finanzierung von mega-events

Sotschi „is making rapid progress“

Für Feinschmecker.

Mal wieder etwas anderes, aber noch Wintersport – der Beitrag sollte eigentlich am Samstag folgen, es kam nur etwas dazwischen. Nun also: Am 4. Juli war es genau zwei Jahre her, dass Sotschi und Wladimir Putin in der aufregenden Guatemala City aus welchen Gründen auch immer mit den Olympischen Winterspielen 2014 geehrt wurden.

Und noch eins meiner Lieblingsvideos:

Copy and paste im Bundestag: die Olympiabewerbungen von Leipzig und München

Komme gerade aus dem Reichstag, wo der Sportausschuss des Bundestages in einer eher kleinen Runde seinen 40. Geburtstag gefeiert hat, den er offiziell zwar erst im November begeht, aber man kann ja nie wissen. Im September sind Wahlen, und danach kann alles anders sein. Zur Feierstunde vielleicht später noch einige Details, zumindest einige interessante Zitate. Vorweg dies, Peter Danckert (SPD/Pferdesportverband Berlin-Brandenburg/Nada-Kuratorium):

„Wir sind eine große Familie. Aber in dieser Familie kann nicht immer mit einer Stimme gesprochen werden.“

Immerhin, das unterscheidet sich schon mal von anderen Familienpatriarchen.

In einer kurzen Sitzung haben die Abgeordneten um 13 Uhr noch ihre bedingungslose Unterstützung für die Olympiabewerbung von München bekräftigt (bei Enthaltungen von Bündnis 90/Die Grünen und den Linken), obgleich keine Finanzierungskonzepte und transparente Kalkulationen im Umgang mit Steuermitteln vorliegen. Es gab, nicht zum ersten Mal, eine durchaus muntere engagierte Diskussion über eine gewisse Berichterstattung, wie mir berichtet wurde. Dagmar Freitag (SPD/DLV-Vizepräsidentin) wedelte mit der Kopie eines Zeitungsartikels „Politiker im Olympiarausch“, der ihr nicht gefallen hat.

Als Nachtrag zum gestrigen Beitrag „Bundestag zu München 2018: ‚demokratiewidriger Striptease?“ habe ich mal flink die Resolutionen des Bundestages aus dem Dezember 2003 (Olympiabewerbung 2012 Leipzig) und die morgen im Parlament zu verabschiedende Resolution (Olympiabewerbung 2018 München) verglichen. Es geht um die vermeintlichen Segnungen Olympias (Fairplay?! Arbeitsplätze ?! etc. pp?!) und solche Sachen. Und um Steuermittel in beträchtlicher Höhe. Für Leipzig 2012 waren in den Arbeitsgruppen des BMI und der Sächsischen Staatskanzlei intern 9 bis 14 Milliarden Europ kalkuliert – eine Zahl, die von Politik und Sport nie öffentlich gemacht werden sollte. Da waren sich die Herrschaften einig.

Hier die acht Punkte der Bundestags-Resolutionen zu Leipzig (2003) und München (2009). Mehr als ein copy-paste-Verfahren? Wer Unterschiede feststellt: Bitte melden und in der Kommentarspalte festhalten.

Der Deutsche Bundestag wolle beschließen:

Erstens

2003: Der Deutsche Bundestag begrüßt und unterstützt nachhaltig die Bewerbung der Stadt Leipzig mit dem Segelstandort Rostock um die Ausrichtung der XXX. Olympischen Sommerspiele und der XIV. Paralympics 2012. Er sieht die Bewerbung und die angestrebte Ausrichtung der Spiele als nationale Aufgabe an.

2009: Der Deutsche Bundestag begrüßt und unterstützt nachdrücklich die beabsichtigte Bewerbung der Landeshauptstadt München zusammen mit der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und dem Landkreis Berchtesgadener Land zur Ausrichtung der XXIII. Olympischen und XII. Paralympischen Winterspiele 2018. Er sieht die Bewerbung und die angestrebte Ausrichtung der Spiele als nationale Aufgabe an.

Zweitens

2003: Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Olympiabewerbung weiterhin tatkräftig zu fördern. Die Mitwirkung der Bundesregierung im Aufsichtsrat der Bewerbungskomitee Leipzig 2012 GmbH wird begrüßt.

2009: Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Olympiabewerbung weiterhin zu fördern und zu unterstützen.

Drittens

2003: Der Deutsche Bundestag begrüßt das zwischen Bundesregierung, Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig einvernehmlich verabschiedete Programm für Sofortmaßnahmen, um die deutsche Bewerbung international wettbewerbsfähig aufzustellen. Er appelliert an alle Beteiligten, in diesem Geiste die Bewerbung weiter erfolgreich voranzubringen.

2009: Der Deutsche Bundestag begrüßt die Mitwirkung der Bundesregierung im Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH sowie die Tatsache, dass auch ein Vertreter des Deutschen Bundestages Sitz und Stimme hat.

Bundestag zu München 2018: “demokratiewidriger Striptease”?

Hoppala, eine neue Website taucht auf. Die der Olympiabewerbung von München und Satelliten für die Winterspiele 2018. Na ja, noch nicht ganz, aber ganz bestimmt bald wird das eine richtige Anlaufstelle für alle Informationshungrigen. Bestimmt finden sich dann dort auch sämtliche Finanzpläne, Hochrechnungen und etliche andere Dokumente. Gewiss.

[caption id="attachment_4075" align="aligncenter" width="299"]Screenshot muenchen2018.org www.muenchen2018.org[/caption]

Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode soll übrigens im Bundestag noch flink ein Antrag zur Unterstützung der Münchner Olympiabewerbung durchgebracht werden. Die Drucksache 16/13481, eingebracht von den Fraktionen SPD, CDU/CSU und FDP, wird am Mittwoch vom Sportausschuss abgesegnet und gelangt einen Tag später ins Parlament. Im ersten von acht Unterpunkten des Antrages heißt es: Die Olympiabewerbung sei eine nationale Aufgabe. Im zweiten Punkt kommt es zum Kern: „Der Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Olympiabewerbung weiterhin zu fördern und zu unterstützen.“

Samsung & Co: “natural partners”

Achtung, München! Achtung, Olympiabewerber! Der Konkurrent Südkorea Pyeongchang Samsung baut sein sportpolitisches Netzwerk aus. Soeben melden der Leichtathletik-Weltverband IAAF und sein täppischer, aber geschäftstüchtiger Präsident Lamine Diack einen neuen Sponsorenvertrag mit dem Giganten aus Fernost:

IAAF signs major marketing partnership with Samsung

Monte Carlo – The IAAF is delighted to announce the conclusion of a worldwide marketing partnership with Samsung, the world’s leading consumer electronics‘ brand concerning the World Championships in Athletics. Samsung has agreed to become an Official IAAF Partner of the 2009 and 2011 IAAF World Championships in Athletics and the 2010 IAAF World Indoor Championships.

Samsung will also help the above mentioned World Championships events with products and  provide support for the IAAF’s Continental and National Championships programmes, thus providing a more direct benefit to the IAAF Areas and Member Federations. With the conclusion of this agreement, the IAAF secures its seventh marketing partner for the 2009 World Championships with the other partners being TDK, Toyota, adidas, Epson, Seiko and VTB as well as Official IAAF Supplier, Mondo. (…)

Samsung Electronics Co., Ltd. is a global leader in semiconductor, telecommunication, digital media and digital convergence technologies with 2008 consolidated sales of US$96 billion. Employing approximately 150,000 people in 134 offices in 62 countries, the company consists of two business units: Digital Media & Communications and Device Solutions. Recognized as one of the fastest growing global brands, Samsung Electronics is a leading producer of digital TVs, mobile phones and TFT-LCDs. For more information, please visit www.samsung.com

IAAF President Lamine Diack said: „I believe that the IAAF and Samsung are natural partners. I am very proud that a top corporation like Samsung, which is already renowned for its work with the Olympic movement, has now agreed to become the partner of athletics, which has such a historic connection with the summer Olympic Games.“ (…)

Mein Beitrag im Deutschlandfunk zur Lage der Münchner Bewerbung vom Wochenende – mit O-Tönen der Geschäftsführer Bernhard Schwank und Richard Adam sowie DOSB-General Vesper, eingeholt nach der letzten Sportausschuss-Sitzung:

:

Erst am 15. Oktober ist Bewerbungsschluss für Interessenten an den Winterspielen in neun Jahren. Bislang sieht es nach einem historischen geringen Interesse und deshalb schon rein rechnerisch nach einer guten Chance für München aus. Münchens Olympiabewerber stellten sich in dieser Woche im Sportausschuss des Bundestages vor.

Bisher stehen nur Pyeongchang aus Südkorea und Annecy in Frankreich als Konkurrenten fest. Das kann sich allerdings ändern, vielleicht sogar noch Anfang Oktober nach der IOC-Entscheidung über die Sommerspiele 2016. Bernhard Schwank, einer von zwei Geschäftsführern der Münchner Bewerbergesellschaft: „Also im Moment ist klar, mit wem wir nicht rechnen müssen. Nämlich mit Norwegen, mit Schweden und der Schweiz, die alle deutlich signalisiert haben, dass sie sich für 2018 nicht bewerben werden. Es gibt immer wieder Hinweise aus Kasachstan mit Almaty. Es gibt aus unserer Sicht keine Hinweise, dass zum Beispiel Harbin, das jetzt die Winter-Universiade ausgetragen hat, sich bewerben wird. Bleibt also aus unserer Sicht der 15. Oktober abzuwarten – und dann wissen wir es.“

Die größte Gefahr für Münchens Bewerbung bleibt ein Olympiasieg von Madrid. Wenn die spanische Hauptstadt die Sommerspiele 2016 bekommt, sinken Münchens Chancen exorbitant, weil die Spiele nach London, Sotschi und Madrid sicher nicht zum vierten Mal in Folge in Europa ausgetragen würden. Und diese Gefahr ist in dieser Woche gestiegen, weil sich das Exekutivkomitee der Europäischen Nationalen Olympiakomitees auf seiner Sitzung in Dubrovnik klar zur Unterstützung Madrids ausgesprochen hat.

Notizen vom Sportausschuss (9) oder: “Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger”

Wie immer, live aus dem Sportausschuss des Bundestages, heute die 74. Sitzung. Auch diesmal gilt: Ich versuche, mich mit Kommentaren zurückzuhalten und derartige Anmerkungen brav kursiv zu kennzeichnen.

Die Geplänkel zu Anträgen von Linken und FDP (Thema Prävention als Gesundheitsvorsorge) leiten das Meeting ein. Zu Beginn funktioniert die Technik nicht, aber glücklicherweise läuft das im Bundestag so: Jemand ruft einen Techniker an, der Mann kommt sofort und beseitigt das Problem – wie im richtigen Leben. Über einen Grünen-Antrag („Alle Formen von Diskriminierungen thematisieren – Bürgerrechte von Fußballfans stärken – Für einen friedlichen und integrativen Fußballsport“) wird ebenfalls debattiert. Martin Gerster (SPD/Präsident des Sportakrobatik-Bundes) signalisiert Zustimmung „für die Zielrichtung“ des Antrages, lehnt den Antrag wegen wichtiger Details (u.a. wollen die Grünen die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen auch den profitorientierten Profivereinen aufbürden) allerdings für seine Fraktion ab. Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann möchte die zwölf Punkte des Antrages später noch einmal diskutieren, sagt aber auch:

„Wenn die Mehrheit weiß, dass sie es sowieso ablehnt, egal wie, dann kann man das heute vollstrecken.“

Peter Danckert (SPD) entgegnet leicht verärgert: „Also von Vollstreckung reden wir nicht, wir handeln nach der Geschäftsordnung.“ Klar, dass nun der Koalitionspartner dran ist: Also redet Klaus Riegert (CDU/Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes) „von einer ganzen Reihe von Selbstverständlichkeiten und Banalitäten“, es handele sich „um einen Schauantrag“. Er beantragt deshalb Vollstreckung Ablehnung.

Der (interessante und wichtige) Antrag, BT-Drucksache 16/12115, wird zügig abgelehnt mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP gegen Grüne und Linke. 

Schwerpunkte aus meiner Sicht: die Berichterstattung zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin (nicht zum ersten Mal im Ausschuss) und vor allem zur Olympiabewerbung Münchens für die Winterspiele 2018 (zum ersten Mal im Ausschuss). Zum Thema der Finanzierung – weitgehend öffentlicher Finanzierung – habe ich mich etliche Male geäußert (und oft genug angekündigt, dass es weitere Beiträge geben wird). Der Olympia-Aufsichtsrat aus dem Sportausschuss, Stephan Mayer (CSU), ist eine halbe Stunde nach Sitzungsbeginn noch nicht eingetroffen.

Richtig los geht’s mit der Leichtathletik-WM.

Michael Mronz (OK Leichtathletik-WM)
Gratuliert zunächst den Abgeordneten, die am Dienstag im Olympiastadion Sport trieben, zur „Absolvierung des Sportabzeichens“. (Foto, Screenshot DOSB: Bundespräsident/vorn/lange Hose – Sportausschuss-Chef Danckert/weiße Hose, 2. v.r.) 

Innerhalb der nächsten zehn, vierzehn Tage soll der vierte Sponsoren-Partner („ebenfalls ein Dax-Unternehmen“) vorgestellt werden. Gespräche mit dem fünften Partner laufen. „Wir gehen davon aus, dass wir unser Ziel erzielen werden, wie es in dem Haushaltsplan vorgesehen ist.“ Derzeit sind 220.000 Tickets verkauft – er nennt wie schon beim letzten Besuch des BOC Vergleichszahlen zu Paris 2003 und Osaka 2007. Erläutert Details seiner peinlichen „Roadshow“ durch Deutschland.

„Das Maskottchen ist umfangreich unterwegs. Umfangreich ist Berlino im Einsatz. Das ist ein Klasse-Sympathieträger!“

(Berlino heißt hier im Blog nach demokratischer Abstimmung: Problembär.) Mronz sagt natürlich noch: „Wir alle können uns freuen auf eine good time in Berlin im August.“

Finanzierung Olympischer Spiele: “Wir sind ein privilegiertes Völkchen!”

Zum Hören:

:

Und zum Lesen:

Ein Hintergrund Politik von mir im Deutschlandfunk zum Thema „Die Finanzierung von Mega-Events in Krisenzeiten“.

(Ich denke, dass ich den Beitrag später noch mit einigen Zahlen und Links aufhübsche.)

* * *

Olympische Spiele sind die größte Showveranstaltung auf Erden. Nur 17 Tage dauern die Sportfeste – und kosten doch jeweils viele Milliarden Dollar. Die Finanzierung von Olympischen Spielen ist, historisch betrachtet, immer ein Risiko.

Das kanadische Montreal beispielsweise, Ausrichter der Sommerspiele 1976, brauchte drei Jahrzehnte, um seine Schulden zu tilgen. Künftige Olympiastädte wie Vancouver, London und Sotschi ächzen derzeit unter der Last ihrer Verpflichtungen. Die Wirtschaftskrise gefährdet zahlreiche Projekte, notdürftig werden die Löcher gestopft. Großspurige Versprechen von Finanzinvestoren wurden zu Makulatur.

Was vom Tage übrig bleibt (27)

Tut mir leid, aber zu mehr als einer Zweitverwertung meiner Texte vom Gipfeltreffen der Sportfamilie aus Denver reicht es momentan nicht. Die vielen Ideen lassen sich aus zeitlichen Gründen gerade nicht umsetzen. Für Nachschub ist aber gesorgt, der Trip hierher hat sich in dieser Hinsicht zweifellos gelohnt.

Beitrag vom 25. März

DENVER. Hein Verbruggen war wütend. „Diese Arroganz“, schimpfte der langjährige Präsident des Radsport-Weltverbandes, „die wollen einfach nicht mit uns reden. Diese Arroganz, die ist total!“ Nein, Verbruggen sprach nicht über einen gewissen Verbruggen, der über die Jahre alle Vorwürfe an seiner Amtsführung mit der ihm eigenen Impertinenz abprallen ließ, der Holländer tadelte den eigentlichen Gastgeber des Weltsportgipfels in Denver: das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC). Seit vier Jahren versuchen Verbruggen und sein Verbündeter Denis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes und Chef der Vereinigung der Olympischen Sommersportverbände (ASOIF), das USOC dazu zu bewegen, auf einen Teil seiner olympischen Marketingeinnahmen zu verzichten. Nun forderten die 26 Verbände das IOC geschlossen auf, die USOC-Verträge zu kündigen. 

Gemäß Abmachungen aus den 1980er Jahren, die zuletzt 1996 verlängert wurden, erhält das USOC pauschal 12,75 Prozent der milliardenschweren amerikanischen TV-Rechte und 20 Prozent aus den Sponsorenverträgen des IOC. So kassiert das USOC im vierjährigen Olympiazyklus bis 2012 insgesamt 450 Millionen Dollar. „Etwa soviel wie alle olympischen Verbände und die anderen 204 NOK zusammen“, sagt Oswald, der sich schon mit dem Gedanken vertraut gemacht hat, gegen das USOC vor Gericht zu ziehen. Oswald trägt die Forderung der ASOIF am Donnerstag dem IOC-Exekutivkomitee vor. Die sieben Wintersportverbände werden die Resolution vorerst nicht unterstützen, sagt Ski-Weltpräsident Gian-Franco Kasper: „Die Sommerverbände haben uns nicht gefragt.“

Korruption im Sport: Präventionsmaßnahmen

Kleine Spielerei, man wird ja noch träumen dürfen: Ich habe für das Buch „Korruption im Sport“ einige Vorschläge zur Korruptionsprävention erarbeitet, die ich gern noch einmal zur Diskussion stelle – überarbeitet und verkürzt. Dass es sich bei der Korruption um ein Strukturproblem des Sportsektors handelt, habe ich hier dargelegt, nebst Definitionen und Erscheinungsformen der Korruption im Sport.

Zum Problem der partiellen Rechtlosigkeit meine aktuellen Beiträge in der Süddeutschen und in der NZZ.

Wer in den Statuten des IOC, des DOSB oder den Regelwerken der Handballverbände schmökern und nach klaren Antikorruptionsregeln suchen mag:

Sotschi 2014: PR vs Journalismus

„Dear friend“, eine kleine aber nicht unwichtige Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag „Putin zu Sotschi: We must cut construction costs“. Ich weiß zwar nicht, was ich missverstanden habe, entschuldige mich dafür dennoch bei Dmitri Kosak, Wladimir Putin, Dmitri Medwedjew und den Olympia-Organisatoren. Aus Sotschi bzw. vom Server der Schönfärber PR-Agentur Weber Shandwick, einer jener Giganten, die im Olympiabewerber-Business Geschäfte machen, kommt gerade diese Email, die alles richtig stellt. Es stimmt schon, dass die Regierungszusagen für Sotschi um 15 Prozent gekürzt wurden. Aber nur, weil man die Ausgaben optimiert und billigeres Baumaterial gefunden hat. Ach so, klar, das musste noch einmal gesagt werden. Hier der Beweis für die laut RIA Novosti sehr erfreuliche Nachricht:

Von: Sochi2014 Media [mailto:sochi2014media@webershandwick.com]
Gesendet: Mittwoch, 18. Februar 2009 13:59
An: Sochi2014 Media
Betreff: Statement on Sochi 2014’s budget

Dear Friend,

The press office of the Deputy Prime Minister of Russia today made the following statement in relation to positive cost savings made associated with the development of Sochi as a mountain-climate resort:

Putin zu Sotschi: “We must cut construction costs”

Ich sage ja immer, dass es sich lohnt, schräge Webseiten aufzusuchen. Dazu zähle ich die der russischen Regierung. Die Meldung, dass Russland den Etat für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi um 1,4 Milliarden auf äußerst bescheidene 8 Milliarden Euro kürzt, ist ja inzwischen auf dem Markt. Das kommt aber überraschend, nicht wahr? Es werden 15 Prozent Kosten für die Wettkampfstätten eingespart, erklärte Vize-Premier und Olympiaminister Dmitri Kosak nach einem Gespräch beim Premierminister, Olympia-Akquisiteur und Ehrenpräsidenten des Europäischen Judoverbandes Wladimir Putin. Den Blicken nach zu urteilen, muss das heute ein sehr ernster Talk gewesen sein, der Lage angemessen:

© Russian Government

Faszinierend finde ich, dass ein Protokoll des Gesprächs zwischen Putin und Kosak bereits auf Putins Webseite steht. In Russisch. In Englisch. Lustig sich vorzustellen, der Rapport sei so verlaufen.

Was vom Tage übrig bleibt (18): Bid Books der Olympiabewerber 2016

Jetzt fehlt nur noch Rio, das wird nachgetragen. Tokio, Chicago und Madrid waren etwas schneller – auch in dieser Hinsicht. Drei Alle Bewerbungsbücher der vier Finalisten, die sich um die Olympischen Sommerspiele 2016 streiten, sind nun online verfügbar – wenige Stunden nach Deadline, also Abgabefrist der Dokumente in Lausanne beim IOC (12. Februar, 24 Uhr). Hier sind die Links:

Ich habe nicht geprüft, welches Bidbuch George Hirthler, der berühmteste einer der wenigen Bidbuchschreiber der Branche, diesmal verfasst hat, ich meine das von Chicago. München mag Hirthler übrigens auch ganz gern verpflichten. Aber das ist vielleicht doch eine andere Geschichte.

Okay, wie geht es jetzt im 2016er Wettbewerb weiter?