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live aus Rio (26), DOSB-Bilanz: „Der Abwärtstrend ist jetzt nicht weiter nach unten gegangen“

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BARRA DA TIJUCA. Moin moin. Für mich der letzte Termin im Deutschen Haus. Bilanzkonferenz des DOSB, zuvor aber noch einige Medaillengewinner, drei Hockeyspielerinnen zum Beispiel. Rauchige Stimmen von der wilden Feier.

Bronzemedaille als kleiner Trost für eine Halbfinalniederlage im Penaltyschießen gegen die Niederlande, die sie alle nie vergessen werden.

Jamilon Mülders, der Bundestrainer:

Danach war für uns alle klar, wir werden Rio nicht ohne eine Medaille verlassen.

Es ist lange her, dass eine deutsche Frauennationalmannschaft so sehr begeistert hat, jedem Spiel ihren Stempel aufgedrückt hat.

Er sagt aber: Damen. Damenhockey. Nicht Frauenhockey.

Janne Müller-Wieland wundert sich über den Coach:

Ich bin froh, dass ich hier bin. Denn so viel Lob habe ich noch nie gehört.

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live aus Rio (17): die Welt ist eine Scheibe und Michael Vesper steht nicht unter Druck

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BARRA DA TIJUCA. Zwischenbilanz des DOSB. Live aus dem Deutschen Haus. Zunächst etliche Medaillengewinner aus dem Schießen, der Leichtathletik und dem Rudern. Christoph Harting ist wie angekündigt nicht dabei. Er schaut sich jetzt wahrscheinlich Videos an.

„Wir streben Perfektionismus an, den wir eigentlich nie erreichen können“, sagt der Olympiasieger Christoph Reitz, „Mitglied der Sportfördergruppe der hessischen Bereitschaftspolizei“. Vollprofi im staatlichen Auftrag.

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live aus Rio (14): das DOSB-Führungsduo propagiert die Vorgaben des DOSB-Ehrenpräsidenten vom IOC

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BARRA DA TIJUCA. Es gibt mal wieder Post vom DOSB, die ich ihnen nicht vorenthalten möchte.

Am 4. August 2016, einen Tag vor der Eröffnung der Sommerspiele, haben DOSB-Präsident Alfons Hörmann und der DOSB-Vorstandsvorsitzende (ehemals Generaldirektor) Michael Vesper den Mitgliedsorganisationen und persönlichen Mitgliedern des DOSB in einem zweiseitigen Schreiben die schwer umstrittene Pro-Russland-Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees vom 24. Juli erläutert. Die Email ging am 4. August raus, das Schreiben datiert vom 3. August.

Im Grunde liegen Hörmann und Vesper als Fanboys fast komplett auf der Linie des DOSB-Ehrenpräsidenten Thomas Bach.

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live aus Rio (12): olympischer Sportpolitik-Parcour im ganz normalen Wahnsinn

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Back to the Future oder Blick in die Vergangenheit? IOC-Vorsteher Bach im Casa Italia. (Foto: Stratos Safioleas/Instagram)

Back to the Future oder Blick in die Vergangenheit? IOC-Vorsteher Bach im Casa Italia. (Foto: Stratos Safioleas/Instagram)

BARRA DA TIJUCA. 2.37 Uhr am Mittwoch, Ortszeit. Moin moin. Auf geht’s zu einem kleinen Experiment. Ich habe mir ein feines Tagesprogramm zusammengestellt, nur für Feinschmecker, einen wahrhaftigen sportpolitischen Parcour, und werde bis Donnerstagmorgen fast nonstop darüber berichten. Vom ganz normalen olympischen Wahnsinn. Allerdings abseits der Arenen. Ein Protokoll mit zahlreichen unwichtigen und nichtigen Details (Zeiten in Warteschlangen, Taxis, Stau, Wutanfälle beim zehnten Security-Check, Taxikosten, Getränke- und Speiselisten, aber nicht alle Gesprächspartner und besprochenen Themen), das frei zugänglich bleibt, damit jeder sehen darf, wie schweißtreibend so eine tägliche sportpolitische Weltreise im Auftrag der zahlenden Leserschaft sein kann. Und im besten Fall erfahren sie sogar etwas und buchen doch noch einen Olympiapass.

Das Programm, im Groben, nicht detailliert:

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live aus Rio (5): Der die Fahne trägt, IOC-Wahlen & more

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BARRA DA TIJUCA. Die volle Dröhnung Olympia-Folklore heute. Verkündung des deutschen Fahnenträgers für die Eröffnungsfeier am Freitag. Stets ein staatstragender Akt. Diesmal mit einem ausgeklügelten Wahlmodus verbunden.

Danach wieder IOC, Termin mit Thomas Bach, eventuell WADA. All that jazz.

Robert Harting wird es nicht sein. Der ist noch in Deutschland. Und stand nicht zur Wahl.

Eine nette Info habe ich gestern Abend noch bekommen: Habe ein Ticket mit Arbeitsplatz für die Eröffnung im Maracana – neben meinem Lieblingseröffnungsfeierpartner @Gertz68, der hier seit vielen Jahren als Herr G firmiert. Das wird ein Spaß – live-Blog aus der Arena ist also garantiert.

9.04 Uhr: Alfons Hörmann ist gerade eingeflogen.

Er kommt aus der stark deutschen Wahrnehmung der medialen Darstellung, sagt er. Will uns ein paar grundsätzliche Gedanken darstellen. Er will den deutschen Weg hinter dem Fahnenträger skizzieren.

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live aus Rio (4): breite Spektren, dichte Unterkünfte und Wir-für-Deutschland-Brötchen

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BARRA DA TIJUCA. Barra Blue Beach Point, Av. Lucio Costa 8060. Deutsches Haus. Ort von Tränen aller Art. Stätte der Prognosen, verpufften Strategien, unerfüllten Wünsche und Überraschungen. Ab heute täglich. Erste Pressekonferenz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Live und in Farbe.

Es ist immer interessant, diesen Ausführungen zu lauschen. Wer mag, kann die Suchfunktion benutzen und derlei Berichte aus Peking, Vancouver und London nachlesen.

Rio 2016, DOSB-PK mit Dirk Schimmelpfennig, Michael Vesper und Ulrike Spitz

Michael Vesper, Chef de Mission und Vorstandsvorsitzender des DOSB, der sportliche Leiter Dirk Schimmelpfennig und Pressesprecherin Ulrike Spitz.

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live aus Rio (2), IOC watching: Bachs olympischer Einheitsparteitag

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BARRA DA TIJUCA. Moin, moin. Ich melde mich heute ab etwa 9 Uhr von der 129. Vollversammlung des IOC im Convention Center des Windsor Oceanico. Schaun mer mal, wie das IOC, wie die IOC Propaganda diese historische Krise der Bewegung weiter umdeutet, nicht bemerkt oder mindestens gewaltig relativiert. Über den IOC-Präsidenten Thomas Bach und seine Versuche, Realitäten zu zwingen, machen sich im Grunde sogar schon die Insiderdienste der Bewegung lustig.

Was steht an auf der IOC-Session?

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Strategiepapier „DOSB 2020“, Olympiabewerbung und das Einheitsprinzip „von Klarheit und Wahrheit“

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Lassen wir einen Augenblick lang Putin Putin sein und reden über den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Dessen tollpatschiger Präsident Alfons Hörmann macht in der Russland-Frage erwartungsgemäß auch keine gute Figur, weil er wieder nur auf der von seinem großen IOC-Vorbild Thomas Bach ausgelösten Welle surft. Der DOSB hat neben Hörmann mindestens einen weiteren glühenden Verehrer des IOC-Präsidenten, und dieser heißt Michael Vesper, bekleidet das Amt des Vorstandsvorsitzenden und ist während der Sommerspiele in Rio erneut Chef de Mission des deutschen Olympiateams. An die konsequent suboptimale Performance von Hörmann und Vesper hat sich „Sportdeutschland“ (DOSB-Slogan) längst gewöhnt, bei zwei am Bürgerwillen gescheiterten Olympia­bewerbungen (2022, 2024) war das wunderbar zu bestaunen – Vesper hat in verschiedenen Funktionen zusätzlich die gescheiterten Bewerbungen 2012 und 2018 mit zu verantworten.

Von Vesper hört man derzeit nicht so viel, das wird sich mit den in Rio de Janeiro anstehenden täglichen DOSB-Pressekonferenzen (jeweils 14 Uhr MESZ) und den üblichen Wasserstandsmeldungen zum Stand der Medaillen ändern. In einem deutschlandweit agierenden Radiosender, in dem Vesper eine Art Stammplatz- und Sendegarantie genießt, durfte er kürzlich eine gute halbe Stunde ungebremst darüber fabulieren, dass Rio de Janeiro bestens auf die Olympischen Spiele vorbereitet sei. …

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live-Blog: IOC lässt Russlands Staatsdoping-NOK zu, sperrt aber Whistleblowerin Stepanowa

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Photo: President of Russia

Photo: President of Russia

Erste russische Medien meldeten bereits vor einer dreiviertel Stunde die Erlösung, den Olympiasieg: Russisches Team in Rio de Janeiro, russisches NOK (ROC) nicht suspendiert.

Ich kann das derzeit nicht verifizieren, meine Vögelchen sind noch stumm. Aber in wenigen Minuten wissen wir mehr. Um 16.00 ist Telefonkonferenz mit Putins Kumpel UDIOCP Thomas Bach. Ich werde aus der Telefonschalte live bloggen und auch danach hier aktiv sein, mit kleineren Unterbrechungen bis tief in die Nacht.

Bis dahin empfehle ich:

Viel Vergnügen – und im besten Fall auch einen kleinen Erkenntnisgewinn!

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Was vom Tage übrig bleibt (96): Infantino, Samoura, Stepanowa, DOSB und unethische Olympialasten

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Startliste 2. Vorlauf 800 m Frauen bei der EM in Amsterdam am 6. Juli 2016

Startliste 2. Vorlauf 800 m Frauen bei der EM in Amsterdam am 6. Juli 2016

Damit es nicht untergeht im Euro-Rauschen, einige Links, Docs und Lektüre-Hinweise.

1) Am Wochenende veröffentlichten Tages-Anzeiger/Sonntagzeitung ein internes Schriftstück aus der FIFA, aus dem seit Ende Mai zitiert wird (etwa in der FAZ) – und in dem Gianni Infantino so einiges vorgeworfen wird. „Wer den FIFA-Chef kritisiert, fliegt raus“, titelt Arthur Rutishauser. Es geht, wie seit etlichen Wochen debattiert, um die Kosten für Flüge (Alischer Usmanow zeigt sich sehr spendabel), Matratzen, Fitnessgeräte, Blumen, Luxus-Limousinen, teure Berater (u.a. Luís Figo), Reinigungen und andere Spesen – und natürlich um Infantinos Millionen-Gehalt, das er als „beleidigend“ empfindet.

Hier das Papier:

Dazu gab es bereits einige Beiträge mit weiterführenden Links und dem Mitschnitt der FIFA-Councilsitzung im Mai:

:

Im Übrigen nimmt die von Infantino betriebene Säuberungswelle in der FIFA-Administration kein Ende, die nächsten beiden Manager wurden gefeuert: Severin Podolak, Chef der FIFA Travel GmbH, und Christoph Schmidt, Bürochef des Generalsekretariats, das bis vor kurzem von Markus Kattner geführt wurde, der ja nun auch gefeuert wurde. Dabei ist Infantino nach den neuen FIFA-Statuten doch gar nicht mehr fürs Tagesgeschäft verantwortlich, sondern quasi außenpolitisch tätig. Doch halt, hat er nicht in einem seiner vielen Alleingänge als CEO und Generalsekretärin die Senegalesin Fatma Samoura, installiert, die gerade bei Elfmeterschießen gegen Italien in Bordeaux dem CDU-DFB-Präsidenten Reinhard Grindel um den Hals gefallen ist?

Na klar.

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BGH: „Schadensersatzklage von Claudia Pechstein vor den deutschen Gerichten unzulässig“

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Beim Eislauf-Weltverband (ISU), beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Deutschen Eislauf-Union und anderen Sportmonopolen knallen die Schampuskorken. Denn der Kartellsenat des Bundesgerichtshof hat heute die Schadenersatzklage der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Polizeihauptmeisterin der Bundespolizei, „vor den deutschen Gerichten“ für unzulässig erklärt.

Jetzt geht es wohl vor das Bundesverfassungsgericht und vielleicht irgendwann vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, wie das Pechstein-Lager nicht nur einmal angekündigt hat. Es geht weiter, immer weiter, nicht nur in Richtung Olympia 2018.

Ich will und werde den Fall hier nicht mehr (groß) kommentieren, vielleicht schließe ich die Kommentare sogar, mal schauen, werde auf jeden Fall rigoros von meinem Hausrecht Gebrauch machen. (Jahrelang wurde hier jedes Dokument zum Fall erbittertst diskutiert, das will ich nicht mehr.) Weil mir aber in den ersten Online-Meldungen zum BGH-Beschluss, die ich in einigen Medien überflogen habe, die Details fehlen, möchte ich kurz die Pressemitteilung und Begründung des BGH (eine ausführliche Begründung wird wohl folgen) in Gänze veröffentlichen. Da hat endlich mal ein Jurist so formuliert, dass es einigermaßen zu verstehen ist, auch wenn man die Rechtsauffassung natürlich nicht teilen muss.

Meine Übersetzung: Das Rechtskartell der Sportmonopole bleibt bestehen.

(Deshalb die Sektkorken.)

Im Gesamtbild ist der Internationale Sportgerichtshof CAS unabhängig und neutral. Er ist ein echtes Schiedsgericht …“

… sollte Bettina Limperg, Präsidentin des BGH, das in ihrer Urteilsbegründung tatsächlich so gesagt haben (so übermittelte es die Nachrichtenagentur dpa), hielte ich das eher für einen schlechten Witz. Zum Flüchtlingsvergleich von Pechstein (Flüchtlinge genießen mehr Rechtssicherheit als Sportler, wird sie sinngemäß zitiert) äußere ich mich lieber nicht.

* * *

Bundesgerichtshof, Mitteilung der Pressestelle Nr. 97/2016

Schadensersatzklage von Claudia Pechstein vor den deutschen Gerichten unzulässig

Urteil vom 7. Juni 2016 – KZR 6/15

Die Klägerin, Claudia Pechstein, eine international erfolgreiche Eisschnellläuferin, verlangt von der beklagten International Skating Union (ISU), dem internationalen Fachverband für Eisschnelllauf, Schadensersatz, weil sie – nach ihrer Auffassung zu Unrecht – zwei Jahre lang wegen Dopings gesperrt war. Im Revisionsverfahren geht es im Wesentlichen um die Frage, ob eine von der Klägerin unterzeichnete Schiedsvereinbarung wirksam ist, die unter anderem die ausschließliche Zuständigkeit des Court of Arbitration for Sport (CAS) in Lausanne vorsieht.

Die Beklagte ist monopolistisch nach dem „Ein-Platz-Prinzip“ organisiert, d.h. es gibt – wie auch auf nationaler Ebene – nur einen einzigen internationalen Verband, der Wettkämpfe im Eisschnelllauf auf internationaler Ebene veranstaltet. Vor der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaft in Hamar (Norwegen) im Februar 2009 unterzeichnete die Klägerin eine von der Beklagten vorformulierte Wettkampfmeldung. Ohne Unterzeichnung dieser Meldung wäre sie zum Wettkampf nicht zugelassen worden. In der Wettkampfmeldung verpflichtete sie sich unter anderem zur Einhaltung der Anti-Doping-Regeln der Beklagten. Außerdem enthielt die Wettkampfmeldung die Vereinbarung eines schiedsgerichtlichen Verfahrens vor dem CAS unter Ausschluss des ordentlichen Rechtswegs. Bei der Weltmeisterschaft in Hamar wurden der Klägerin Blutproben entnommen, die erhöhte Retikulozytenwerte aufwiesen. Die Beklagte sah dies als Beleg für Doping an. Ihre Disziplinarkommission verhängte gegen die Klägerin unter anderem eine zweijährige Sperre. Die hiergegen eingelegte Berufung zum CAS war erfolglos. Auch eine Beschwerde und eine Revision zum schweizerischen Bundesgericht blieben in der Sache ohne Erfolg.

Die Klägerin hat daraufhin Klage zum Landgericht München I erhoben. Sie verlangt Ersatz ihres materiellen Schadens und ein Schmerzensgeld. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Das Oberlandesgericht München hat dagegen durch Teilurteil festgestellt, dass die Schiedsvereinbarung unwirksam und die Klage zulässig sei.

Die Revision der ISU bekämpft diese Bewertung. Die Klägerin meint hingegen mit dem Oberlandesgericht, die Schiedsvereinbarung sei nach § 19 GWB* unwirksam. Die ISU habe durch den Zwang, entweder die (alleinige) Zuständigkeit des CAS als Schiedsgericht zu vereinbaren oder an der Weltmeisterschaft nicht teilzunehmen, ihre marktbeherrschende Stellung missbräuchlich ausgenutzt. Die Schiedsrichterliste des CAS, aus der die Parteien jeweils einen Schiedsrichter auswählen müssen, sei nicht unparteiisch aufgestellt worden, weil die Sportverbände und olympischen Komitees bei der Erstellung der Liste ein deutliches Übergewicht hätten.

Der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs ist dieser Argumentation der Klägerin nicht gefolgt. Er hat entschieden, dass die Klage unzulässig ist, weil ihr die Einrede der Schiedsvereinbarung entgegensteht.

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Das Nein für Hamburg 2024 und andere demokratische Regungen

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Hamburg 2024 ist grandios gescheitert.

Eine Mehrheit der Hamburger hat sich gegen das Olympiaprojekt ausgesprochen.

David hat gegen Goliath gesiegt.

51,6 Prozent oder 335.638 Abstimmungsberechtigte stimmten dagegen – 48,4 Prozent oder 314.468 dagegen. (Offizielles Ergebnis)

Das ist ein Hammer. Ich verneige mich vor der Olympia-Opposition, vor Walter Scheuerl, vor den NOlympia-Aktivisten, vor NOlympia Hamburg und vielen anderen, die sich als wahre Demokraten erwiesen und unfassbar hartnäckig gekämpft haben.

Respekt.

Die ersten Stimmen aus Medien, Sport und Politik zwitschern schon, Deutschland sei nicht mit dem „olympischen Gedanken“ kompatibel (Alfons Hörmann) und habe erneut seine krankhafte Scheu vor Großprojekten bewiesen.

Alles Unsinn. Alles falsch. Alles so unfassbar verlogen und am Thema vorbei argumentiert – wobei: eine echte Olympia-Argumentation sähe smarter aus, ganz anders.

Gescheitert ist einmal mehr das olympische System, das in weiten Teilen kriminelle Züge trägt. Manche Journalisten beschreiben das seit vielen Jahren so – im Jahr 2015 kamen atemraubende Belege hinzu.

Gescheitert ist das aus Lobbyismus und Intransparenz beruhende System des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB), der auf allerlei Kanälen unfassbar viele Steuermittel aus dieser Bewerbung (ja, schon aus der Bewerbung) generieren wollte.

Das Transparenz-Maskottchen des organisierten olympischen Sports sagt zum Beispiel:

DOSB-Boss Hörmann muss seine zweite Kasse nun anders füllen.

Im Grunde muss nun das gesamte olympische System in Deutschland auf den Prüfstand. Doch so weit wird es natürlich nicht kommen.

Die Herren Hörmann und Vesper, die nun schon ihre zweite bzw im Falle Vesper gar die vierte krachende Olympia-Niederlage erlebten, werden auch kaum Konsequenzen aus dem Hamburger Abstimmungsergebnis ziehen.

So viel Stil haben sie nicht. Oder?

Heute Abend einige Gedanken zu Hamburg 2024, den Gründen und den Folgen hier im Blog.

Es hat mir geradezu das Herz zerrissen, in den vergangenen Monaten wegen anderer Recherchen (DFB, FIFA) gar nichts oder nur gelegentlich etwas zu Hamburg, zum IOC und zur Olympiabewerbung fabriziert zu haben. Auch heute stand anderes auf der Tagesordnung: echter Sport, Kinderfußball, das also, was noch Spaß macht.

Und nun bin ich ziemlich geplättet von der Nachricht aus dem Norden.

Lasst Euch nichts einreden, liebe Leute, nicht destruktive, sondern mündige Bürger haben in Hamburg gegen die Propagandamaschine von Sport, Politik, Medien und Wirtschaft obsiegt.

Und das ist gut so.

Denn es gibt viel zu tun im verkommenen System des olympischen Hochleistungssports.

Ich freue mich auf die Diskussion.

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