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Olympia 2018, die Ausgangslage: Pyeongchang vor Pyeongchang vor Pyeongchang

Das ist doch mal eine knackige Umfrage, die anderthalb Jahre läuft und im Laufe der Jahre, bis zum 6. Juli 2011, lässig den Umständen angepasst werden kann:

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Stammgäste mag verwundern, dass ich Jack Warner und JMW diesmal nicht als Antwortoptionen angeführt habe. Mal sehen, welche Entwicklungen die Sportpolitik noch bereit hält. Ich denke, Jack ist bis Dezember 2010 zunächst mit den Geschäften um die Fußball-Weltmeisterschaften 2010, 2018 und 2022 voll ausgelastet.

Nun ganz sachlich:

Heute Morgen gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Bewerberstädte für die Olympischen Winterspiele 2018 bekannt. (Nachtrag: Ich habe mich im Tag geirrt. Korrekt: Heute ist Bewerbungsschluss. Morgen Bekanntgabe und gleich auch PR-Party in München mit Vorstellung des Logos.) Da man eher nicht davon ausgehen sollte, dass ernst gemeinte Bewerbungen – es geht schließlich um Milliardenprojekte – in der letzten Minute in Lausanne abgegeben werden, wird es dabei bleiben, was ich seit Monaten erzähle: Seit drei Jahrzehnten hat es nicht so ein geringes Interesse an Winterspielen gegeben. Daraus erwachsen schon rein rechnerisch größere Chancen für alle ernsthaften und halbwegs ernsthaften Bewerber, also: Pyeongchang (Südkorea), München und Satellitengemeinden (Bayern) und Annecy (Frankreich).

Sollte nun tatsächlich noch eine Stadt wie etwa Almaty auf der Liste der Bittsteller auftauchen, darf man das getrost unter dem Faktor Folklore verbuchen. Die ehemaligen Sowjetrepubliken, allesamt Totaldemokratien, wie wir wissen, haben sich schon immer gern um Olympische Spiele beworben – oder haben so getan, als würden sie sich bewerben. Taschkent, Baku, Almaty oder einst St. Petersburg – es ging meistens darum, wie es ein schwedischer Staatsanwalt einst so hübsch formulierte: „Geld rein, Geld raus, und alles unter dem Deckmäntelchen Olympia.“

Die üblichen beiden Phasen einer Olympiabewerbung werden in diesem Fall verschmelzen:

Zeitplan Olympiabewerbung 2018
Phase 1 15.10.2009 Bewerbungsschluss beim IOC. DOSB hat München angemeldet
01.11.2009 Unterschrift des Candidature Acceptance Procedure
01.11.2009 Zahlung der Bewerbergebühr (Candidature Acceptance Fee) von 150.000 US-Dollar
2.-5.12.2009 IOC Seminar für Applicant Cities
12.-28.02.2010 Teilnahme der Bewerber am Olympic Games Observer’s Programme des IOC bei den Winterspielen in Vancouver
15.03.2010 Abgabe der Bewerbungsunterlagen und der Garantien beim IOC
bis Juni 2010 Prüfung der Unterlagen durch das IOC
7.-10.06.2010 Debriefing Vancouver 2010 in Sotschi, Teilnahme der Bewerber für 2018
Phase 2 Ende Juni 2010 IOC-Exekutive wollte über die Finalrunde entscheiden und aus Applicant Cities die Candidate Cities machen – das ist angesichts des geringen Interesses Formsache
11.01.2011 Abgabe des Bewerbungsbuches beim IOC
Frühjahr 2011 Besuche der IOC-Evaluierungskommission bei den Candidate Cities
Frühsommer 2011 Bericht der IOC Evaluierungskommission
06.07.2011 Wahl der Olympiastadt 2018 auf der 123. IOC-Session in Durban

Aus dem geringen Interesse an den Winterspielen 2018 sollte man nicht zu viel ableiten. Zum einen rekrutierte und dezimierte sich das Feld auf ganz unterschiedliche Weise, der Faktor Zufall spielte ebenso eine Rolle. Zum anderen sind es, wie der Name schon sagt: nur Winterspiele. In weiten Teilen des Planeten interessiert sich niemand dafür. Winterspiele sind, anders als der Gigantenwettstreit um die Sommerspiele 2016, den wir gerade in Kopenhagen erlebten, nun mal ein Minderheitenprogramm. Wo außerhalb Deutschlands und des deutschen Sprachraums interessiert man sich schon für Übungen wie Biathlon, Rodeln, Bobfahren? Hierzulande werden diese Disziplinen allerdings mit soldatischem Eifer von einer Hundertschaft Bundespolizisten und Sportsoldaten betrieben, übertragen öffentlich-rechtliche TV-Stationen tagelang x-beliebige Weltcupveranstaltungen, werden so viele umweltschädliche und die Umwelt verschandelnde Kunsteisbahnen unterhalten wie sonst nirgends auf der Welt, neuerdings wurde mit Steuermitteln in Oberhof gar eine Skilanglaufhalle errichtet. Ziemlich irre, das. Die Sinnfrage sollte man eher nicht stellen.

Einfältige Gemüter leiten nun aber gerade aus dieser Schwäche der Deutschen für derlei deutsche Übungen (etwa Schießen und Weglaufen, vulgo: Biathlon) exorbitante Olympiachancen ab. Einfältige Geister haben auch aus einer eher mangelhaft organisierten und schlecht besuchten Biathlon-WM vergangenen Winter in Pyeongchang abgeleitet, dass Münchens Olympiachancen gestiegen seien. Nun ja, derartige Gedankensprünge sind nicht ganz richtig, aber im Grunde doch grundfalsch. Will sagen: Wir bewegen uns auf dem Feld der internationalen Sportpolitik. Es empfiehlt sich, eher nicht von auf Sachargumenten basierenden Entscheidungen auszugehen.

Von Sachargumenten geleitet und mit sachdienlichen Informationen gespickt sollte allerdings in einem demokratischen Gemeinwesen eine Olympiabewerbung immer sein. Ich verweise gern noch einmal darauf, dass deutsche Bewerbungen dagegen seit Jahrzehnten an Intransparenz laborieren, an chronischer Intransparenz, wenn es um Finanzierungsfragen geht. Die Basis-Lüge war stets: eine Bewerbung würde „privat finanziert“. An den Beispielen Berlin 2000 und Leipzig 2012, zuvor auch Berchtesgaden, hat man gesehen, dass es sich tatsächlich immer etwas anders verhielt. Der „private“ Anteil an den Bewerbungskosten war verschwindend gering, wurde teilweise in Sachleistungen erbracht, hat den so genannten Sponsoren oft mehr direkte Aufträge eingebracht, als ins „Sponsoring“ investiert werden musste. Vor allem: Die wahren Kosten wurden den Steuerzahlern stets verschleiert, verheimlicht, Einblicke in Unterlagen verwehrt – und wenn es kritisch wurde, Staatsanwaltschaften vorsichtig „ermittelten“, sich Rechnungshöfe interessierten und parlamentarische „Untersuchungskommissionen“ notgedrungen aktiv werden mussten (nach journalistischen Recherchen), dann arbeiteten die Reißwölfe auf Hochtouren. Reißwölfe und Aktenschredder füttern – auch das ist eine olympische Disziplin. Ich empfehle das Buch: „Operation 2012, Leipzigs deutscher Olympiatrip„.

Und, ja, all die Unterlagen, die interessant sind aus den letzten Jahren (Berchtesgaden, Berlin, Leipzig), werde ich bis zur Entscheidung des IOC im Sommer 2011 in Durban hier selbstverständlich aufbereiten. Ich meine, wozu habe ich das Zeug denn gesammelt und so lange aufbewahrt. Wir wollen doch alle Spaß daran haben und etwas genauer erfahren, wie so etwas läuft.

  • An alle, die noch Informationen aus Berchtesgaden, Berlin und Leipzig haben, an alle, die Informationen über die Olympiabewerbung Münchens los werden wollen: Jede Zuschrift wird selbstverständlich vertraulich behandelt. Jedes Dokument wird sorgfältig geprüft und vor einer eventuellen Veröffentlichung so bearbeitet, dass keine Rückschlüsse auf den Informanten/Whistleblower möglich sind.

Ich darf das mal in eigener Sache sagen, bin ja hier der Hausherr: Tiefensee & Co würden noch heute viel dafür geben, dürften sie erfahren, wer meine Informanten waren, die mich während der Leipziger Olympiabewerbung 2003/2004 in die Lage versetzten, mit etlichen Exklusivgeschichten das Tempo zu bestimmen, phasenweise Transparenz herzustellen und die Bewerbung dadurch fast zu stoppen. Ja, noch so eine deutsche Konstante: Transparenz ist keine olympische Disziplin.

Akklamation? Nein. Jacques Rogge lässt sich zum IOC-Präsidenten wählen

[caption id="attachment_5542" align="aligncenter" width="549"]IOC-Präsidentenwahl 2009, Thomas Bach beim Stimmen zählen Thomas Bach (2. von links, natürlich) schreibt seinen Namen… (Screenshot IOC-TV)[/caption]

Ich denke mal, in diese Lage wird das UDIOCM (FDP) nie wieder kommen. Thomas Bach hat gerade dieses Wahlprotokoll unterschrieben, obgleich es doch viel spannender gewesen wäre, wenn einer – er zum Beispiel – gegen den Alleinkandidaten angetreten wäre:

Der Fuchs im Hühnerstall lehnt die Petition des Dopingopferhilfevereins ab

Gerade wurde hier die Frage diskutiert, was eigentlich aus der Petition des Dopingopferhilfevereins geworden ist. Nun, die Antwort lautet: Klaus Zöllig, Vorsitzender des Dopingopferhilfevereins (DOH), hat Post bekommen. Eine Sachbearbeiterin des Bundestags-Petitionsausschusses teilt zur Petition 1-16-06-228-053614 mit:

Sehr geehrter Herr Dr. Zöllig,

als Anlage übersende ich Ihnen die zu Ihrer Eingabe eingeholte Stellungnahme des Bundesministeriums des Innern (BMI) mit der Bitte um Kenntnisnahme.

Darüber hinaus möchte ich Sie auf die Beschlussempfehlungen und Berichte des Sportausschusses – Bundestags-Drucksachen 16/13175, 16/13579, 16/5937, 16/5526, 16/4738, 16/4166 – sowie auf die Antwort der Bundesregierung – Bundestags-Drucksache 16/4264 – hinweisen. Diese können Sie im Internet unter www.bundestag.de. dort unter Dokumente/Datenbank Dokumente einsehen und ausdrucken.

Vor dem Hintergrund der Ausführungen des BMI und der angeführten Drucksachen des Deutschen Bundestages sieht der Ausschussdienst derzeit keine Anhaltspunkte für darüber hinausgehende parlamentarische Aktivitäten des Petitionsausschusses. Ihre Eingabe wird deshalb als erledigt betrachtet. Sollten aus Ihrer Sicht jedoch noch Einwände bestehen, bitte ich, diese möglichst konkret darzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Ich habe mir die Mühe gemacht, sämtliche erwähnten Drucksachen zu verlinken. Allein diese Auflistung der Dame vom Bundestag ist schon eine Frechheit, weil sich darunter Anträge wie jener der Grünen (16/13175) befinden, die ja nicht wirklich diskutiert, sondern nur kollektiv abgelehnt wurden. Demokratie nennt man so etwas.

  • Drucksache 16/13175, Antrag der Grünen: „Dopingvergangenheit umfassend aufarbeiten“
  • Drucksache 16/13579, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zum Antrag der Grünen
  • Drucksache 16/5937, Beschlussempfehlung und Bericht des Sportausschusses zu 16/5526, 16/4738, 16/4166
  • Drucksache 16/5526, Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport
  • Drucksache 16/4738, Antrag der FDP: „Bekämpfung des Dopings im Sport vorantreiben und Optimierungsmöglichkeiten ausschöpfen“
  • Drucksache 16/4166, Antrag der Grünen: „Bekämpfung des Dopings im Sport“
  • Drucksache 16/4264, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP

Volldemokratisch auch das Verfahren mit Zölligs Petition: Der sagen wir: Beschuldigte, also das BMI, wird um eine Stellungnahme gebeten. Der Sportabteilungschef des Bundes sagt, er könne „fehlerhaftes Verhalten des Bundes nicht erkennen“. Dann ist ja alles gut. Damit hat sich die Sache erledigt.

Tatsächlich?

Das erinnert mich an die Geschichte vom Fuchs im Hühnerstall, die hier am Beispiel einiger Korruptionsthemen immer mal wieder erwähnt wurde.

Johanna Sperling: „Bitte weist es zurück, seid stolz darauf!“

Dies ist die (extrem verkürzte) Geschichte eines der bewegendsten Dokumente von Zivilcourage, das ich zum Themenkomplex Doping je gesehen habe. Dieser Brief stammt aus dem Jahr 1963. Johanna Sperling hat damals in ihre „Sperlinge“, wie sie die von ihr betreuten Rudererinnen nannte, ins Trainingslager der DDR-Nationalmannschaft für die EM in Moskau geschrieben. Es ist das „erste Dokument eines individuellen Widerstands“, sagt Werner Franke. Ich habe mit einigen Dopingaufklärern darüber gesprochen. Niemand kennt etwas Vergleichbares.

[caption id="attachment_4933" align="aligncenter" width="816"]Eilsendung: An die Sperlinge, Berlin-Grünau, Regattastraße 211 Der Umschlag… Eilsendung an die „Sperlinge“ im Trainingslager[/caption]

Was diesen Brief so besonders macht, ist diese Passage:

Zielgruppenoptimierung: München 2018 verpflichtet das schönste Gesicht des Sozialismus

Die Entscheidung, Katarina Witt zum so genannten „Gesicht der Olympiabewerbung“ zu machen, ist eine nahe liegende, zielgruppenoptimierte Entscheidung. Keinesfalls sensationell, auch nicht herausragend originell, sondern clever, kühl kalkuliert. IOC-Mitglieder sind noch immer fast ausnahmslos Männer mittleren und gesetzteren Alters (wie man an jenem hochrangigen Vertreter sieht, der hier schon mal freundschaftlich und mit einigem Stolz ihre Hüfte Taille umfassen darf/Foto: Bewerbergesellschaft München 2018), und da kommt Gold-Kati an, keine Frage. IOC-Vizepräsident Thomas Bach (FDP/hier gern auch UDIOCM genannt) spricht von einer „besonderen Nuance“.

Ich sage allen Ernstes: Damit sind Münchens Chancen gestiegen. Nur dass Katarina Witt, bei allem Respekt, eben doch nicht die „erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten“ ist, wie sie behaupten, das müssen die Münchner Bewerber noch lernen. Es ist wichtig in dieser Szene, über die deutschen Grenzen zu schauen. Sonja Henie beispielsweise oder auch Irina Rodnina – die sollte man schon kennen. Do your homework!

Egal, das wird bestimmt lustig mit der Sportpolitikerin Kati, da bin ich recht optimistisch. Für Schlagzeilen in jeder Hinsicht ist gesorgt. Es war vor einigen Jahren ohnehin einer der vielen absurden Fehler des gewesenen Leipziger Oberbürgermeisters Tiefensee (SPD), sich selbst zum Gesicht der Bewerbung zu machen – und nicht seine sächsische Landsfrau.

Im Kuratorium finden sich ansonsten die üblichen Verdächtigen, ob sie nun Schröder, Westerwelle, Beckenbauer, Sommer, Schäuble, Huber, Gruber, Schächter (ja, auch die Medien) oder Zwanziger heißen.

Der Vollständigkeit halber, weil hier im Blog ja doch einiges zur Olympiabewerbung dokumentiert wird und das auch künftig so gehalten werden soll, in Gänze die beiden Pressemitteilungen von heute

Notizen vom Sportausschuss (9) oder: “Berlino ist ein Klasse-Sympathieträger”

Wie immer, live aus dem Sportausschuss des Bundestages, heute die 74. Sitzung. Auch diesmal gilt: Ich versuche, mich mit Kommentaren zurückzuhalten und derartige Anmerkungen brav kursiv zu kennzeichnen.

Die Geplänkel zu Anträgen von Linken und FDP (Thema Prävention als Gesundheitsvorsorge) leiten das Meeting ein. Zu Beginn funktioniert die Technik nicht, aber glücklicherweise läuft das im Bundestag so: Jemand ruft einen Techniker an, der Mann kommt sofort und beseitigt das Problem – wie im richtigen Leben. Über einen Grünen-Antrag („Alle Formen von Diskriminierungen thematisieren – Bürgerrechte von Fußballfans stärken – Für einen friedlichen und integrativen Fußballsport“) wird ebenfalls debattiert. Martin Gerster (SPD/Präsident des Sportakrobatik-Bundes) signalisiert Zustimmung „für die Zielrichtung“ des Antrages, lehnt den Antrag wegen wichtiger Details (u.a. wollen die Grünen die Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen auch den profitorientierten Profivereinen aufbürden) allerdings für seine Fraktion ab. Grünen-Sportsprecher Winfried Hermann möchte die zwölf Punkte des Antrages später noch einmal diskutieren, sagt aber auch:

„Wenn die Mehrheit weiß, dass sie es sowieso ablehnt, egal wie, dann kann man das heute vollstrecken.“

Peter Danckert (SPD) entgegnet leicht verärgert: „Also von Vollstreckung reden wir nicht, wir handeln nach der Geschäftsordnung.“ Klar, dass nun der Koalitionspartner dran ist: Also redet Klaus Riegert (CDU/Vizepräsident des Schwäbischen Turnerbundes) „von einer ganzen Reihe von Selbstverständlichkeiten und Banalitäten“, es handele sich „um einen Schauantrag“. Er beantragt deshalb Vollstreckung Ablehnung.

Der (interessante und wichtige) Antrag, BT-Drucksache 16/12115, wird zügig abgelehnt mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP gegen Grüne und Linke. 

Schwerpunkte aus meiner Sicht: die Berichterstattung zur Leichtathletik-WM 2009 in Berlin (nicht zum ersten Mal im Ausschuss) und vor allem zur Olympiabewerbung Münchens für die Winterspiele 2018 (zum ersten Mal im Ausschuss). Zum Thema der Finanzierung – weitgehend öffentlicher Finanzierung – habe ich mich etliche Male geäußert (und oft genug angekündigt, dass es weitere Beiträge geben wird). Der Olympia-Aufsichtsrat aus dem Sportausschuss, Stephan Mayer (CSU), ist eine halbe Stunde nach Sitzungsbeginn noch nicht eingetroffen.

Richtig los geht’s mit der Leichtathletik-WM.

Michael Mronz (OK Leichtathletik-WM)
Gratuliert zunächst den Abgeordneten, die am Dienstag im Olympiastadion Sport trieben, zur „Absolvierung des Sportabzeichens“. (Foto, Screenshot DOSB: Bundespräsident/vorn/lange Hose – Sportausschuss-Chef Danckert/weiße Hose, 2. v.r.) 

Innerhalb der nächsten zehn, vierzehn Tage soll der vierte Sponsoren-Partner („ebenfalls ein Dax-Unternehmen“) vorgestellt werden. Gespräche mit dem fünften Partner laufen. „Wir gehen davon aus, dass wir unser Ziel erzielen werden, wie es in dem Haushaltsplan vorgesehen ist.“ Derzeit sind 220.000 Tickets verkauft – er nennt wie schon beim letzten Besuch des BOC Vergleichszahlen zu Paris 2003 und Osaka 2007. Erläutert Details seiner peinlichen „Roadshow“ durch Deutschland.

„Das Maskottchen ist umfangreich unterwegs. Umfangreich ist Berlino im Einsatz. Das ist ein Klasse-Sympathieträger!“

(Berlino heißt hier im Blog nach demokratischer Abstimmung: Problembär.) Mronz sagt natürlich noch: „Wir alle können uns freuen auf eine good time in Berlin im August.“

Ein Arbeitsprotokoll: 20 Fragen an die MdB’s im Sportausschuss

Bin etwas verspätet, aber rechtzeitig vor den nächsten Sitzung des Sportausschusses, die in knapp zwei Stunden beginnt, wollte ich diesen Beitrag noch veröffentlichen, wenngleich nur in Kurzfassung, anders als gedacht.

Seit mehr als vier Monaten dominiert eine Diskussion die deutsche Sportpolitik: Die Frage der Persilscheine für ehemalige Dopingtrainer sorgt für erbitterte Auseinandersetzungen über die Dopingvergangenheit in Ost und West – auch hier im Blog (#Werner Goldmann, #Vergangenheitsbewältigung). Auffällig und nur schwer zu begreifen ist dabei, dass sich der Sportausschuss des Bundestages, der sonst nahezu jede aktuelle Problematik aufgreift, in vier Monaten in keiner der öffentlichen Sitzungen damit befasst hat.

Warum eigentlich nicht? Wird das noch geschehen?

Ich habe am 4. Mai einen Fragenkatalog an alle sechzehn Mitglieder des Sportausschusses geschickt. Die Fragen und die wichtigsten Teile der Email-Konversation dokumentiere ich nachfolgend.

Notizen vom Sportausschuss (7): Dopingkontrollen und Datenschutz

Mal wieder live aus dem Bundestag. Heute aus dem Reichstag, 3. Etage, CDU/CSU-Fraktionssaal. Interessantester Tagesordnungspunkt:

TOP 8 – Bericht zur Vereinbarkeit des Wada-Codes und des Adams-Systems mit Datenschutzbestimmungen

Die Sitzung hat gerade mit einer Schweigeminute für Holger Schück begonnen.

Chef im Ring ist heute Peter Rauen (CDU), der ehemalige Chef des Sportausschusses. Der amtierende Ausschusschef Peter Danckert (SPD) ist wegen „wichtiger Gespräche auf Bitte von Parteichef Müntefering und Ministerpräsident Platzeck“ entschuldigt, Winfried Hermann (Bündnis/Grüne) ist krank, damit dürfte es weniger turbulent zu gehen – schade eigentlich für rund 60 Studenten, die heute zuhören. Rauen hat noch Probleme, sich an die neue Sitzordnung im ungewohnten Ambiente zu gewöhnen. Das wird schon.

Während noch diverse TOP durchgewunken werden, hier schon mal Lektüre: Die Stellungnahme des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (pdf-Datei) zur Vereinbarkeit von Wada-Code und Adams mit den Datenschutzbestimmungen.

Kurze Erklärung: ADAMS = Anti-Doping Administration and Management System.

Rauen macht aus der Fraktion B90/Die Grünen mal eben: „Bündnis 90/Die Linken“. Dann kommt er „zu einem sehr spannenden Thema“.