiteren Propagandafeuerwerken korrigieren.

Und das ist auch gut so.

Im fußballverrücktesten Land des Planeten demonstrieren Millionen Menschen nicht nur für bessere Lebensbedingungen, für Bildung, Gesundheitsfürsorge und eine faire Chance an der gesellschaftlichen Teilhabe. Sie demonstrieren  gegen Geschäftemacherei, grassierende Korruption, gegen Gigantismus und die Verschleuderung von Steuermitteln für den Bau überdimensionierter Arenen, die nach der Sause – ob nun nach der Fußball-WM 2014 oder den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro – kaum vernünftig genutzt werden können. Die Menschen demonstrieren gegen diese White Elephants, so nennt man sportive Investruinen, und damit direkt gegen die FIFA und deren Pflichtenhefte, gegen Sepp Blatters engste Freunde und Geschäftspartner: die kriminellen Cartolas, Brasiliens Fußballfunktionärsclique, zu denen Blatters FIFA-Vorgänger Joao Havelange zählt, die seit Jahrzehnten den Lauf der Dinge bestimmt.

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Crowdfunding, das IOC-Buch: „Macht, Moneten, Marionetten“

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Hatte ich kürzlich eine Überraschung versprochen? Ich finde, dieses Buch muss sein. Genau jetzt. Denn präzise betrachtet wird im IOC gerade die wichtigste Personalie der deutschen Sportgeschichte verhandelt – und mehr.

Voilà:

Sie können das Buch ab sofort kaufen, damit vorfinanzieren und sich mit mir auf die Reise durch die Parallelgesellschaft machen.

  • Hier geht’s zur Crowdfunding-Plattform KRAUTREPORTER, wo sie alle Details erfahren und das Projekt finanzieren können.

Ich habe auf Krautreporter eine Finanzierungssumme von 10.000 Euro aufgerufen.

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