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Das DOSB-Präsidium und das elfte Gebot: Lass dich nicht erwischen!

VANCOUVER. Volker Schürmann ist Leiter der Abteilung Philosophie des Instituts für Pädagogik und Philosophie der Deutschen Sporthochschule Köln. Er hat mir gerade eine Stellungnahme zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums in der FAZ übermittelt.

Ich dokumentiere das gern. Es wird die Diskussion gewiss befruchten.

„Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports.“
Ein „Versuch, ohne Zynismus auszukommen“

(Bourdieu)

* * *

Zum Leserbrief des DOSB-Präsidiums: Der olympische Gedanke ist die Seele des Sports vom 3.2.2010

Es ist irritierend, wenn gerade Sportfunktionäre offensichtlich den Sinn des olympischen Leistungssports verkennen und den guten Sinn seiner Förderung auf peinlichste Art und Weise begründen. Deshalb muss diesen Funktionären und der Öffentlichkeit offenkundig noch einmal die banale Weisheit mitgeteilt werden, dass der olympische Gedanke in dem Imperativ besteht, das Beste, nicht aber Alles, für den Sieg zu geben.

Trockenbob FDP/CSU: KT Guttenberg, Thomas Bach, Hackl Schorsch

Vancouver, Tage 8/9: Bobfahren „zum Ansehen Deutschlands“

Trockenbob FDP/CSU: KT Guttenberg, Thomas Bach, Hackl Schorsch

VANCOUVER. Im deutschen Haus sind die Koalitionäre gestern Bob gefahren: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Thomas Bach (DOSB, IOC, FDP) und Georg Hackl (CSU/INSM). Umgekippt ist niemand, anders als auf der Bahn in Whistler.

Während ich das schreibe, haben die beiden deutschen Zweierbobs nach dem ersten Tag zunächst Rang eins und zwei inne. Es wird wohl wieder Gold und Silber geben. Nirgends sonst lassen sich Medaillen mit solcher Zuverlässigkeit produzieren wie im Eiskanal und seinen exotischen Sportarten.

Ich weiß, dass ich manchen Leser damit nerve, ich wiederhole es dennoch: Bob und Rodel sind Randsportarten, die bei detektivischer Auslegung der Olympischen Charta Probleme hätten, Olympiasportarten zu bleiben. Deutsche Sportsoldaten aber, die auf vier Kunsteisbahnen (Weltrekord) für viele Millionen Euro abwärts sausen, verrichten die derlei schräge Übungen vorzüglich.

„Was kostet das Gold?“ hatten Michael Reinsch und Michael Horeni am 30. Januar in der FAZ gefragt und etliche Zahlen dazu aufgelistet.

Bundesgericht lehnt Pechstein-Beschwerde ab

VANCOUVER. Der Vollständigkeit halber und wenig überraschend: In der mittlerweile die 12345sechsten Entscheidung zum Fall Pechstein hat das Schweizer Bundesgericht heute auch den Hauptsacheantrag von Claudia Pechstein gegen die CAS-Entscheidung vom 25. November 2009 von abgelehnt. Im Gegensatz zu allen vorherigen Entscheidungen liegt diesmal aber bislang nur eine Pressemitteilung vor, der Beschluss noch nicht, der wird noch geschrieben. Hier nun die Pressemitteilung und die Reaktion von Claudia Pechstein unkommentiert. (Und ich gehe dann mal wieder an die olympische Arbeit.)

Thomas Bach: Lebenssachverhalte im nationalen Interesse

VANCOUVER. Thomas Bach hat blau-gelb gewählt. Eine Krawatte in den Farben der FDP, der er seit Jahrzehnten angehört. Zu seinen Gönnern und gelegentlichen Geschäftspartnern zählten einige frühere FDP-Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher und Hans Friederichs. Derzeit, sagt Bach, habe er aber keine Parteifunktionen mehr. Allein der Sitz im Kuratorium der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung fällt ihm ein. Sein Blick signalisiert: Können wir jetzt bitte wieder über Sport sprechen?

In der Lounge des Deutschen Hauses in Vancouver hat Bach, DOSB-Präsident und IOC-Vize, zu einem so genannten Hintergrundgespräch geladen. Derlei Runden lässt er seit langem organisieren, immer vor Olympischen Spielen und IOC-Sessionen. Journalisten, von denen er sich ungerechtfertigt kritisiert fühlt, waren von diesen Terminen komischer Weise oft ausgeschlossen. Das hatte Methode, etwa in jenen Jahren als die TV Media für das IOC und auch für Bach in Deutschland PR erledigte, zeitlich ungefähr bis zu diesem Artikel:

München 2018: Christian Ude und die „Kniffe der propagandistischen Darstellung“

Achtung, Überlänge: Ich konnte vergangenen Freitag leider nicht beim Neujahrsempfang des DOSB in Frankfurt/Main sein. Und werde morgen leider auch nicht die Pressekonferenz der Münchner Olympiabewerber in München besuchen können. Frankfurt und München sind doch ein bisschen weitab vom Schuss, und mir fehlen die Sponsoren für all die teuren und zeitaufwendigen Reisen. Leipzig war damals bequemer. Doch egal, ich will nicht klagen, im Grunde bleiben wir hier ja durchaus auf dem Laufenden, wenngleich ich den Herrschaften gern energischer auf die Pelle rücken würde, so wie damals in Leipzig.

Für Hartgesottene wieder eine Lektüre: Jener Teil der Rede von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) auf dem Neujahrsempfang, den der DOSB-Pressedienst gerade dokumentiert hat. Klingt kampfeslustig wie immer, aber auch ziemlich angefressen. Kampfeslustig muss er sein, weil er es ja nicht nur, wie es in seinem Vortrag anklingt, mit renitenten Umweltschützern, Grünen, Christsozialen und unverbesserlichen Journalisten zu tun hat, sondern weil er – wie oft genug aus zuverlässigen Quellen verlautet – mitunter sehr verärgert gewesen sein soll über den DOSB. Aber er würde es sicher nie öffentlich zugeben. Schließlich ist der Sportbund Mehrheitsgesellschafter (allerdings ohne entsprechend mehr für die Party zu zahlen, zahlen die überhaupt?).

Münchens Oberbürgermeister Ude: „Wir werden alle Register ziehen“

Christian Ude, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Vizepräsident des Deutschen Städtetages, hielt die Ansprache beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes am 22. Januar im Frankfurter Römer. Sein Thema: die Bewerbung Münchens und Garmisch-Partenkirchens um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018. Als stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung ging Ude dabei vor den rund 300 Gästen des Empfangs im Kaisersaal auch auf jüngste Kritik an der Bewerbung ein. Wir veröffentlichen die Rede in Auszügen.

„ (…) Man kann natürlich bei einem Thema wie der olympischen Bewerbung vor einem so sportbegeisterten Publikum wie diesem einfach im Konsens baden oder aber auch den einen oder anderen Widerspruch draußen aufgreifen, um sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich tendiere zur zweiten Möglichkeit, weil es einfach interessanter ist und auch aktuell geboten.

Denn vielleicht haben Sie (…) gelesen, dass es ganz triste Nachrichten um die Bewerbung geben soll: (…) dass es leider nur eine ganz kümmerliche (…) Mehrheit von 57 Prozent der Garmischer gibt, die für die Spiele sind, während eine beeindruckende (…) Zahl von 27 Prozent kritisch gegenüberstehen. Das ist mir relativ neu, dass 57 Prozent Mitleid erregend und 27 Prozent imposant sind, aber man kann mit einigen Kniffen der propagandistischen Darstellung natürlich ein gewünschtes Meinungsbild herbei schreiben. Wenn man bedenkt, dass 16 Prozent noch keine Meinung haben, ergibt sogar diese Umfrage eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Und das in einer Situation im November vergangenen Jahres, als die örtliche CSU noch ein Bürgerbegehren gegen Olympia propagiert hat. (…)

Vielleicht sind wir Kommunalpolitiker einfach bescheidenere Leute – aber ich war mit Zwei-Drittel-Mehrheiten immer ganz zufrieden.

Die Stimmung ist ja in Wahrheit beglückend, wenn ich daran erinnern darf, was alles seit dem 8. Dezember 2007 geschehen ist, als der Deutsche Olympische Sportbund sich einstimmig hinter die Münchner Bewerbung gestellt hat. (…) Das war die Initialzündung an die Stadt München, an die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und an den Landkreis Berchtesgadener Land, sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 zu bewerben.

Kurze Unterbrechung, so habe ich damals die DOSB-Mitgliederversammlung in Hamburg erlebt und für die Berliner Zeitung beschrieben:

Todernste Begeisterung

Auf einem Konvent der inhaltlichen Leere beschließt der DOSB die Olympiabewerbung 2018

HAMBURG. Um 13.58 Uhr packte Rudolf Scharping seine Sachen. Die Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) war noch lange nicht beendet, als Scharping beschwingt aus dem Börsensaal der Hamburger Handelskammer schlenderte. Er hatte genug gehört, korrekter muss es allerdings heißen: Er hatte gar nichts gehört. Denn, rein theoretisch: Hätte man sich nicht vorstellen können, dass der DOSB die erdbebenartigen Skandale des Jahres 2007 thematisiert? Dass die Blutdopingpraktiken der Freiburger Universitätsmedizin, seit Jahrzehnten enger Partner des DOSB und seiner Vorgänger DSB/NOK, in angemessener Weise gewürdigt werden? Etwa in einem Überblick zum Stand der Ermittlungen und möglichen Maßnahmen des Sports? Dass das systematische Doping im Team Telekom, im Radsport überhaupt, verhandelt wird? Das Chaos in der Nationalen Antidopingagentur Nada und in den Verbänden wegen Hunderter verpasste Trainingskontrollen? Die mangelnde Bereitschaft der Spitzenverbände, im kommenden Jahr höhere Kosten für Dopingkontrollen zu begleichen? Oder, weil es ja auch um die Winterspiele 2018 ging: Das Vermarktungsdesaster des Deutschen Skiverbandes – wurde das etwa thematisiert?

Nein, davon hat Rudolf Scharping, Präsident des unsäglichen Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), nichts gehört. Sicher, einige Punkte wurden in der Rede des DOSB-Präsidenten Thomas Bach mit wenigen Worten gestreift. Das meiste aber blieb gänzlich unerwähnt. Niemand wurde kritisiert. Nichts wurde aufgearbeitet. Eine Debatte fand nicht statt. Kein Wunder, dass Scharping lächelnd abmarschieren konnte.

100 Prozent Zustimmung

Bach sprach von einem Bewusstseinswandel, der nötig sei; regte an, keine Rekordprämien mehr zu zahlen; auf Tempomacher, so genannte Hasen, in der Leichtathletik zu verzichten; im Fernsehen keine Weltrekordmarken mehr einzublenden. Kurzum: Er klaubte ein paar Forderungen zusammen, auf die er nicht das Copyright hat. Forderungen, die von kritischen Geistern in den Medien, in der Wissenschaft, sogar im Sport teilweise seit Jahrzehnten vorgebracht werden, ohne dass Funktionäre vom Schlage Bach dies jemals unterstützt hätten. Und schließlich zwirbelte Bach Halbsätze wie diesen: Er behauptete, deutsche Athleten würden die „Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports“ unterstützen.

So sieht sie also aus, diese „Null-Toleranzpolitik zur Erhaltung und Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit des Sports“: Keine Debatte. Das Ausblenden elementarer Sachverhalte. Keinerlei Rechenschaftslegung. Keine Rechenschaftsforderung an jene – und davon saßen viele im Börsensaal – die lange Jahre mit Dopern kollaborierten.

In seiner inhaltlichen Leere war es ein beängstigender Konvent. Draußen auf den Fluren, aber nur dort, konnte man es von den Delegierten hören, wenn man hören wollte: Es sei ja kein Wunder, dass es so zugehe; wer hier seine Meinung sage und kritisiere, der habe bald nichts mehr zu sagen – aber bitte, nicht zitieren! Keiner wollte seinen Namen in der Zeitung sehen. Man frage nach bei Helmut Digel: Wer Wahrheiten formuliert, verliert rasant schnell Einfluss und Posten.

Zu welchem Tagesordnungspunkt auch immer, ob nun zur Münchner Olympiabewerbung oder zur Einführung des Deutschen Sportausweises, wenn sich überhaupt jemand zu Wort meldete aus dem Plenum, dann lieferte er, wie bestellt, eine Grußadresse ab. Hier saßen die Vertreter von 27,5 Millionen Vereinsmitgliedern. Es war eine gespenstische Atmosphäre, die ihren Höhepunkt erreichte, als Bach in der München-Frage Einmütigkeit abverlangte: „Deshalb rufe ich Ihnen zu, stimmen Sie zu! Wenn wir alle begeistern wollen, müssen wir zunächst selbst begeistert sein! Zeigen Sie Ihre Begeisterung nicht nur mit Ihrer Stimmkarte, zeigen Sie sie mit voller Begeisterung.“

Daraufhin gab es etwa fünf Sekunden braven Applaus.

Anschließend zückten, wie erwartet, sämtliche Delegierten ihre Kärtchen und erklärten München mit seinen beiden Partnern Garmisch-Partenkirchen und Schönau zum Bewerber um die Olympischen Winterspiele 2018. Eher zögernd erhoben sich die Funktionäre und applaudierten im Stehen, damit dieser Moment für die Nachwelt festgehalten werden konnte, denn so war es geplant: Einmütigkeit im deutschen Sport. Als Synonyme ließen sich in beliebiger Anzahl und Kombination auch Begriffe wie Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Feigheit, Bequemlichkeit, Ideenlosigkeit, Geistlosigkeit, Opportunismus, Oberflächlichkeit verwenden.

Während der anschließenden Kaffeepause wurde nicht etwa vergnügt geplaudert. Es blieb auffällig ruhig – als sei es den Sportkameraden doch peinlich gewesen, hundertprozentig einer Meinung gewesen zu sein. In einer Ecke sprach Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in Mikrofone und erklärte mit todernster Miene seine Begeisterung über die Begeisterungsfähigkeit des deutschen Sports.

Bundesgericht lehnt Antrag ab: Pechstein nicht in Vancouver

Es war mittlerweile die erstezweitedritteviertefünfte Verfügung des Schweizer Bundesgerichts im Fall Pechstein, die soeben erging. Der Eilantrag, die Zweijahressperre wegen angeblichen Blutdopings aufzuheben, wurde wie erwartet abgelehnt.

Claudia Pechstein wird nicht an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teilnehmen. Damit hat der DOSB, über dessen Hintertürchen-Taktik hier diskutiert wurde (ab Kommentar 179), seine Ruhe. Für den Moment.

Wenn ich das auf die Schnelle richtig lese, weist dieser Punkt auf das endgültige Urteil des Bundesgerichts hin, das ja noch aussteht:

dass beim Entscheid über die aufschiebende Wirkung die auf dem Spiel stehenden Interessen gegeneinander abzuwägen sind, wobei das Interesse der Beschwerdegegnerin oder des Beschwerdegegners überwiegt, wenn aufgrund einer vorläufigen Prüfung der erhobenen Rügen angenommen werden kann, dass die Beschwerde aus formellen oder materiellen Gründen erfolglos bleiben wird

… wenn angenommen werden kann, dass die Beschwerde (hier also: das Hauptsacheverfahren) erfolglos bleiben wird.

[Nachtrag, 12.22 Uhr: Ich weiß nicht so recht, warum sich der SID einen Gerichtsbeschluss von einem „PR-Manager“ bestätigen lassen muss, um seine Meldung zu machen. Da geht was durcheinander. Kann aber auch damit zu tun haben, dass man schon wieder so eine komische Umfrage lanciert, die erst über den (unabhängigen?) Agenturticker läuft und wenig später (wieder einmal) vom „PR-Mann“ verbreitet wird. Die entsprechende Pressemitteilung der Powerplay AG findet sich am Ende dieses Beitrags.]

„Don’t mix politics with games“: Petition für Liu Xiaobo

Mir ist gerade so. Ich möchte flink mal daran erinnern, wem ich/wem wir den Titel dieses Blogs zu verdanken haben. Es sind ja doch einige Leser neu hinzu gekommen in den vergangenen anderthalb Jahren.

Ich bedanke mich also einmal mehr beim Totaldemokraten Hu Jintao, der einst, am Vorabend der Olympischen Propagandaspiele 2008, ausgewählten Berichterstattern beschwingt empfahl, sie sollten mal bitteschön Sport nicht mit Politik vermengen und Politik nicht mit Sport und überhaupt. Da gebe es keinen Zusammenhang, auch wenn es manchmal so scheint.

Mich hat Herrn Hus Rat überzeugt. Seitdem steht’s da oben:

Don’t mix politics with games!

Ich versuche mich stets dran zu halten, auch wenn’s oft schwer fällt.

Bundesgericht lehnt vierten Pechstein-Antrag ab

Zum Jahreswechsel: Die vierte Eilverfügung des Schweizer Bundesgerichts im Dopingfall Pechstein. Die fünfmalige Olympiasiegerin wollte an den kommenden Wettkämpfen teilnehmen, um sich bis zur letzten Nominierungsrunde des DOSB am 22. Januar ihre Olympiachance für Vancouver zu erhalten. Abgelehnt.

Die Verfügung, wenige Minuten alt, wie gewohnt im Wortlaut. Schwierig zu konsumieren und doch eine gute Zusammenfassung der verschiedenen Aktivitäten des Bundesgerichts bisher:

Cause célèbre Embargo: gemäss Anweisung des präsidierenden Mitglieds Kolly ohne Sperrfrist

Verfügung vom 30. Dezember 2009 I. zivilrechtliche Abteilung

Bundesrichter Kolly, präsidierendes Mitglied.

  • Claudia Pechstein, (…), Deutschland, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwälte Dr. Lucien W. Valloni und Dr. Thilo Pachmann, Bellerivestrasse 201, 8034 Zürich,

gegen

  1. International Skating Union, chemin de Primrose 2, 1007 Lausanne, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Jean-Cédric Michel, rue François-Bellot 6, 1206 Genève,
  2. Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V., Menzingerstrasse 68, DE-80992 München, Deutschland, Verfahrensbeteiligte,

Internationales Schiedsgericht; Ordre public,

Beschwerde gegen den Schiedsentscheid des Tribunal Arbitral du Sport (TAS) vom 25. November 2009.

In Erwägung,

dass das Tribunal Arbitral du Sport (TAS) mit Entscheid vom 25. November 2009 die Beschwerdeführerin während zwei Jahren, beginnend ab 8. Februar 2009, für gesperrt erklärte und ihr die Resultate aberkannte, die sie am 7. Februar 2009 an der von der International Skating Union (Beschwerdegegnerin) organisierten Weltmeisterschaft im Eisschnelllauf erzielt hatte;

dass die Beschwerdeführerin dem Bundesgericht am 7. Dezember 2009 eine Beschwerdeschrift einreichte, mit der sie den Entscheid des TAS vom 25. November 2009 anfocht und insbesondere folgenden prozessualen Antrag stellte:

„Der Beschwerde sei superprovisorisch, d.h. ohne Anhörung der Beschwerdegegnerin (1), eventualiter provisorisch, die aufschiebende Wirkung zu erteilen, sodass die Beschwerdeführerin per sofort an alle Wettkämpfe und Trainingseinheiten zugelassen wird und insbesondere am 11.-13. Dezember 2009 an dem 3000 Meter Eisschnelllauf Weltcuprennen in Salt Lake City starten darf.“

dass die Beschwerdeführerin zur Begründung dieses Gesuchs vorbrachte, dass das Rennen in Salt Lake City für sie die letzte Möglichkeit darstelle, sich für die Olympischen Spiele in Vancouver im Februar 2010 zu qualifizieren, und dass unmittelbar nach diesem Rennen, am 17. Dezember 2009, die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft e.V (abgekürzt DESG) die Nominierung des DESG- Olympiakaders vornehme;

dass mit Präsidialverfügung vom 7. Dezember 2009 im Sinne einer vorsorglichen Massnahme nach Art. 104 BGG superprovisorisch angeordnet wurde, dass die Beschwerdeführerin am 11.-13. Dezem- ber 2009 an dem in Salt Lake City stattfindenden 3000 Meter Eis- schnelllauf Weltcuprennen teilnehmen darf;

Was vom Tage übrig bleibt (48): Südafrika, Soccerex, DOSB-Ethikpreis, The Fastest Couple

Soccerex 2010

Moin. Melde mich heute aus Sandton, Johannesburg. Unten auf dem Nelson Mandela Square gewinnt gerade Holland nach drei Toren von Pierre van Hoijdonk das „World Cup legends tournament“ im Finale gegen England. Ja, es geht in den nächsten Tagen um Fußball. Es gibt ein Wiedersehen mit Sepp’n Jack, Ricardo & Franz & Chuck und all den anderen.

Nach der Messe Soccerex hier im Sandton Convention Centre bin ich noch einige Tage in Kapstadt, u.a. am Donnerstag bei der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees auf Robben Island (Friedensnobelpreis, ick hör Dir trapsen) und natürlich bei der WM-Gruppenauslosung am Freitag, die ich sicher live mitbloggen werde. Ich hoffe, wir werden etwas Spaß haben.