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Gericht rügt Fifa: „täuschendes Verhalten“

„Im Rechtsstaat“, sagte einst Marc Siegwart, „gibt es keine Moraljustiz.“ Siegwart ist Richter am Strafgericht des Kantons Zug. Und er hat im Frühjahr dieses Jahres fast ein wenig bedauert, dass es keine Moraljustiz gibt; jedenfalls klingt seine Aussage bis heute in meinen Ohren so nach. Man wird doch mal träumen dürfen.

Ich habe den größten Korruptionsprozess der Sportgeschichte hier im Blog recht ausführlich dokumentiert. Es geht um Schmiergeldzahlungen von bestätigten 138 Millionen Franken an höchste Sportfunktionäre aus jenen Verbänden, mit denen der einstige Weltmarktführer ISL/ISMM Milliardengeschäfte machte.

Ach ja, das hier unten links ist übrigens Jean-Marie Weber, der Geldbriefträger und Geldkofferträger, der als einziger die Namen aller Schmiergeldempfänger kennt. Der Herr daneben, Joseph Blatter, ist ein alter Kampfgefährte und Vertrauter des ISL-Barons Weber, auch er ist Stammgast in diesem Blog. Jean-Marie war einmal der große Impressario des Weltsports. Er konnte alles.

[caption id="attachment_2074" align="aligncenter" width="538"]jmw-sepp Stammgäste: Jean-Marie & Joseph[/caption]

Der IO-Bericht: Kritik an den Dopingkontrollen in Peking

Während mancher Kommentator in den vergangenen Tagen vorschnell ein hartes Eingreifen des IOC in der Dopingfrage bejubelte, weil unter für mich durchaus mysteriösen Umständen angekündigt wurde, die Blutproben von Peking noch einmal analysieren zu lassen, empfiehlt es sich, die wenigen Fakten ins Licht zu rücken. Zum Beispiel den Bericht der so genannten Independent Observer für die Dopingkontrollen während der Peking-Spiele.

Denn dieser Bericht liegt dem IOC seit dem 19. September vor, der Öffentlichkeit seit wenigen Stunden. Nur hat das bisher kaum jemand bemerkt. Soweit ich diese 50 Seiten auf die Schnelle überblicke, finde ich doch einige hoch interessante Sachverhalte. Manches kommt hammerhart und entlarvt einige Lügen der olympischen Branche. Die wichtigsten Punkte will ich flink mal zur Diskussion stellen. Ich frage mich einmal mehr und entschuldige mich gleich auch für meine Wortwahl: Wie lange wollen die uns eigentlich noch verarschen?

io-report-oct-2008

Bevor ich einige Beispiele bringe, kurz zur Klarstellung: Während der so genannten Olympic Period (27. Juli bis 24. August) gebot das IOC über die Dopingkontrollen – wie immer bei Olympischen Spielen. Wie immer bei den Spielen war die World Anti-Doping Agency (Wada) nur Beobachter. Eingesetzt wurde eine zwölfköpfige Gruppe von Independent Observern, geleitet von der Engländerin Sarah Lewis, Generalsekretärin des Ski-Weltverbandes Fis.

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1. Die Meldepflicht

102 Nationale Olympische Komitees (von 205) haben die Whereabouts ihrer Sportler in Peking nicht angegeben. Nach Ermahnungen lieferten nur 8 NOK Informationen. Das IOC handelte nicht.